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Anton Schott (Schriftsteller)

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Anton Schott

Anton Schott (* 8. Februar 1866 in Kohlheim, Böhmen; † 4. April 1945 auf seinem Anwesen Hub bei Mettmach, Oberösterreich) war ein österreichischer Schriftsteller.

Leben

Anton Schott kam am 8. April 1866 in Klausen bei Kohlheim als erstes Kind seiner Eltern Franz Schott und dessen Ehefrau Theresia, geb. Altmann, zur Welt (Anton Schott gibt als Geburtsort den späteren Wohnort Hinterhäuser an). Der Knabe wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf; die Kinderzahl der Familie wuchs im Lauf der Jahre bis auf 10 an, der Vater verdingte sich zunächst als Holzarbeiter, später kehrte er zu seinem erlernten Beruf des Webers zurück, der aber zu dieser Zeit nicht viel einbrachte, schließlich ging er ins Salzburgische und in die Steiermark „ins Hausieren“.

Der Sohn Anton tat sich offenbar schon früh als begabter Schüler hervor, so dass seine Großmutter glaubte, ihn zum Berufe des Priesters zu bestimmen, was dazu führte, dass er 1879 in der Realschule in Pilsen eingeschrieben wurde. Da für die Eltern die Ausgaben für seine Unterbringung kaum aufzubringen waren, hatte er dort sog. „Kosttage“, d. h. er bekam das Mittagessen kostenlos bei verschiedenen „Gastfamilien“. Da die Eltern die „Bettelei“ nicht mehr haben wollten, gaben sie im zweiten Schuljahr die „Kosttage“ auf und brachten ihn in volle Verpflegung unter, was aber dazu führte, dass sie die erforderlichen Beträge nicht mehr bezahlen konnten und Anton von der Schule genommen werden musste.

Der Junge wurde zunächst Schreiber bei einem Rechtsanwalt und ab 1883 Aushilfslehrer an verschiedenen Schulorten. Er bildete sich als Autodidakt weiter und konnte bereits 1887 die Lehrbefähigungsprüfung mit Erfolg bestehen. Er wurde bereits 1889 Schulleiter in Sarau bei Hohenfurth im südlichen Böhmerwald; seit 8. Juli dieses Jahres war er mit Theresia Altmann aus St. Katharina verheiratet. Neben der Lehrtätigkeit begann Anton Schott kleine Erzählungen zu schreiben, die er u. a. in der „Kölnischen Volkszeitung“ veröffentlichte.

1897 zog er an seinen Geburtsort Hinterhäuser zurück und war von da an als freier Schriftsteller tätig. Er arbeitete auf diesem Gebiete unermüdlich, und es entstanden hier bereits einige seiner bedeutendsten Romane: u. a. 1901 „Der Bauernkönig“ und „Gottestal“, welcher letztere ihm bei einem Preisausschreiben 3000 Mark einbrachte.

1908 verlegte der Dichter seinen Wohnsitz nach Oberösterreich, zunächst nach Bergham, Nähe Linz; hier beginnt auch die produktivste Phase in seiner Schriftstellerlaufbahn: zwischen 1908 und 1914 schrieb er insgesamt 22 Romane und Erzählungen. Der Erste Weltkrieg beendete vorläufig diese Arbeit, und im November 1916 wurde Anton Schott zu den Waffen gerufen.

Die politischen Turbulenzen nach der Niederlage der Mittelmächte machten auch an der Familie Schott nicht halt. Die Familie war durch den Währungsverfall verarmt und hatte auch ihr Wohneigentum verloren, sie lebte seit 1921 in Sipbachzell, die Ehefrau Anton Schotts verstarb im Januar 1921.

Mit intensiver Schreibarbeit kämpfte Schott nun gegen die Armut an. Verlagsvorschüsse, neue Romane sowie Preise bei Literaturwettbewerben verhalfen ihm langsam wieder zu einem kleinen Vermögen. Die Einnahmen reichten aus, um im Oktober 1924 wieder ein eigenes Haus kaufen zu können. Um 85 Millionen Kronen erwarb Anton Schott eine Neubauvilla in Peuerbach. Im Jahre 1929 sollte sich der Traum vom eigenen Herrenhaus mit dem Kauf von Schloss Hub bei Mettmach im Innviertel verwirklichen, wo er bis zu seinem Tode am 4. April 1945 lebte.

