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Immergrüne Kriech-Heckenkirsche

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Immergrüne Kriech-Heckenkirsche
Datei:Lonicera pileata flowers 001.JPG

Immergrüne Kriech-Heckenkirsche (Lonicera pileata)

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Gattung: Heckenkirschen (Lonicera)
Art: Immergrüne Kriech-Heckenkirsche
Wissenschaftlicher Name
Lonicera pileata
Oliv.
Datei:LoniceraPileata.jpg
Habitus
Datei:Lonicera pileata flowers.JPG
Blüte
Datei:Immergrüne Kriech-Heckenkirsche (Lonicera pileata) 01.jpg
Beere

Die Immergrüne Kriech-Heckenkirsche<ref name=deutsch/> (Lonicera pileata) ist ein kleiner Strauch mit duftenden, 7 bis 8 Millimeter großen Blüten aus der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in China. Sie wird aufgrund der dekorativen Beeren sehr häufig als Zierpflanze verwendet.

Beschreibung

Die Immergrüne Kriech-Heckenkirsche ist ein immergrüner, ausgebreiteter bis 0,5 bis 1, selten 1,5 Meter hoher Strauch mit dünnen, nicht hohlen Zweigen und behaarten Trieben. Die Laubblätter sind zweizeilig angeordnet und kurz gestielt. Die Blattspreite ist einfach, eiförmig bis länglich-lanzettlich, 5 bis 40 Millimeter lang und 4 bis 15 Millimeter breit, mit stumpfer oder abgerundeter Blattspitze und keilförmiger Basis. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und glänzend, die Unterseite ist heller und entlang des Mittelnervs sparsam behaart oder kahl.<ref name=FdG8/>

Die duftenden Blüten wachsen achselständig in Paaren auf kurzen Stielen. Die Tragblätter sind pfriemlich und etwa so lang wie die Fruchtknoten. Die Vorblätter sind becherartig verwachsen. Die blassgelbe Blütenkrone ist trichterförmig, 7 bis 8 Millimeter lang und innen und außen behaart. Der Kronsaum ist regelmäßig, die Kronröhre stark höckrig und länger als der Saum. Die Staubblätter und der Griffel überragen den Kronsaum deutlich. Als Früchte werden kugelige, 5 Millimeter durchmessende, bei Fruchtreife purpurviolette Beeren gebildet.

Die Immergrüne Kriech-Heckenkirsche blüht im Mai und Juni.<ref name=FdG9/><ref name=Fitschen/>

Lonicera ligustrina hat die Chromosomenzahl 2n = 18 oder 22.<ref name="IPCN" />

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Mittel- und Westchina.<ref name=FdG9/><ref name=GRIN/> Die Immergrüne Kriech-Heckenkirsche wächst in kühlfeuchten Wäldern, Gebüschen und Hecken, auf mäßig trockenen bis frischen, schwach sauren bis alkalischen, nicht zu nährstoffreichen Böden an lichtschattigen, kühlen bis kalten Standorten. Die Art ist mäßig frosthart. Das Verbreitungsgebiet wird der Winterhärtezone 6b zugeordnet mit mittleren jährlichen Minimaltemperaturen von −20,5 bis −17,8 °C (−5 bis 0 °F).<ref name=FdG9/>

In der Schweiz kommt die Art gelegentlich verwildert vor. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (Subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Immergrüne Kriech-Heckenkirsche (Lonicera pileata) ist eine Art aus der Gattung der Heckenkirschen (Lonicera) in der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Dort wird die Gattung der Unterfamilie Caprifolioideae zugeordnet. Die Art wurde 1887 von Daniel Oliver erstmals wissenschaftlich beschrieben in Hooker's Icones Plantarum Band 16 Tafel 1585.<ref name=GRIN/> Der Gattungsname Lonicera erinnert an den deutschen Mathematiker, Arzt und Botaniker Adam Lonitzer (lateinisch Lonicerus).<ref name=Gen_Gat/> Das Artepitheton pileata ist spätlateinisch und heiß so viel wie „eine Filzkappe tragend“.<ref name=Gen_Art/> Nach POWO wird die Art auch als Varietät Lonicera ligustrina var. pileata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Oliv.) Franch. zur Art Lonicera ligustrina <templatestyles src="Person/styles.css" />Wall. gestellt.<ref name="POWO" />

Verwendung

Die Immergrüne Kriech-Heckenkirsche wird häufig aufgrund der dekorativen Früchte als Zierpflanze verwendet.<ref name=FdG9/>

Nachweise

Literatur

  • Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 3., korrigierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 388–389.
  • Jost Fitschen: Gehölzflora. 12., überarbeitete und ergänzte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2007, ISBN 3-494-01422-1, S. 570.
  • Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7 (Nachdruck von 1996).

Einzelnachweise

<references> <ref name=deutsch> Deutscher Name nach Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 388 und nach Fitschen: Gehölzflora, S. 570 </ref> <ref name=FdG8> Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 388 </ref> <ref name=FdG9> Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 389 </ref> <ref name=Fitschen> Fitschen: Gehölzflora, S. 570 </ref> <ref name=GRIN> Lonicera pileata. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 22. September 2012 (englisch). </ref> <ref name=Gen_Gat> Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 349 </ref> <ref name=Gen_Art> Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 484 </ref> <ref name="IPCN">Lonicera ligustrina bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="POWO">Lonicera pileata. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="InfoFlora">Lonicera pileata Oliv. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks