Zum Inhalt springen

Jüdischer Friedhof (Hainsfarth)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Hainsfarth jüdischer Friedhof357.JPG
Jüdischer Friedhof in Hainsfarth

Der denkmalgeschützte jüdische Friedhof in Hainsfarth im schwäbischen Landkreis Donau-Ries befindet sich östlich des Ortes oberhalb der Straße nach Steinhart. Vor dem Ortsende biegt man links ab.

Geschichte

Die jüdische Gemeinde Hainsfarth bestattete zunächst ihre Toten auf dem vier Stunden entfernten jüdischen Friedhof in Wallerstein. 1849/50 wurde ein eigener Friedhof angelegt, und als erste wurde die am 27. Oktober 1850 verstorbene Chaia Neumann beigesetzt. Insgesamt wurden 291 Personen beigesetzt, die letzte Beerdigung fand 1939 statt.

Auf dem 33,10 Ar großen Friedhof befinden sich heute noch 272 Grabsteine (Mazewot).

Zeit des Nationalsozialismus

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Friedhof beim Novemberpogrom 1938 oder auch später teilweise zerstört. Die Fenster des Taharahauses wurden eingeworfen und alle Einrichtungsgegenstände entwendet.

Heutiger Zustand

In den Jahren 1946/47 wurde der Friedhof teilweise wieder hergerichtet, die umgefallenen oder umgeworfenen Grabsteine wieder aufgestellt. Nach 1953 wurde die Remise wiederhergestellt und das Taharahaus zu Wohnzwecken umgebaut. Im Oktober 1955 wurden die beiden Gebäude an Privatpersonen verkauft, die durch Kaufvertrag zur Pflege des Friedhofes verpflichtet wurden.

Literatur

  • Klaus-Dieter Alicke: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. Band 2: Großbock – Ochtendung. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-579-08078-9 (Online-Ausgabe).
  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. Herausgegeben von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit München. Bayerische Verlags-Anstalt, Bamberg 1988, ISBN 3-87052-393-X, S. 241–242.
  • Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern. Band I. Hrsg. von Wolfgang Kraus, Berndt Hamm und Meier Schwarz. Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager unter Mitarbeit von Cornelia Berger-Dittscheid, Hans Christof Haas und Frank Purrmann. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu 2007, ISBN 978-3-89870-411-3, S. 453–460.

Weblinks

Commons: Jüdischer Friedhof (Hainsfarth) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Stadt Augsburg: Augsburg | Kriegshaber  |  Landkreis Augsburg: Fischach
Landkreis Dillingen an der Donau: Binswangen | Bissingen | Buttenwiesen | Höchstädt an der Donau
Landkreis Donau-Ries: Donauwörth | Hainsfarth | Harburg | Mönchsdeggingen | Nördlingen | Oettingen | Steinhart | Wallerstein
Landkreis Günzburg: Burgau | Hürben | Ichenhausen | Neuburg an der Kammel | Thannhausen
Stadt Kempten: Kempten (Allgäu)
Stadt Memmingen: Memmingen
Landkreis Neu-Ulm: Illereichen | Neu-Ulm | Osterberg
Landkreis Unterallgäu: Fellheim

Vorlage:Klappleiste/Ende Koordinaten: 48° 57′ 43″ N, 10° 37′ 47″ O

 {{#coordinates:48,962079|10,62977|primary
   |dim=500
   |globe=
   |name=
   |region=DE-BY
   |type=landmark
  }}