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Jungsozialist*innen Schweiz

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Jungsozialist*innen Schweiz
Young Socialists Switzerland
Gründungsdatum: 1906
Ideologie: Sozialdemokratie,
Demokratischer Sozialismus
Linkspopulismus
Präsidentin: Mirjam Hostetmann
Vizepräsidenten: Julien Berthod, Nathalie Ruoss<ref>Menschen – JUSO Schweiz. Abgerufen am 28. März 2025.</ref>
Mitglieder: ca. 4500<ref>Von wegen uninteressierte Junge: Jungparteien sind im Aufwind. Abgerufen am 13. Juni 2022.</ref>
(Stand: 2021)
Nationalrat: 4<ref>JUSO Schweiz – Menschen. Abgerufen am 15. Februar 2023.</ref>
(Stand: 2023)
Parteigliederung: 25 Sektionen<ref>JUSO Schweiz – Sektionen. Abgerufen am 15. Februar 2023.</ref>
(Stand: 2023)
Hausanschrift: Theaterplatz 4
3011 Bern
Website: www.juso.ch

Die Jungsozialist*innen Schweiz (kurz: JUSO, oder Eigenschreibweise: JUSO; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist die Jungpartei der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SP) und die zweitgrösste Jungpartei der Schweiz.<ref>Politik ist hip - Von wegen uninteressierte Junge: Jungparteien sind im Aufwind. Abgerufen am 20. März 2026.</ref> Trotz ihrer Verbundenheit mit der SP ist die JUSO selbständig und bestimmt selbst, wie sie sich politisch engagiert. Gleichzeitig versucht sie, die politische Ausrichtung der SP zu beeinflussen. Ihre Position sieht sie am gewerkschaftsnahen linken Flügel der Sozialdemokratie. Die Sektionen der JUSO Schweiz verfügen über ein hohes Mass an Autonomie gegenüber der Mutterpartei, was auch in der föderalistischen Struktur der Schweiz bzw. der Partei begründet ist.

Positionen

Die JUSO fordert eine solidarische Gesellschaft, in der alle Menschen gleiche Chancen haben, ungeachtet der persönlichen Hintergründe wie Hautfarbe, Geschlecht und Herkunft. Sie setzt sich für die «Überwindung des Kapitalismus» und für den «demokratischen Sozialismus» ein. Traditionell verfolgt sie dieses Ziel durch den Einsatz für die Demokratisierung der Wirtschaft und verteilungspolitische und regulatorische Vorstösse wie die 1:12- und die Spekulationsstopp-Initiative.<ref>juso.ch: @1@2Vorlage:Toter Link/www.juso.ch (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Sie wehrt sich zudem gegen Rayon- und Ausgangsverbote. So rief die Jungpartei im Sommer 2008 die Veranstalter von Botellones auf, die von Städten wie Bern ausgesprochenen Verbote zu missachten.<ref>news.ch: JUSO: Aufruf zur Missachtung des Botellón-Verbots, vom 21. August 2008</ref>

Die JUSO hat eine kritische bis ablehnende Haltung zur Armee, was sich zum Beispiel durch Teilnahme am Referendum gegen die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge äussert.<ref>juso.ch: @1@2Vorlage:Toter Link/www.juso.chPositionspapier «Nein zum Kauf neuer Kampfjets!» (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )</ref><ref>juso.ch: @1@2Vorlage:Toter Link/www.juso.chPositionspapier zur Armee (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )</ref> Sie setzt sich für den Klimaschutz ein und fordert den Ausstieg aus der Kernenergie.<ref>juso.ch: @1@2Vorlage:Toter Link/www.juso.chPositionspapier «Kampf dem Klimawandel!» (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )</ref>

In der Bildungspolitik fordert die JUSO, dass Noten abgeschafft und durch «qualitative Beurteilungen» ersetzt werden. Sie verlangt zudem eine Aufstockung des Lehrpersonals und erhofft sich so bessere Lernbedingungen für Schülerinnen und Schüler. Ihr Bildungspapier fordert weiter einen Mindestlohn für Lernende; Stipendien sollten national vereinheitlicht werden und zumindest das Existenzminimum garantieren.<ref>juso.ch: @1@2Vorlage:Toter Link/www.juso.chPositionspapier zur Bildung (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )</ref>