Anton Schott war eine recht vielseitige Begabung, neben der Schriftstellerei betätigte er sich in Mathematik und Astronomie, ferner betrieb er Botanik und legte eine umfangreiche botanische Sammlung an. Außerdem beschäftigte er sich mit Namenkunde und Sprachwissenschaft, so erlernte er neben Latein das Mittelhochdeutsche, und er versuchte diese Kenntnisse auch in seine schriftstellerischen Arbeiten einzubringen.

Es sind vor allem zwei Bereiche, die sein umfangreiches Prosawerk als Grundlage haben, zum einen die dörfliche Welt im nördlichen Böhmerwald, in der ja der Autor beheimatet war und die er aus eigener Anschauung besonders gut kannte. Hier spielen zahlreiche Erzählungen und Romane. Ein zeitgenössisches Urteil darüber lautet folgendermaßen: „Seine Gestalten sind wirkliche Menschen, keine bloßen Figuren, auf ihrer Heimatscholle fest und treu stehende Bauern, kernige Böhmerwäldler von echtem Schrot und Korn, die wechselvollen, bunt bewegten Handlungen, weil aus dem Erleben herausgewachsen, ein förmliches Erlebnis für den Leser. Schott richtet seine offenen Augen gerne auf die Sonderlinge in seiner Heimat, auf die hart- und Trutzköpfe im Volke, auf die wunderlichen Käuze des Waldes mit ihren Grillen und Schrullen sowie auf die geistig Hoch- und Minderwertigen.“<ref>Anton Schott, ein Meister deutscher Erzählkunst. Ein Ehrenblatt zu seinem 70. Wiegenfeste von Wilibald Böhm (Südböhmische Volkszeitung Nr. 6, 9. Feber 1936)</ref> Die zweite Literaturgattung, die in den Büchern des Autors eine Rolle spielt, ist der historische Roman. Wichtige Titel sind u. a. „Bannfluch und Pest“, „Unter dem Banner von Bogen“, „Hussenzeit“, „Schwedenzeit“, „Um Recht und Freiheit“, „Der letzte Richter“ und noch eine Reihe weiterer Werke. Die historischen Romane Anton Schotts erreichten nicht die hohen Auflagen der Bauernromane, waren aber zur Zeit um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert eine Art Modeerscheinung, der sich Anton Schott anschloss. Diese Romane beleuchten verschiedene historische Ereignisse aus der Geschichte des Böhmerwaldes. Erfundene Geschehnisse werden in einen geschichtlichen Hintergrund gestellt und somit wird Unterhaltung mit Geschichtsschreibung verbunden und für den Leser zu einem Erlebnis gestaltet.

Anton Schott erhielt unter anderem 1901 den Preis der Deutschen Literaturgesellschaft sowie 1923 den 2. Preis des Verlags Herder, die Verleihung des Silbernen Ehrenzeichens der Republik Österreich lehnte er 1929 ab, da er sich als Anhänger der Monarchie nicht mit der neuen Staatsform der Republik identifizierte.

Die Familie des Autors umfasste 7 Kinder, 4 Mädchen und 3 Jungen. Der Autor selbst und die Söhne Gunther und Anton waren Kriegsteilnehmer im Ersten Weltkrieg, Gunther und Sohn Franz waren auch im Zweiten Weltkrieg eingerückt, wobei Franz nicht mehr nach Hause kam. Der Autor selbst verstarb am 4. April 1945 und wurde am Friedhof in Mettmach begraben.<ref>Astrid Hinterholzer, Anton Schott (1866–1945). Ried am Innkreis 2005</ref>

