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Katholizität

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Katholizität (von Vorlage:GrcS ‚das Ganze betreffend‘, ‚allgemein‘) steht in der christlichen Ekklesiologie für die Einhaltung der katholischen Lehre in der Universalität und Einheit der Kirche unter ihrem Haupt Jesus Christus. Im Nicäno-Konstantinopolitanum genannt, gehört sie als Wesens- und Erkennungsmerkmal der Kirche zum gemeinsamen Glaubensbekenntnis aller Christen: In der Kirche wird die ganze Fülle des christlichen Glaubens vollständig und allumfassend an alle Menschen verkündet, ohne einen Bestandteil des Glaubens oder einen Teil der Menschen auszulassen. Die konfessionsübergreifende Gesamtheit der Kirche Jesu Christi wird daher als katholische Kirche oder Universalkirche im Sinne des mystischen Leibes Christi bezeichnet, ebenso einzelne Kirchen im konfessionellen Sinne, in denen die Katholizität verwirklicht ist. In den verschiedenen Kirchen herrschen jedoch unterschiedliche Auffassungen über Einzelfragen zur Definition der Katholizität und ihrer Anwendbarkeit auf andere Gemeinschaften.

Im konfessionellen Sinne ist vereinfachend mit „katholisch“ meist die römisch-katholische Kirche gemeint.

Begriffsgeschichte

Das griechische {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} leitet sich vom Adverb {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ab, eine Zusammensetzung aus der Präposition {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ‚in Bezug auf‘ und dem Adjektiv {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ‚das Ganze‘.<ref name="GEMOLL">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name="müller:orthodox:etymologie">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Als Begriff für Mehreres, vielen Dingen Gemeinsames taucht es schon bei Aristoteles und Polybios auf als Gegensatz zu {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} für das Besondere, Einzelne.<ref name="müller:orthodox:etymologie" /><ref name="cathencyclopedia:catholic">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Später festigte sich die Bedeutung von ‚gänzlich, allgemein‘, die Wortbedeutung von „Katholizität“ reicht daher von ‚das Allgemeine, das Ganze Betreffende‘, auch im Sinne von ‚das Integere, Ganzheitliche‘ bis zur ‚Fülle‘<ref name="müller:orthodox:etymologie" /> als Gegensatz zu {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ‚teilweise‘ und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} ‚besonders, speziell‘.<ref name="cathencyclopedia:catholic" /> Die ersten christlichen Schriftsteller gebrauchten es noch eher in seiner Ursprungsbedeutung, beispielsweise die „katholische Auferstehung“ bei Justin der Märtyrer, „die katholische Güte Gottes“ bei Tertullian oder die „vier katholischen Winde“ bei Irenäus von Lyon. In dieser Bedeutung stehen auch die katholischen Briefe, die nicht an bestimmte Ortskirchen, sondern die gesamte Kirche als Ganzes gerichtet sind.<ref name="cathencyclopedia:catholic" /> Aus dem Adjektiv entwickelte sich bald ein Nomen und Eigenname als Bezeichnung für die wahre Kirche in Abgrenzung zu häretischen Splittergruppen und ist seither in nahezu jeder Sprache gebräuchlich.<ref name="bythissign">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Das Substantiv „Katholizität“ (Vorlage:GrcS beziehungsweise {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=la |SCRIPTING=Latn |SERVICE=lateinisch}}) kommt erst spät in der Theologie auf, möglicherweise ist es erst in der Neuzeit entstanden.<ref name="müller:orthodox:etymologie" /> Im Französischen ist es Mitte des 16. Jahrhunderts als akademischer Begriff aufgekommen.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Die ursprüngliche Bedeutung von „katholisch“ hat sich im Griechischen bis heute erhalten, es bedeutet dort „universell“, sofern kein weiteres Adjektiv es einschränkt.

Frühchristliche Quellen

In den biblischen Schriften taucht der Begriff nicht wörtlich auf, die dort beschriebene „allgemeine, die umfassende und einzigartige Herrschaft des Messias“ über alle Völker der Erde entspricht aber dem Wortsinne und steht im Gegensatz zur besonderen, exklusiven Herrschaft Gottes über das auserwählte Volk Israel im Judentum.<ref name="müller:orthodox:etymologie" />

Als früheste Belegstelle für die theologische Verwendung des Begriffs als Attribut der Kirche gilt der Brief des Ignatius an die Smyrnäer, in dem er um das Jahr 110 die Christen in Smyrna dazu auffordert, die Einheit mit dem Bischof zu wahren:<ref name="jrgs:193">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name="cathencyclopedia:catholic" />

