Hornburg (Mansfelder Land)
Hornburg Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(267)&title=Hornburg 51° 27′ N, 11° 35′ O
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| Höhe: | 182 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 11 km² | |||||
| Einwohner: | 267 (8. Dez. 2025)<ref>Ortsteile der Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land. Abgerufen am 9. Oktober 2022.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 24 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 2010 | |||||
| Postleitzahl: | 06317 | |||||
| Vorwahl: | 034776 | |||||
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Bild:Hornburg in Seegebiet Mansfelder Land.svg|rahmenlos|268x335px|zentriert|Karte poly 328 386 321 384 311 380 299 377 303 367 294 360 292 358 290 353 293 338 282 340 282 329 284 308 288 292 301 297 329 290 334 329 Amsdorf poly 207 290 209 277 202 269 193 265 185 261 185 248 171 250 157 248 159 243 162 232 171 235 174 226 175 220 186 225 200 227 211 233 220 243 226 242 238 250 241 252 239 256 222 256 228 274 234 274 232 285 Aseleben poly 110 342 106 332 101 325 94 317 89 313 80 301 73 309 71 297 69 289 85 285 107 262 122 247 134 244 157 248 172 248 184 250 186 255 181 262 191 267 204 270 210 274 210 280 210 293 184 295 181 303 175 305 168 320 Erdeborn poly 208 135 203 123 204 93 214 81 214 54 213 36 221 24 229 20 240 19 251 55 268 65 294 79 277 96 266 111 262 121 240 111 224 121 Dederstedt poly 84 375 48 380 42 362 28 368 32 336 13 329 21 321 15 298 8 289 20 263 43 260 59 258 64 281 81 280 75 285 64 291 72 307 83 300 89 314 95 322 98 323 105 332 113 344 97 350 93 372 Hornburg poly 158 249 136 247 129 242 120 250 111 242 102 215 133 197 116 187 134 173 153 158 161 159 169 156 176 156 186 166 186 191 173 223 172 234 162 231 Lüttchendorf poly 181 187 183 173 181 168 176 155 184 133 204 146 214 142 226 129 222 119 238 115 253 115 266 119 268 103 279 96 301 101 305 124 311 136 301 143 290 156 285 178 276 181 272 204 272 217 261 212 262 195 248 196 239 202 238 180 228 180 225 195 202 178 Neehausen poly 223 382 213 375 206 360 212 352 202 352 176 363 175 350 161 342 160 334 146 329 131 330 167 316 179 306 182 299 199 294 228 285 241 286 292 294 280 316 283 344 290 349 293 358 299 368 302 379 293 379 279 369 275 358 249 355 252 352 240 345 229 351 239 368 Röblingen am See poly 232 289 232 267 229 267 222 256 242 261 241 252 228 241 216 244 206 235 195 225 181 222 168 214 179 188 195 185 200 179 223 192 227 177 238 184 234 202 248 193 261 199 261 215 274 216 289 229 304 235 317 244 306 249 313 261 326 266 337 259 345 269 336 280 327 288 326 294 297 297 Seeburg poly 242 434 236 418 233 406 215 406 216 382 224 380 238 369 228 351 242 349 251 347 257 355 252 361 276 358 279 376 300 377 315 382 334 391 335 416 328 417 279 431 Stedten poly 330 381 332 326 326 284 339 284 351 282 378 305 383 305 387 320 403 323 407 321 391 329 385 331 392 354 381 361 391 384 379 390 377 374 354 371 354 381 Wansleben am See rect 0 0 173 129 Landkreis Mansfeld-Südharz desc bottom-right </imagemap>Lage von Hornburg in Seegebiet Mansfelder Land
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Hornburg ist ein Ortsteil der Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt und liegt rund 8 km südsüdöstlich von Eisleben unweit der B 180.
