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Kyasanur-Wald-Fieber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Klassifikation nach ICD-10
A98.2 Kyasanur-Wald-Krankheit
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Das Kyasanur-Wald-Fieber (Kyasanur-Wald-Krankheit oder Indische Waldkrankheit, englisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), KFD) ist eine Infektionskrankheit, die durch das Arbovirus KFD-Virus ausgelöst wird.

Erreger

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Kyasanur-Wald-Fieber-Virus
Systematik
Klassifikation: Viren
Realm: Riboviria<ref>ICTV Master Species List 2018b.v2. MSL #34, März 2019</ref>
Reich: Orthornavirae<ref name="ICTV_MSL#35_YFV">ICTV: ICTV Taxonomy history: Yellow fever virus, EC 51, Berlin, Germany, July 2019; Email ratification March 2020 (MSL #35)</ref>
Phylum: Kitrinoviricota<ref name="ICTV_MSL#35_YFV" />
Klasse: Flasuviricetes<ref name="ICTV_MSL#35_YFV" />
Ordnung: Amarillovirales<ref name="ICTV_MSL#35_YFV" />
Familie: Flaviviridae
Gattung: Orthoflavivirus
Art: Orthoflavivirus kyasanurense
Unterart: Kyasanur forest disease virus
Taxonomische Merkmale
Genom: (+)ssRNA
Baltimore: Gruppe 4
Hülle: vorhanden
Wissenschaftlicher Name
{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)
Kurzbezeichnung
KFDV
Links

Der Erreger des Kyasanur-Wald-Fiebers ist das Kyasanur-Wald-Fieber-Virus (auch KFD-Virus, englisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), KFDV) der Art Orthoflavivirus kyasanurense. Sie gehören zur Gattung Orthoflavivirus (veraltet: Gattung Flavivirus und Arbovirus) in der Familie Flaviviridae der Ordnung Nidovirales. Das Virus ist behüllt und sein Genom besteht aus einem unsegmentierten, linearen RNA-Strang positiver Polarität.<ref>ICTV: Taxonomy Browser.</ref><ref>ICTV: Virus Metadata Resource (VMR).</ref>

Übertragung

Das Virus wird durch den Biss der Nymphen verschiedener Zeckenspezies übertragen (z. B. Haemaphysalis spinigera). Virusreservoir sind kleine Nagetiere. Nebenwirte sind Vögel und Fledermäuse, die vor allem für die Verbreitung der infizierten Zecken sorgen. Affen und der Mensch sind Zufallswirte und dienen ebenfalls als Reservoir. Der Erreger ist für Laborpersonal hochinfektiös, dementsprechend sollten entsprechende Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden.

Vorkommen

Süd-Indien (Karnataka, Kerala, Tamil Nadu), Nord-Ost-Pakistan (Rawalpindi). Virusnachweis bei serologischen Tests auch aus den indischen Bundesstaaten Gujarat und Westbengalen.

Geschichte

Erstmals wurde das Virus 1955–1957 in einem Waldgebiet an der Südwestküste Indiens (Mysuru) entdeckt. Zunächst erschien die Erkrankung als Zoonose, die mehrere Affen befiel („Monkey disease“). Erst später erkrankten auch Menschen. Zu Beginn wurde es zu einer Variante der Russischen Zecken-Enzephalitis eingestuft. Erst im Jahr 1990 wurde es als eigene Krankheit anerkannt. Wirtstiere erkranken nicht. Seit 2010 werden immer mehr Menschen in Indien infiziert, als Ursache wird das Vordringen des Menschen in den Dschungel gesehen. Seit dieser Zeit kommt es zu einem verstärken Anbau von Betelpalmen, deren Nüsse eine gewisse Rauschwirkung haben. Die Arbeiter müssen zum Sammeln in die Plantagen, wo die Zecken sie mit dem Virus infizieren.

Klinik

Nach einer Inkubationszeit von drei bis sieben Tagen treten Fieber, Kopfschmerzen, Glieder- und Muskelschmerzen auf. Als Komplikation kann eine hämorrhagische Verlaufsform hinzukommen (Blutungen aus Mund, Nase und Magen-Darm-Trakt). Meist verschwinden die Symptome nach einer Woche, möglich ist jedoch ein zweiter Fieberanstieg mit Meningismus. Die Letalität (Sterblichkeit) kann zwischen 5 und 15 % liegen.

Therapie

Eine spezifische Therapie gibt es nicht, an Impfstoffen wird gearbeitet. Die Diagnose erfolgt mittels Immundiagnostik oder Virusnachweis.

Vorbeugung

In Endemiegebieten ist Zeckenschutz und Moskitoschutz angezeigt (Repellentien, geschlossene helle Kleidung, regelmäßige Selbstuntersuchung nach Zecken). Der Kontakt mit infizierten Personen sollte gemieden werden. Nach dem IfSG §6 sind der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an virusbedingtem hämorrhagischen Fieber meldepflichtig.

Im Jahr 2005 wurde über einen Impfstoff berichtet. Das Vakzin für KFD besteht aus mit Formaldehyd (Formalin) inaktiviertem KFD-Virus. Der Impfstoff hat eine Wirksamkeit von 62,4 % für Personen, die eine zweimalige Verabreichung bekommen; bei dreimaliger Verabreichung steigt diese auf 82,9 % (Daten von 1994).<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Seit Mitte der 2000er fällt die Effektivität der Impfung dramatisch, auch kam es zu Qualitätsproblemen bei der Produktion. Bereits seit 2002 hatte der Hersteller Institute of Animal Health and Veterinary Biologicals (IAHVB), keine Lizenz für den Impfstoff von der Central Drugs Standard Control Organisation (CDSCO) erhalten, aber erst 2022 wurde die Verabreichung gestoppt.<ref>The ugly truth about a vaccine that didn’t work, MINT, Priyanka Pulla, 2. Dezember 2022</ref>

Sonstiges

Eine Subtyp des KFD-Virus, das Alkhurma hemorrhagic fever virus (AHFV, auch kurz Al-Khurma-Virus), wurde aus Saudi-Arabien beschrieben.<ref>NCBI: Alkhurma hemorrhagic fever virus (no rank)</ref>

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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