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Brief des Ignatius an die Smyrnäer 8,2<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
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Die Bezeichnung „die katholische Kirche“ ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) für die universale Kirche als Gesamtheit der Ortskirchen (zu denen die Gemeinde in Smyrna gehört) scheint zu diesem Zeitpunkt Anfang des zweiten Jahrhunderts bereits etabliert; Ignatius verwendet sie ganz selbstverständlich und scheint sie als bekannt vorauszusetzen.<ref name="jrgs:193" /><ref name="srawley">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Als die beiden wesentliche Elemente der Katholizität sind die Zugehörigkeit zu Christus und die Universalität erkennbar, die untrennbar verbunden sind: Nur Christus kann das Ganze zusammenhalten und einen.<ref name="jrgs:193" /> Er betrachtete die Vertreter des Doketismus nicht als Christen, weil sie nicht an die reale Menschwerdung Gottes glaubten.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Weitere frühchristliche Quellen aus der Folgezeit greifen den Begriff ebenso selbstverständlich auf. Spätestens ab dem 3. Jahrhundert hat sich die technische, ekklesiologische Bedeutung in der theologischen Literatur etabliert und im 4. Jahrhundert gegenüber der ursprünglichen Grundbedeutung durchgesetzt.<ref name="cathencyclopedia:catholic" /> Im Martyrium des Polykarp (um 156) wird sowohl die gesamte Kirche (Universalkirche) als auch jede einzelne Ortskirche als katholische und vollwertige Kirche Gottes genannt, wie schon in den Apostelbriefen beschrieben (Vorlage:Bibel/Link). Diese doppelte Bedeutung wird auch bei den Kirchenvätern verwendet.<ref name="müller:orthodox:etymologie" /> In gleicher Bedeutung schreibt Justin der Märtyrer in seinem Dialog mit dem Juden Tryphon (zwischen 155 und 160 n. Chr.) von der „allgemeinen und sogenannten ewigen Auferstehung“.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Clemens von Alexandria (150–215) bezeichnet das Aposteldekret Vorlage:Bibel/Link als „katholischen Brief“ aller Apostel, also den „gemeinsamen Brief aller Apostel“.<ref>Stromateis, IV. Buch, XV. Kapitel, 97.3 in der Bibliothek der Kirchenväter
{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Über die Kirche stellt er weiterhin fest:

{{#ifeq: {{{vor}}}@@-@@{{{nach}}} | -@@-@@- | {{#if:trim|Wir behaupten also, daß die alte und allgemeine Kirche ihrem Wesen, ihrem Begriff, ihrem Anfang und ihrer überragenden Bedeutung nach nur eine einzige ist.}} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|@#@}}{{#if:|{{{nach}}}|@#@}} | @#@@#@ | {{#ifeq: de | de | „{{#if:trim|Wir behaupten also, daß die alte und allgemeine Kirche ihrem Wesen, ihrem Begriff, ihrem Anfang und ihrer überragenden Bedeutung nach nur eine einzige ist.}}“ | {{#invoke:Text|quoteUnquoted| Wir behaupten also, daß die alte und allgemeine Kirche ihrem Wesen, ihrem Begriff, ihrem Anfang und ihrer überragenden Bedeutung nach nur eine einzige ist. | {{{lang}}} }} }} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|-}} | - | | {{{vor}}} }}{{#if:trim|Wir behaupten also, daß die alte und allgemeine Kirche ihrem Wesen, ihrem Begriff, ihrem Anfang und ihrer überragenden Bedeutung nach nur eine einzige ist.}}{{ #ifeq: {{#if:|{{{nach}}}|-}} | - | | {{{nach}}} }} }} }}{{ #if: Clemens von AlexandriaStromateis. VII. Buch, XVII. Kapitel, Vers 107.3 || <ref>Stromateis, VII. Buch, XVII. Kapitel, 107.3 in der Bibliothek der Kirchenväter</ref> }}

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„{{{de}}}“{{#if: Clemens von AlexandriaStromateis. VII. Buch, XVII. Kapitel, Vers 107.3 || <ref>Stromateis, VII. Buch, XVII. Kapitel, 107.3 in der Bibliothek der Kirchenväter</ref> }}

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Die Entwicklung des Begriffs fasst Kyrill von Jerusalem im vierten Jahrhundert in seiner Katechese an die Täuflinge<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> zusammen: „[Die Kirche] wird also katholisch genannt, weil sie in der ganzen Ökumene vom (einen) Ende bis ans (andere) Ende der Erde ist und weil sie umfassend und lückenlos alle Dogmen lehrt, die zur Kenntnis der Menschen gelangen müssen.“ Er verweist dabei ausdrücklich auf eine innere, qualitative Bedeutung (Rechtgläubigkeit) und eine äußere, quantitative Bedeutung (Globalität).<ref name="müller:orthodox:etymologie:41">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> „Katholisch“ drückte damit sowohl den rechten Glauben im Gegensatz zur Häresie als auch die organisatorische Einheit im Gegensatz zum Schisma aus.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Diese erweiterte Bedeutung hatte sich ab der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts entwickelt und wurde damit begründet, dass sich die katholische Kirche auf die Verkündigung der ganze Wahrheit und Repräsentation der ganzen Kirche berufen kann, während Häresien durch die Überbewertung einzelner Wahrheiten entstehen und in erster Linie lokal auftreten.<ref name="srawley" /> Die Bezeichnung „katholische Kirche“ entwickelte sich damit zu einem Eigennamen für die wahre durch Jesus Christus gegründete Kirche in Abgrenzung gegenüber Sondergemeinschaften.<ref name="cathencyclopedia:catholic" /> In diesem Sinne schrieb Bischof Pacian von Barcelona um 370 im Ersten Brief an Sempron ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}), in dem er den Novatianismus kritisierte:

{{#ifeq: {{{vor}}}@@-@@{{{nach}}} | -@@-@@- | {{#if:trim|Christianus mihi nomen est, catholicus vero cognomen.}} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|@#@}}{{#if:|{{{nach}}}|@#@}} | @#@@#@ | {{#ifeq: la | de | „{{#if:trim|Christianus mihi nomen est, catholicus vero cognomen.}}“ | {{#invoke:Text|quoteUnquoted| Christianus mihi nomen est, catholicus vero cognomen. | la }} }} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|-}} | - | | {{{vor}}} }}{{#if:trim|Christianus mihi nomen est, catholicus vero cognomen.}}{{ #ifeq: {{#if:|{{{nach}}}|-}} | - | | {{{nach}}} }} }} }}{{ #if: Mein Name ist Christ, mein Cognomen (Beiname, Nachname) aber Katholisch.Pacian von BarcelonaEpistula I ad Sempron || <ref name="cathencyclopedia:catholic" /> }}

