Klipphausen (Klipphausen)
Klipphausen Gemeinde Klipphausen
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city&title=Klipphausen 51° 4′ N, 13° 32′ O
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dim=10000 | globe= | name=Klipphausen | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 245 m ü. NN | |||||
| Postleitzahl: | 01665 | |||||
| Vorwahl: | 035204 | |||||
Lage der Gemarkung Klipphausen in der Gemeinde Klipphausen
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Klipphausen ist ein Ortsteil, eine Ortschaft und der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde im sächsischen Landkreis Meißen. Zu Ortschaft Klipphausen gehören die Ortsteile Hühndorf, Kleinschönberg, Klipphausen, Lampersdorf, Lotzen, Röhrsdorf, Sachsdorf, Sora und Weistropp. Als Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung und hat sie gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 3,26 MB) § 16. In: Webauftritt. Gemeinde Klipphausen, abgerufen im Februar 2026.</ref> Für die Ortsteile Klipphausen und Sachsdorf wurden bei Zensus 2022 zusammen ca. 1270 Einwohner gezählt.<ref name="EZ2022">Ortsteile Klipphausen und Sachsdorf. (Aus 100 Meter-Gitter sowie Geometrien für "Ortslagen" berechnet). In: www.citypopulation.de - Population Statistics. Online-Dienst für Statistiken, abgerufen im Februar 2026.</ref>
Geographie
Der Ort Klipphausen liegt im Süden des Landkreises Meißen etwa zehn Kilometer südöstlich der Kreisstadt Meißen und 16 Kilometer westlich der Landeshauptstadt Dresden. Innerhalb des Gemeindegebietes befindet sich Klipphausen an der südlichen Grenze, an der die Stadt Wilsdruff im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge an den Ort angrenzt. Innerhalb der Gemeinde grenzen im Norden Röhrsdorf, im Nordosten Kleinschönberg, im Osten Sachsdorf und im Westen Sora an die Klipphausener Gemarkung an.
Wie große Teile des restlichen Gemeindegebietes befindet sich der Ort Klipphausen im Landschaftsschutzgebiet Linkselbische Täler. An der Grenze zu Sachsdorf fließt die im Tharandter Wald entsprungene Wilde Sau in Richtung Elbe an Klipphausen vorbei. Die Bebauung befindet sich hauptsächlich an dem linken Talhang dieses Flusses auf etwa 245 Metern über Normalnull.<ref>Geodatenzentrum</ref> Umgeben ist die Ortslage von landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Geschichte
| Jahr | Einwohner<ref name="HOV"/> |
|---|---|
| 1551 | 13 besessene Mann, 19 Inwohner |
| 1764 | 7 besessene Mann, 19 Gärtner, 15 Häusler, 4½ Hufen |
| 1834 | 381 |
| 1871 | 400 |
| 1890 | 444 |
| 1910 | 405 |
| 1925 | 388 |
| 1939 | 350 |
| 1946 | 470 |
Der Ort wurde erstmals im Jahre 1128 erwähnt. 1507 kaufte Christoph Ziegler das Vorwerk Cleyn Rwgerstorf (Klein-Röhrsdorf). Die adlige Familie Ziegler, ursprünglich ein Ratsherrengeschlecht der Stadt Dresden, besaß bereits seit dem Ende des 14. Jahrhunderts das benachbarte Gauernitz. Nachdem die Brüder Hieronymus, Balthasar und Frantz Ziegler ihren Besitz im Jahre 1525 aufgeteilt hatten, ließ Hieronymus 1528 ein Schloss bauen. Klein-Röhrsdorf, jetzt Klipphausen genannt, bekam ein eigenes Rittergut und wurde damit unabhängig von Gauernitz.<ref name="KH-GW">Klipphausen auf der Gemeindewebsite</ref> Noch im selben Jahrhundert waren die Ziegler jedoch schuldenhalber gezwungen, das Gut zu verkaufen. Sie nannten sich jedoch weiterhin von Ziegler und Klipphausen. Das Rittergut übte noch weit bis ins 18. Jahrhundert die Grundherrschaft aus.
