Zum Inhalt springen

Hafenlohr (Fluss)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Hafenlohr
früherer Name: Lohrbach<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>
Datei:Hafenlohr1.JPG
Die Hafenlohr bei Windheim

Die Hafenlohr bei Windheim

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2456
Lage Spessart

Bayern

Flusssystem Rhein
Abfluss über Main → Rhein → Nordsee
Quellen Rothenbuch:
am Schloss:
49° 58′ 4″ N, 9° 23′ 52″ O
 {{#coordinates:49,9677742|9,3978952|
dim= globe= name=Quelle am Schloss region=DE-BY type=waterbody
  }}
im Tiergartengrund:
49° 58′ 41″ N, 9° 23′ 18″ O {{#coordinates:49,9781591|9,3882111|
dim=500 globe= name=Quellen Hafenlohr region=DE-BY type=waterbody
  }} 
Quellhöhe 385 m ü. NHN<ref>Bayernatlas: Kartenausschnitt Tiergartengrund</ref> 
Q. im Tiergartengrund
355 m ü. NHN
Q. am Schloss
Mündung bei Hafenlohr in den MainKoordinaten: 49° 52′ 6″ N, 9° 36′ 16″ O
 {{#coordinates:49,868405555556|9,6044583333333|primary
dim=1000 globe= name=Mündung Hafenlohr region=DE-BY type=waterbody
  }}
49° 52′ 6″ N, 9° 36′ 16″ O {{#coordinates:49,868405555556|9,6044583333333|
dim=1000 globe= name=Mündung Hafenlohr region=DE-BY type=waterbody
  }} 
Mündungshöhe 142 m ü. NHN<ref>Stauziel auf dem Mainabschnitt unterhalb der Staustufe Rothenfels und oberhalb der Staustufe Lengfurt nach dem BayernViewer.</ref>
Höhenunterschied 243 m
Sohlgefälle 8,8 ‰
Länge 27,7 km<ref name="DE-BY_GV24123">Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 123 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2016 (PDF; 3,3 MB)</ref> 
mit Tiergartenbach
26,5 km
ab Hafenlohrquelle
Einzugsgebiet 147,31 km²<ref name="DE-BY_GV24123">Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 123 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2016 (PDF; 3,3 MB)</ref>
Abfluss am Pegel Hafenlohr<ref>Hauptwerte Pegel Hafenlohr</ref>
AEo: 147 km²
Lage: 600 m oberhalb der Mündung
NNQ
MNQ 1971–2014
MQ 1971–2014
Mq 1971–2014
MHQ 1971–2014
HHQ (26.01.1995)
50 l/s
300 l/s
1,71 m³/s
11,6 l/(s km²)
15,8 m³/s
38,6 m³/s
Linke Nebenflüsse Mäusbach
Rechte Nebenflüsse Tiergartenbach, Breitbach, Steinbach, Wachenbach

Vorlage:Maplink

Datei:Hafenlohrtal-Windheim-001.jpg
Die Hafenlohr nahe Windheim

Die Hafenlohr nahe Windheim

Die Hafenlohr ist ein 26,5 km (mit Tiergartenbach 27,7 km) langer, rechter Zufluss des Mains in den unterfränkischen Landkreisen Aschaffenburg und Main-Spessart im bayerischen Spessart.

Name

Datei:Hinweisschild Hafenlohr.svg

Im Jahr 772 war sie in der Markbeschreibung der Benediktinerabtei Neustadt am Main erstmals als super fluviolum Lara (dt. über das Flüsschen Lara)<ref>Übersetzung von fluviolum = Kleiner Fluss</ref> beschrieben.<ref>Klaus Weyer, Vom Keltenheiligtum zum karolingischen Missionskloster – Neustadt am Main. Königshausen & Neumann, Würzburg 2019, ISBN 978-3-8260-6740-2, Seite 131</ref> 1273 wurde der Fluss als Lare und 1494 Lore erwähnt.<ref name="LfO"></ref> Erst im 16. Jahrhundert schrieb man Hafenlohr. Das Bestimmungswort des Kompositums Hafenlohr geht auf das mittelhochdeutsche Havenaere zurück, das Hafner (Töpfer) bedeutet.<ref name="LfO"/> Der Ursprung des Grundwortes Lohr ist derselbe wie beim nahen Fluss Lohr. Vom Fluss Hafenlohr hat die Gemeinde Hafenlohr ihren Namen.<ref name="LfO"/>

Geographie

Quellen der Hafenlohr

Die Hafenlohr entspringt aus zwei Quellen im Gemeindegebiet von Rothenbuch. Der längere und zeitweise wasserreichere Quellast ist der Tiergartenbach, der an trockenen Tagen oft versiegt. Amtlich wird er als Oberlauf des Hafenlohr-Gewässerhauptstrangs angesehen. Der als Hafenlohrquelle benannte Ursprung in der Mitte des Ortes gibt fast ganzjährig Wasser.

Hafenlohrquelle

Datei:Hafenlohrquelle.JPG
Hafenlohrquelle

Die Hafenlohrquelle befindet sich am Schloss Rothenbuch. Sie wurde im Zuge der Straßenverbreiterung der St 2317 in Sandstein gefasst. Ihr Wasser fließt durch den Schlossgraben nordwestwärts und mündet etwa nach hundert Metern von der linken Seite in das Bett des aus dem Tiergartengrund am Nordrand des Dorfes heranziehenden und bereits 1,3 km<ref name="LFU-alpha">LFU Bayern: Alphabetisches Gewässerverzeichnis – Gewässerkennzahlen, Längen, Abflusswege</ref> langen Tiergartenbach. Er liefert nicht ganzjährig Wasser, zeitweise aber mehr als die ebenfalls perennierende Quelle am Schloss.