Organisation

In den Statuten der SP Schweiz ist die JUSO als Jugendorganisation der Partei aufgeführt, organisatorisch ist die JUSO jedoch unabhängig. Sie ist in Kantonal- und Untersektionen gegliedert. Statutarische Organe sind die Delegiertenversammlung, die mindestens viermal im Jahr einberufen wird, die Jahresversammlung, die die Hauptkompetenz hat, die Geschäftsleitung und das Präsidium zu wählen, sowie die Geschäftsleitung mit dem Präsidium selbst. Die Geschäftsleitung ist mit neun Personen besetzt; administrative Aufgaben werden durch das Zentralsekretariat erledigt. Wichtige Entscheidungen (beispielsweise Positionspapiere und Resolutionen) werden grundsätzlich von einer Delegierten- oder Jahresversammlung gefällt.

Die JUSO versteht sich als Teil der internationalen Arbeiterbewegung und der weltweiten sozialistischen Jugendbewegung und ist mit ihren Schwesterorganisationen in der International Union of Socialist Youth (IUSY) zusammengeschlossen. Da die Schweiz nicht EU-Mitglied ist, war die JUSO lange Zeit nur assoziiertes Mitglied der Young European Socialists (YES). Anfang November 2012 wurde der Schweizer Jugendorganisation nach kurzer Diskussion die volle Mitgliedschaft zugesprochen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Meldung vom 5. November 2012 auf 'juso.ch' zur Aufnahme (Memento vom 6. Januar 2014 im Internet Archive)</ref>

Geschichte

Datei:Juso-Demo 8-Stundentag 1920.jpg
Demonstration der Sozialdemokratischen Jugend für den Achtstundenarbeitstag (ca. 1920)

Vorgängergruppierungen 1900–1971

Die erste historisch belegte Gründung einer sozialistischen Jugendgruppierung in der Schweiz fand mit den «Jungsozialisten» 1894 in Luzern statt. In Bern und Basel wurden darauf zwei ähnliche Gruppierungen gegründet, die jedoch aus Mitgliedermangel erfolglos blieben. In Zürich gründeten einige junge Männer am 25. März 1900 die «Vereinigung gleichgesinnter Arbeiterjünglinge zum Zwecke der Belehrung und der Freundschaft» (Jungburschen). 1906 formierten sich die Jungsozialisten zum «Verband schweizerischer Jungburschen», dem eigentlichen Vorreiter der «Jungsozialist*innen Schweiz». Die Organisation wuchs rasch an und gründete in vielen Orten der Deutschschweiz Sektionen, in denen sie die Mitglieder förderte und bildete.

Ab 1907 erschien in Zürich die Zeitschrift «Der Skorpion. Offizielles Zentralorgan der Schweizerischen Jungburschenvereine», noch im gleichen Jahr und bis 1910 fortgesetzt unter dem Namen «Der Jungbursche». Von 1911 bis 1918 hiess das Periodikum «Freie Jugend. Organ der Sozialdemokratischen Jugendorganisation der Schweiz».

Datei:WillyMünzenberg2.jpg
Willi Münzenberg (ca. 1920)

Als erster eidgenössischer Sekretär der Jungsozialisten in Bern spielte Willi Münzenberg eine zentrale Rolle in der sozialdemokratischen Jugendbewegung. In Zürich versammelten sich die Jungburschen im «Pockenhüsli» in Aussersihl, wo sich nebst den Jungburschen auch politische Emigranten trafen. Ab 1911 konnten erstmals auch Frauen der Organisation beitreten. In der Folge gründete sich diese neu als «Sozialdemokratische Jugendorganisation der Schweiz». 1913 zählte die Organisation rund 750 Mitglieder, 1917 wurden 5000 Mitglieder gezählt, davon etwa ein Fünftel Mädchen.

1921 spaltete sich der linke Flügel der Sozialdemokratischen Partei ab und gründete die Kommunistische Partei der Schweiz. Nachdem sich 1919 die Kommunistische Jugendinternationale konstituiert hatte, schloss sich die Sozialdemokratische Jugendorganisation der Schweiz ihr an und änderte ihren Namen zu «Kommunistischer Jugendverband der Schweiz (KJV)». Erst 1922 nahm die sozialdemokratische Jugendorganisation ihre Arbeit wieder auf, als im Tessin die «Federazione Giovanile Socialista Ticinese» gegründet wurde. Sie setzte sich im italienischsprachigen Landesteil gegen den aufkommenden italienischen Faschismus ein. 1945 bis 1948 erschien die «Neue Schweiz. Zeitung der Sozialistischen Jugend der Schweiz».

