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Industrie- und Handelskammer Hannover

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Datei:Bischofsholer Damm 91, IHK Hannover.jpg
Sitz der IHK Hannover am Bischofsholer Damm 91

Die IHK Hannover ist die Industrie- und Handelskammer für die Landeshauptstadt Hannover und die Region Hannover sowie für die Landkreise Diepholz, Nienburg (Weser), Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Hildesheim, Holzminden, Northeim und Göttingen. Ihr gehören über 180.000 Mitgliedsunternehmen an.<ref>Aufbau und Aufgaben Website IHK Hannover, abgerufen am 19. September 2015</ref>

Organisationsstruktur

Das oberste Gremium ist die Vollversammlung. Sie wählt aus ihrer Mitte das Präsidium. Präsident der IHK Hannover ist seit dem 3. Februar 2020 Gerhard Oppermann.

Heute sind insgesamt 6.500<ref>Ehrenamt Website IHK Hannover, abgerufen am 19. September 2015</ref> ehrenamtlich engagierte Unternehmer und Fachkräfte aus den Mitgliedsunternehmen sowie rund 180 hauptamtliche Mitarbeiter am Hauptsitz in Hannover sowie in den sechs regionalen Geschäftsstellen für die IHK Hannover tätig.

Geschichte

1824 wurde die Kommission zur Beförderung des Ackerbaus und der Industrie gegründet. Mit dem Gewerbeverein für das Königreich Hannover wurden viele Funktionen der heutigen IHK und Handwerkskammer durch eine berufsständische Organisation übernommen. Die Verordnung über die Errichtung von Handelskammern im Königreich Hannover vom 7. April 1866 führte auch in Hannover zur Gründung einer Kammer. Am 20. April 1866 wurden die Handelskammern zu Hildesheim, Göttingen, Osterode und Goslar und am 12. September 1866 die Handelskammern zu Hannover und Hameln errichtet.

Datei:Karl F. Wunder PC 0299 Hannover. Georgstraße mit Hannoversche Bank. Bildseite.jpg
Bis 1896 Sitz der Handelskammer: Das ehemalige Gebäude der Hannoverschen Bank an der Georgstraße Ecke Schillerstraße, (anstelle des späteren Karstadt-Gebäudes);
Ansichtskarte Nr. 299 von Karl F. Wunder, um 1898
Datei:Handels-Kammer Hannover.jpg
Palais Simon mit Inschriften Handels-Kammer Hannover und Handels- u. Industrie-Museum.
Foto-Postkarte ca. 1906–1919
Original im Historischen Museum Hannover

Gründungspräsident der Handelskammer Hannover war der Fabrikant Fritz Hurtzig, die erste Geschäftsstelle wurde in der Burgstraße 30 eingerichtet. Nach dem Umzug 1870 in die Leinstraße 28, der Ausrufung des Deutschen Kaiserreichs übersiedelte die hannoversche Handelskammer noch in den ersten Jahren der Gründerzeit im August 1878 in das ehemalige Gebäude der Hannoverschen Bank an der Georgstraße Ecke Schillerstraße, bevor sie 1896 das ehemalige Palais Simon unter der Adresse Brühlstraße 1 als Geschäftssitz bezog. Ein Jahrzehnt später eröffnete sie dort zugleich das Handels- und Industriemuseum.<ref name="SLH">Rainer Ertel: Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 316.</ref>

Nach dem Ersten Weltkrieg und zu Beginn der Weimarer Republik verlegte die hannoversche Handelskammer im Herbst 1919 ihren Sitz in die Arnswaldstraße 28, betrieb das von ihr unterhaltene Museum jedoch weiterhin an der Brühlstraße.<ref name="SLH"/>

Datei:Carl G. Frietsch Schiffgraben Hannover Bildseite.jpg
Das Eckgebäude am Schiffgraben Ecke Finkenstraße;
Albuminabzug im Carte-de-Visite-Format von Carl G. Frietsch um 1880
Datei:Handelskammer Hannover Gutschein über 25 Pfennig 1. Dezember 1919 Unterschrift Beindorff Wolfeel von Roon J. C. König & Ebhard. Bildseite.jpg
Notgeld über 25 Pfennig zu Beginn der Weimarer Republik, mit Unterschriften von Fritz Beindorff, Wolfeel, von Roon;
1919 gedruckt von J. C. König & Ebhardt

1920 gewann Kammerpräsident Fritz Beindorff den Juristen und Volkswirtschaftler Kurt Finkenwirth zum Syndikus seiner Organisation, der gemeinsam mit Beindorff, Erich Tgahrt und Richard Platz die hannoversche Handelskammer rasch zur führenden Selbstorganisation der niedersächsischen Wirtschaft formte und zugleich eine der Voraussetzungen zur 1946 erfolgten politischen Gründung des Landes Niedersachsen schuf.<ref>Waldemar R. Röhrbein: Finkenwirth, Kurt. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 117; online über Google-Bücher</ref> 1924 wurden die bisherigen Handelskammern in Industrie- und Handelskammern (IHK) umbenannt. Rund vier Jahre später bezog die IHK Hannover 1928 ihren neuen Geschäftssitz im eigenen Gebäude unter der damaligen Adresse Finkenstraße 5<ref name="SLH"/> Ecke Schiffgraben, in dem später unter anderem auch die IHK des damaligen Freistaates Schaumburg-Lippe untergebracht war.<ref>Vergleiche beispielsweise die Angaben zur Finkenstraße im Adressbuch der Stadt Hannover von 1941, S. 77</ref>

1929 schlossen die Kammern Hildesheim, Göttingen und Goslar einen Vertrag über ihre Auflösung und die Bildung der Industrie- und Handelskammer für Südhannover, die ab 1965 als IHK Hildesheim firmierte.

Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 wurde die IHK – wie alle Institutionen zur Zeit des Nationalsozialismusgleichgeschaltet.

Durch die Luftangriffe auf Hannover während des Zweiten Weltkrieges wurde der Geschäftssitz an der Finkenstraße zerstört.<ref name="SLH"/> Von 1943 bis 1945 bestand die IHK nicht, sondern war Teil der Gauwirtschaftskammer Hannover-Braunschweig.

Nach dem Einmarsch amerikanischer Truppen in Hannover und damit auch der Schließung der Gauwirtschaftskammer am 10. April 1945<ref>Klaus Mlynek: Zweiter Weltkrieg. In: Stadtlexikon Hannover, S. 695f.</ref> konstituierte sich aus führenden Wirtschaftlern in Hannover bereits am 4. Mai 1945 ein vorläufiger Hauptausschuss, der am 25. Mai Franz Wilhelm Henkel zu ihrem Vorsitzenden wählte. Offiziell anerkannt aber wurden die Kammern erst durch Erlass der britischen Militärbehörde am 31. Oktober des Jahres.<ref name="SLH"/>

Datei:Industrie- und Handelskammer Hannover Schiffgraben 49 Anbau 1954 von Ernst Friedrich Ludwig Brockmann mit Aussenrelief von Kurt Lehmann 1953 Travertin.jpg
Früheres Hauptgebäude am Schiffgraben, 1954 erbaut von Ernst Friedrich Brockmann mit Außenrelief von Kurt Lehmann

Im Zuge staatlicher Reformen veränderten sich die Grenzen des Kammerbezirks mehrmals. 1973 fusionierte die Kammer Hildesheim mit der Kammer Hannover. Im Jahr 2002 beschloss die IHK-Vollversammlung eine Namensänderung. Aus der „IHK Hannover-Hildesheim“ wurde die „IHK Hannover“.<ref>Herbert Wenn: 125 Jahre Industrie- und Handelskammer Hannover. 1991.</ref><ref>Albert Lefèvre: 100 Jahre Industrie- und Handelskammer Hannover. Auftrag und Erfüllung. 1966</ref> Im Jahr 2023 bezog die IHK einen Neubau am Bischofsholer Damm in Hannover.

Rechtliche Grundlagen

Rechtsgrundlagen für die IHK-Arbeit bilden das IHK-Gesetz<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento vom 25. April 2016 im Internet Archive)</ref> sowie das Niedersächsische Ausführungsgesetz zum IHK-Gesetz<ref>https://www.hannover.ihk.de/fileadmin/data/Dokumente/Satzungen__Beitraege__Gebuehren/Niedersaechsisches_Ausfuehrungsgesetz_zum_IHK_Gesetz.pdf</ref>. Die innere Organisation der IHK Hannover wird durch die Satzung<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) Satzung der IHK Hannover</ref> und die Geschäftsordnung<ref>https://www.hannover.ihk.de/fileadmin/data/Dokumente/Satzungen__Beitraege__Gebuehren/Geschaeftsordnung_der_IHK_Hannover.pdf Geschäftsordnung</ref> geregelt.

Geschäftsbereiche

Die Aufgaben der IHK Hannover werden durch folgende Abteilungen wahrgenommen:

  • Hauptgeschäftsführung
  • Handel und Dienstleistungen (I)
  • International (II)
  • Berufsbildung (III)
  • Industrie und Verkehr (IV)
  • Recht (V)
  • Kommunikation (K)
  • Personal Organisation Finanzen (P)

Persönlichkeiten

Präsidenten

Präsidenten der IHK Hannover:<ref>Herbert Wenn: 125 Jahre Industrie- und Handelskammer Hannover. 1991</ref><ref>Albert Lefèvre: 100 Jahre Industrie- und Handelskammer Hannover. Auftrag und Erfüllung. 1966</ref>

Weitere Persönlichkeiten

Gründungsmitglieder

Literatur

  • Albert Lefèvre: 100 Jahre Industrie- und Handelskammer zu Hannover. Auftrag und Erfüllung. 1866 – 1966, Wiesbaden: baco - Verlag für Wirtschaftspublizistik H. Bartels KG, Druck: H. Osterwald, Hannover, 1966
  • Stefan Noort, Viktoria Ernst, Pia-Felicitas Homann, Klaus Pohlmann (Red) et al.: Rückblick vorwärts. Zeitsprünge aus 150 Jahren IHK Hannover, Hrsg.: Industrie- und Handelskammer Hannover, Hannover 2015
  • Lars Ruzik: Spät gezündet, schnell aufgeholt. Die Industrie- und Handelskammer feiert 150-Jähriges - und wählt am Montag ihren 23. Präsidenten. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 30. Januar 2016, S. 12
  • Stefan Noort (Ges.-Ltg.), Viktoria Ernst, Pia-Felicitas Homann, Klaus Pohlmann (Red.): Rückblick vorwärts. Zeitsprünge aus 150 Jahren IHK Hannover, hrsg. von der IHK Hannover, mit Beiträgen von Hannes Rehm und Horst Schrage, 1. Auflage, Hannover: IHK Hannover, 2015

Weblinks

Commons: Industrie- und Handelskammer Hannover – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 21′ 50″ N, 9° 46′ 32,8″ O

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