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Johann Peter (Schriftsteller, 1858)

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Datei:Johann Peter (1858 -1935 ).jpg
Johann Peter
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Gedenkstein für Johann Peter in Buchwald

Johann Peter (* 23. Februar 1858 in Buchwald; † 14. Februar 1935 in Winterberg) war ein österreichischer Schriftsteller. Er veröffentlichte auch unter den Pseudonymen Hans von Buchenwald und Hans von der Moldau.

Leben

Am 23. Februar 1858 erblickte in Buchwald der Böhmerwalddichter Johann Peter als Sohn des Dorfrichters das Licht der Welt. Sein Elternhaus war das stattliche Haus Nr. 2, eben das „Richterhaus“, das noch bis zur Vertreibung baulich unverändert am oberen Ende des Dorfes in Richtung Außergefild stand.

Peter besuchte zuerst die Pfarrschule in Fürstenhut, dann die Volksschule in Buchwald. Von seinen musik- und sangesbegabten Eltern lernte der Bub schon frühzeitig das Geigen- und Flötenspiel. Von 1871 bis 1878 absolvierte er die Realschule in Bergreichenstein. Anschließend besuchte er von 1874 bis 1878 die Lehrerbildungsanstalt in Budweis. Nach einer glänzenden Abschlussprüfung war er vier Jahre lang Unterlehrer in Budweis. Von 1882 bis 1896 wirkte Peter als Schulleiter in Großmeiseldorf in Niederösterreich. 1897 kam Peter, der zu dieser Zeit bereits einen Ruf als Schriftsteller genoss, an die Knabenvolksschule Prachatitz. Nicht lange konnte er in seiner Stammheimat bleiben, denn schon 1903 erfolgte seine Versetzung in das nordböhmische Glasmacherstädtchen Haida im Lausitzer Gebirge. Zuletzt wirkte er als Oberlehrer in Böhmisch Leipa. Im Alter kehrte der Autor wieder in den Böhmerwald zurück. Der Verlag Steinbrener in Winterberg stellte dem Dichter die Villa „Abendfrieden“ als Wohnhaus zur Verfügung. Dort verbrachte Peter seine letzten Lebensjahre als Mitarbeiter an den Steinbrener-Kalendern, in denen von ihm eine große Anzahl volksnaher Erzählungen veröffentlicht wurden. Er starb am 14. Februar 1935 in Winterberg und liegt im Stadtfriedhof zu Winterberg begraben, sein Grab ist nicht mehr erhalten.

Peter wird mit Recht der „Rosegger des Böhmerwaldes“ genannt. Der österreichische Dichter Peter Rosegger (1843–1918) galt ihm als Vorbild in seinem schriftstellerischen Bemühen. In der von Rosegger herausgegebenen Zeitschrift „Heimgarten“ publizierte Peter Texte zu Sitten und Gebräuchen seiner Heimat, die er 1887 zusammenfasste und als Buch unter dem Titel „Charakter- und Sittenbilder aus dem Böhmerwalde“ herausgab und die er dem Dichter Peter Rosegger widmete. Umgekehrt verfasste Rosegger zu dem 1889 herausgegebenen Buch Peters „Wildfarren“ ein Vorwort.

Peter setzt hier in seiner Buchausgabe und in zahlreichen Aufsätzen in Zeitungen und Zeitschriften eine von Josef Rank begonnene Tradition für seine Heimatregion mittlerer Böhmerwald fort. Dieser hatte bereits im Jahre 1842 in seinem ersten Werk „Aus dem Böhmerwalde“ ein breites Kapitel „Sitten und Gebräuche“ eben für die ihm bekannte nördliche Böhmerwaldregion publiziert. Dazu entwarf Peter im Kapitel Charakterbilder Beiträge zu Volkstypen des Böhmerwaldes wie z. B. den „Böhmerwaldbauer“ oder den „Böhmerwaldbuam“. Ähnliches geschah auch über seinem zeitweiligen Dienstort in Niederösterreich, wo er ein Buch über „Sitten und Bräuche im niederösterreichischen Weinlande“, welches ebenfalls regionale Charaktertypen beschreibt, publizierte. Von Peter Roseggers „Als ich noch der Waldbauernbub war“ sind auch Peters autobiographische Erzählungen in seiner 1914 erschienene Veröffentlichung „Der Richterbub“ inspiriert.

Sehr zahlreich sind die Kurzerzählungen Peters, die in verschiedenen Sammelbänden erschienen, zu erinnern ist nur an das Erfolgsbuch „Es war im Böhmerwald“ (1908), welches 1968 sogar eine Neuauflage erlebte. Die Stärke Peters liegt in der Wiedergabe von selbst erlebtem Geschehen vor allem aus der Erinnerung an seinen Geburtsort Buchwald, wo er seine Kindheit verbrachte. Dass dabei auch die heitere Seite des Lebens nicht zu kurz kommt, gilt als erwiesen.

Auch zahlreiche Gedichte stammen aus seiner Feder. Eine frühe Ausgabe erschienen in dem 1894 erschienenen Sammelband „Der Poet im Dorfschulhause“. Themen sind, wie nicht anders zu erwarten: Heimat, Wald, Natur, Jahreszeiten, aber auch seine persönliche Welt des Lehrers in seinen Freuden und Leiden.