Der Ortsname stammt vermutlich daher, dass Klipphausen als von Gauernitz abgelegener Ort als „Klippe“, also von etwas entfernter, abseits gelegener Ort bezeichnet wurde, wie die Klippe das äußere, abgelegene Teil eines Felsens ist.<ref name="KH-GW"/>
Mit der Sächsischen Landgemeindeordnung von 1838 erhielt Klipphausen den Status einer Landgemeinde. Zum Ort gehörte bereits ein erster Ortsteil namens Kneipe. Um 1900 erstreckte sich um das Straßenangerdorf eine 420 Hektar große Streifenflur, auf der die etwa 400 Einwohner des Dorfes der Landwirtschaft nachgingen. Die Einwohnerzahl sank durch den Ersten Weltkrieg auf 388 im Jahr 1925 ab. Von diesen 388 Einwohnern waren 361 evangelisch-lutherisch, sechs katholisch und drei konfessionslos. Klipphausen war nach Röhrsdorf eingepfarrt und gehört heute zur dortigen Kirchgemeinde.<ref name="HOV">Klipphausen im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref>
Im Jahr 1909 wurde der erste Abschnitt der Schmalspurbahn Wilsdruff–Gärtitz zwischen Wilsdruff und Meißen-Triebischtal freigegeben. Klipphausen bekam westlich des Ortskerns einen Haltepunkt an der Schmalspurbahn. Im Jahr 1966 wurde diese Bahnlinie wieder stillgelegt, da sie nicht mehr wirtschaftlich genug war. An die Strecke erinnert heute noch die Straßenbezeichnung „Bahnhofsweg“.
Bereits seit 1875 gehörte die Landgemeinde zur Amtshauptmannschaft Meißen (ab 1939 als Landkreis bezeichnet), die nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Zusammenbruch Nazi-Deutschlands in den Kreis Meißen im Bezirk Dresden umgewandelt wurde. Im Jahr 1950 entstand durch die Eingemeindung des Nachbarortes Sachsdorf die Gemeinde Klipphausen, die heute mit Klipphausen als Hauptort 43 Ortsteile hat.
Nach Eingemeindungen 1974 und 1994 wurde 1999 in einem weiteren Vertrag über einen Gemeindezusammenschluss festgelegt, dass in Klipphausen die Ortschaftsverfassung eingeführt wird. In Klipphausen ist seitdem sowohl der Ortschaftsrat für die Ortschaft Klipphausen als auch die Gemeindeverwaltung ansässig. Der Ortschaftsrat besteht aus acht Mitgliedern<ref>Hauptsatzung der Gemeinde Klipphausen (PDF-Datei; 3,3 MB)</ref> und ist neben Klipphausen auch für die Orte Hühndorf, Kleinschönberg, Lampersdorf, Lotzen, Röhrsdorf, Sachsdorf, Sora und Weistropp zuständig. Die Ortschaft Klipphausen entspricht damit der ehemaligen Gemeinde Klipphausen mit ihren Ortsteilen, die von 1994 bis 1998 existierte.
In der Nachwendezeit kam es südlich des Ortskernes zum Bau vieler Einfamilienhäuser und der entsprechenden Infrastruktur.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Das 1528 erbaute Schloss Klipphausen wurde mehrmals umgestaltet. Heute hat es eine schlichte Bauform, es sind Merkmale mehrerer Stilepochen im Inneren des Schlosses zu finden. Der Raumaufteilung nach zu urteilen kam es zu Umbauten nach dem Dreißigjährigen Krieg und um das Jahr 1700. Am Nordeingang befindet sich eine Sandsteinplatte mit den Wappen der Familien von Ziegler und von Maltitz, darunter ist eingraviert:
„Kliphavsen · heis · ich · in ·
Gotes · Hant · ste · ich · wer ·
mich · hast · der · meide · mich · 1528“
Diese Platte gilt als älteste bekannte Nennung des Namens Klipphausen. Das Schloss hat ein Satteldach und hat zwei Geschosse, die durch eine von außen nicht sichtbare Wendeltreppe miteinander verbunden sind.
