Richard Platz
Richard Platz (* 24. November 1867 in Chemnitz; † 1. Januar 1933 in Hannover) war ein deutscher Kaufmann und Manager<ref name="HBL">Waldemar R. Röhrbein: Platz, Richard. (siehe Literatur)</ref>, der über drei Jahrzehnte den internationalen Aufstieg der Hackethal Draht- und Kabelwerke bestimmte.<ref name="SLH">Waldemar R. Röhrbein: Platz, Richard. (siehe Literatur)</ref> Sein Lebenswerk gilt als eines der bedeutendsten in der elektrotechnischen Spezialindustrie.<ref name="HBL" />
Leben
Druck von J. C. König & Ebhardt, 1928
Richard Platz wurde im Jahr 1900 Geschäftsführer der von den Brüdern Joseph Berliner und Jacob Berliner gegründete Hackthal-Draht-GmbH in Hannover.<ref name="HBL" /> Seine Aufgabe war die wirtschaftliche Auswertung der Erfindungen von Louis Hackethal.<ref name="SLH" /> Nachdem das Unternehmen zunächst an der Kniestraße im (heutigen) Stadtteil Nordstadt, ab 1902 dann an der Nikolaistraße ansässig war, verlegte der Geschäftsführer das Unternehmen nach der Aufnahme ihrer eigenen Produktion 1906 in ein eigenes Fabrikgebäude am Stadtrand<ref name="HBL" />, an der Stader Chaussee (die heutige Vahrenwalder Straße)<ref>Waldemar R. Röhrbein: Hackethal Draht- und Kabelwerke AG. In: Stadtlexikon Hannover. S. 246</ref> im (heutigen) Stadtteil Brink-Hafen.<ref name="SLH" />
Nach der Umwandlung der GmbH in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1907 wurde Richard Platz zum alleinigen Vorstand bestimmt, der den Ausbau des Unternehmens zügig vorantrieb: Er gründete 1908 erst eine Drahtzieherei, errichtete 1912 dann ein Walzwerk für Kupfer. Im selben Jahr trat er der Vereinigung Deutscher Starkstromkabelfabrikanten<ref name="HBL" /> sowie der Brinker Hafengesellschaft<ref name="SLH" /> bei; er gründete 1914 eine Fabrik für Isolier-Rohre.<ref name="HBL" />
Während des Ersten Weltkriegs strebte Richard Platz trotz des kriegsbedingten Rohstoffmangels weiterhin eine Expansion der Hackthal-Werke an. Während der Weimarer Republik erwarb er inmitten der Deutschen Hyperinflation 1922 die Nürnberger Metallwerke.<ref name="HBL" />
Zugleich saß Richard Platz als Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei von 1921 bis 1924 im Provinziallandtag der Provinz Hannover. Durch sein Engagement in der Industrie- und Handelskammer Hannover wurde er 1923 zum Vizepräsidenten der hannoverschen IHK gewählt und war ab 1926 bis 1931 ihr Präsident, zugleich auch Vorsitzender des IHK-Verbands sowie des Wirtschaftsbundes Niedersachsen-Kassel.<ref name="HBL" />
Richard Platz erwarb sich innerbetrieblich Verdienste um die Ausbildung des kaufmännischen Nachwuchses. Als Kaufmann war er jedoch in erster Linie an der Steigerung des Umsatzes interessiert.<ref name="HBL" /> So baute er, häufig in Form von Tochtergesellschaften, Verkaufsorganisationen in den meisten Ländern der Erde auf.<ref name="SLH" />
Richard Platz starb am 1. Januar 1933, kurz vor der „Machtergreifung“ durch die NSDAP.<ref name="SLH" />
Ehrungen
In Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche Technik wurde Richard Platz von der Technischen Hochschule Hannover die Ehrendoktorwürde (als Dr.-Ing. E. h.) verliehen.<ref name="SLH" />
Weblinks
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Literatur
- Hackethal Draht- und Kabel-Werke AG (Hrsg.): Hackethal-Nachrichten, Jahrgang 1925, ...
- Hannoversche Köpfe aus Verwaltung, Wirtschaft, Kunst und Literatur. o. J. (1929), Band 2.
- Beatrix Herlemann, Helga Schatz: Biographisches Lexikon niedersächsischer Parlamentarier 1919–1945. (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Band 222.) Hahn’sche Buchhandlung, Hannover 2004, ISBN 3-7752-6022-6, S. 276.
- Gert von Klass: Hackethal Draht- und Kabelwerke AG Hannover. Hannover 1950.
- Waldemar R. Röhrbein: Platz, Richard. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 287. (eingeschränkte Vorschau über Google-Bücher)
- Waldemar R. Röhrbein: Platz, Richard. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 503.
Einzelnachweise
<references />
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