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Laufzettel

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Der Laufzettel ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) ist in der Produktionswirtschaft ein Organisationsmittel der Produktionsplanung und -steuerung, in welchem der Bearbeitungsstatus eines Arbeitsobjektes während des Produktionsprozesses vermerkt wird.

Allgemeines

Vor und während der Produktion werden häufig Arbeitspläne, Laufkarten, Laufzettel und Produktzeichnungen benötigt, die wiederum Stamm- und Strukturdaten von Produkten, Halbfabrikaten oder Betriebsmitteln enthalten.<ref>Reinhard Koether (Hrsg.), Taschenbuch der Logistik, 2018, S. 74</ref> Der Informationsfluss zwischen den Arbeitskräften erfolgt während des Produktionsprozesses häufig über einen Laufzettel, der das Arbeitsobjekt begleitet.<ref>Robert Kuba, Informations- und kommunikationstechnische Integration von Menschen in der Produktion, 1997, S. 28</ref>

Inhalt

Der Laufzettel dient der Kommunikation zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen, indem er Informationen über den Status der Bearbeitung enthält, die bei einem folgenden Ablaufabschnitt vorausgesetzt werden.<ref>Christoph Schneeweiß, Einführung in die Produktionswirtschaft, 1997, S. 227</ref> Hierdurch wird jede Zustandsänderung dokumentiert. Um die Produktqualität zu kontrollieren, werden die Werkstücke in der Produktion von einem Laufzettel begleitet, auf dem jeder Bearbeitungsschritt durch die Mitarbeiter persönlich abgezeichnet werden muss.<ref>Volker Trommsdorff/Christian A. Schuchardt/Tilmann Lesche, Erfahrungen deutsch-chinesischer Joint Ventures, 1995, S. 125</ref>

Der Laufzettel besitzt auch eine Informationsfunktion für die Kostenrechnung, denn er erfasst die Arbeitszeit und damit den Stücklohn eines jeden Arbeiters, so dass die Fertigungseinzelkosten genauer ermittelt werden können.<ref>Friedrich Meyenberg, Einführung in die Organisation von Maschinenfabriken unter besonderer Berücksichtigung der Selbstkostenberechnung, 1926, S. 226</ref>

Organisatorische Aspekte

Der Laufzettel vermerkt den Status nach jedem Arbeitsablauf und ist neben dem Arbeitsplan und der Laufkarte ein wesentliches Organisationsmittel. Die Methodik der Produktionsprozesssteuerung ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=ja|SUITABLE=Script|SCRIPTING={{#switch: |Jpan|Hani|Hira|Kana={{{Script}}}|#default=Jpan}}|SERVICE=japanisch}}) ist wörtlich übersetzt ein „Laufzettel“.<ref>Joachim Paul, Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 2007, S. 526</ref> Die Kanban-Methodik hilft, die Just-in-time-Produktion bei Serienfertigung zu realisieren.<ref>Shigeo Shingō, Das Erfolgsgeheimnis der Toyota-Produktion, 1993, S. 37; ISBN 978-3478935012</ref> Die Laufkarte unterscheidet sich vom Laufzettel dadurch, dass letzterer auch ein wichtiges Dokument für die Kostenrechnung und Nachkalkulation darstellt, während die Laufkarte ausschließlich der Arbeitsorganisation dient.

Bibliotheken

In Bibliotheken wird einem Buch bei dessen Inventarisierung ein Laufzettel beigelegt, auf dem die einzelnen Stationen angegeben sind, die das Buch bei seinem Gang durch die Bibliothek durchläuft.<ref>Dietmar Strauch/Margarete Rehm, Lexikon Buch - Bibliothek - Neue Medien, 2007, S. 273</ref> Mit der weitgehenden Einführung von elektronischen Hilfsmitteln (Bibliotheksnutzerkarten mit Magnetstreifen oder Chip) und zentralen Bestandsdatenbanken (OPAC) ist die Bedeutung des klassischen papierenen Laufzettels allerdings zu Beginn des 21. Jahrhunderts stark zurückgegangen.

Literatur

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Einzelnachweise

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