Jürgen Klinsmann
| Jürgen Klinsmann | ||
| Datei:Jürgen Klinsmann 14021113000678638425063004371092 64131.jpg Jürgen Klinsmann (2024)
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| Personalia | ||
|---|---|---|
| Geburtstag | 30. Juli 1964 | |
| Geburtsort | Göppingen, Deutschland | |
| Größe | 181 cm | |
| Position | Sturm | |
| Junioren | ||
| Jahre | Station | |
| 1972–1974 | TB Gingen | |
| 1974–1978 | SC Geislingen | |
| 1978–1981 | Stuttgarter Kickers | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1981–1984 | Stuttgarter Kickers | 61 (22) |
| 1984–1989 | VfB Stuttgart | 156 (79) |
| 1989–1992 | Inter Mailand | 95 (34) |
| 1992–1994 | AS Monaco | 65 (29) |
| 1994–1995 | Tottenham Hotspur | 41 (20) |
| 1995–1997 | FC Bayern München | 65 (31) |
| 1997–1998 | Sampdoria Genua | 8 (2) |
| 1998 | → Tottenham Hotspur (Leihe) | 15 (9) |
| 2003 | Orange County Blue Star | 8 (5) |
| Nationalmannschaft | ||
| Jahre | Auswahl | Spiele (Tore) |
| 1980–1981 | Deutschland U16 | 3 (0) |
| 1984–1985 | Deutschland U21 | 8 (3) |
| 1987–1988 | Deutschland Olympiaauswahl | 14 (8) |
| 1987–1998 | Deutschland | 108 (47) |
| Stationen als Trainer | ||
| Jahre | Station | |
| 2004–2006 | Deutschland | |
| 2008–2009 | FC Bayern München | |
| 2011–2016 | USA | |
| 2019–2020 | Hertha BSC | |
| 2023–2024 | Südkorea | |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Jürgen Klinsmann (* 30. Juli 1964 in Göppingen) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -funktionär sowie jetziger -trainer.
Klinsmann spielte von 1987 bis 1998 in der deutschen Fußballnationalmannschaft, mit der er 1990 Welt- und 1996 Europameister wurde. Sowohl bei der EM 1996 als auch bei der WM 1998 führte er das Nationalteam als Mannschaftskapitän an. Klinsmann lief als Spieler 108 mal für die Nationalmannschaft auf und gehört damit zu den zehn deutschen Nationalspielern mit den meisten Länderspieleinsätzen. Im Jahr 2016 wurde er zum Ehrenspielführer des DFB ernannt.<ref>Meldung auf der Website des DFB, abgerufen am 3. November 2016.</ref>
Er wurde zweimal zum deutschen Fußballer des Jahres und 1995 zu Englands Fußballer des Jahres gewählt. Auf Vereinsebene spielte er in Deutschland, Italien, Frankreich, England sowie in den Vereinigten Staaten. Er gewann zweimal den UEFA-Pokal und eine deutsche Meisterschaft.
Klinsmann wurde 2004 Bundestrainer und führte die deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2006 auf den dritten Platz. Von 2008 bis 2009 trainierte er den FC Bayern München und von 2011 bis 2016 die Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten. Von November 2019 bis Februar 2020 war er Chef-Trainer von Hertha BSC. Von 2023 bis 2024 war Klinsmann Nationaltrainer von Südkorea.
Spielerkarriere
1964 bis 1981: Jugendzeit
Klinsmann wurde als einer von vier Söhnen des aus Brandenburg stammenden Bäckermeisters Siegfried Klinsmann († 2005)<ref>Stefan Hermanns und Michael Rosentritt: Hertha BSC verpflichtet Jonathan Klinsmann. In: tagesspiegel.de. 11. Juli 2017, abgerufen am 11. Juli 2017.</ref> und dessen Frau Martha († 2021)<ref>Traueranzeige Martha Klinsmann. 19. April 2021, abgerufen am 19. April 2021.</ref> im baden-württembergischen Göppingen geboren. Mit acht Jahren begann er beim TB Gingen in Gingen an der Fils Vereinsfußball zu spielen. Ein halbes Jahr später erzielte er in einem Spiel seines Vereins 16 Tore. Mit zehn Jahren wechselte Klinsmann zum SC Geislingen. Als er 14 Jahre alt war, kaufte der Vater in Stuttgart eine Bäckerei. Der Sohn, der in der württembergischen Jugendauswahl positiv aufgefallen war, unterschrieb mit 16 Jahren einen Vertrag bei den Stuttgarter Kickers, der ihn zwei Jahre später zum Vollprofi machen sollte. Auf Beschluss der Eltern absolvierte er zuvor eine Berufsausbildung in der väterlichen Bäckerei und erhielt seinen Gesellenbrief im Jahr 1982. Anschließend leistete er bei der Bundeswehr als 18-Jähriger seinen Grundwehrdienst, dabei gehörte er als Sportsoldat zu einer Sportfördergruppe der Bundeswehr.<ref>Sportförderung durch die Bundeswehr. truppen.info – Das unabhängige Bundeswehr-Portal, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. April 2015; abgerufen am 29. April 2015.</ref>
1981 bis 1989: Kickers und VfB Stuttgart
Die erste Station in Klinsmanns Profilaufbahn war ab 1981 der Zweitligist Stuttgarter Kickers, bei dem er seit 1978 in der Jugend gespielt hatte. Ab der Spielzeit 1982/83 zählte er fest zum Zweitligaaufgebot. In der Saison 1983/84 erzielte er 19 Treffer.<ref>Jürgen Klinsmann Das Kickersarchiv, abgerufen am 23. Juni 2014.</ref> Einer der damaligen Trainer der Stuttgarter Kickers, Horst Buhtz, berichtete, dass sich Klinsmann in dieser Zeit während einer Sommerpause zum Training in der Leichtathletikabteilung bei Horst Allmann angemeldet hätte, einem der damals besten Sprinttrainer in Deutschland. Klinsmann habe dadurch zum Trainingsauftakt der neuen Saison seine 100-Meter-Zeit von 11,7 auf 11,0 Sekunden verbessern können.<ref>11 Freunde: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Klinsi stand heulend vor mir“ ( des Vorlage:IconExternal vom 16. April 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., 15. Februar 2008 (abgerufen am 20. Juni 2012)</ref>
1984 wechselte er zum erstklassigen Lokalrivalen VfB Stuttgart. In seiner ersten Saison beim VfB unter Trainer Helmut Benthaus erzielte Klinsmann 15 Tore und war damit nach Karl Allgöwer, der 19-mal getroffen hatte, bester Torschütze der Mannschaft. Der Verein, der im Vorjahr noch Meister geworden war, wurde nur Tabellenzehnter. In den Saisons 1985/86 und 1986/87 traf Klinsmann jeweils 16-mal. Allein fünf seiner 16 Saisontore der Saison 1985/86 erzielte er Mitte März 1986 bei einem 7:0-Sieg über Fortuna Düsseldorf.<ref>Eine Welt aus Strömen puren Glücks. In: Hamburger Abendblatt. 17. März 1986, abgerufen am 16. April 2022.</ref> 1986 erreichte er mit dem VfB das DFB-Pokalfinale, das mit 2:5 gegen den FC Bayern München verloren wurde und in dem Klinsmann das letzte Tor des Spiels erzielte.
In der Saison 1987/88 wurde er mit 19 Treffern – darunter das Tor des Jahres 1987, ein spektakulärer Fallrückzieher im Spiel gegen Bayern München – Torschützenkönig der Bundesliga. Im Jahr 1987 bestritt er in Brasilien sein erstes Länderspiel (1:1), 1988 wurde er Deutschlands Fußballer des Jahres.
Nachdem er 1989 mit Stuttgart das UEFA-Pokal-Finale gegen den SSC Neapel erreicht hatte, das in zwei Spielen (Niederlage in Neapel und Unentschieden in Stuttgart) verloren wurde, wechselte Klinsmann zum italienischen Verein Inter Mailand, bei dem zu diesem Zeitpunkt mit Lothar Matthäus und Andreas Brehme zwei weitere deutsche Nationalspieler spielten.
1989 bis 1992: Drei Jahre bei Inter und Weltmeister in Italien
Klinsmann unterschrieb bei Inter Mailand einen Dreijahresvertrag. Trotz der von Giovanni Trapattoni auf Defensive ausgerichteten Taktik erzielte Klinsmann in seiner ersten Spielzeit 13 Treffer. Beim Publikum war Klinsmann einer der beliebtesten Ausländer, nicht zuletzt weil er Italienisch gelernt hatte und sich mit seinen Sprachkenntnissen und seinem Auftreten den Respekt der Fans erwarb.