Geographie und Geologie
Hornburg liegt im Südosten des Landkreises Mansfeld-Südharz, ca. 500 m nördlich der Bundesautobahn 38. Nach diesem Dorf ist der sich von hier aus in Richtung Nordwesten erstreckende Höhenzug des Hornburger Sattels benannt, der den östlichsten Ausläufer des Mittelgebirges Harz darstellt. Hornburg liegt dabei nahe der Wasserscheide zwischen der Rohne im Westen und der Salza im Osten. Das Gelände erreicht am Talberg westlich des Dorfes Höhen von 242,5 m ü. NHN. Die Dorfkirche steht auf einer Höhe von ca. 205 m ü. NHN.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Zum Ortsteil Hornburg gehört die Siedlung Holzzelle, das etwa 2 km nördlich von Hornburg liegt und das Vorwerk Äbtischrode, das 2,5 km nördlich liegt.
Die Geologie von Hornburg wird maßgeblich durch den sogenannten Hornburger Sattel geprägt. Dabei handelt es sich um einen langgestreckten, bis etwa 320 m hohen Bergrücken im südöstlichen Harzvorland. Geologisch bildet der Sattel eine tektonische Aufwölbung (Antiklinale), die die Mansfelder Mulde im Nordosten von der Sangerhäuser Mulde im Südwesten trennt. Durch tektonische Bewegungen wurden die Gesteinsschichten hier angehoben und teilweise entlang der Hornburger Tiefenstörung versetzt, die die Südostbegrenzung des Sattels darstellt.<ref>Erich Neuß und Dietrich Zühlke: Mansfelder Land. In: Werte unserer Heimat. Band 38, Nr. 38. Akademie-Verlag, Berlin 1982, ISBN Bestellnummer 753 8027 (2084/38)(?!), S. 161–163.</ref>
Der Hornburger Sattel besteht überwiegend aus Sedimentgesteinen des Perm und der frühen Trias (vor etwa 300-250 Mio. Jahren). Dazu gehören vor allem Zechstein- und Buntsandstein-Schichten, die aus diversen Sandsteinen und Tonsteinen bestehen. Der rote und weiße Sandstein schmückt heute auch die Fassaden vieler Hornburger Bauwerke. In den sogenannten Hornburger Schichten treten unter anderem Quarzitansammlungen, Schieferton und Sandsteine auf. Darüber folgen jüngere Ablagerungen, unter anderem die Eislebener Schichten und der Untere Zechstein.
In einigen Bereichen ist auch der Kupferschiefer aufgeschlossen, der im Mansfelder Land eine wichtige Rolle für den historischen Bergbau spielte. Zusätzlich werden viele Gesteinsschichten von eiszeitlichen Ablagerungen wie Löss, Sanden und Kiesen überdeckt.
Geschichte
Die Ursprünge der Besiedlung reichen weit zurück. Bereits in der Jungsteinzeit, vor etwa 7000 bis 5000 Jahren, lebten hier erste Menschen. Funde von Linienbandkeramik und Randscherben belegen, dass sich frühe germanische Siedler in dieser Gegend niederließen. Eine ungleichmäßig wachsende Vegetation deckt im Sommer Kreise auf dem Feld südwestlich des Fichtenberges auf, die ebenfalls auf Grabfelder aus dieser Zeit hindeuten. Diese frühen Gemeinschaften verschwanden jedoch spätestens mit der Zeit der Völkerwanderung.
Erst im frühen Mittelalter, etwa im 8. Jahrhundert, gewann die Region wieder an Bedeutung. Vermutlich ließ sich ein Ritter oder Edelmann von den bewaldeten Hügeln und der markanten Landschaft begeistern und errichtete auf dem heutigen Fichtenberg eine hölzerne Burganlage, geschützt durch Erdwälle. Archäologische Funde von Schutt und Mauerresten bestätigen diesen Standort. Der Berg selbst, dessen Form an ein Horn erinnert, gab der Anlage ihren Namen, „Hornee“ oder „Horneie“, also die Burg auf dem Horne. Einer Überlieferung zufolge trug der Burgherr ein wundersames goldenes Horn bei sich, das heute noch als Symbol mit Blumen gefüllt im Ortswappen zu finden ist sowie die Fassade des Dorfgemeinschaftshauses ziert.