1946 trat die SDJ der neu gegründeten International Union of Socialist Youth bei. Als zentrales Thema nannte die SDJ die Situation der Lehrlinge und der jungen Arbeitnehmern. Sie setzte sich für die Vierzigstundenwoche sowie für drei Wochen bezahlte Ferien für Lehrlinge ein. Weiterhin beschäftigte sich die Organisation mit der Bildung der Mitglieder und engagierte sich in den Jugendparlamenten der Grossstädte. Anfang der 1950er Jahre wurde die «Sozialistische Jugend» in «Sozialdemokratische Jugend (SDJ)» umbenannt. In den 1950er Jahren hatte die SDJ rund 1’200 Mitglieder. 1961 wurde die «Vereinigung Junger Sozialdemokraten (VJS)» gegründet, die aus den sozialdemokratischen Fraktionen der Jugendparlamente herausgewachsen war. Sie löste die SDJ als offizielle Jugendorganisation der SP ab, löste sich aber Anfang der 1970er Jahre weitgehend auf.

Gründung der Jungsozialistischen Partei

Der Wiederaufbau der Organisation erfolgte 1971 mit der Gründung der «Schweizerischen Jungsozialisten», an welcher der spätere Nationalrat Andreas Gross nicht beteiligt war. Erster Präsident von 1971 bis 1979 war der später bekannte Zürcher Wirtschaftsanwalt Peter Nobel.<ref>Nina Fargahi: Der biegsame Tausendsassa. In: Neue Zürcher Zeitung. 8. April 2016, abgerufen am 10. Juni 2021.</ref> Andi Gross engagierte sich ab 1974 bei den Zürcher JUSOs und ab 1977 auf schweizerischer Ebene für die JUSO, zuerst als Redaktor der neu lancierten Mitgliederzeitung «Infrarot», dann im Vorstand und von 1979 bis 1983 als JUSO-Präsident. In dieser Zeit wurde auch die Idee einer «Schweiz ohne Armee» entwickelt und 1981 erstmals öffentlich gemacht. Diese Idee wurde dann aber von der JUSO getrennt und zur Lancierung der entsprechenden Volksinitiative 1982 die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) als eigenständige Organisation gegründet. Als JUSO-Präsident wurde Gross 1983 von einem dreiköpfigen Co-Präsidium abgelöst.

Die heutigen Strukturen der JUSO stammen grösstenteils aus dem «Jahr der neuen JUSO» 1991: Der damalige Vorstand sowie das Co-Präsidium wurden durch eine Geschäftsleitung ersetzt, die die Ressorts Medien/Werbung, Internationales, Kontakte mit der SP Schweiz, Finanzen, Bildung und inländische Kontakte umfasst. Ihre Aktivitäten finanziert die JUSO aus Beiträgen der SP, Subventionen des Bundes sowie aus Mitgliederbeiträgen.

Gegen Mitte der 1990er Jahre verschärfte sich der Konflikt zwischen den einzelnen Sektionen, die sich «reformistisch» bzw. «marxistisch» positionierten. Im Jahresbericht von 1993 heisst es: «Beide Gruppen arbeiteten und feilten an je einem Grundsatzpapier, welches ihren Positionen gerecht werden sollte. Die beiden Papiere wurden an einer Tagung den interessierten JUSOs vorgestellt und diskutiert. Hintergründe wurden aufgezeigt und nach Mittelwegen gesucht. Diese zu finden, zeigte sich aber als immer unwahrscheinlicher.» An einer ausserordentlichen Jahresversammlung entschieden sich die Jungsozialisten für das «reformistische Papier», worauf einige Mitglieder der Geschäftsleitung zurücktraten.

Bei den Nationalratswahlen 1999 trat die JUSO erstmals in zehn Kantonen mit eigenen Listen und Listenplätzen auf Wahllisten der SP an.<ref>Der älteste «Jungsozialist». In: Neue Luzerner Zeitung vom 21. Juli 1999, S. 32.</ref> Die Kandidatur des Genfers Jean Ziegler auf der Liste der JUSO Zürich, die erstmals mit einer eigenen Liste zu den Wahlen antraten, sorgte landesweit für Schlagzeilen.<ref>Ziegler und Zürich. In: Der Bund, 21. Juli 1999, S. 11.</ref> Mit der Bernerin Ursula Wyss schaffte am 24. Oktober 1999 die erste JUSO-Vertreterin den Einzug in den Nationalrat.<ref>Bernhard Kislig: Ursula Wyss sagt Adieu. In: Berner Zeitung vom 14. Dezember 2012, 2. Februar 2026.</ref>