Zum Schluss ein persönliches Bekenntnis Anton Schotts: „In und mit meinen Schriften wollte ich immer Land und Leute meiner Heimat, des böhmisch-bairischen Waldgebirges in Vergangenheit und Gegenwart schildern, ein Stück einer nun auch mählich im Trubel der „Volksnivellierung“ untergehenden Welt. Ich habe nie gestrebt, mich einer eben herrschenden Mode anzubequemen und Lob und Tadel sowohl von gegnerischer als auch befreundeter Seite ließen mich unberührt. Nach Ehren und Ehrungen habe ich nie gestrebt und auch nie welche erhalten: nur die katholisch-deutsche Studentenverbindung „Ferdinandea“ in Prag hat mich 1913 zum Ehrenmitglied ernannt. Ich kannte und kenne nur drei Leitsterne: ein Deutscher sein, ein Christ sein und als Mann dorthin zu hauen, wo ein Hieb nottut. Und so möchte ich es, unbekümmert um Lob oder Tadel, auch fürder halten, bis mir der Tod die Feder aus der Hand schlägt.“<ref>Pankraz Schuk: Der Böhmerwalddichter Anton Schott, in „Waldheimat“ 1926 Nr. 3</ref>

Werke (Auswahl)

  • 1891: Schwarzblattl, Erzählung; Kölnische Volkszeitung
  • 1892: Am Scheidewege, Erzählung; Kölnische Volkszeitung
  • 1894: Der Hüttenmeister, Köln. Volksz., J. P. Pachem Köln (127 S.)
  • 1895: Der Wildhof, Erzählung; J. P. Bachem Köln (159 S.)
  • 1896: Unter dem Banner von Bogen, Histor. Erzählung; Alte und neue Welt (270 S.)
  • 1897: Der Königsschütz und Aus der Art geschlagen, Erzählungen; J. P. Bachem Köln (157 S.)
  • 1899: Die künischen Freigerichte im Böhmerwalde; Kölnische Volkszeitung Nr. 637
  • 1899: Auf Irrwegen, Erzählung; Butzon & Bercker, Kevelaer (I. 96 S., II. 95 S.)
  • 1899: Die Einöder, und andere Erzählungen; Butzon & Bercker, Kevelaer (I. 96 S., II. 112 S.)
  • 1901: Der letzte Richter, Kulturgesch. Erz. aus d. Böhmerwalde; J. P. Bachem Köln (154 S.). Neudruck: Hofenberg Berlin 2022
  • 1901: Die Geierbuben, Erzählung; Herder Freiburg i. Br. (197 S.)
  • 1902: Das Glücksglas, Erzählung aus dem Böhmerwald; Herder Freiburg i. B. (318 S.)
  • 1902: Der Bauernkönig, Roman; Allg. Verlagsgesellschaft München (391 S.)
  • 1902: Gottestal, Roman (preisgekrönt); J. P. Bachem Köln (430 S.)
  • 1903: Die Seeberger, Erzählung aus dem Walde; Benziger Verlag Zürich (203 S.)
  • 1903: In falschen Geleisen, Roman; Österr. Verlagsanstalt Linz – Wien – Leipzig (348 S.)
  • 1903: Bescholten Volk und andere Novellen; Benziger Zürich (389 S.)
  • 1903: Fährmannskinder, Erzählung; Pustet Regensburg
  • 1904: Der Bauer im Gefield, Roman; Enßlin & Laiblin Reutl. (192 S.)
  • 1904: Landstreicher, Erzählung, Volksschriftenverlag München (59 S.)
  • 1904: Die Elmbauernleut; Zs. „Der Böhmerwald“ 6. Jg. Nr. 4 1904
  • 1904: Um einen Hof, Erzählung; Habbel Regensburg (221 S.)
  • 1904: Moni, Roman; Habbel Regensburg (207 S.)
  • 1904: Die versunkene Stadt, Erzählung; Habbel Regensburg (228 S.)
  • 1904: Dikel der Flank, Erzählung aus dem Walde; Habbel R. (202 S.)
  • 1905: Ein Schwarzkünstler, Erzählung; Volksschriften München (62 S.)