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„{{{Latn}}}“{{#if: Mein Name ist Christ, mein Cognomen (Beiname, Nachname) aber Katholisch.Pacian von BarcelonaEpistula I ad Sempron || <ref name="cathencyclopedia:catholic" /> }}

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„Mein Name ist Christ, mein Cognomen (Beiname, Nachname) aber Katholisch.“{{#if: Pacian von BarcelonaEpistula I ad Sempron || <ref name="cathencyclopedia:catholic" /> }}

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{{#if: Pacian von Barcelona |
– <templatestyles src="Person/styles.css" />{{#if:|{{{4}}} |}}{{#if:|{{{2}}} |}}{{#if:| {{{3}}} |}}{{#if:| „{{{6}}}“ |}}{{#if:trim|Pacian von Barcelona}}{{#if:| {{{5}}}|}}{{#if: Epistula I ad Sempron | : Epistula I ad Sempron }}<ref name="cathencyclopedia:catholic" />
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Epistula I ad Sempron<ref name="cathencyclopedia:catholic" />
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Schon bei Cyprian von Karthago tritt neben die attributhafte Verwendung auch eine Wortbedeutung als Eigenname, beispielsweise im Titel seines Hauptwerks {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („Über die Einheit der katholischen Kirche“, 251) und vielen Phrasen wie {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („der katholische Glaube“, Ep. xxv; ed. Hartel, II, 538), {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („die katholische Einheit“, Ep. xxv, p. 600) oder {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („die katholische Regel“, Ep. lxx, p. 767).<ref name="cathencyclopedia:catholic" /> Auch die substantivische Verwendung {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} als Kurzform von {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} findet sich im Kanon Muratori (um 170) sowie bei Tertullian in de praescriptione haereticorum („Vom prinzipiellen Einspruch gegen die Häretiker“, XXX) und anderen christlichen Autoren, insbesondere in Nordafrika.<ref name="cathencyclopedia:catholic" />

Praktische Bedeutung erhielt das Konzept der universalen Katholizität erstmals in den Auseinandersetzungen mit den Donatisten Anfang des vierten Jahrhunderts. Anders als die meisten häretischen Gruppierungen vertraten sie keine christologischen Sonderlehren, sondern stießen mit ihrem Kirchenverständnis auf Widerstand. Sie beanspruchten, die wahre Kirche Jesu Christi zu vertreten, und legten bestimmte Wesensmerkmale der Kirche fest, welche sie nur bei sich selbst erfüllt sahen. Ihre Gegner stellten jedoch heraus, dass der Titel „katholisch“, unter dem die Kirche allgemein bekannt war, zuverlässigere Kriterien erfordere und nicht auf eine örtlich beschränkte Splittergruppe anwendbar sei. In dieser Auseinandersetzung entwickelten die Kirchenlehrer Optatus von Mileve und Augustinus von Hippo ihre Ekklesiologie und hoben dabei den universalen Charakter der Katholizität hervor, da die Kirche nach den Schriften des Alten und Neuen Testaments über die ganze Welt verbreitet sei.<ref name="cathencyclopedia:catholic" /><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Glaubensbekenntnisse

In vielen christlichen Gemeinden, auch in Alexandria, Karthago und Rom, kam es zu bitteren Streitigkeiten über die korrekte Glaubenslehre, teilweise gab es mehrere konkurrierende Bischöfe, die sich und ihre Lehre als rechtmäßig betrachteten. Streitpunkt waren im dritten Jahrhundert vor allem christologische Fragen über die Natur Christi und die Dreifaltigkeit. Darauf hatten Modalismus, Adoptionismus, Markionismus, Doketismus, Subordinatianismus und Arianismus oder Synkretismen wie Gnostizismus und Manichäismus unterschiedliche Antworten.<ref name="bythissign" /> Für die Christen war diese Diversität an Glaubensüberzeugungen inkonsistent, der gemeinsame Glaube an Jesus Christus konnte schließlich nicht auf verschiedenen Wahrheiten beruhen. Die Theologen der ersten Jahrhunderte suchten daher nach der universalen Kernbedeutung, was den christlichen Glauben wirklich ausmacht. Während manche dieser Lehren eher unbedeutend blieben, erfuhren andere eine größere Verbreitung, blieben aber lokal beschränkt, waren meist kurzlebig, veränderten sich oder zerfielen in noch kleinere Untergruppen. Es zeigte sich aber eine deutliche Konsistenz der Glaubenslehre unter nahezu allen Bischöfen und der großen Mehrheit der Christen, die der heidnische Autor und Kritiker des Christentums Kelsos schon Ende des zweiten Jahrhunderts als „die Große Kirche“ beschrieb.<ref name="bythissign" /> Diese wurde fortan zunehmend mit dem Attribut „katholisch“ versehen. Zwar konnte damit schon unterschieden werden, was nicht dem katholischen christlichen Glauben entsprach, dennoch war damit dessen genauer Inhalt noch immer nicht verbindlich definiert.