Wiedereinführung des Präsidiums

Datei:Cédric Wermuth, 4. September 2010.jpg
Cédric Wermuth (2010)
Datei:Tanja Walliser, Mai 2010-2.jpg
Tanja Walliser (2010)
Datei:David Roth, JUSO, 12. März 2011 (2).jpg
David Roth (2011)

Anfang des 21. Jahrhunderts änderte sich mit der Beilegung der Streitereien innerhalb der Partei deren Stil. Die Jungpartei professionalisierte sich und erzielte politische Erfolge. So stimmte im Mai 2007 die Glarner Landsgemeinde dem JUSO-Antrag zu, das Stimmrechtsalter auf 16 zu senken. An der Jahresversammlung 2007 beschlossen die Jungsozialisten, ein Präsidium einzuführen, worauf Cédric Wermuth zum Parteipräsidenten gewählt wurde. Mit der Wahl der neuen Geschäftsleitung wurde eine «Agenda 2011» formuliert, die als Ziel hatte, die JUSO zur stärksten Jungpartei zu machen. Zudem entstanden in mehreren Kantonen weitere Sektionen. Die Jungsozialisten waren wieder stärker präsent in die Medien, sei es durch Positionen und Aktionen zu aktuellen Themen, sei es infolge von Diskrepanzen mit ihrer Mutterpartei: Beispielsweise kritisierte die Jungpartei das Sicherheitspapier der SP, welches insbesondere Bettel- und Rayonverbote sowie Videoüberwachung vorsah. Die Differenzen konnten zwar nicht beigelegt werden, jedoch wurden viele der kritisierten Punkte verändert. Am gleichen Parteitag der SP Schweiz wurde Cédric Wermuth ins Vizepräsidium der SP Schweiz gewählt. Aufmerksamkeit erheischte die Partei auch, als Wermuth an einem SP-Parteitag einen Joint rauchte, oder mittels einer Hausbesetzung der aargauischen Sektion oder durch eine Grossdemonstrationen gegen variable Lohnbestandteile («Boni») vor der UBS am Paradeplatz in Zürich.

Während der Amtszeit von Wermuth stiegen die Mitgliederzahlen von 1500 auf 3000. Am 5. September 2010 gaben der Präsident Cédric Wermuth,<ref>Cédric Wermuth zieht es nach Bern. In: Tages-Anzeiger, 5. September 2010, abgerufen am 2. Februar 2026.</ref> die Zentralsekretärin Tanja Walliser sowie die zwei Geschäftsleitungsmitglieder Marco Kistler und Sebastian Dissler ihre Rücktritte bekannt. Als Grund nannte die Geschäftsleitung, dass sie damit einen Generationenwechsel erreichen wollte. An der Jahresversammlung der JUSO am 12. März 2011 wurde David Roth als Nachfolger von Wermuth gewählt, Kristina Schüpbach übernahm das Zentralsekretariat. Als Nachfolger von Kistler und Dissler wurden Florian Sieber und Meret Herger gewählt, die bisherigen wurden wiedergewählt. An der Jahresversammlung der JUSO am 17. März 2012 wurde das Präsidium und die übrigen Mitglieder der neunköpfigen Geschäftsleitung von den Mitgliedern für eine weitere Amtszeit wiedergewählt. Zudem wurde auch beschlossen, im Laufe des Jahres eine neue Eidgenössische Volksinitiative zu lancieren. Die Delegiertenversammlung vom 19. Mai 2013 in Frauenfeld sprach sich für eine Initiative aus, welche ein Verbot der Spekulation mit Nahrungsmitteln vorsieht.

Am 16. März 2014 wurde Fabian Molina als Nachfolger von David Roth gewählt. Während seiner Präsidentschaft führte die JUSO 2015 eine Kampagne für mehr Rechte für Lehrlinge durch und ergriff das Referendum gegen das vom Parlament beschlossene neue Nachrichtendienstgesetz. Das Referendum wurde am 14. Januar 2016 mit 56'055 gültigen Unterschriften eingereicht.<ref>bk.admin.ch: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento vom 21. April 2016 im Internet Archive)</ref> Zudem brachte er die Nahrungsmittelspekulationsstoppinitiative erfolgreich zur Abstimmung.

