Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Cobalt(II)-chlorid – Wikipedia Zum Inhalt springen

Cobalt(II)-chlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Kobalt(II)-chlorid)

Vorlage:Hinweisbaustein

Kristallstruktur
Kristallstruktur Cobalt(II)-chlorid
Vorlage:Farbe Co2+ 0 Vorlage:Farbe Cl
Allgemeines
Name Cobalt(II)-chlorid
Andere Namen

Cobaltdichlorid

Verhältnisformel CoCl2
Kurzbeschreibung

blauer kristalliner Feststoff (wasserfrei), als Hexahydrat rot-violetter Feststoff<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 231-589-4
ECHA-InfoCard 100.028.718
PubChem 24288
ChemSpider 22708
DrugBank DB14206
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse
  • 129,84 g·mol−1 (wasserfrei)
  • 237,93 g·mol−1 (Hexahydrat)
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,356 g·cm−3 <ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

735 °C <ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

1049 °C <ref name="GESTIS" />

Löslichkeit
  • leicht löslich in Wasser (529 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />
  • löslich in Methanol, Ethanol, Aceton, Pyridin und Diethylether<ref name="brauer" />
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.028.718">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​317​‐​318​‐​334​‐​341​‐​350i​‐​360F​‐​410
P: 273​‐​280​‐​301+312​‐​302+352​‐​305+351+338​‐​308+313<ref name="GESTIS" />
Zulassungs­verfahren unter REACH

besonders besorgnis­erregend: krebs­erzeugend, fortpflanzungs­gefährdend (CMR)<ref name="SVHC_100.028.718">Eintrag in der SVHC-Liste der Europäischen ChemikalienagenturVorlage:Abrufdatum</ref>

MAK

nicht festgelegt, da krebserregend<ref name="GESTIS" />

Toxikologische Daten

766 mg·kg−1 (LD50Ratteoral, Hexahydrat)<ref name="FoodChemTox">G.J.A. Speijers, E.I. Krajnc, J.M. Berkvens, M.J. van Logten: Acute oral toxicity of inorganic cobalt compounds in rats. In: Food and Chemical Toxicology. Band 20, Nr. 3, Juni 1982, S. 311–314, doi:10.1016/S0278-6915(82)80298-6.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Cobalt(II)-chlorid ist eine chemische Verbindung von Cobalt und Chlor. Es ist ein im wasserfreien Zustand blaues, als Hexahydrat rosafarbenes Salz.

Gewinnung und Darstellung

Cobalt(II)-chlorid lässt sich aus den Elementen oder durch Erhitzen des Hexahydrates in Gegenwart von Thionylchlorid oder Phosgen oder im Chlorwasserstoffstrom gewinnen.<ref name="brauer"></ref>

<math>\mathrm{CoCl_2 \cdot 6 \ H_2O + 6 \ SOCl_2 \longrightarrow CoCl_2 + 12 \ HCl + 6 \ SO_2}</math>

Letzteres kann wiederum durch Reaktion von Cobalt(II)-hydroxid oder Cobalt(II)-carbonat mit Salzsäure gewonnen werden.

<math>\mathrm{CoCO_3 + 2 \ HCl \longrightarrow CoCl_2 + H_2O + CO_2}</math>

Ebenfalls möglich ist die Darstellung aus Cobalt(II)-acetat-Tetrahydrat und Acetylchlorid.<ref name="brauer" />

<math>\mathrm{Co(CH_3CO_2)_2 \cdot 4 \ H_2O + 6 \ CH_3COCl \longrightarrow}</math> <math>\mathrm{CoCl_2 + 2 \ (CH_3CO)_2O + 4 \ CH_3CO_2H + 4 \ HCl}</math>

Eigenschaften

Wasserfreies Cobalt(II)-chlorid ist sehr hygroskopisch und nimmt leicht Wasser auf. Dabei ändert es sehr charakteristisch seine Farbe von blau nach rosa. Der entgegengesetzte Farbwechsel von rosa auf blau ist ebenfalls möglich, indem man das Hexahydrat auf Temperaturen oberhalb 35 °C erhitzt.<ref>A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1685.</ref> Der Farbwechsel ist von der Hydratform abhängig. Das Anhydrat hat eine blaue Farbe, das Hexahydrat rosa, das Monohydrat blauviolett, das Monohemihydrat dunkelblauviolett, das Dihydrat rosaviolett, das Tetrahydrat pfirsichblütenrot.<ref name="GESTIS" />

<math>\mathrm{CoCl_2 + 6\ H_2O \longrightarrow CoCl_2 \cdot 6\ H_2O}</math>

Es sublimiert in Chlorwasserstoff-Atmosphäre bei 500 °C zu lockeren Kristallflittern. Seine Kristallstruktur ist trigonal und entspricht der von Cadmium(II)-chlorid mit der Raumgruppe R3m (Nr. 166)Vorlage:Raumgruppe/166 (a = 354,4 pm, c = 1743 pm).<ref name="brauer" />

Verwendung

Wegen des typischen Farbwechsels diente es als Feuchtigkeits-Indikator in Trockenmitteln wie etwa Kieselgel. Mit Hilfe von Cobalt(II)-chlorid lässt sich Wasser auch in anderen Lösungen nachweisen.