Nach vielfachen Besitzerwechseln im 17. und 18. Jahrhundert kam das Schloss 1762 durch Kauf an Maximilian Freiherr von Fletscher. 1794 kam es im Wege des Erbgangs über seine Tochter Johanne Friederike an das Haus Reuß-Köstritz, bei dem es bis 1945 verblieb. Die letzten Besitzerinnen, die Prinzessinnen Gertrud und Anna Reuß zu Köstritz, wurden 1945 enteignet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schloss Klipphausen auf bernievancastle.de ( vom 24. Mai 2016 im Internet Archive)</ref>
Neben dem Schloss Klipphausen, in dem sich heute die Gemeindeverwaltung befindet, ist die Lehmannmühle im Ort sehenswert. Sie wurde im 17. Jahrhundert erbaut und ist die letzte noch erhaltene Wassermühle im Tal der Wilden Sau. Die Lehmannmühle ist als technisches Denkmal ausgewiesen und besitzt ein funktionierendes oberschlächtiges Wasserrad.<ref>Lehmannmühle auf der Gemeindewebsite</ref>
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Staatsstraße 177 trennt die Gemarkung in einen östlichen und einen westlichen Teil. Während sich der Ort östlich der Staatsstraße befindet, entstand in den 1990er Jahren auf der westlichen Seite ein heute 87 Hektar großes Gewerbegebiet, das in den Jahren 2007 und 2009 erweitert wurde und heute Sitz von etwa 90 Firmen ist.<ref>Gewerbegebiet Klipphausen auf der Gemeindewebsite</ref> Begünstigt wurden die Unternehmensansiedlungen im Gewerbegebiet Klipphausen durch die südlich des Ortes verlaufende Bundesautobahn 4 (Frankfurt–Dresden). Sie hat mit der Staatsstraße 177 unmittelbar nördlich der Gemeindegrenze zu Wilsdruff eine Anschlussstelle, die auch die benachbarten Gewerbegebiete Hühndorfer Höhe, Sora, Röhrsdorf und Riemsdorf an das Fernstraßennetz anbindet.
Von der Staatsstraße ausgehend führt nordöstlich des Gewerbegebietes die Kreisstraße „Meißner Straße“ in die Klipphausener Ortsmitte. Über einen Kreisverkehr werden die Straßen in die umliegenden Orte angebunden. Die Omnibusse der Verkehrsgesellschaft Meißen binden den Ort unter anderem an die nächsten bedeutenden Bahnhöfe in Meißen und Dresden an.
In Klipphausen befinden sich eine Kindertagesstätte und eine der drei Grundschulen im Gemeindegebiet.
Söhne und Töchter von Klipphausen
- Auguste Reuß zu Köstritz (* 26. Mai 1822 in Klipphausen; † 3. März 1862 in Schwerin), Großherzogin von Mecklenburg
- Heinrich VII. Reuß zu Köstritz (* 14. Juli 1825 in Klipphausen; † 2. Mai 1906 in Trebschen), deutscher Diplomat
- Heinrich XIII. Reuß zu Köstritz (* 18. September 1830 in Klipphausen; † 3. Januar 1897 in Baschkow, Provinz Posen), preußischer General der Infanterie und Mitglied des Preußischen Herrenhaus
- Wulf Kirsten (* 21. Juni 1934 in Klipphausen; † 14. Dezember 2022 in Bad Berka), deutscher Lyriker, Prosaist und Herausgeber
Literatur
- Cornelius Gurlitt: Klipphausen. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 41. Heft: Amtshauptmannschaft Meißen-Land. C. C. Meinhold, Dresden 1923, S. 221.
Weblinks
- Klipphausen im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum
- Ortsteil Klipphausen In: Webauftritt der Gemeinde Klipphausen.
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Gauernitz: Constappel | Gauernitz | Pinkowitz | Wildberg
Klipphausen: Hühndorf | Kleinschönberg | Klipphausen | Lampersdorf | Lotzen | Röhrsdorf | Sachsdorf | Sora | Weistropp
Miltitz: Garsebach | Miltitz | Munzig | Robschütz | Roitzschen | Semmelsberg
Scharfenberg: Batzdorf | Bockwen | Naustadt | Pegenau | Polenz | Reichenbach | Reppina | Riemsdorf | Scharfenberg | Spittewitz
Tanneberg: Burkhardswalde | Groitzsch | Perne | Rothschönberg | Schmiedewalde
Taubenheim: Kettewitz | Kobitzsch | Piskowitz | Seeligstadt | Sönitz | Ullendorf | Weitzschen Vorlage:Klappleiste/Ende