Die Bischöfe der Alten Kirche kamen auf ersten beiden ökumenischen Konzilien zusammen, um die christologischen Differenzen zwischen Trinitarismus und Arianismus zu beenden. Im ersten Konzil von Nicäa (325) legten sie das Bekenntnis von Nicäa fest, das den Arianismus ablehnte und auch eine Referenz auf die „katholische Kirche“ als Garant des Glaubens enthält. Im nachfolgenden ersten Konzil von Konstantinopel (381) wurde das Glaubensbekenntnis als Nicäno-Konstantinopolitanum erweitert, welches seither die grundlegende Glaubensformel fast aller Christen ist, und die wesentlichen Merkmale der von Jesus Christus errichteten Kirche ausgesprochen:

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Sprachlich möglich ist auch eine Übersetzung des griechischen Wortes, im Deutschen „allgemein“ statt „katholisch“. Im deutschen Sprachraum machen davon ausschließlich reformierte Kirchen Gebrauch. In den evangelischen Kirchen in Deutschland (z. B. in der EKD) wird der Begriff „katholisch“ im Glaubensbekenntnis mit „christlich“ oder „allgemein“ wiedergegeben.

In seiner Katechese an die Täuflinge führt Kyrill von Jerusalem über das Glaubensbekenntnis und die Abgrenzung von häretischen Lehren aus:

{{#ifeq: {{{vor}}}@@-@@{{{nach}}} | -@@-@@- | {{#if:trim|Das Wort {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} wird in verschiedenem Sinne gebraucht. So heißt es z. B. von der im Theater zu Ephesus versammelten Menge: ‚Nachdem er dies gesagt hatte, entließ er die {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}.‘<ref>(Vorlage:Bibel/Link)</ref> Mit Grund könnte also jemand behaupten: Die Versammlung der ruchlosen Häretiker, der Marcioniten und Manichäer usw. sind tatsächlich auch eine Kirche. Deshalb versichert dir nun das Glaubensbekenntnis: ‚und an eine heilige, katholische Kirche‘. Die häßlichen Versammlungen der Häretiker sollst du nämlich meiden, der heiligen, katholischen Kirche aber, in der du wiedergeboren wurdest, stets treu anhangen! Kommst du in eine Stadt, dann frage nicht einfach: ‚Wo ist das Haus des Herrn?‘ Denn die gottlosen Häretiker erkühnen sich, auch ihre Spelunken Haus des Herrn zu nennen. Auch frage nicht einfach: ‚Wo ist die Kirche?‘, sondern: ‚Wo ist die katholische Kirche?‘ Denn dies ist der spezielle Name für unsere heilige Kirche, für unser aller Mutter, die da ist die Braut unseres Herrn Jesus Christus, des eingeborenen Sohnes Gottes.}} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|@#@}}{{#if:|{{{nach}}}|@#@}} | @#@@#@ | {{#ifeq: de | de | „{{#if:trim|Das Wort {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} wird in verschiedenem Sinne gebraucht. So heißt es z. B. von der im Theater zu Ephesus versammelten Menge: ‚Nachdem er dies gesagt hatte, entließ er die {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}.‘<ref>(Vorlage:Bibel/Link)</ref> Mit Grund könnte also jemand behaupten: Die Versammlung der ruchlosen Häretiker, der Marcioniten und Manichäer usw. sind tatsächlich auch eine Kirche. Deshalb versichert dir nun das Glaubensbekenntnis: ‚und an eine heilige, katholische Kirche‘. Die häßlichen Versammlungen der Häretiker sollst du nämlich meiden, der heiligen, katholischen Kirche aber, in der du wiedergeboren wurdest, stets treu anhangen! Kommst du in eine Stadt, dann frage nicht einfach: ‚Wo ist das Haus des Herrn?‘ Denn die gottlosen Häretiker erkühnen sich, auch ihre Spelunken Haus des Herrn zu nennen. Auch frage nicht einfach: ‚Wo ist die Kirche?‘, sondern: ‚Wo ist die katholische Kirche?‘ Denn dies ist der spezielle Name für unsere heilige Kirche, für unser aller Mutter, die da ist die Braut unseres Herrn Jesus Christus, des eingeborenen Sohnes Gottes.}}“ | {{#invoke:Text|quoteUnquoted| Das Wort {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} wird in verschiedenem Sinne gebraucht. So heißt es z. B. von der im Theater zu Ephesus versammelten Menge: ‚Nachdem er dies gesagt hatte, entließ er die {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}.‘<ref>(Vorlage:Bibel/Link)</ref> Mit Grund könnte also jemand behaupten: Die Versammlung der ruchlosen Häretiker, der Marcioniten und Manichäer usw. sind tatsächlich auch eine Kirche. Deshalb versichert dir nun das Glaubensbekenntnis: ‚und an eine heilige, katholische Kirche‘. Die häßlichen Versammlungen der Häretiker sollst du nämlich meiden, der heiligen, katholischen Kirche aber, in der du wiedergeboren wurdest, stets treu anhangen! Kommst du in eine Stadt, dann frage nicht einfach: ‚Wo ist das Haus des Herrn?‘ Denn die gottlosen Häretiker erkühnen sich, auch ihre Spelunken Haus des Herrn zu nennen. Auch frage nicht einfach: ‚Wo ist die Kirche?‘, sondern: ‚Wo ist die katholische Kirche?‘ Denn dies ist der spezielle Name für unsere heilige Kirche, für unser aller Mutter, die da ist die Braut unseres Herrn Jesus Christus, des eingeborenen Sohnes Gottes. | {{{lang}}} }} }} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|-}} | - | | {{{vor}}} }}{{#if:trim|Das Wort {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} wird in verschiedenem Sinne gebraucht. So heißt es z. B. von der im Theater zu Ephesus versammelten Menge: ‚Nachdem er dies gesagt hatte, entließ er die {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}.‘<ref>(Vorlage:Bibel/Link)</ref> Mit Grund könnte also jemand behaupten: Die Versammlung der ruchlosen Häretiker, der Marcioniten und Manichäer usw. sind tatsächlich auch eine Kirche. Deshalb versichert dir nun das Glaubensbekenntnis: ‚und an eine heilige, katholische Kirche‘. Die häßlichen Versammlungen der Häretiker sollst du nämlich meiden, der heiligen, katholischen Kirche aber, in der du wiedergeboren wurdest, stets treu anhangen! Kommst du in eine Stadt, dann frage nicht einfach: ‚Wo ist das Haus des Herrn?‘ Denn die gottlosen Häretiker erkühnen sich, auch ihre Spelunken Haus des Herrn zu nennen. Auch frage nicht einfach: ‚Wo ist die Kirche?‘, sondern: ‚Wo ist die katholische Kirche?‘ Denn dies ist der spezielle Name für unsere heilige Kirche, für unser aller Mutter, die da ist die Braut unseres Herrn Jesus Christus, des eingeborenen Sohnes Gottes.}}{{ #ifeq: {{#if:|{{{nach}}}|-}} | - | | {{{nach}}} }} }} }}{{ #if: Kyrill von JerusalemXVIII. Katechese an die Täuflinge, Kapitel 26 || <ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> }}