Auch wird es als so genannte Geheimtinte benutzt, da es als Hexahydrat in wässriger Lösung auf dem Papier kaum sichtbar ist, wenn es aber erhitzt wird (z. B. über einer Kerze), tritt tiefblaue Schrift hervor. Des Weiteren kann es als Zusatz zum Elektrolyten (Schwefelsäure) von Bleiakkumulatoren genutzt werden, um die Batterielebensdauer und Leistung zu erhöhen. Die früher hergestellten Blitzlichtbirnen enthielten innen einen kleinen blauen Punkt aus Cobalt(II)-chlorid, der anzeigte, dass die Birne in Ordnung war. Wurde die Birne undicht, zog sie Luft und damit auch Feuchtigkeit an und der Punkt änderte seine Farbe nach rosa als Zeichen dafür, dass die Birne defekt ist. Der blaue Punkt in Blitzbirnen wurde erstmals 1937 von einer amerikanischen Firma verwendet, die dafür auch ein Patent erhielt.<ref>Deutsches Kameramuseum: Vom Pulverblitz zum Elektronenblitz, abgerufen am 10. Januar 2021.</ref>

Des Weiteren wird Cobalt(II)-chlorid in der Zellkultur verwendet, um Sauerstoffmangel nachzuahmen.<ref>S. Li, J. Zhang, H. Yang, C. Wu, X. Dang, Y. Liu: Copper depletion inhibits CoCl2-induced aggressive phenotype of MCF-7 cells via downregulation of HIF-1 and inhibition of Snail/Twist-mediated epithelial-mesenchymal transition. In: Sci Rep. 5, 2015, S. 12410. doi:10.1038/srep12410.</ref> Dies ist in der Krebsforschung von Bedeutung, da vermutet wird, dass Sauerstoffmangel die Entstehung und Ausbreitung von Tumoren fördert. In Brustkrebszellen kommt es dabei zu einer vermehrten Expression von den Proteinen HIF-1α, CXCR4 und VEGF.<ref>Q. Li, R. Ma, M. Zhang: CoCl2 increases the expression of hypoxic markers HIF-1α, VEGF and CXCR4 in breast cancer MCF-7 cells. In: Oncol Lett. 15(1), 2018, S. 1119–1124. doi:10.3892/ol.2017.7369.</ref>

Sicherheitshinweise

Cobalt(II)-chlorid gilt als krebserzeugend sowie fruchtschädigend und ist möglicherweise erbgutverändernd. Der Stoff wurde am 28. Oktober 2008 in die Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Stoffe aufgenommen. Der Eintrag wurde am 20. Juni 2011 um die fortpflanzungsgefährdenden Eigenschaften ergänzt.<ref>Kobaltdichlorid. in der REACH-CLP Helpdesk der Bundesbehörden, abgerufen am 16. November 2019.</ref>

Cobalt(II)-chlorid ist außerdem (wie alle wasserlöslichen Verbindungen und das Metall) ein Kontaktallergen.<ref>K. A. Zug, E. M. Warshaw, J. F. Fowler Jr, H. I. Maibach, D. L. Belsito, M. D. Pratt, D. Sasseville, F. J. Storrs, J. S. Taylor, C. G. Mathias, V. A. Deleo, R. L. Rietschel, J. Marks: Patch-test results of the North American Contact Dermatitis Group 2005–2006. In: Dermatitis. 20(3), 2009, S. 149–160.</ref>

Cobalt(II)-chlorid fördert aufgrund des simulierten Sauerstoffmangels in den Zellen (siehe oben) die Produktion von Erythrozyten. Es besteht daher Sorge, dass Cobalt(II)-chlorid im Sport als Dopingsubstanz missbraucht wird.<ref>Wolfgang Jelkmann: The Disparate Roles of Cobalt in Erythropoiesis, and Doping Relevance. In: Open Journal of Hematology. Band 3, 2012, S. 3–6, doi:10.13055/ojhmt_3_1_6.121211.</ref>

Weblinks

Commons: Cobalt(II) chloride – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Cobalt(II) chloride hexahydrate – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Cobalt(II)-Verbindungen: Cobalt(II)-fluorid | Cobalt(II)-chlorid | Cobalt(II)-bromid | Cobalt(II)-iodid

Andere Cobaltverbindungen: Cobalt(III)-fluorid | Cobalt(III)-chlorid | Cobalt(IV)-fluorid Vorlage:Klappleiste/Ende