Ebenfalls an der Jahresversammlung 2014 beantragte die Geschäftsleitung aufgrund einer Männermehrheit die Änderung der Geschlechterquote in der Geschäftsleitung.<ref>Andreas Käsermann: Die Juso-Männer hebeln Frauen aus: Der Knatsch um die Quote. In: Blick. 23. Februar 2014, abgerufen am 6. Juli 2020.</ref> Die Verminderung der Quote von 50 % auf einen Drittel wurde nach einer erhitzten Diskussion von der Basis abgelehnt. In der Folge musste Florian Vock als männliches Geschäftsleitungs-Mitglied mit den wenigsten Stimmen die Geschäftsleitung verlassen.<ref name="JB_2014_Juso">Jahresbericht 2014 der JUSO Schweiz - Free Download PDF. Abgerufen am 6. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Als seine Nachfolge wurde im Mai 2014 Andrea Scheck gewählt.<ref name="JB_2014_Juso" />

2014 wurde weiter François Clément als neuer Vize-Zentralsekretär gewählt sowie anstelle einer Initiative eine Kampagne zum Thema Lernende als Projekt für das Jahr 2015 beschlossen.<ref name="JB_2014_Juso" />

2016 wurde Tamara Funicello als Präsidentin der JUSO gewählt.<ref>Tamara Funiciello ist neue JUSO-Präsidentin : JUSO Schweiz. Abgerufen am 7. Juli 2018.</ref> Sie hat das Amt per Ende August 2019 abgegeben.<ref>Tamara Funiciello tritt zurück. In: srf.ch. 6. April 2019, abgerufen am 6. April 2019.</ref> Danach wurde die JUSO von Ronja Jansen präsidiert.<ref>Juso: Ronja Jansen übernimmt Präsidium von Funiciello. In: watson.ch. 31. August 2019, abgerufen am 1. September 2019.</ref>

2020 ist Clément Borgeaud als Vize-Zentralsekretär zurückgetreten. Als Nachfolgerin wurde Mathilde Mottet gewählt.

2022 trat zuerst die Zentralsekretärin Muriel Günther zurück und wurde durch die neu gewählte Bündnerin Rosalina Müller ersetzt.<ref>Jahresversammlung JUSO Schweiz: Neue Klimainitiative konkretisiert und neues Zentralsekretariat gewählt. Abgerufen am 7. August 2022.</ref> Im Juni desselben Jahres trat Ronja Jansen aus dem Präsidium zurück. Als Nachfolger wurde der Zürcher Kantonsrat Nicola Siegrist gewählt. Er gewann die Wahl gegen den Genfer Thomas Bruchez.<ref>Jahresversammlung in Bern - Nicola Siegrist ist neuer Juso-Präsident. In: srf.ch. 19. Juni 2022, abgerufen am 22. Juni 2022.</ref> 2024 wurde die bisherige Vizepräsidentin Mirjam Hostetmann zu seiner Nachfolgerin gewählt.<ref>Jahresversammlung - Die neue Präsidentin der Juso Schweiz heisst Mirjam Hostetmann. In: srf.ch. 30. Juni 2024, abgerufen am 30. Juni 2024.</ref>

Initiativen

Die 1:12 Initiative

Am 6. Oktober 2009 lancierte die JUSO Schweiz unter dem Präsidium von Cédric Wermuth die 1:12 Initiative. Die Initiative konnte sich am ordentlichen Parteitag im März 2009 gegen andere Vorschläge durchsetzen. Das Volksbegehren, welches am 6. Oktober 2009 offiziell lanciert wurde, sah eine Beschränkung der Lohnschere vor, bei der sich der tiefste und der höchste Lohn innerhalb eines Unternehmens um nicht mehr als das Zwölffache unterscheiden durften. Für die Initiative wurden rund 130'000 Unterschriften gesammelt und am 21. März 2011 eingereicht.<ref>juso.ch: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />1:12-Initiative eingereicht! (Memento vom 24. März 2011 im Internet Archive), vom 21. März 2011</ref> Am 24. November 2013 wurde die Initiative mit 65,3 % Nein-Stimmen und in allen Kantonen abgelehnt.<ref>Abstimmungsvorlagen für den 24. November 2013. In: admin.ch. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. September 2013;.</ref><ref>65,3 Prozent sagen Nein zur 1:12-Initiative auf Schweizer Radio und Fernsehen, abgerufen am 24. November 2013</ref>