Ein besonderes Verdienst erwarb sich Peter, als er von 1899 bis 1907 in Prachatitz die literarische Monatsschrift „Der Böhmerwald“ redigierte. Hier eröffnete er zahlreichen Autoren aus dem Böhmerwald die Möglichkeit selbst verfasste Literatur, seien es Gedichte, Geschichten oder Versuche dramatischer Gestaltung, zu publizieren, eine Gelegenheit, die auch von später bekannten Autoren wie Anton Schott, Ignaz und Marie Oberparleiter u. a. genutzt wurde, um ihre frühen Schöpfungen zu verbreiten.

Als Heimatdichter gehörte Johann Peter zu den Kleinmalern des Böhmerwaldes. Sein Fühlen und Denken war zum weitaus größten Teil den heimischen Wäldern und Wäldlern gewidmet. Er hatte die Begabung, oft unbeachtete Selbstverständlichkeiten der Böhmerwaldheimat in seine Erzählungen einfliegen zu lassen und erinnert insofern auch an sein zweites Vorbild Adalbert Stifter.

Das Unterrichtsministerium in Wien verlieh Peter wiederholt Künstlerstipendien, die Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Prag widmete ihm Ehrengaben und von der deutschen Schillerstiftung in Weimar erhielt er einen Ehrensold.

Zu seinem 70. Geburtstag ließ der Deutsche Böhmerwaldbund am „Richterhaus“ in Buchwald eine Gedenktafel anbringen. Weitere Ehrentafeln befanden sich in der Stadt Haida und an dem Gebäude der Volks- und Bürgerschule Winterberg. Im Juni 2015 wurde an der Stelle seines Geburtshauses in Buchwald eine weitere Gedenktafel enthüllt.<ref>Herbert Fastner, Erinnerungen an Buchwald, S. 323–327</ref>

Werke

  • Frühling, Wald und Liebe, Gedichtband, Verlag Ludolf Hansen, Budweis, 1881.
  • Charakter- und Sittenbilder aus dem Böhmerwald, Leykam, Graz 1886.
  • Buchengrün. Neue Gestalten und Geschichten aus dem deutschen Böhmerwald, Leipzig 1887.
  • Wildfarren. Geschichten aus dem böhmisch-bayerischen Grenzgebirge, Leipzig 1889, Neudruck, Henricus Berlin 2018
  • Dorfgeschichten aus dem Böhmerwalds, G. Körner, Leipzig 1890
  • Junges Blut. Dorfgeschichten aus dem Böhmerwald, Leipzig 1891.
  • Der Poet im Dorfschulhause, Ausgewählte Gedichte, Großenhain und Leipzig 1894
  • Waldmeister und Enzian. Geschichten aus dem Böhmerwalds, Leipzig 1896.
  • Im tiefen Keller. Dorfgeschichten aus dem niederösterreichischen Weinlande, Linz, Wien, Leipzig 1898.
  • Der Schelm aus dem Böhmerwalde. Ein lustiges Buch von Johann Peter, Verlag von Baumert und Ronge, Großenhain und Leipzig, 1903. u. a.
  • "Wie die Fanta zu einem Mann kam". Erzählung
  • Granit und Gneis. Neue Geschichten aus dem böhmisch-bayrischen Hochwalde, Essen 1909
  • Schwänke und Schnurren. Geschichten aus dem Böhmerwald, Brixen 1913.
  • Der Richterbub. Ein Heimatbuch aus eigener Jugend, Herder, Freiburg/B. 1914, 2. Auflage 1922, Neuauflage 2017 Ohetaler Verlag Grafenau
  • Volksedelinge. Ein Heldenbuch für die deutsche Jugend, München 1916.
  • Helden aus dem Volke. Kriegsgeschichten aus der österreichischen Armee, Prag, Wien, Leipzig 1916.
  • Tanne und Rebe, Dorfgeschichten aus dem Böhmerwalde und dem niederösterreichischen Weinland, Regensburg 1917.
  • Aus dem deutschen Urwald. Geschichten aus dem Böhmer- und Bayerischen Wald, Regensburg, Wien 1918
  • Sprossender Wald, Gedichte, Budweis 1929.
  • Der Schelmenpeter. Ein Heimatbuch aus eigener Jugend für die Jugend, Deutsche Jugendbücherei, Band 2. Staatliche Verlagsanstalt in Prag, 1934
  • Sitten und Bräuche im niederösterreichischen Weinlande, Mistelbach 1998. (reprint 1912)
  • Geschichten aus dem Böhmerwald, Passau 1996, Erstausgabe 1907.
  • Es war im Böhmerwald, München 1968, Erstausgabe Essen 1908.
  • Jugendtage im Böhmerwald, Frankfurt/a. M. 1924.
  • Kulturhistorische Aufsätze, Prosa und Lyrik

Erzählungen

Literatur

  • Ernestine Pichler: Johann Peter. Dissertation, Universität Wien 1938.
  • Adolf Weishäupl: „Johann Peter zum 90. Todestag“ – in Zs. „Hoam!“ 78. Jg. Febr./Mrz. 2025

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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