Da der Burgplatz jedoch begrenzt war, siedelte sich das Gefolge im Südosten entlang eines Wasserlaufs, dem Hornburger Graben an, der als Lebensader diente. In einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis des Zehnten des Klosters Hersfeld wird Hornburg als zehntpflichtiger Ort Hornberc im Friesenfeld erstmals urkundlich erwähnt und musste Abgaben an dieses entrichten. Interessanterweise wird darin keine Burg mehr erwähnt, was darauf hindeutet, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits verfallen oder zerstört war. Das Holz könnte dann genutzt worden sein, um Gebäude im Ort zu errichten.
Mit der Gründung des Benediktiner Klosters Holzzelle im Jahr 877, womöglich durch die letzte Besitzerin der Burg, eine Dynastin der Hornee, die in der Chronik genannt wird, brach eine neue Zeit an. Auch der Bau der Dorfkirche St. Ulrich geht auf diese Zeit zurück. Ihr ungewöhnlich nach Osten ausgerichteter Turm deutet darauf hin, dass er ursprünglich als eigenständige Kapelle diente. Erst in der Romanik musste dann das Kirchenschiff Richtung Westen angebaut werden, da östlich ein steiler Abhang klafft. Es gab sogar Pläne, einen weiteren mit Schiefer verkleideten Turm im Westen anzubauen, die jedoch wegen baulichen Schwierigkeiten verworfen werden mussten.
Im Umfeld, nordöstlich der heutigen Ortslage entstanden in dieser Zeit die weiteren kleinen Siedlungen Klein-Hornburg, welches in das heutige Hornburg eingepfarrt war, Westdorf, Hornberg und Pohlingen. Diese verschwanden jedoch im Laufe des Mittelalters wieder. Die Bewohner zogen vermutlich nach Hornburg und aus den Siedlungen wurden Wüstungen. Ihre Existenz ist heute nur noch durch Flurnamen wie dem Polischen Grund und archäologische Spuren belegt.
Etwa um 1200 hatten dann Edelherren von Querfurt den Besitz des Dorfes inne. 1217 schenkten die Gebrüder Burchard und Gebhart zu Querfurt dem Sankt Marienhospital an der Brücke zu Halle mehrere Gehölze bei Hornburg.
Die folgenden Jahrhunderte waren von Krisen geprägt. Pestepidemien suchten die Region immer wieder heim, besonders zwischen dem späten 16. und 17. Jahrhundert. Zwischen 1636 und 1639 war das Dorf nahezu menschenleer, es sollen nur noch zwei Bauernhöfe bewohnt gewesen sein, da viele Bewohner in den nahegelegenen Wäldern Schutz vor dem schwarzen Tod suchten. Auch der Fichtenberg erhielt in dieser Zeit eine düstere Bedeutung. Auf seiner Spitze soll ein Galgen errichtet worden sein, weshalb er in einigen Quellen als Galgenberg benannt wurde. Er sollte abschreckend wirken, diente aber wohl auch als Grabhügel, was durch unzählige gefundene Urnen belegt wird. Es lässt sich leicht erkennen, dass der Berg von Menschenhand bearbeitet und später auch als Obstplantage genutzt wurde.
Spätestens ab dem 16. Jahrhundert stand der Ort Hornburg unter der Herrschaft der Grafen von Mansfeld, die es dem Kloster Holzzelle unterstellten. Das Dorf, das nun von drei Windmühlen umringt war, blühte in der Landwirtschaft wieder auf, bis der Dreißigjährige Krieg im Jahr 1618 ausbricht und damit diese Entwicklung unterbrach. Kriegszüge, Plünderungen und Seuchen führten zu einem dramatischen Bevölkerungsrückgang.
Auch in den folgenden Jahrhunderten blieb die Gegend nicht von Konflikten verschont. Immer wieder zogen preußische, französische und schwäbische Truppen durch den Ort, forderten Einquartierungen, Abgaben von Tausenden Talern und Versorgung. Erst mit dem Sieg Preußens wurde das Gebiet neu geordnet und dem damaligen Mansfelder Seekreis in der preußischen Provinz Sachsen zugeordnet. Ein interessantes Zeugnis aus dem Jahr 1854 ist eine Porzellantellersammlung, die von allen Städten und Gemeinden des Seekreises dem Landrat von Kerßenbrock zum Dienstjubiläum überreicht wurde. Darauf sind Darstellungen aller Ortschaften aus unserer Region zu sehen, unter anderem auch von Hornburg und Äbtischrode.