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Während die meisten christlichen römischen Kaiser mit dem Arianismus sympathisiert hatten, erklärte Theodosius I. 380 im Dreikaiseredikt das nicäanische Glaubensbekenntnis als maßgeblich und „nur diejenigen, die diesem Gesetz folgen, sollen […] katholische Christen heißen dürfen“. Alle anderen sollten als Häretiker gelten.

Wenig später hebt auch Augustinus von Hippo in seiner Schrift Gegen den Brief des Manichäus die „katholische Kirche“ als Gegensatz zu häretischen Gruppen hervor: „Und schließlich [sorgt dafür] schon allein der Name ‚katholisch‘, den die Kirche nicht ohne Grund trotz so vieler Häresien bewahrt hat; so dass, obwohl alle Häretiker wünschen Katholiken genannt zu werden, wenn ein Fremder fragt, wo die katholische Kirche zusammenkommt, wird kein Häretiker es wagen, auf seine eigene Kapelle oder Haus zu zeigen.“<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Sein Zeitgenosse Vinzenz von Lérins schrieb 434 in seinem Werk Commonitorium:

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Konfessionelle Bedeutung

Während sich alle christlichen Konfessionen auf die Katholizität berufen, tragen einige die Bezeichnung „katholisch“ im Namen. Auf die aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen wird der Begriff katholisch jedoch seltener angewandt, um Verwechslungen mit der römisch-katholischen Kirche zu vermeiden.

Die im konfessionellen Sinne gebrauchte Bezeichnung „katholische Kirche“ oder „römisch-katholische Kirche“ entstand erst im Gefolge der Reformation zur einfacheren Unterscheidung der gespaltenen christlichen Bekenntnisse und meint die Kirche, die den Primat des Papstes als Oberhaupt und Stellvertreter Christi anerkennt. In der Regel bezeichnet sich die Kirche selbst nur als „die Kirche“ oder „die katholische Kirche“, im ökumenischen Dialog wird wohl aus Vereinfachungsgründen bisweilen auch die Bezeichnung „römisch-katholisch“ verwendet. {{#invoke:Vorlage:Siehe auch|f}}

Auch eine Reihe weiterer Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften, die in der Tradition der Westkirche stehen, aber von dieser getrennt sind, tragen als Referenz auf ihre Katholizität „katholisch“ im Namen.

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Ökumenische Verwendung

In der ökumenischen Bewegung wird heute manchmal auch {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} verwendet, die russische Übersetzung des griechischen katholikos, um die allgemeine Kirche zu bezeichnen, ohne die mit dem Wort katholisch verbundene Assoziation auf die römisch-katholische Kirche zu beschränken.

Universalkirche

Die verschiedenen Kirchen, die die altkirchlichen Glaubensbekenntnisse anerkennen, verstehen sich als eine durch den Glauben an Jesus Christus von Gott gestiftete Einheit, die katholische Universalkirche als mystischer Leib Christi. Zu deren Wesens- und Erkennungsmerkmalen (Notae ecclesiae) gehören neben der Katholizität die Einheit, Heiligkeit und Apostolizität, wie es im Nicäno-Konstantinopolitanum festgelegt wurde: „Wir glauben an (…) die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“.

Selbst die evangelischen Kirchen sehen sich als Teile der „einen heiligen allgemeinen bzw. christlichen (= katholischen) Kirche“ und können daher auch als katholisch bezeichnet werden,<ref>Rheinischer Präses: „Wir sind evangelisch-katholisch“. Die evangelische Kirche hat nicht nur eine 500-jährige Geschichte. idea-Pressedienst vom 23. Oktober 2007.</ref> was jedoch im konfessionellen Sinne zu Missverständnissen führen kann.

Der Katholizität kommt im ökumenischen Dialog eine besondere Bedeutung zu.

Wesensmerkmale der Katholizität

Die Katholizität gehört zu den Wesensmerkmalen der christlichen Kirche, die den irdischen Leib Christi darstellt.