Nach einem dritten Platz in der Liga fuhr Klinsmann zur WM 1990. Nachdem die deutsche Mannschaft die Vorrunde problemlos überstanden hatte, traf man im Achtelfinale auf die Niederlande, gegen die man bei der EM zwei Jahre zuvor gescheitert war. Es sollte Klinsmanns bestes Spiel im Nationaldress werden. Nach dem Platzverweis seines Sturmpartners Rudi Völler in der 22. Minute war Klinsmann im Angriff auf sich allein gestellt. Er lieferte ein läuferisches Pensum ab, mit dem er die gesamte niederländische Abwehr alleine beschäftigte, erzielte den 1:0-Führungstreffer und war ein ständiger Unruheherd. Die Süddeutsche Zeitung schrieb am nächsten Tag über Klinsmanns Leistung:
„Im letzten Jahrzehnt hat kein Angreifer einer DFB-Auswahl eine derart brillante, ja fast perfekte Vorstellung geboten.“
Nach weiteren Siegen über die Tschechoslowakei (1:0) und England (1:1 n. V., 4:3 i. E.) wurde er mit der deutschen Elf im Finale gegen Argentinien durch einen 1:0-Sieg Weltmeister.
In der nächsten Saison gewann Klinsmann mit Inter den UEFA-Pokal (2:1 in der Addition gegen den AS Rom) und konnte in der Liga mit 14 Treffern die Leistung des Vorjahres wiederholen. Klinsmanns Vertrag wurde bis 1994 verlängert.
Die Saison 1991/92 lief für Inter Mailand unter Trainer Corrado Orrico nicht so erfolgreich wie erwartet. Am Saisonende stand der Verein auf dem achten Rang, Klinsmann hatte sieben Tore erzielt. Die Mannschaft war zerstritten und in Grüppchen aufgesplittert. Für Klinsmann stand nach dieser Saison fest, dass er den Verein wechseln wollte.
Aufgrund der negativen Saison bei Inter Mailand verlor Klinsmann kurzfristig seinen Stammplatz in der Nationalmannschaft an Karl-Heinz Riedle. Nur durch einen Armbruch Völlers im Auftaktspiel der EM 1992 gegen die GUS rückte Klinsmann in die Stammformation. Er steigerte sich von Spiel zu Spiel während der Europameisterschaft und war einer der besten im Finale gegen Dänemark, das 0:2 verloren wurde.
1992 bis 1994: AS Monaco
Klinsmann wechselte nach der EM 1992 zur AS Monaco in die Ligue 1, mit der er in der ersten Saison den zweiten Platz erreichte. Nachdem Olympique Marseille der Meistertitel aufgrund eines Bestechungsskandals aberkannt worden war, spielte die AS Monaco im folgenden Jahr als französischer Teilnehmer in der Champions League und scheiterte erst im Halbfinale am späteren Sieger AC Mailand. In der Meisterschaft wurde die Mannschaft nach dem Erfolg im Vorjahr nur Tabellenneunter und Klinsmann, der durch einen Bänderriss zwei Monate ausgefallen und meistens als einzige Spitze aufgestellt worden war, kritisierte zunehmend die Einstellung seiner Mitspieler und verließ den Verein bereits ein Jahr vor dem eigentlichen Vertragsende im Jahr 1995.<ref>Thürmer/Götting: Jürgen Klinsmann – Vom Weltmeister zum Superstar. 1996, S. 75 f.</ref> Trotz des Ausscheidens im Viertelfinale der WM 1994 gegen Bulgarien verlief auch dieses Turnier für Klinsmann persönlich mit fünf erzielten Treffern, darunter der erste des Turniers, sehr erfolgreich, sodass er zum zweiten Mal nach 1988 zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt wurde.
1994 bis 1995: Tottenham Hotspur
Etwas überraschend wechselte Klinsmann zur Saison 1994/95 zu Tottenham Hotspur in die Premier League, wo er sowohl von den Fans als auch von den Medien sehr kritisch begrüßt wurde, da er von einigen englischen Medien als Schwalbenkönig, als sogenannter Diver, hingestellt wurde.<ref>Blickensdörfer: Jürgen Klinsmann. 1995, S. 55 f.</ref> Klinsmann eroberte jedoch auch die Herzen der Engländer im Sturm. Schon bei seinem Debüt im Auswärtsspiel gegen Sheffield Wednesday gelang Klinsmann ein Tor, das er mit einem Diver feierte. Aufgrund seines Humors, aber natürlich auch seiner sportlichen Leistungen und seiner kämpferischen Spielweise, wurde er in England schnell extrem populär: So wurden beispielsweise in kürzester Zeit über 150.000 Klinsmann-Trikots verkauft.<ref>Thürmer/Götting: Jürgen Klinsmann – Vom Weltmeister zum Superstar. 1996, S. 99.</ref> 1995 wurde Klinsmann daraufhin Englands Fußballer des Jahres und er wird bei den Spurs heute offiziell als „Legende“ geführt.<ref>Tottenhamhotspur.com</ref>
1995 bis 1997: FC Bayern München
Anschließend spielte er erfolgreich beim FC Bayern München, bei dem er die Spielzeiten 1995/96 und 1996/97 verbrachte. In beiden Spielzeiten war Klinsmann erfolgreichster Torschütze der Bayern. 1996 gewann er mit dem FC Bayern den UEFA-Cup und stellte dort mit 15 Treffern in zwölf Partien<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Jürgen Klinsmann - Matches in European Cups.] RSSSF.org, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 10. August 2020.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> einen neuen Torrekord auf, der erst im Jahr 2011 von Falcao verbessert wurde. Ein Jahr darauf wurde er auch Deutscher Meister.
1997 bis 1998: Weitere Stationen
Im Sommer 1997 wechselte Klinsmann nach Italien zu Sampdoria Genua, verließ das Team allerdings wieder im Winter und kehrte zu Tottenham Hotspur zurück,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Spieler (englisch) ( vom 6. September 2012 im Internet Archive)</ref> die er mit vier Toren im entscheidenden Spiel gegen den FC Wimbledon zum Klassenerhalt führte. Das letzte Spiel seiner Klubkarriere absolvierte Klinsmann 1998 am letzten Spieltag der Premier League gegen Southampton.
Karriereende als Spieler und Übersicht
Seine Karriere als Spieler endete 1998 bei der Fußball-WM in Frankreich, als die DFB-Elf gegen Kroatien aus dem Turnier ausschied. Klinsmann war zehn Jahre lang A-Nationalspieler<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Jürgen Klinsmann - Century of International Appearances.] RSSSF.org, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 10. August 2020.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> und zuvor auch in U21- und U16-Begegnungen eingesetzt worden. Bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul erkämpfte der Stürmer mit dem deutschen Team die Bronzemedaille.
Klinsmann bestritt insgesamt 221 Bundesliga-Spiele, in denen er 110 Tore erzielte.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Jürgen Klinsmann - Matches and Goals in Bundesliga.] RSSSF.org, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 10. August 2020.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
In der Nationalmannschaft absolvierte er 108 Spiele – 29 davon, als er bei Inter Mailand unter Vertrag stand, 24 als Vereinsspieler des AS Monaco, 23 als Spieler des FC Bayern München, 17 während seiner Zeit bei Tottenham Hotspur, 12 während der beim VfB Stuttgart und drei als Spieler von Sampdoria Genua. Er erzielte 47 Tore für die deutsche Nationalmannschaft und belegt damit zusammen mit Völler den vierten Platz in der (nationalen) Ewigen Torschützenliste. Außerdem erzielte er bei den WM-Endrunden 1990, 1994 und 1998 insgesamt elf Tore und ist damit nach Miroslav Klose (16) und Gerd Müller (14) der deutsche Spieler mit den meisten WM-Toren. Zusammen mit Thomas Häßler war er deutscher Rekordspieler bei Europameisterschaften (je 13 Spiele), bis Philipp Lahm diesen Rekord mit 14 Spielen bei der EM 2012 übertraf. Klinsmann erzielte die meisten Tore (5) für Deutschland bei EM-Endrunden.
1995 war Klinsmann in England Fußballer des Jahres. In Deutschland erhielt er diesen Titel in den Jahren 1988 und 1994. 1995 wurde er von der IFFHS zum Welttorjäger ernannt.
Nachdem er bereits seit Jahren mit seiner Familie in Newport Beach gelebt hatte, schloss er sich im Jahre 2003 unter dem Pseudonym Jay Göppingen (in den USA auch Jay Goppingen) dem US-amerikanischen Viertligisten Orange County Blue Star an, bei dem er plante, für etwa ein Jahr zum Spaß zu spielen.<ref>Jürgen Klinsmann alias Jay Goppingen (englisch), abgerufen am 1. Januar 2016.</ref> Beim Viertliga-Franchise wurde er in acht von 18 Spielen der Southwest Division, einer Staffel der achtgleisigen Liga, eingesetzt, erzielte dabei fünf Treffer und bereitete weitere drei für seine Teamkollegen vor. Mit der Mannschaft schied er als Zweiter der Southwest Division erst in den National Semifinals gegen die Chicago Fire Reserves aus.