Mit dem 20. Jahrhundert kamen erneut Herausforderungen. Der Erste Weltkrieg forderte 18 Opfer aus der Gemeinde, deren Namen auf einer Granitsäule vor der Kirche verewigt sind. 1928 wird dann die Domäne Holzzelle noch an die nun eigenständige Gemeinde Hornburg angeschlossen. Im Nationalsozialismus wird zusätzlich Alberstedt der Ortsgruppe Hornburg hinzugefügt. Der Zweite Weltkrieg hinterließ jedoch noch tiefere Spuren. 27 Hornburger verloren ihr Leben. Zwar blieb der Ort von Bombenabwürfen verschont, doch Luftkämpfe über der Region führten zu mehreren Flugzeugabstürzen. 1944 brachten US-Begleitjäger eine Messerschmitt zum Absturz, dabei kommt der Pilot und Obergefreite Hermann Röge um und wird auf dem Alten Friedhof in Hornburg beigesetzt. Ein Jahr darauf stürzte dann eine amerikanische Spitfire ab, der Pilot Robert James Dixon überlebte und wurde gefangen genommen. Nachdem Hornburg zunächst von den amerikanischen Streitkräften besetzt wurde, zog dann die Rote Armee ein und so stürzte in den 1960ern eine sowjetische MiG auf dem Hügel Richtung Erdeborn ab, wenige Flugzeugteile werden heute in der Kirche aufbewahrt.
Nach Kriegsende begann der Wiederaufbau unter völlig neuen politischen Vorzeichen. 1950, im Zuge der Gebietsreformen, wurde die Gemeinde dem Kreis Querfurt zugeordnet, bis sie 1994 in die Verwaltungsgemeinschaft „Am Hornburger Sattel“ im Kreis Eisleben eingeordnet wurde. Die Eingliederung in die DDR brachte die Gründung eines demokratischen Blocks aus KPD und SPD in Hornburg mit sich. Landwirtschaftliche Betriebe wurden kollektiviert, eine LPG wurde gegründet, und durch die Aufnahme von Vertriebenen stieg die Einwohnerzahl auf einen Höchststand von etwa 1300 Menschen.
Die kommenden Jahrzehnte brachten dann durch Förderprogramme vom Land einige Neubauten, Umbauten und Abrisse mit sich. Einrichtungen wie die Feuerwehr, die Kirche, das Pfarrhaus, das Dorfgemeinschaftshaus und das Schulgebäude überdauerten die Zeit und stehen heute noch.
Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Hornburg, Amsdorf, Aseleben, Erdeborn, Lüttchendorf, Neehausen, Röblingen am See, Seeburg, Stedten und Wansleben am See zur Einheitsgemeinde Seegebiet Mansfelder Land zusammen.<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010</ref> Gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft Seegebiet Mansfelder Land, zu der Hornburg gehörte, aufgelöst.
Die Gemeinde verfügte vorher über kein genehmigtes Wappen. Lediglich im Siegelinnenraum zeigt sich ein blumengefülltes Füllhorn.
Holzzelle und Äbtischrode
Der seit 1928 zu Hornburg gehörende Ortsteil Holzzelle entstand durch die Gründung des, der Jungfrau Maria geweihten Benediktinerinnen-Klosters Zelle. Das Kloster wurde vermutlich bereits im 9. Jahrhundert gegründet, erste urkundliche Erwähnungen finden jedoch erst 1147 statt. Es wurde im Baueraufstand von 1525 verwüstet und niedergebrannt, es erinnern nur noch zwei Steinsäulen und die Kapelle an das einst mächtige Kloster. Erhalten gebliebene Gebäude wurden erst zu einem gräflichen Amt, dann 1780 zur preußischen Domäne und von 1808 bis 1814 Dotationsort des frz. Marschalls Davout. In der DDR wurde Holzzelle von einem Volksgut bewirtschaftet und ein Wagen wurde vom Konsum Querfurt aufgestellt. Bis 2003 existierte im ehemaligen Gut auch ein Reiterhof. Heute Wird der Hof zur Pferdezucht und Landwirtschaft genutzt. In Holzzelle stehen heute neben dem Hof noch vier Wohnhäuser.