  • 1905: Weltverbesserer, Roman; Fredebeul & Koenen
  • 1907: Gotswin des Fiedlers Denkbuch, Erzählung aus dem 14. Jh.; J. P. Bachem Köln (141 S.)
  • 1909: Gerichtet; Butzon & Berker, Kevelaer (96 S.)
  • 1909: Fahrendes Volk, Roman; Habbel Regensburg (307 S.)
  • 1909: Die Asgarden, Studentenroman; Josef Thum Kevelaer (271 S.)
  • 1909: Verkauft, Erzählung; Butzon & Berker, Kevelaer (230 S.)
  • 1910: Notwebers Gabriel, Roman; Habbel Regensburg (567 S.)
  • 1910: Das Hundsschlössel, Roman; Habbel Regensburg (235 S.)
  • 1910: Der Wirt vom gulden Rössel, Roman; Habbel Regensb. (309 S.)
  • 1910: Der Doktor von St. Nikelsberg, Roman; Habbel R. (416 S.)
  • 1910: Leut aus dem Walde, Erzählungen; Habbel Regensburg (299 S.)
  • 1910: Allerhand Sonderlinge, Erzählungen; Habbel Regensb. (242 S.)
  • 1910: Nur ein Leineweber, Erzählung; Fr. Kratz & Cie., Köln (141 S.)
  • 1911: Zu stillen Höhen, Roman; Habbel Regensburg (310 S.)
  • 1912: Schwedenzeit, Hist. Roman; Erich Hecht’sche V. Berlin (325 S.)
  • 1912: Bibel und Jesuit, Hist. Roman; Hecht Berlin (310 S.)
  • 1913: Eines Verganteten Kinder, Roman; Hesse Leipzig (304 S.)
  • 1913: Die Himmelreicher, Roman; Moldavia Budweis (307 S.)
  • 1914: Waldbauern, Roman; Pustet Regensburg (312 S.)
  • 1914: Seltsame Leut‘, Roman; J. M. Boegl Neumarkt Opf. (255 S.)
  • 1914: Der Schichtmeister von Lameck, Erzählung a. d. Anf. d. 18. Jahrh.; Benziger Zürich (253 S.)
  • 1914: Die Kaiserbraut, Hist. Roman; Habbel Regensburg (302 S.)
  • 1915: Um die Heimat, Erzählung; Lucas Verlag München (155 S.)
  • 1915: Der Bilmesschneider, Erzählung; Benziger Einsiedeln (32 S.)
  • 1916: Im Hochriss, Roman; Habbel Regensburg (221 S.)
  • 1917: Der Herrgottsdieb, Roman; Habbel Regensburg (296 S.)
  • 1917: Hinterwäldler, Ein Stück aus großer Zeit; Müller Mchn. (91 S.)
  • 1918: Lustige Geschichten, Wichner Joseph u. Anton Schott; Klagenfurt & Rosenheim: (112 S.)
  • 1918: Die Schwestern, Erzählung; Berlin: H. Hillger (96 S.)
  • 1920: Die neue Zeit im Walde, Histor. Roman; Habbel R.(416 S.)
  • 1920: Altmännersommer, Erzählung; Moldavia Budweis (192 S.)
  • 1924: Die Hacker vom Freiwald, Roman; Herder Freiburg i. B. (317 S.)
  • 1925: Ein Wildling, Erzählung; Habbel Regensburg (172 S.)
  • 1926: Bannfluch und Pest, Erzählung; Tyrolia Innsbruck (186 S.)
  • 1927: Einegen Köpf, Erzählung aus den Waldbergen; Moldavia Budweis (269 S.)
  • 1927: Landstreicher/Die gefährdete Fähre, Erzählungen; Volksbildungsverein Wiesbaden (61 S.)
  • 1928: Hussenzeit, Salzburg-Wien-Leipzig: Das Bergland-Buch (293 S.)
  • 1931: Hüttenzeit
  • 1936: Der lange Helfgott, Roman; Moldavia Budweis (248 S.)
  • 1938: Um Recht und Freiheit, Roman; Bergland Salzburg (298 S.)
  • 1939: Eine Geißel Gottes, Hist. Roman; Bergland-Buch Salzb. (295 S.)
  • 1948: Einer der Stillen im Lande, Erzählungen; J. Steinbrener Schärding (127 S.) Neudruck: Hofenberg Berlin 2022

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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