Saisonstatistik
| Verein | Liga | Saison | Liga | Nat. Pokal | Europapokal | Andere | Gesamt | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Spiele | Tore | Spiele | Tore | Spiele | Tore | Spiele | Tore | Spiele | Tore | |||
| Stuttgarter Kickers | 2. Bundesliga | 1981/82 | 6 | 1 | - | - | - | - | - | - | 6 | 1 |
| 1982/83 | 20 | 2 | 2 | 1 | - | - | - | - | 22 | 3 | ||
| 1983/84 | 35 | 19 | 2 | 2 | - | - | - | - | 37 | 21 | ||
| Gesamt | 61 | 22 | 4 | 3 | - | - | - | - | 65 | 25 | ||
| VfB Stuttgart | 1. Bundesliga | 1984/85 | 32 | 15 | 4 | 2 | 2 | 0 | - | - | 38 | 17 |
| 1985/86 | 33 | 16 | 6 | 4 | - | - | - | - | 39 | 20 | ||
| 1986/87 | 32 | 16 | 1 | 2 | 4 | 1 | - | - | 37 | 19 | ||
| 1987/88 | 34 | 19 | 1 | 0 | - | - | - | - | 35 | 19 | ||
| 1988/89 | 25 | 13 | 4 | 2 | 8 | 4 | - | - | 37 | 19 | ||
| Gesamt | 156 | 79 | 16 | 10 | 14 | 5 | - | - | 186 | 94 | ||
| Inter Mailand | Serie A | 1989/90 | 31 | 13 | 4 | 2 | 2 | 0 | - | - | 37 | 15 |
| 1990/91 | 33 | 14 | 4 | 0 | 12 | 3 | - | - | 49 | 17 | ||
| 1991/92 | 31 | 7 | 5 | 1 | 1 | 0 | - | - | 37 | 8 | ||
| Gesamt | 95 | 34 | 13 | 3 | 15 | 3 | - | - | 123 | 40 | ||
| AS Monaco | Division 1 | 1992/93 | 35 | 19 | - | - | 4 | 0 | - | - | 39 | 20 |
| 1993/94 | 30 | 10 | - | - | 10 | 4 | - | - | 40 | 14 | ||
| Gesamt | 65 | 29 | - | - | 14 | 4 | - | - | 79 | 33 | ||
| Tottenham Hotspur | Premier League | 1994/95 | 41 | 20 | 6 | 5 | - | - | 3 | 4 | 50 | 30 |
| Gesamt | 41 | 20 | 6 | 5 | - | - | 3 | 4 | 50 | 30 | ||
| FC Bayern München | Bundesliga | 1995/96 | 32 | 16 | 1 | 0 | 12 | 15 | - | - | 45 | 31 |
| 1996/97 | 33 | 15 | 4 | 2 | 2 | 0 | - | - | 39 | 17 | ||
| Gesamt | 65 | 31 | 5 | 2 | 14 | 15 | - | - | 84 | 48 | ||
| Sampdoria Genua | Serie A | 1997/98 | 8 | 2 | - | - | 1 | 0 | - | - | 9 | 2 |
| Gesamt | 8 | 2 | - | - | 1 | 0 | - | - | 9 | 2 | ||
| Tottenham Hotspur | Premier League | 1997/98 | 15 | 9 | 3 | 0 | - | - | - | - | 18 | 9 |
| Gesamt | 15 | 9 | 3 | 0 | - | - | - | - | 18 | 9 | ||
| Karriere Gesamt | 506 | 227 | 47 | 23 | 58 | 27 | 3 | 4 | 614 | 281 | ||
<ref>http://www.worldfootball.net/player_summary/juergen-klinsmann/2/</ref>
Trainer- und Funktionärskarriere
Bundestrainer des DFB
Nach dem Rücktritt Rudi Völlers als Teamchef der deutschen Fußballnationalmannschaft infolge des enttäuschenden Abschneidens bei der EM-Endrunde 2004 wurden mehrere Nachfolger gehandelt, darunter vor allem Ottmar Hitzfeld und Otto Rehhagel. Außerdem interessierte sich der DFB mit einer extra für diese Entscheidung ins Leben gerufenen Trainerfindungskommission für mehrere ausländische Trainer. Als jedoch die Anfragen beim französischen Arsenal-Trainer Arsène Wenger, dem dänischen Nationaltrainer Morten Olsen und dem Niederländer Guus Hiddink ebenso ohne Erfolg blieben wie bei Hitzfeld, der sich nach seinem Engagement beim FC Bayern München eine Auszeit nahm, und bei Rehhagel, der nach seinem Erfolg als Europameistertrainer seine Amtszeit in Griechenland fortsetzen wollte, fiel die Aufmerksamkeit schließlich auf den Trainerneuling Klinsmann, der im Jahr 2000 seine Trainerlizenz bei einem DFB-Sonderlehrgang für ehemalige Nationalspieler erworben hatte.<ref>Jürgen Klinsmann wird neuer Nationaltrainer In: Mitteldeutsche Zeitung, 26. Juli 2004, abgerufen am 30. Juni 2021.</ref> Nachdem dieser aber in den Interviews zur Nationalmannschaft die Reform des gesamten DFB gefordert hatte,<ref>„Man muss den ganzen Laden auseinander nehmen“ Interview vom 16. Juli 2004, Süddeutsche.de, 17. Mai 2010.</ref> weckte dies zunächst den Eindruck eines missglückten Bewerbungsversuchs, zumal sich mittlerweile auch Lothar Matthäus mit der Unterstützung seines ehemaligen Förderers Franz Beckenbauer und der Bild-Zeitung ins Gespräch gebracht hatte.
Dennoch wurde nach einer vier Wochen andauernden Vakanzphase Klinsmann am 26. Juli 2004 als neuer Bundestrainer der DFB-Auswahl vorgestellt. Dazu waren zuvor Gerhard Mayer-Vorfelder und Werner Hackmann zu Verhandlungen mit Klinsmann in die Vereinigten Staaten geflogen. An der Seite von Klinsmann sollten fortan Oliver Bierhoff als Teammanager und Joachim Löw als Co-Trainer fungieren. Klinsmann, der sich weitgehende Befugnisse ausgehandelt hatte, begann mit umfangreichen Reformarbeiten. Zudem kündigte er an, verstärkt auf junge Spieler zu setzen, andererseits aber nur solche Spieler in die Nationalmannschaft zu berufen, die in ihrem Verein regelmäßig eingesetzt würden. Taktisch setzte Klinsmann auf einen offensiv orientierten Spielstil.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Coach ( vom 13. Juli 2011 im Internet Archive) Website Jürgen Klinsmann.</ref>
Auch die Personalpolitik des neuen Bundestrainers sorgte für weitreichende Veränderungen im Stab der Nationalmannschaft – erstes prominentes „Opfer“ wurde der ehemalige DFB-Direktor Bernd Pfaff. Ihm folgte der langjährige Torwarttrainer Sepp Maier, nachdem dieser in der Frage nach der „Nummer 1“ im Tor entgegen Klinsmanns Auffassung für Oliver Kahn Partei ergriffen hatte. Bei der Einbindung von Berti Vogts, der vom DFB abgelehnt wurde, scheiterte Klinsmann jedoch genauso wie bei seiner Nominierung des Hockey-Nationaltrainers Bernhard Peters als Koordinator der Jugendnationalmannschaften. Für eine systematische körperliche Arbeit stellte Klinsmann den US-amerikanischen Fitnesstrainer Mark Verstegen ein, der gemeinsam mit Oliver Schmidtlein – ehemaliger Physiotherapeut des FC Bayern München und seit seinem zweijährigen Aufenthalt in Los Angeles mit Klinsmann befreundet – individuelle Trainingspläne zur Verbesserung des Bewegungsablaufs erstellte. Dazu erhielten die Nationalspieler individuelle „Hausaufgaben“, die sich an diesen Plänen ausrichteten.
Nach der Weltmeisterschaft 2006
Zwei Tage nach Ende der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 am 11. Juli 2006 verkündete Klinsmann, dass er seinen Vertrag als Bundestrainer nicht verlängern werde. Als Grund gab Klinsmann an, durch die vergangenen zwei Jahre „ausgebrannt“ zu sein. Zu seinem Nachfolger wurde Klinsmanns damaliger Co-Trainer Löw bestimmt. Später erhielt Klinsmann für seine Verdienste das Bundesverdienstkreuz am Bande, erschien aber nicht zum ursprünglichen Verleihungstermin,<ref name="Spiegel">Klinsmann schwänzt Verleihung. In: Spiegel Online. 18. Juli 2006, abgerufen am 7. November 2017.</ref> sondern erhielt es anlässlich einer Feierstunde am 28. Februar 2007 im Berliner Kanzleramt. Überreicht wurde es ihm durch Bundeskanzlerin Angela Merkel.<ref>Bild.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mehr als 7 Monate nach der WM: Klinsi holt seinen Orden ab ( vom 2. März 2007 im Internet Archive), 28. Februar 2007.</ref> Bereits im August 2006 war Klinsmann, gemeinsam mit der Nationalmannschaft, von Bundespräsident Horst Köhler mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet worden. Auch hierbei hatte er nicht an der Verleihung teilgenommen, um die Aufmerksamkeit nicht auf sich zu lenken.<ref>Bundespräsident Köhler empfängt Nationalelf: Silbernes Lorbeerblatt für die WM-Helden. In: RP Online. 14. August 2006, abgerufen am 6. Dezember 2022.</ref>
Nach der Weltmeisterschaft wurde Klinsmann als künftiger Fußball-Nationaltrainer der Vereinigten Staaten gehandelt. Er führte bereits wenige Wochen nach dem Turnier Gespräche mit dem US-amerikanischen Fußballverband. Am 7. Dezember 2006 zog sich Klinsmann endgültig aus den Verhandlungen zurück, nachdem keine Übereinkunft erzielt worden war. Anfang 2007 gab es Gerüchte, dass er José Mourinho beim englischen Verein FC Chelsea ablösen könnte.<ref>Klinsmann sagt Chelsea angeblich ab FAZ.net, 7. April 2007, abgerufen am 23. Juni 2014.</ref> Kurz nachdem Chelsea-Geschäftsführer Peter Kenyon jedoch bekannt gegeben hatte, dass man Mourinho nicht entlassen werde, unterschrieb Klinsmann einen Zwei-Jahres-Vertrag als TV-Kommentator beim Bezahlsender Arena. Jedoch kam dieser aufgrund der Auflösung Arenas nicht zustande.
FC Bayern München
Im Januar 2008 wurde Klinsmann als Nachfolger des scheidenden Ottmar Hitzfeld als neuer Trainer des FC Bayern München zur Saison 2008/09 vorgestellt. Nach Beginn seiner Tätigkeit leitete er beim FC Bayern, insbesondere im Spielertrakt auf dem Vereinsgelände, umfangreiche Veränderungen ein.<ref>„Wir dachten, mit dem Jürgen verlieren wir kein Spiel mehr“. spiegel.de, 19. Januar 2020, abgerufen am 11. September 2020.</ref> Nach sportlich durchwachsenem Saisonstart – im Oktober lag der FC Bayern zeitweise nur auf dem elften Platz der Tabelle – stabilisierten sich die Leistungen der Mannschaft und man beendete die Hinrunde punktgleich mit dem Emporkömmling TSG Hoffenheim auf dem zweiten Tabellenplatz. In der Rückrunde fand sich das Team jedoch oftmals auf einem Tabellenplatz wieder, der nicht für die Champions-League-Qualifikation ausgereicht hätte und auch die laufende Champions-League-Saison verlief mit dem deutlichen Aus im Viertelfinale gegen den FC Barcelona eher ernüchternd. Nach einer 0:1-Heimniederlage gegen den FC Schalke 04 sah die Vereinsführung Ende April die erneute Champions-League-Qualifikation in Gefahr, sah zudem „psychologische Barrieren der Mannschaft“ und verkündete die Trennung von Klinsmann.<ref>Hoeneß und Rummenigge verteidigen Klinsmann-Rauswurf. spiegel.de, 27. April 2009, abgerufen am 11. September 2020.</ref> Interimsweise sprang bis zum Saisonende der erfahrene, eigentlich bereits im Ruhestand befindliche Jupp Heynckes ein, der mit Platz zwei hinter dem Überraschungsmeister VfL Wolfsburg die direkte Champions-League-Qualifikation sichern konnte.
Nationaltrainer der Vereinigten Staaten
Am 29. Juli 2011 wurde Klinsmann neuer Trainer der Nationalmannschaft der USA. Er trat die Nachfolge von Bob Bradley an, von dem sich der Verband am Vortag getrennt hatte.<ref>spiegel.de: Klinsmann wird Nationaltrainer der USA. 29. Juli 2011.</ref> Sein erstes Länderspiel als US-Trainer fand am 10. August 2011 gegen Mexiko statt und endete 1:1.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />U.S. Men's National Team Draws Mexico 1-1 in Jurgen Klinsmann's Debut ( vom 17. August 2011 im Internet Archive)</ref> Im November 2011 brachte er in einem Interview zum Ausdruck, dass die US-amerikanische Nationalelf sich an der Spielweise der europäischen Topnationen orientieren wolle, um diese „dann irgendwann auch zu schlagen“.<ref>Klinsmann setzt auf „Militärkinder“. RP-Online, 9. November 2011, abgerufen am 2. Dezember 2012.</ref> Für dieses Ziel berief er „Militärkinder“, die als Söhne von US-Soldaten in europäischen Ländern die fußballerische Ausbildung durchlaufen hatten. So berief er die in Deutschland aufgewachsenen Timothy Chandler, Fabian Johnson, Jermaine Jones, Daniel Williams, Terrence Boyd und Julian Green. Des Weiteren berief er in seinen ersten drei Jahren als Nationaltrainer den gebürtigen Norweger Mikkel Diskerud, dessen Mutter aus den USA stammt, und den Isländer Aron Jóhannsson, der während eines Studienaufenthaltes seiner Eltern in den USA zur Welt kam. Am 29. Februar 2012 erreichte Klinsmann bei einem Freundschaftsspiel in Genua den ersten Sieg einer US-Elf gegen Italien. Am 28. Juli 2013 gewann die von ihm betreute US-Nationalmannschaft den CONCACAF Gold Cup, wobei Klinsmann das Finale in Chicago von der Tribüne verfolgte, da er im Halbfinale einen Platzverweis erhalten hatte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />fifa.com: „U.S.-Team feiert fünften Gold-Cup-Triumph“ ( vom 1. August 2013 im Internet Archive)</ref>
Im Dezember 2013 wurde seine Vertragslaufzeit bis 2018 verlängert; außerdem war er seitdem auch technischer Direktor des Verbandes.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />fifa.com: „Klinsmann verlängert bis 2018“ ( vom 15. April 2015 im Internet Archive)</ref> Die US-Amerikaner hatten sich zu diesem Zeitpunkt als Gruppensieger der CONCACAF-Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien qualifiziert, bei der die Mannschaft am 26. Juni 2014 im letzten Gruppenspiel auf Deutschland traf. Sie verlor das Spiel mit 0:1, kam aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber Portugal dennoch weiter. Im Achtelfinale schied sie gegen Belgien mit 1:2 n. V. aus.
Im Juni 2015 gewann Klinsmann mit der Nationalmannschaft nach einem 0:1- und 1:3-Rückstand mit 4:3 ein Testspiel in Amsterdam gegen die Niederlande und mit 2:1 ein folgendes Testspiel in Köln gegen Deutschland. Beim folgenden CONCACAF Gold Cup 2015 im eigenen Land kam die US-Mannschaft jedoch nicht über den vierten Platz hinaus. Im September 2015 verlor Klinsmann mit der Nationalmannschaft das Entscheidungsspiel um die Teilnahme am FIFA-Konföderationen-Pokal 2017 mit 2:3 n. V. gegen Mexiko.
2016 nahm die Mannschaft an der Copa América Centenario in den USA teil, bei der man im Halbfinale gegen Argentinien mit 0:4 verlor. Am 21. November 2016 wurde Klinsmann beurlaubt, nachdem durch Niederlagen gegen Mexiko (1:2) und Costa Rica (0:4) der Auftakt in die entscheidende WM-Qualifikationsrunde misslungen war.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />U.S. Soccer Parts Ways with Jurgen Klinsmann ( vom 22. November 2016 im Internet Archive) ussoccer.com, abgerufen am 22. November 2016 (englisch)</ref><ref>Jürgen Klinsmann als US-Nationaltrainer entlassen spiegel.de, abgerufen am 22. November 2016</ref> Insgesamt coachte er die US-Auswahl in 98 Partien.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Jürgen Klinsmann - International Matches as Coach.] RSSSF.org, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 10. August 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Aufsichtsrat und Cheftrainer bei Hertha BSC
Am 8. November 2019 wurde Klinsmann durch Investor Lars Windhorst in den Aufsichtsrat der Profi-KGaA von Hertha BSC berufen.<ref>TENNOR erwirbt weitere Anteile - Klinsmann übernimmt Posten. In: herthabsc.de. 8. November 2019, abgerufen am 27. November 2019.</ref> Am 27. November 2019 wurde er als Cheftrainer der Bundesligamannschaft vorgestellt. Diese befand sich zu diesem Zeitpunkt, am 12. Spieltag der Saison, mit 11 Punkten auf dem 15. Platz. Er löste damit den bisherigen Trainer Ante Čović ab.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einvernehmliche Trennung von Ante Covic. ( des Vorlage:IconExternal vom 27. November 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: herthabsc.de. 27. November 2019, abgerufen am 27. November 2019.</ref> Sein Aufsichtsratsmandat ruhte für diesen Zeitraum.<ref>Klinsmann: „Ich bin gut vorbereitet“. In: kicker.de. 27. November 2019, abgerufen am 27. November 2019.</ref> Vorgesehen war, dass Klinsmann mindestens bis zum Ende der Saison 2019/20 diese Funktion ausüben werde.
Am 11. Februar 2020 kündigte Klinsmann auf Facebook seinen sofortigen Rücktritt als Cheftrainer an, da er das Vertrauen der handelnden Personen von Hertha BSC vermisse.<ref>Paukenschlag in Berlin: Klinsmann kündigt Rücktritt an! In: kicker.de. 11. Februar 2020, abgerufen am 11. Februar 2020.</ref> Jedoch wolle er wieder in den Aufsichtsrat zurückkehren. Zu diesem Zeitpunkt stand Hertha nach Rekordinvestitionen von 77 Millionen Euro allein im Januar 2020<ref>Wende oder Absturz: Für Labbadia und Preetz geht es um den Job. 22. Januar 2021, abgerufen am 23. Januar 2021.</ref> mit 23 Punkten auf dem 14. Platz, wobei der Vorsprung auf den Relegationsplatz sechs Punkte betrug. Interimistischer Nachfolger als Cheftrainer wurde Klinsmanns bisheriger Assistent Alexander Nouri.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jürgen Klinsmann ab sofort nicht mehr Cheftrainer. ( des Vorlage:IconExternal vom 11. Februar 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. In: herthabsc.de. 11. Februar 2020, abgerufen am 11. Februar 2020.</ref> In einem Interview mit der Bild erklärte Klinsmann am selben Tag, dass er mit den Klub-Verantwortlichen über eine „mittelfristige Zusammenarbeit und über Kompetenzen“ diskutiert habe. Er habe die Erwartung gehabt, dass der Cheftrainer eines Vereines die gesamte sportliche Verantwortung tragen sollte, ähnlich wie in England. Diese Konstellation sei in Deutschland jedoch so nicht möglich, durch Einbeziehung von Sportvorständen und Direktoren in sportliche und wirtschaftliche Entscheidungen; darin würde er sich nicht wiederfinden.<ref>Klinsmann: „Himmelfahrtskommando übernommen.“ In: kicker.de. 11. Februar 2020, abgerufen am 12. Februar 2020.</ref> Klinsmann soll zudem gefordert haben, sein Gehalt zu erhöhen. Ein Hertha-Funktionär bezeichnete Klinsmanns Gehaltsvorstellungen im Tagesspiegel später als „völlig irre“.<ref>Ego-Trip zum Abschied. In: tagesspiegel.de. 11. Februar 2020, abgerufen am 12. Februar 2020.</ref> Nachdem Klinsmanns Rücktritt in den Medien bekanntgegeben worden war, bezeichnete Investor Lars Windhorst auf einer Pressekonferenz die Art und Weise von Klinsmanns Abgang als „unakzeptabel“ und kündigte an, ihn nicht erneut in den Aufsichtsrat berufen zu wollen.<ref>„Unakzeptabler Abgang“: Klinsmann nicht mehr Aufsichtsrat. In: kicker.de. 13. Februar 2020, abgerufen am 13. Februar 2020.</ref>
Ende Februar 2020 wurden von der Zeitschrift Sport Bild schriftliche Aufzeichnungen veröffentlicht, die Klinsmann angeblich in seiner Zeit als Cheftrainer und Funktionär verfasst haben soll. Darin äußert Klinsmann persönliche und kritische Ansichten über Vereinsführung, Funktionsbereiche und Spieler von Hertha BSC, wobei hauptsächlich die verantwortlichen Personen der Geschäftsführung des Vereins in ein schlechtes Licht gestellt werden. Die Vereinsführung wies daraufhin in einer Pressekonferenz die in den Notizen geäußerten Beschreibungen zurück.<ref>Peter Ahrens: Aufregung über Klinsmann-Protokoll: Kann es noch Hertha werden? In: spiegel.de. Abgerufen am 26. Februar 2020.</ref><ref>Klinsmann-Protokoll gerät zur Abrechnung mit Hertha-Führung. In: spiegel.de. Abgerufen am 26. Februar 2020.</ref><ref>Jürgen Klinsmann: Das geheime Tagebuch über Hertha BSC in voller Länge, Teil 1. In: bild.de. 26. Februar 2020, abgerufen am 26. Februar 2020.</ref>
Nach einer enttäuschenden ersten Hälfte der Saison 2020/21 entließ Hertha BSC im Januar 2021 den aktuellen Trainer Bruno Labbadia und Manager Michael Preetz. In diesem Zusammenhang wurden Klinsmanns kritische Einschätzungen in den Medien und durch den Investor Lars Windhorst neu bewertet, mit dem Ergebnis, dass er mit einer Vielzahl der Einschätzungen im Bereich des Managements, der Kaderzusammenstellung und auch Unternehmenskultur richtig gelegen habe.<ref>zeit.de: Klinsmann hatte es wohl durchschaut (24. Januar 2021), abgerufen am 30. Januar 2021</ref> Wörtlich sagte Windhorst: „Rückblickend stellen inzwischen ja viele fest, dass viele Impulse und Analysen von Jürgen Klinsmann so falsch nicht waren.“<ref>Windhorst über Klinsmann: „Viele Impulse nicht so falsch“. In: kicker.de, 9. Februar 2021.</ref>
Nationaltrainer von Südkorea
Anfang März 2023 trat Klinsmann die Nachfolge von Paulo Bento als Nationaltrainer von Südkorea an.<ref>Klinsmann wird Nationaltrainer in Südkorea. In: Spiegel Online, 27. Februar 2023, abgerufen am 27. Februar 2023.</ref> Er erhielt einen Vertrag bis zum Ende der Fußball-Weltmeisterschaft 2026.<ref>Klinsmann will mit Südkorea die Asien-Meisterschaft gewinnen. Abgerufen am 9. März 2023.</ref> Nach dem Ausscheiden der Mannschaft im Halbfinale des Asienmeisterschaft 2024 gegen Jordanien wurde Klinsmann im Februar 2024 entlassen.<ref>Aus besiegelt: Klinsmann nicht mehr Nationaltrainer Südkoreas. kicker.de, 16. Februar 2024, abgerufen am 16. Februar 2024.</ref>
Verhältnis zu den Medien
Klinsmann wird eine Abneigung gegen die Bild-Zeitung nachgesagt.<ref name="Spiegel Online">Spiegel Online: Warum Deutschland Weltmeister wird, 9. Juni 2006.</ref> So folgte Klinsmann Berti Vogts darin, dass er der Zeitung die Spielaufstellung nicht exklusiv bereits einen Tag vor Spielbeginn übermittelte.<ref>Bildblog: Lange Feindschaft, 16. März 2006.</ref> Viele Journalisten meinen, dass diese Haltung auf Gegenseitigkeit beruhe, da die Bild mit Antipathie über Klinsmann berichtete.<ref name="Bildblog 1">Bildblog: Der mächtigste Mann des deutschen Sports, 13. März 2006.</ref><ref name="Bildblog 2">Bildblog: Warum hat er „Bild“ das nicht vorher gesagt?, 14. März 2006.</ref><ref name="Bildblog 3">Bildblog: Na, zufrieden?, 14. März 2006.</ref> In einem Interview mit dem Stern erklärte Klinsmann, die Bild-Zeitung habe schon Ende der 1980er Jahre behauptet, er sei homosexuell. Seitdem sei das Verhältnis „sehr angespannt“.<ref>Stern Nr. 45/1994.</ref> 1996 wiederholte die Zeitung diese Behauptung. Klinsmann ging dagegen gerichtlich vor und erhielt Recht.<ref name="RUND">RUND: Bumm Bumm Bild</ref>
Während die Bild im März 2006 noch „Klinsmanns Unverschämtheit“ titelte,<ref name="Bild Unverschämtheit">Bild.de: Klinsmanns Unverschämtheit, 7. März 2006.</ref> wandelte sich zum Ende der WM 2006 mit dem Erfolg der deutschen Nationalmannschaft und der Begeisterung in der Bevölkerung die Berichterstattung durch das Boulevardblatt deutlich. Klinsmann wurde nun sehr positiv dargestellt und am 6. Juli 2006 hieß es auf der Titelseite: „Klinsi – Deutschland wünscht sich, dass er bleibt“.<ref name="Bild Klinsi Bleib">Bild vom 6. Juli 2006.</ref>
Eine Unterlassungsklage gegen die taz aufgrund einer satirischen Abbildung am 11. April 2009 scheiterte beim Landgericht München. Die Zeitung hatte ihn in einer Karikatur in Anlehnung einer Monty-Python-Parodie mit dem Text „Always Look on the Bright Side of Life“ an einem Kreuz genagelt dargestellt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />«taz» durfte Klinsmann ans Kreuz nageln ( vom 23. April 2009 im Internet Archive) Netzeitung vom 22. April 2009.</ref> Klinsmann ging daraufhin nach einer erfolglosen Beschwerde vor das Oberlandesgericht München. Dort wurde sein Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung erneut abgewiesen.<ref>Netzeitung: „taz“-Satire: Klinsmann-Kreuzigung erlaubt Spiegel Online, 13. Juli 2009.</ref>
Privatleben und weitere Tätigkeiten
Klinsmann schloss seine schulische Ausbildung nach dem Wechsel von der Geschwister-Scholl-Realschule in Süßen auf der Schloss-Realschule in Stuttgart mit der mittleren Reife ab. Neben seiner beginnenden Fußballkarriere absolvierte er eine Lehre in der elterlichen Bäckerei im Stuttgarter Stadtbezirk Botnang.<ref name="Zeitde29072004">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL, zeit.de, 29. Juli 2009. Abgerufen am 4. Mai 2009Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Lange Jahre unbekannt war Klinsmanns enge familäre Beziehung zur DDR. In dem Buch Der deutsche Sommer. Als 2006 plötzlich die Leichtigkeit einzog des Bestsellerautors Ronald Reng äußerte sich Klinsmann erst 2026 erstmals ausführlich zu seiner familiären Herkunft. „So wie das Land war auch meine Familie geteilt“, erzählt er dort.<ref>Ronald Reng: Der deutsche Sommer: als 2006 plötzlich die Leichtigkeit einzog. Piper, München 2026, ISBN 978-3-492-07407-0.</ref> Jede Sommerferien habe er als Heranwachsender die zahlreichen Verwandten väterlicherseits in Hohenwutzen im Oderbruch besucht.
1995 heiratete er die Sinoamerikanerin Debbie Chin, ein Model aus San José, und lebt seit 1998 mit ihr in einer Villa am Strand von Huntington Beach bei Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien. Das Paar hat einen Sohn und eine Tochter.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Klinsmann junior ärgert die Stürmer. ( des Vorlage:IconExternal vom 14. Juli 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Südwest Presse, 28. März 2017.</ref><ref>GLOBAL SOCCER; The Values No Coach Can Change, New York Times, 29. April 2009</ref> Sohn Jonathan stand als Fußballtorwart u. a. bei Hertha BSC und beim Schweizer Erstligisten FC St. Gallen unter Vertrag und spielt seit Februar 2024 beim FC Cesena.
Bis zum Antritt seiner Position als Bundestrainer arbeitete Klinsmann als Manager seines Sportmanagementunternehmens. Zuvor war er als Co-Trainer des MLS-Franchise LA Galaxy tätig gewesen. Im November 2010 verpflichtete der FC Toronto Klinsmann mit dessen Sportmarketingfirma SoccerSolutions als Berater für den Klub.
Klinsmann gehört dem Präsidium der Stiftung Jugendfußball an. Außerdem engagiert sich Klinsmann für das von ihm gegründete Hilfswerk Agapedia zur Unterstützung hilfsbedürftiger Kinder, die im November 2014 von der Stiftung Warentest im Rahmen einer Untersuchung zu Spendenorganisationen getestet wurde.<ref>test.de über Spendenorganisationen von Prominenten: Mit Herz und Verstand, Stiftung Warentest (online abgerufen am 28. Oktober 2014)</ref> Ebenso engagiert er sich in der Gedenk- und Versöhnungsarbeit zur NS-Herrschaft, auch hier vor allem mit gefährdeten Jugendlichen. Er ist Mitglied im Beirat des 1993 gegründeten Vereins Für die Zukunft lernen – Verein zur Erhaltung der Kinderbaracke Auschwitz-Birkenau e. V. und hat in diesem Zusammenhang seit 1997 mehrmals die Schirmherrschaft für internationale Jugendbegegnungsveranstaltungen übernommen.<ref>Klinsmann, Jürgen: Internationale Jugendbegegnungen als Prävention gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus. In: Nickolai, Werner; Brumlik, Micha (Hrsg.): Erinnern, Lernen, Gedenken. Perspektiven der Gedenkstättenpädagogik. Freiburg (Brsg.) 2007, S. 31–36. Hier: S. 31f. ISBN 978-3-7841-1776-8</ref>
Seit Mai 2001 ist Klinsmann Vice President der Sport-Consulting-Agentur SoccerSolutions in den Vereinigten Staaten. Nach seiner Tätigkeit für den DFB als Fußballnationaltrainer widmete er sich wieder seiner Firma in seinem Hauptbereich Business Development.
Von März 2019 bis Ende Februar 2020 war Klinsmann TV-Experte bei den Fußball-Übertragungen von RTL.<ref>Klinsmann beerbt Lehmann als TV-Experte. kicker.de, abgerufen am 20. Februar 2019.</ref><ref>Klinsmann ist nicht mehr RTL-Experte. n-tv, 28. Februar 2020</ref> Im Jahr 2022 beobachtete Klinsmann als Mitglied Technical Study Group der FIFA, einer Forschungsgruppe unter der Leitung von Arsène Wenger, die Spiele der Weltmeisterschaft 2022, um unter Hinzuziehung von Statistiken, Benchmarks und Rechenmodellen Erkenntnisse über den Fußball zu gewinnen.<ref>Marc Hujer: »Jürgen, kann ich irgendwie helfen?« In: Der Spiegel. 16. Dezember 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 16. Dezember 2022]).</ref>
Trivia
- Klinsmann machte bei der Fußball-Europameisterschaft 1988 die Rückennummer „18“ zu seinem Markenzeichen.
- Bei seinem als Tor des Monats ausgezeichneten Fallrückziehertor am 14. November 1987 gegen Bayern München trug er die Rückennummer „3“, da der Trainer Arie Haan von Astrologie angetan war und er glaubte, dass der Tausch der Rückennummern zwischen Stürmern und Abwehrspielern Glück bringen sollte – letztlich gewann der VfB Stuttgart das Spiel mit 3:0<ref>zdf.de: „Als Klinsmann mit der Drei traf“</ref>
- Er war insgesamt siebenmal Torschütze des Monats, nur Lukas Podolski wurde öfter gewählt.
- Während seiner ersten Verpflichtung bei Tottenham Hotspur erhielt er von den englischen Fans die abfälligen Spitznamen Submarine Commander („U-Boot-Kommandant“) und Diver („Taucher“) wegen seiner von ihnen als theatralisch empfundenen Art, nach Fouls zu fallen. Kurze Zeit später erfand er den Diver als neue Art des Torjubels (der Spieler nimmt Anlauf und lässt sich flach auf den Bauch fallen, um Kopf voraus über den Rasen zu gleiten). In England wird dies als Doing a Klinsmann (Dive) bezeichnet; musikalisch wurde dies von Free Style Feat. Jack'n Jill in The Diver (Klinsmann Song) verarbeitet.<ref>Free Style (3) Feat. Jack'n Jill – The Diver (Klinsmann Song). In: discogs.com. Abgerufen am 18. März 2022.</ref>
- Ebenfalls zu seiner Zeit bei Tottenham Hotspur entwickelte sich unter den Hotspur-Fans (die sich selbst häufig als Juden bezeichnen) ein Fangesang zu der Melodie von „Chim Chim Cher-ee“ (aus Mary Poppins): „Chim-chiminee, Chim-chiminee, Chim-chim-churoo/Jürgen was a German, but now he’s a Jew“
- Während seiner Zeit bei Bayern München bekam er den Spitznamen Flipper, weil ihm bei der Ballannahme die Bälle des Öfteren unkontrolliert wegsprangen.