Der Ortsteil Vorwerk Äbtischrode wurde 1817 als Klostergut gegründet und wurde ebenfalls vom Forst genutzt. Der ehemalige Besitzer Schobes wurde mit seinem Schwiegervater in einem Mausoleum im nahegelegenen Wald beigesetzt. Nach einigen Besitzwechseln und verschieden Pächtern kaufte es 1898 der preußische Staat. Nach der Ende wurde Äbtischrode privatisiert. Heute ist das alte Wohn- und Wirtschaftsgebäude unbewohnt und ein neues Wohnhaus wurde gegenüber erbaut. Darin leben die einzigen drei Einwohner von Äbtischrode, die die Ackerflächen bewirtschaften.
Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen
Die Dorfkirche St. Ulrich wurde um 1200 errichtet und im Jahre 1725 deutlich erweitert. Sie ist unter der Nummer 094 05787 als Baudenkmal verzeichnet. Nachdem sie in den 1930er-Jahren wegen ihres stark baufälligen Zustands abgerissen werden sollte, wurde sie zunächst saniert und im Inneren ausgemalt. Während der deutschen Teilung zerfiel sie weiter. Seit der Wende wird die Kirche von einem Förderverein wieder instand gesetzt.<ref>Förderverein St. Ulrich Hornburg: kirche-hornburg.de. Abgerufen am 1. September 2023.</ref>
Das Dorfgemeinschaftshaus am Bachgraben 3 wird heute als Veranstaltungsort für verschiedene Feste und Veranstaltungen genutzt und kann für private Feiern gemietet werden. Errichtet wurde es als Vereinssitz des Geflügelzüchtervereins Hornburg.
Bevölkerung
(Quelle: Mansfelder Heimatkunde, April 1927 und Werte unserer Heimat, Mansfelder Land) |
(Quelle: Einwohnermeldeamt in Röblingen am See, Seegebiet Mansfelder Land) |
Schulwesen
Von Anfängen einer schulischen Unterrichtung in Hornburg ist bereits im Mittelalter die Rede. Anfangs unterrichteten Küster oder Geistliche die Kinder im Singen, Lesen und kirchlichen Tugenden, erst ab der Reformation spricht man von Schulmeistern oder Schuldienern. Im 19. Jahrhundert stieg die Zahl der Schüler deutlich an, 1852 gab es bereits über 120 Schulkinder, da nun auch die 20 bis 30 Kinder aus Holzzelle und Äbtischrode den über drei Stunden langen Weg bis zur Hornburger Schule zurücklegten. Zeitweise wurden bis zu 100 Kinder gleichzeitig unterrichtet, bevor dann eine Gliederung in mehrere Klassen entstand. 1887 wurde die Schule in eine Dreiklassenschule mit drei Lehrern umgewandelt, wobei die Schülerzahlen zwischen etwa 136 und 153 schwankten. Rückschläge gab es durch Epidemien wie 1866/67 sowie durch den Ersten Weltkrieg, der den Unterricht einschränkte. Im 20. Jahrhundert folgten weitere Reformen, etwa die staatliche Schulaufsicht ab 1912 und ein Ausbau nach 1945. 1969 wurde die Schule in Hornburg schließlich aufgelöst und in das System der zehnklassigen Polytechnischen Oberschule in Rothenschirmbach überführt.
Verkehr und Infrastruktur
Hornburg ist über die Landesstraße 223 mit Erdeborn und Rothenschirmbach verbunden, parallel verläuft ein Radweg Richtung Rothenschirmbach. Weitere teilweise asphaltierte Wege im Süden verbinden Hornburg mit Alberstedt und Farnstedt. Über einen asphaltierten Weg im Norden, der sich an die Straße am Windberg anschließt, ist die Siedlung Holzzelle erreichbar. Zudem verfügt Hornburg über gute Anbindungen an die A38 und die B180. Der Bahnhof in Erdeborn ist 4 km entfernt. Die nächsten Einzelhändler befinden sich 3,5 km im Westen sowie 7 km im Osten bei Röblingen am See.