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Die Allgemeinheit drückt sich in der Kirche in mehreren Punkten aus:

  • Allgemeinheit der Lehre, die in ihr verkündet wird (Kyrill von Jerusalem, Catecheses)
  • Allgemeinheit aller Tugenden, die in ihr geübt werden (Francisco Suárez)
  • Dauer von Adam bis zum Ende der Welt (Augustinus)
  • Veranlagung, das Leben aller Menschen in allen Lebenslagen und zu allen Zeiten zu heiligen
  • die Ausdehnung über die ganze Welt
  • die Menge ihrer Glieder aus allen Völkern

Die Bedeutung des Begriffs war während der gesamten Theologiegeschichte Gegenstand der Diskussion. Er bekam eine besondere Bedeutung durch die Kirchenspaltungen des 2. Jahrtausends, als sich die getrennten Kirchen ihrer tatsächlichen Partikularität bewusst wurden. Deshalb bereitet die Verwendung des Begriffs im allgemeinen Sprachgebrauch Schwierigkeiten.

Quantitative Katholizität

Die quantitative Komponente der Katholizität beschreibt das äußere Wirken: Der Auftrag der Kirche richtet sich an alle Menschen, unabhängig von Zeit und Ort oder persönlichen Eigenschaften und gilt damit allumfassend.<ref name="müller:orthodox:etymologie:kap2">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Der griechische Name {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} („die Herausgerufene“) bezieht sich darauf, dass „durch sie alle Menschen berufen und vereint werden“,<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> entsprechend dem Missionsbefehl Jesu: {{

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}}{{#if: Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

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}} Durch die zeitliche Indifferenz umschließt die Kirche also auch Menschen, die vor Christus gelebt haben, sofern sie nach dem Gesetz und der Vernunft gelebt und bei Gott „Gefallen gefunden haben“.<ref name="müller:orthodox:etymologie:kap2" /> Diese Argumentation kann gleichfalls auch für Menschen nach Christus, die die christliche Botschaft nicht empfangen haben, angewandt werden.<ref name="müller:orthodox:etymologie:kap2" />

Kennzeichen der Katholizität

Kennzeichen der Katholizität sind nach dem Verständnis der vorreformatorischen Kirchen (mit gewissen Einschränkungen inklusive der Kirchen der anglikanischen Tradition):

  1. Erstes Konzil von Nicäa
  2. Erstes Konzil von Konstantinopel
  3. Konzil von Ephesos
  4. Konzil von Chalcedon
  5. Zweites Konzil von Konstantinopel
  6. Drittes Konzil von Konstantinopel
  7. Zweites Konzil von Nicäa

Die einzelnen sich als katholisch in diesem Sinne verstehenden Kirchen unterscheiden sich in einigen Punkten in ihrem Selbstverständnis.

Verständnis einzelner Kirchen

Während das Christentum in der Alten Kirche noch relativ geeinigt war, begann mit der Entfremdung von West- und Ostkirche (Morgenländisches Schisma) zugleich die theologische Kontroverse über die Frage, in welcher der jeweiligen Teilkirchen die „katholische Kirche“ in diesem Sinne zu finden sei, wo es ja nur eine einzige allgemeine Kirche geben kann. In der Folge der Reformation hat diese Frage an Komplexität gewonnen und die Katholizität wird von den verschiedenen christlichen Kirchen und Gemeinschaften unterschiedlich interpretiert.

Römisch-katholische Kirche

Nach ihrem Selbstverständnis kann die römisch-katholische Kirche nicht mit der einen Kirche Christi identifiziert werden und erfüllt nicht als einzige die Katholizität, aber in ihr ist sie am adäquatesten verwirklicht.<ref name="hell">{{#if:|{{#iferror: {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}| |}}}}{{#if:Silvia Hell|Silvia Hell: }}{{#if:|{{#if:Katholizität&#148; der Kirche. Dimension der Weltweite oder enger Konfessionalismus? Befreiende Perspektiven im Umgang mit dem anderen|[{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|archivURL|1={{#invoke:URLutil|getNormalized|1={{{archiv-url}}}}}}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel=Katholizität&#148; der Kirche. Dimension der Weltweite oder enger Konfessionalismus? Befreiende Perspektiven im Umgang mit dem anderen}}]{{#if:| ({{{format}}})}}{{#if:| {{{titelerg}}}{{#invoke:Vorlage:Internetquelle|Endpunkt|titel={{{titelerg}}}}}}}}}|{{#if:https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/570.html%7C{{#if:{{#invoke:TemplUtl%7Cfaculty%7C}}%7C{{#invoke:Vorlage:Internetquelle%7CTitelFormat%7Ctitel={{#invoke:WLink%7CgetEscapedTitle%7C1=Katholizität� der Kirche. Dimension der Weltweite oder enger Konfessionalismus? Befreiende Perspektiven im Umgang mit dem anderen}}}}|[{{#invoke:URLutil|getNormalized|1=https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/texte/570.html}} {{#invoke:Vorlage:Internetquelle|TitelFormat|titel={{#invoke:WLink|getEscapedTitle|1=Katholizität&#148; der Kirche. Dimension der Weltweite oder enger Konfessionalismus? Befreiende Perspektiven im Umgang mit dem anderen}}}}]}}{{#if:| ({{{format}}}{{#if:2005-05-10{{#if: 2015-07-19 | {{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}||1}}}}

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Evangelische Kirchen

Lutherische Kirchen

Die lutherische Reformation verstand sich als innerkatholische Reformbewegung. Dieser Sachverhalt findet seine Begründung und Entfaltung zunächst im 7. und 8. Artikel des Augsburger Bekenntnisses aus dem Jahr 1530. Dort wird festgehalten, dass „allezeit müsse eine heilige christliche Kirche sein und bleiben.“ Der lateinische Text als der dogmatisch verbindliche bekennt und definiert die Kirche als {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}.