- Ebenfalls in seiner Zeit beim FC Bayern München unter Giovanni Trapattoni wurde Klinsmann am 10. Mai 1997 beim Spiel gegen den damaligen Tabellenletzten SC Freiburg (0:0) nach 80 Minuten für den Vertragsamateur Carsten Lakies ausgewechselt. Er beschimpfte Trapattoni lauthals mit vai a cagare („geh kacken“) und trat erregt auf eine Werbetonne der Firma Sanyo ein. Diese Szene sorgte bundesweit für Aufmerksamkeit, auch für Sanyo. Bei seinem Abschiedsspiel parodierte Klinsmann diese Szene, indem er das Abschiedsfeuerwerk mit einem sanften Tritt gegen eine Sanyo-Tonne auslöste. Dieses Abschiedsspiel fand am 24. Mai 1999 im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion statt. Dort spielte eine VfB-Auswahl gegen eine Weltauswahl (der DFB wollte Klinsmann ein solches Abschiedsspiel nicht zugestehen). Als prominenter Gast war u. a. Bryan Adams vor Ort. Der Erlös des Spiels kam wohltätigen Organisationen zu.<ref>RZ-Online: „Ciao Klinsi“ – Ovationen zum Abschied, 25. Mai 1999.</ref>
- In Italien ist er unter dem Spitznamen La Pantegana bionda („Die blonde Ratte“) bekannt, was als Anspielung auf seine angeblich große Nase gemeint ist. Die Bezeichnung stammt von dem in Italien bekannten Trio von Fernsehmoderatoren Gialappa’s Band, das in ihrer Sonntagabendsendung Mai dire Gol mit Zusammenfassungen des Fußball-Spieltags den Satz Ma che bella settimana per la bionda pantegana („Was für eine schöne Woche für die blonde Ratte“) prägte.
- Bei der Fußball-WM 2002 in Japan und Südkorea war Klinsmann Fußballexperte des ZDF und bei der WM 2010 in Südafrika Experte und Co-Kommentator bei RTL.
- Seit 2004 ist Klinsmann Mitglied bei Hertha BSC. Seine Mitgliedsnummer ist die 18, seine einstige Trikotnummer.<ref>Klinsmann wird Herthaner - Intern - HerthaBSC.de. Abgerufen am 11. Juli 2017.</ref>
- Im Juni 2006 wurde in Klinsmanns Heimatstadt Geislingen an der Steige eine Straße nach ihm benannt.<ref>Wohnen im Jürgen-Klinsmann-Weg Handelsblatt online, 5. März 2013, abgerufen am 23. Juni 2014.</ref> Der Jürgen-Klinsmann-Weg verläuft am Stadion des SC Geislingen, bei dem Klinsmann seine Fußballkarriere begonnen hatte. Der Geislinger Gemeinderat wurde durch eine Aktion des Radiosenders bigFM auf die Idee gebracht. Per Eilverfahren wurde dem Antrag zugestimmt. Nachdem das Schild, das Oberbürgermeister Wolfgang Amann zusammen mit dem „bigFM-Morgenhans“ angeschraubt hatte, gestohlen wurde, ist ein neues Schild diebstahlsicher angebracht worden.
- Nach dem offiziellen Ende seiner aktiven Fußballer-Karriere erzielte Jürgen Klinsmann im Alter von 39 Jahren unter dem Pseudonym Jay Goppingen in acht Spielen fünf Tore für Orange County Blue Star. Damaliger Trainer war Nick Theslof, der in der Saison 2008/09 unter Klinsmann zweiter Co-Trainer hinter Martin Vasquez beim FC Bayern München war.<ref>Jürgen Klinsmann alias Jay Goppingen, 25. Juli 2003.</ref>
- 2006 warb die Berliner SPD im Wahlkampf 2006 mit Wahlkampfplakaten, auf denen eine Person abgebildet war, die nach Ansicht des Beraters des damaligen Bundestrainers Klinsmann diesem zum Verwechseln ähnlich sah.<ref>Klinsmann-Berater erwägt juristische Schritte gegen SPD. Auf: Spiegel.online.de (16. August 2006).</ref> Klinsmann, der wiederholt seine Nähe zur SPD bekundet hatte,<ref>Mit der Hälfte verdorben. In: Der Spiegel, Heft 9/1989.</ref> und die Kanzlerkandidatur von Gerhard Schröder 2002 unterstützte,<ref>Promis helfen Schröder. Auf: Spiegel.online.de (28. August 2002).</ref> drohte der Berliner SPD mit einer Klage, sollten die Plakate nicht entfernt werden; eine, wenn auch ungewollte, politische Einflussnahme schien mit dem Amt als Bundestrainer nicht vereinbar. Die Plakate, auf denen der Berliner Student Daniel Kind zu sehen war, wurden daraufhin zurückgezogen.
- Klinsmann ist im Besitz einer Fluglizenz als Hubschrauberpilot und nutzt diese aktiv.<ref>Coach Jurgen Klinsmann flies helicopter to, from U.S. camp (englisch) auf sportsillustrated.cnn.com vom 28. Januar 2013, abgerufen am 21. Juni 2014.</ref>
- Klinsmann ist neben Morten Olsen und Didier Deschamps der einzige Mann, der bei mehr als 100 A-Länderspielen sowohl als Spieler als auch als Trainer aktiv war. Bei den Frauen schafften dies Silvia Neid, Pia Sundhage und Martina Voss-Tecklenburg.
Erfolge
Als Spieler
Nationalmannschaft
- Weltmeister 1990
- Europameister 1996
- Vize-Europameister 1992
- Olympische Bronzemedaille 1988
- U.S. Cup 1993
Vereinsmannschaften
- UEFA-Pokal-Sieger 1991, 1996
- UEFA-Pokal-Finalist 1989
- Deutscher Meister 1997
- DFB-Pokal-Finalist 1986
- Italienischer Fußball-Supercupsieger 1989
Auszeichnungen und Rekorde
- Torschützenkönig
- Welttorjäger: 1995
- Bundesliga: 1988 (als erster Spieler mit weniger als 20 Toren)
- U.S. Cup: 1993
- UEFA-Pokal: 1996 mit 15 Treffern (Rekordwert bis 2011)
- Deutschlands Fußballer des Jahres 1988 und 1994
- Englands Fußballer des Jahres 1995 (Journalisten-Wahl)
- PFA Team of the Year 1994/95
- Ehrenspielführer der deutschen Fußballnationalmannschaft (2016)
- Schütze des Tor des Monats:<ref name="TdM">Tor des Monats: Jürgen Klinsmann. In: Sportschau.de. Das Erste, abgerufen am 7. November 2017.</ref> November 1986, November 1987, Februar 1991, Juni 1994, Juli 1994, März 1996, Mai 1999
- Schütze des Tor des Jahres 1987<ref name="TdM" />
- Einstufung als Weltklasse in der Rangliste des deutschen Fußballs: Winter 1988/89, Sommer 1993, Sommer 1994, Winter 1994/95, Sommer 1995, Winter 1995/96, Sommer 1996
Als Trainer
- CONCACAF Gold Cup: 2013
- Dritter Platz beim Confederations Cup 2005
- Dritter Platz bei der WM 2006
- Trainer des Jahres 2006
- Nominierung zur Wahl des FIFA-Welttrainers des Jahres: 2014<ref>tz.de: Weltfußballer: Welche DFB-Stars nominiert sind, abgerufen am 28. Oktober 2014.</ref>
Literatur
- Dietrich Schulze-Marmeling: Strategen des Spiels – Die legendären Fußballtrainer, Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-475-8, S. 332 ff.
- Jens Mende: Jürgen Klinsmann – Wie wir Weltmeister werden, Südwest-Verlag, München 2006, ISBN 3-517-08208-2.
- Michael Horeni: Klinsmann. Stürmer Trainer Weltmeister. Scherz, Frankfurt/Main 2005, ISBN 3-502-15045-1.
- Mary Thürmer und Markus Götting: Jürgen Klinsmann – Vom Weltmeister zum Superstar. Wilhelm Heyne Verlag, München 1996, ISBN 3-453-09799-8.
- Hans Blickensdörfer: Jürgen Klinsmann, Engelhorn Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-87203-206-2.