Flora und Fauna
- Europäische Gottesanbeterin
1756 erstmals in Deutschland nachgewiesen, gelang es 2004, eine sich vermehrende Population der Europäischen Gottesanbeterin (mantis religiosa) auch in Sachsen-Anhalt nachzuweisen. Sie ist die einzige Fangschreckenart in Mitteleuropa und kam vermutlich über Tschechien oder das Elbetal hierher. Regelmäßige Funde sowohl von ausgewachsenen Exemplaren als auch von Ootheken, welche Ende September an klimatisch günstige Orte gelegt werden, in Gärten, an Wegesrändern und vor allem auf dem Galgenberg (Fichtenberg), bestätigen eine feste Population in Hornburg.
- Galgenberg (Fichtenberg)
Am Südwesthang des Galgenberges erstreckt sich eine ausstreichende Zechstein-Kupferschieferschicht. Das darin enthaltene Kupferschieferflöz und die verschiedenen Schwermetalle lassen auf einer Fläche von zwei Hektar einen Schwermetallrasen gedeihen. Dieser verschafft Hornburg eine botanische Besonderheit. Die Strandgrasnelkenart Armeria Maritima Hornburgensis wurde 1912 erstmals beschrieben und ist hochgradig gefährdet, da sie nur auf dem Galgenberg wächst.
Weitere Lebensraumtypen beherbergen Arten wie Steppen-Trockenrasen mit Pfriemengras (Stipa capillata), Gelber Skabiose (Scabiosa ochroleuca), Hügelmeier (Asperula cynanchica), Dänischem Tragant (Astragalus danicus), Steppen-Segge (Carex supina), Felsen-Goldstern (Gagea bohemica ssp. saxatilis) und dem ausdauernden Knäuel (Scleranthus perennis). Sehr kleinflächig ist auch der Silikatfelsen mit Pionierrasen zu finden.
Am Nordhang, der von Laubbäumen bewaldet wird, blühen von März bis Mai die Buschwindröschen, die den gesamten Waldboden bedecken.
- Adonisröschen
Auf dem Kirschberg im Nordosten Hornburgs wächst das gefährdete Adonisröschen. Von April bis Mai bildet die krautige Pflanze leuchtend gelbe Blüten aus, die sich im Sonnenlicht öffnen.
Literatur
Auch in der Literatur findet Hornburg Eingang, so beschreibt Christoph Hein in seinem Roman „Von allem Anfang an“ seine Sommeraufenthalte bei seinen Großeltern in Holzzelle und auch Karl Leberecht Immermann erwähnt in seinen Memorabilien Besuche bei seinem Onkel Georg Ferdinand Reinsdorf, der Pächter auf Holzzelle war.
Des Weiteren wird Hornburg in der Buchserie „Werte unserer Heimat-Mansfelder Land“ im Band 38 beschrieben und das Fotobuch „Alte und Neue Ansichten Hornburg, Holzzelle und Vorwerk Äbtischrode“ illustriert die Entwicklung des Ortes.
Weblinks
- Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land: Hornburg. Abgerufen am 14. Februar 2025.
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Amsdorf | Aseleben | Erdeborn | Dederstedt | Hornburg mit Äbtischrode und Holzzelle | Lüttchendorf mit Wormsleben | Neehausen mit Elbitz und Volkmaritz | Röblingen am See mit Neue Siedlung, Oberröblingen und Unterröblingen | Seeburg mit Rollsdorf | Stedten | Wansleben am See Vorlage:Klappleiste/Ende
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Parameterfehler
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:ISBN
- Ort im Landkreis Mansfeld-Südharz
- Geographie (Seegebiet Mansfelder Land)
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Mansfeld-Südharz)
- Ersterwähnung im 9. Jahrhundert
- Gemeindeauflösung 2010