Die Spekulationsstoppinitiative

An der Delegiertenversammlung im Frühjahr 2012 beschlossen die Jungsozialisten das Sammeln der Spekulationsstoppinitiative. Mit dieser soll in Zukunft den Finanzinstituten und Vermögensverwaltern verboten werden in Finanzinstrumente zu investieren, welche sich auf Agrarrohstoffe und Nahrungsmittel beziehen. Das Verbot soll auch für den Verkauf von sogenannten strukturierten Produkten gelten. Verlangt wird auch, dass der Bund sich international gegen die Spekulation mit Nahrungsmitteln einsetzt. Die JUSO macht die mit Nahrungsmitteln spekulierenden mitverantwortlich für den Hunger auf der Welt. Mit dieser Initiative wollen sie die Spekulation mit Nahrungsmitteln in der Schweiz verbieten. Nach dem Sammelstart im Herbst 2012 wurde sie am 24. März 2014 unter der Leitung des amtierenden Parteipräsidenten Fabian Molina mit 116‘000 beglaubigten Unterschriften eingereicht.<ref>Bericht auf blick.ch, vom 24. März, 2014</ref> Am 28. Februar 2016 wurde die Initiative mit 59,9 % Nein-Stimmen und in den meisten Kantonen (allen ausser dem Jura und Neuenburg) abgelehnt.<ref>Vorlage Nr. 598. Bundeskanzlei BK, abgerufen am 31. Januar 2023.</ref>

Die 99 % Initiative

Die 99%-Initiative will, dass Kapitaleinkommen ab 100'000 Franken im Jahr 1,5 × so hoch zu besteuern sind wie das Arbeitseinkommen. Der dadurch resultierende Ertrag soll die Einkommenssteuer für Personen mit niedrigen Einkommen senken und Sozialleistungen ausbauen<ref>99%-Initiative. Abgerufen am 6. Februar 2021.</ref>. Die Initiative wurde am 2. April 2019 eingereicht mit 109'332 Unterschriften.<ref>Verfügung der Bundeskanzlei über das Zustandekommen. In: Bundesblatt. 14. Mai 2019, abgerufen am 9. Februar 2021.</ref> Der Nationalrat beschloss am 24. September 2020, die Initiative zur Ablehnung zu empfehlen. Der Ständerat hat sich am 2. März 2021 ebenfalls für die ablehnende Abstimmungsempfehlung ausgesprochen.<ref>Parlamentsdienste: 20.032 Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern. Volksinitiative. In: Geschäftsdatenbank Curiavista (mit Links auf Botschaft des Bundesrates, Verhandlungen des Parlaments, weitere Parlamentsunterlagen). Abgerufen am 9. Februar 2021.</ref> Am 26. September 2021 wurde die Initiative mit 64,9 % Nein-Stimmen und in allen Kantonen abgelehnt.<ref>Bundeskanzlei: Vorlage Nr. 646 – Resultate in den Kantonen. Abgerufen am 17. März 2022.</ref>

Die Initiative für eine Zukunft

Am 17. August 2022 lancierte die JUSO eine neue nationale Initiative. Diese trägt den Titel «Initiative für eine Zukunft» und fordert, dass Erbschaften und Schenkungen über dem einmaligen Freibetrag, bestehend aus der Summe des Nachlasses und aller Schenkungen, von 50'000'000 Franken zu 50 % besteuert werden. Das damit eingenommene Geld sollte verwendet werden, um die Klimakrise zu bekämpfen. Die JUSO begründet die Steuer darin, dass die Klimakrise eine direkte Folge der Ausbeutung durch das jetzige Wirtschaftssystem sei und die Menschen, welche am meisten vom jetzigen System profitieren würden, bezahlen sollten.<ref>Neue Juso-Initiative: Reiche Erben sollen 50 Prozent abgeben. Abgerufen am 14. August 2022.</ref><ref>Unterstütze jetzt unsere Initiative für eine Zukunft! Abgerufen am 14. August 2022.</ref><ref>Unterstütze die Initiative für eine Zukunft jetzt! Abgerufen am 26. Oktober 2022.</ref> Am 30. November 2025 wurde die Initiative mit einem 78,3 % Nein-Stimmen und in allen Kantonen abgelehnt.<ref>Bundeskanzlei BK: Politische Rechte. Abgerufen am 10. Februar 2026.</ref>

Bekannte ehemalige Mitglieder

Siehe auch

Weblinks

Commons: JungsozialistInnen Schweiz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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