Kennzeichen der einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche sind demnach die reine Lehre ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) und die einsetzungsgemäße Spendung der Sakramente ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}). Menschliche Traditionen, Riten oder Zeremonien sind zur wahren Einheit der Kirche nicht notwendig.

Dogmatisch wird von der {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} auch als Kirche im weiteren Sinn ({{#invoke:Vorlage:lang|flat}}) gesprochen, die ihre sichtbar verfasste Gestalt in der reinen Lehre und der einsetzungsgemäßen Spendung der Sakramente erfährt und hierdurch erkennbar wird. Dennoch bleibt sie die eine katholische Kirche. Die eine heilige katholische und apostolische Kirche ist für die lutherische Kirche ein Glaubensartikel, wie sie es auch in den drei altkirchlichen Symbolen und den Bekenntnisschriften bekennt.

Die reine Lehre und das Verständnis der einsetzungsgemäßen Verwaltung der Sakramente wird in den lutherischen Kirchen in den Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche dargelegt, weil die dort verfasste Lehre mit der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments übereinstimme. Lehren und Lehrer, so die Konkordienformel in ihrem 1. Artikel, die der Heiligen Schrift widersprechen, stehen außerhalb der katholischen Kirche. Die im Konkordienbuch zusammengestellten Bekenntnisschriften verstehen sich selbst als katholisch in dem Sinne, dass die dort gemachten verbindlichen Aussagen von der Einen heiligen katholischen und apostolischen Kirche zu allen Zeiten und allen Orten geglaubt und bekannt werde. Die lutherischen Bekenntnisschriften sehen sich demnach nicht als konfessionsspezifische Lehre, sondern als rechte Lehre im Sinne der Katholizität.

Deutlich wird die Katholizität der lutherischen Kirchen auch in ihrem Weiheverständnis, wie es z. B. in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche zu finden ist:

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In dieser lutherischen Weiheformel wird der Begriff „katholisch“ mit „christlich“ wiedergegeben.

Reformierte Kirchen

Die reformierte Theologie der Reformationszeit stimmt in diesen Punkten im Wesentlichen mit der lutherischen Theologie überein. Auch Johannes Calvin definierte in seiner Antwort an Kardinal Sadolet die Kirche als „die Gemeinschaft aller Heiligen, welche, über den ganzen Erdkreis und durch alle Zeiten zerstreut, doch durch die eine Lehre Christi und den einen Geist verbunden ist und an der Einheit des Glaubens und brüderlicher Eintracht festhält und sie pflegt“.<ref>Calvin-Studienausgabe. Band 1: Reformatorische Anfänge (1533–1541). Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1994, S. 369; vgl. hierzu auch Eva-Maria Faber: Calvin und die Einheit der Kirche, abgerufen am 30. Juli 2015.</ref> Weil Einheit und Katholizität an die Übereinstimmung mit der Lehre Christi gebunden sind, ergibt sich gerade hieraus der stärkste Impuls zur Reformation. Im Genfer Katechismus von 1545 erklärte er das Attribut „katholisch“ so:

{{#ifeq: {{{vor}}}@@-@@{{{nach}}} | -@@-@@- | {{#if:trim|So wie es nur ein Haupt der Gläubigen gibt, so müssen sie alle in einen Leib zusammenwachsen, damit es eine Kirche sei, die über den ganzen Erdkreis ausgebreitet ist und nicht viele.}} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|@#@}}{{#if:|{{{nach}}}|@#@}} | @#@@#@ | {{#ifeq: de | de | „{{#if:trim|So wie es nur ein Haupt der Gläubigen gibt, so müssen sie alle in einen Leib zusammenwachsen, damit es eine Kirche sei, die über den ganzen Erdkreis ausgebreitet ist und nicht viele.}}“ | {{#invoke:Text|quoteUnquoted| So wie es nur ein Haupt der Gläubigen gibt, so müssen sie alle in einen Leib zusammenwachsen, damit es eine Kirche sei, die über den ganzen Erdkreis ausgebreitet ist und nicht viele. | {{{lang}}} }} }} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|-}} | - | | {{{vor}}} }}{{#if:trim|So wie es nur ein Haupt der Gläubigen gibt, so müssen sie alle in einen Leib zusammenwachsen, damit es eine Kirche sei, die über den ganzen Erdkreis ausgebreitet ist und nicht viele.}}{{ #ifeq: {{#if:|{{{nach}}}|-}} | - | | {{{nach}}} }} }} }}{{ #if: || <ref>Calvin-Studienausgabe. Band 2: Gestalt und Ordnung der Kirche. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1997, S. 45.</ref> }}

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„{{{de}}}“{{#if: || <ref>Calvin-Studienausgabe. Band 2: Gestalt und Ordnung der Kirche. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1997, S. 45.</ref> }}

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Auch die Confessio Helvetica posterior handelt in ihrem 17. Kapitel von der „catholica et sancta Dei Ecclesia“ und stellt fest: „Deshalb nennen wir sie die katholische christliche Kirche, weil sie allumfassend ist, sich über alle Teile der Welt und über alle Zeiten erstreckt und weder durch Ort noch Zeit eingeschränkt ist.“

Neuere evangelische Ekklesiologie

Die von den in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa zusammengeschlossenen lutherischen, reformierten, methodistischen und unierten Kirchen 1994 verabschiedete Studie Die Kirche Jesu Christi nahm die reformatorischen Grundentscheidungen auf und unterstrich:

{{#ifeq: {{{vor}}}@@-@@{{{nach}}} | -@@-@@- | {{#if:trim|Die Kirche ist katholisch (allumfassend) kraft ihres Ursprungs. Weil die Kirche ihren Ursprung im Wort Gottes als dem Heil der ganzen Welt hat, ist sie nicht durch natürliche menschliche Gemeinschaften begrenzt, sondern als von Gott geschaffene Gemeinschaft allumfassend (katholisch). Das Leben der Kirche ist Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott. Christen und Kirchen stehen damit vor der Aufgabe, diese Gabe Gottes in der Gestaltung ihres Lebens erfahrbar zu machen in der Überschreitung nationaler, rassischer, sozialer, kultureller und mit der Geschlechtszugehörigkeit gegebener Grenzen. In ihrer Katholizität ist die Kirche die Verheißung einer alle Menschen umfassenden Gemeinschaft.}} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|@#@}}{{#if:|{{{nach}}}|@#@}} | @#@@#@ | {{#ifeq: de | de | „{{#if:trim|Die Kirche ist katholisch (allumfassend) kraft ihres Ursprungs. Weil die Kirche ihren Ursprung im Wort Gottes als dem Heil der ganzen Welt hat, ist sie nicht durch natürliche menschliche Gemeinschaften begrenzt, sondern als von Gott geschaffene Gemeinschaft allumfassend (katholisch). Das Leben der Kirche ist Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott. Christen und Kirchen stehen damit vor der Aufgabe, diese Gabe Gottes in der Gestaltung ihres Lebens erfahrbar zu machen in der Überschreitung nationaler, rassischer, sozialer, kultureller und mit der Geschlechtszugehörigkeit gegebener Grenzen. In ihrer Katholizität ist die Kirche die Verheißung einer alle Menschen umfassenden Gemeinschaft.}}“ | {{#invoke:Text|quoteUnquoted| Die Kirche ist katholisch (allumfassend) kraft ihres Ursprungs. Weil die Kirche ihren Ursprung im Wort Gottes als dem Heil der ganzen Welt hat, ist sie nicht durch natürliche menschliche Gemeinschaften begrenzt, sondern als von Gott geschaffene Gemeinschaft allumfassend (katholisch). Das Leben der Kirche ist Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott. Christen und Kirchen stehen damit vor der Aufgabe, diese Gabe Gottes in der Gestaltung ihres Lebens erfahrbar zu machen in der Überschreitung nationaler, rassischer, sozialer, kultureller und mit der Geschlechtszugehörigkeit gegebener Grenzen. In ihrer Katholizität ist die Kirche die Verheißung einer alle Menschen umfassenden Gemeinschaft. | {{{lang}}} }} }} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|-}} | - | | {{{vor}}} }}{{#if:trim|Die Kirche ist katholisch (allumfassend) kraft ihres Ursprungs. Weil die Kirche ihren Ursprung im Wort Gottes als dem Heil der ganzen Welt hat, ist sie nicht durch natürliche menschliche Gemeinschaften begrenzt, sondern als von Gott geschaffene Gemeinschaft allumfassend (katholisch). Das Leben der Kirche ist Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott. Christen und Kirchen stehen damit vor der Aufgabe, diese Gabe Gottes in der Gestaltung ihres Lebens erfahrbar zu machen in der Überschreitung nationaler, rassischer, sozialer, kultureller und mit der Geschlechtszugehörigkeit gegebener Grenzen. In ihrer Katholizität ist die Kirche die Verheißung einer alle Menschen umfassenden Gemeinschaft.}}{{ #ifeq: {{#if:|{{{nach}}}|-}} | - | | {{{nach}}} }} }} }}{{ #if: || <ref>Michael Bünker, Martin Friedrich (Hrsg.): Die Kirche Jesu Christi/The Church of Jesus Christ. (= Leuenberger Texte 1). 4. Auflage. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 2012, S. 37 f.</ref> }}

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„{{{Latn}}}“{{#if: || <ref>Michael Bünker, Martin Friedrich (Hrsg.): Die Kirche Jesu Christi/The Church of Jesus Christ. (= Leuenberger Texte 1). 4. Auflage. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 2012, S. 37 f.</ref> }}

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Literatur

  • Hans Urs von Balthasar: Katholisch: Aspekte des Mysteriums. Johannes-Verlage, Freiburg (Breisgau) 1993, ISBN 3-89411-072-4.
  • Hendrikus Berkhof: Die Katholizität der Kirche. EVZ, Zürich 1964.
  • Hochkirchliche Vereinigung Augsburgischen Bekenntnisses: Um die eine Kirche: evangelische Katholizität. Festschrift für Hans-Joachim Mund zum 70. Geburtstag. Werk-Verlag Edmund Banaschewski, München-Gräfelfing 1984, ISBN 3-8040-0337-0.
  • J. N. D. Kelly u. a.: Katholizität und Apostolizität: Theologische Studien einer Gemeinsamen Arbeitsgruppe zwischen der Römisch-Katholischen Kirche und dem Ökumenischen Rat der Kirchen. In: Kerygma und Dogma. Beiheft 2. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1971, ISBN 3-525-56133-4.
  • Gert Kelter: Das Luthertum als inner-(römisch)-katholische Reformbewegung. Ein ökumenischer Weg? In: Lutherische Beträge. Band 4. 2007/2008.
  • Gerhard Kardinal Müller: Was ist katholisch? Herder, Freiburg im Breisgau 2021, ISBN 978-3-451-39074-6.
  • Peter Steinacker: Die Kennzeichen der Kirche: eine Studie zu ihrer Einheit, Heiligkeit, Katholizität und Apostolizität. Verlag de Gruyter, Berlin / New York 1982, ISBN 3-11-008493-7.

Weblinks

Einzelnachweise

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