Weblinks
- Offizielle Website von Jürgen Klinsmann
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- Vorlage:EUFootball
- Literatur von und über Jürgen Klinsmann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Welche Bild-Kampagne? (indirekter-freistoss.de vom Juli 2006)
- Vorlage:IMDb/1
Einzelnachweise
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Klaus Augenthaler | Raimond Aumann | Uwe Bein | Thomas Berthold | Andreas Brehme | Guido Buchwald | Thomas Häßler | Günter Hermann | Bodo Illgner | Jürgen Klinsmann | Jürgen Kohler | Andreas Köpke | Pierre Littbarski | Lothar Matthäus ein weißes C in blauem Kreis | Frank Mill | Andreas Möller | Hans Pflügler | Stefan Reuter | Karl-Heinz Riedle | Paul Steiner | Olaf Thon | Rudi Völler
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Europameister-Kader der deutschen Fußballnationalmannschaft 1996Vorlage:Klappleiste/Anfang
Franz Beckenbauer | Bernard Dietz | Doris Fitschen | Jürgen Klinsmann | Philipp Lahm | Lothar Matthäus | Silvia Neid | Birgit Prinz | Uwe Seeler | Fritz Walter | Bettina Wiegmann
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Hall of Fame des deutschen FußballsVorlage:Klappleiste/Anfang
Otto Nerz (1926–1936) | Sepp Herberger (1936–1942; 1950–1964) | Helmut Schön (1964–1978) | Jupp Derwall (1978–1984) | Franz Beckenbauer (1984–1990) | Berti Vogts (1990–1998) | Erich Ribbeck (1998–2000) | Rudi Völler (2000–2004) | Jürgen Klinsmann (2004–2006) | Joachim Löw (2006–2021) | Hansi Flick (2021–2023) | Rudi Völler (2023; interim) | Julian Nagelsmann (seit 2023)
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Trainer der US-amerikanischen FußballnationalmannschaftVorlage:Navigationsleiste Trainer der südkoreanischen FußballnationalmannschaftVorlage:Klappleiste/Anfang 2002: Klaus Toppmöller | 2003: Felix Magath | 2004: Thomas Schaaf | 2005: Felix Magath | 2006: Jürgen Klinsmann | 2007: Armin Veh | 2008: Ottmar Hitzfeld | 2009: Felix Magath | 2010: Louis van Gaal | 2011–2012: Jürgen Klopp | 2013: Jupp Heynckes | 2014: Joachim Löw | 2015: Dieter Hecking | 2016: Dirk Schuster | 2017: Julian Nagelsmann | 2018: Jupp Heynckes | 2019: Jürgen Klopp | 2020: Hansi Flick | 2021: Thomas Tuchel | 2022: Christian Streich | 2023: Urs Fischer | 2024: Xabi Alonso | 2025: Julian Schuster Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1960: Uwe Seeler | 1961: Max Morlock | 1962: Karl-Heinz Schnellinger | 1963: Hans Schäfer | 1964: Uwe Seeler | 1965: Hans Tilkowski | 1966: Franz Beckenbauer | 1967: Gerd Müller | 1968: Franz Beckenbauer | 1969: Gerd Müller | 1970: Uwe Seeler | 1971: Berti Vogts | 1972–1973: Günter Netzer | 1974: Franz Beckenbauer | 1975: Sepp Maier | 1976: Franz Beckenbauer | 1977–1978: Sepp Maier | 1979: Berti Vogts | 1980: Karl-Heinz Rummenigge | 1981: Paul Breitner | 1982: Karlheinz Förster | 1983: Rudi Völler | 1984: Toni Schumacher | 1985: Hans-Peter Briegel | 1986: Toni Schumacher | 1987: Uwe Rahn | 1988: Jürgen Klinsmann | 1989: Thomas Häßler | 1990: Lothar Matthäus | 1991: Stefan Kuntz | 1992: Thomas Häßler | 1993: Andreas Köpke | 1994: Jürgen Klinsmann | 1995–1996: Matthias Sammer | 1997: Jürgen Kohler | 1998: Oliver Bierhoff | 1999: Lothar Matthäus | 2000–2001: Oliver Kahn | 2002–2003: Michael Ballack | 2004: Aílton | 2005: Michael Ballack | 2006: Miroslav Klose | 2007: Mario Gómez | 2008: Franck Ribéry | 2009: Grafite | 2010: Arjen Robben | 2011: Manuel Neuer | 2012: Marco Reus | 2013: Bastian Schweinsteiger | 2014: Manuel Neuer | 2015: Kevin De Bruyne | 2016: Jérôme Boateng | 2017: Philipp Lahm | 2018: Toni Kroos | 2019: Marco Reus | 2020–2021: Robert Lewandowski | 2022: Christopher Nkunku | 2023: İlkay Gündoğan | 2024: Toni Kroos | 2025: Florian Wirtz Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang1964: Uwe Seeler | 1965: Rudolf Brunnenmeier | 1966: Lothar Emmerich | 1967: Lothar Emmerich / Gerd Müller | 1968: Hannes Löhr | 1969, 1970: Gerd Müller | 1971: Lothar Kobluhn | 1972, 1973: Gerd Müller | 1974: Jupp Heynckes / Gerd Müller | 1975: Jupp Heynckes | 1976: Klaus Fischer | 1977: Dieter Müller | 1978: Dieter Müller / Gerd Müller | 1979: Klaus Allofs | 1980, 1981: Karl-Heinz Rummenigge | 1982: Horst Hrubesch | 1983: Rudi Völler | 1984: Karl-Heinz Rummenigge | 1985: Klaus Allofs | 1986: Stefan Kuntz | 1987: Uwe Rahn | 1988: Jürgen Klinsmann | 1989: Thomas Allofs / Roland Wohlfarth | 1990: Jørn Andersen | 1991: Roland Wohlfarth | 1992: Fritz Walter | 1993: Ulf Kirsten / Anthony Yeboah | 1994: Stefan Kuntz / Anthony Yeboah | 1995: Mario Basler / Heiko Herrlich | 1996: Fredi Bobic | 1997, 1998: Ulf Kirsten | 1999: Michael Preetz | 2000: Martin Max | 2001: Sergej Barbarez / Ebbe Sand | 2002: Márcio Amoroso / Martin Max | 2003: Thomas Christiansen / Giovane Élber | 2004: Aílton | 2005: Marek Mintál | 2006: Miroslav Klose | 2007: Theofanis Gekas | 2008: Luca Toni | 2009: Grafite | 2010: Edin Džeko | 2011: Mario Gómez | 2012: Klaas-Jan Huntelaar | 2013: Stefan Kießling | 2014: Robert Lewandowski | 2015: Alex Meier | 2016: Robert Lewandowski | 2017: Pierre-Emerick Aubameyang | 2018, 2019, 2020, 2021, 2022: Robert Lewandowski | 2023: Niclas Füllkrug / Christopher Nkunku | 2024, 2025: Harry Kane Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Englands Fußballer des Jahres (FWA)Vorlage:Klappleiste/Anfang 1971: Ulrik le Fevre | 1972: Günter Netzer (Tor) & Gerd Müller (Vorlage) | 1973: Günter Netzer | 1974: Erwin Kostedde | 1975: Klaus Fischer | 1976: Gerd Müller | 1977: Klaus Fischer | 1978: Rainer Bonhof | 1979: Harald Nickel | 1980, 1981: Karl-Heinz Rummenigge | 1982: Klaus Fischer | 1983: Jürgen Wilhelm | 1984: Daniel Simmes | 1985: Pierre Littbarski | 1986: Stefan Kohn | 1987: Jürgen Klinsmann | 1988: Jürgen Wegmann | 1989: Klaus Augenthaler | 1990: Lothar Matthäus | 1991: Andreas Müller | 1992: Lothar Matthäus | 1993: Jay-Jay Okocha | 1994: Bernd Schuster | 1995: Jean-Pierre Papin | 1996: Oliver Bierhoff | 1997: Lars Ricken | 1998: Olaf Marschall | 1999: Giovane Élber | 2000: Alex Alves | 2001: Kurt Meyer | 2002: Benjamin Lauth | 2003: Nia Künzer | 2004: Klemen Lavrič | 2005: Kasper Bøgelund | 2006: Oliver Neuville | 2007: Diego | 2008: Michael Ballack | 2009: Grafite | 2010: Michael Stahl | 2011: Raúl | 2012: Zlatan Ibrahimović | 2013: Raúl (Tor) & Julian Draxler (Vorlage) | 2014: Mario Götze | 2015: Carsten Kammlott | 2016: Marcel Risse | 2017: Lukas Podolski | 2018: Nils Petersen | 2019: Marcel Hartel | 2020: Valentino Lazaro | 2021: Gerrit Holtmann | 2022: Lukas Podolski | 2023: Florian Wirtz | 2024: Harry Kane | 2025: Luis Díaz Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Klinsmann, Jürgen |
| ALTERNATIVNAMEN | Goppingen, Jay (Pseudonym); Klinsi (Spitzname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fußballspieler und -trainer |
| GEBURTSDATUM | 30. Juli 1964 |
| GEBURTSORT | Göppingen, Deutschland |
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