Die Quelle am Schloss war früher vermutlich ein Treffpunkt zum Jagen im östlichen Spessart, weshalb im Jahre 1342 hier der Bau eines Jagdschlosses begonnen wurde. Mit dem aufstoßenden Quellwasser bespeiste man den Schlossgraben und einige umliegende, heute nicht mehr bestehende Forellenseen.

Verlauf

Nach dem Zusammenfluss der Quellbäche läuft die Hafenlohr weiter in der schon vom Tiergartenbach eingeschlagenen südöstlichen Richtung. Etwa 3 km östlich von Weibersbrunn im Hochspessart wird sie am Ahlmichdamm von rechts vom Steinbach verstärkt. Die Hafenlohr zieht ostnordöstlich durch ein tief eingeschnittenes Tal, dessen Sohle das Naturschutzgebiet Hafenlohrtal einnimmt. Größere Ansiedlungen fehlen hier ganz, was dem Wanderer Ruhe und Erholung gewährt. Westlich von Lichtenau fließt ihr beim kleinen Eichensee im Nebentalmund dann von links her der aus dem Nordnordwesten kommende Mäusbach zu. Die Hafenlohr läuft dann im weiterhin tief eingeschnittenen Tal durch den Lichtenauer Grund, fließt an mehreren kleinen Teichen vorbei und erreicht danach das Naturschutzgebiet Mainzer Eck, ab wo das Tal sich etwas zu schlängeln beginnt. Der Berg Klosterkuppel (552 m ü. NN) hindert hier die Hafenlohr an der Fortsetzung ihres inzwischen östlichen Kurses und sie wendet sich bei Erlenfurt dauerhaft nach Südosten.

Mehrere staatliche und fürstliche Forsthäuser säumen dann das Ufer, zunächst Alte und Neue Diana. Vorbei an Einsiedel, erreicht die Hafenlohr, zunächst in südlicher und dann in südöstlicher Richtung ziehend, den Lindenfurterhof, ab dem das Tal nun wieder gestreckter verläuft. Unterhalb von ihm, noch knapp vor der Straßenbrücke, steht ein sehenswertes Aquädukt. Danach passiert sie das Torhaus Breitfurt. Weiter abwärts zieht sie durch ein romantisches, naturbelassenes Tal, das im Südwesten vom gemeindefreien Gebiet Fürstlich Löwensteinscher Park begrenzt wird. Rechts auf der Hochebene liegt darin die Karlshöhe, eine 449 m ü. NN erreichende flache Bergkuppe, auf der ein Ausflugslokal und ein Jagdschlösschen stehen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wanderung zu idyllischem Waldschlösschen im Spessart (Memento vom 11. April 2008 im Internet Archive)</ref> Weiter talab folgen das Forsthaus Fürstenbrücke und Hubertus, früher Bahnbrückenmühle geheißen, wo der Jugendzeltplatz Windheim des Landkreises Main-Spessart liegt.

Datei:Hafenlohrmündung.JPG
Die Hafenlohr mündet in den Main

Hier fließt ihr von rechts und aus Südwesten der Wachenbach zu, auch Wagenbach<ref>Die Wachengrund-Site</ref> genannt, ihr mit Abstand größter Nebenfluss. Sie verläuft dann an mehreren kleinen, von ihr gespeisten Teichen vorbei eine kurze Strecke parallel zur Hafenlohrtalstrasse, durchquert in einer auffälligen Talweitung den Ort Windheim und fließt dann an der linken Seite des niedrigen, einzeln stehenden Achtelsbergs (235 m ü. NN) vorbei, der Umlaufberg einer ehemaligen Mainschlinge ist. Die Hafenlohr nutzt auf ihrem Restlauf den zulaufenden Teil der alten Talschlinge, sie passiert die Große Au und fließt an einigen kleinen Teichen vorbei, danach durch die Kleine Au, nun schon beidseits zwischen Siedlungsteilen von Hafenlohr. Dort unterquert sie die längs des großen Flusses verlaufende Hauptstraße des Ortes und mündet dann am östlichen Ortsrand zu diesem von rechts und zuallerletzt in östlicher Richtung in den Main.

Zuflüsse

Zu den Zuflüssen der Hafenlohr gehören (flussabwärts aufgezählt):<ref name="TOP10">Topografische Karte 1:10.000 Bayern Nord</ref>

Name GKZ Lage Länge
in km
Mündungs­höhe
in m ü. NHN
Mündung
Tiergartenbach 245600 rechts 1,3 353 Rothenbuch
Breitbach 245610 rechts 1,3 308 Rothenbuch
Steinbach 245620 rechts 5,5 281 Weibersbrunn
Mäusbach 245630 links 2,8 254 Rothenbuch-Lichtenau
Wachenbach 245640 rechts 10,4 163 Hafenlohr-Windheim

Hafenlohrtal

Datei:Hafenlohrtal.JPG
Das Hafenlohrtal
Datei:BY NSG HafenlohrT 2008 06.JPG
Das Tal oberhalb von Lichtenau

Freizeit und Erholung

Das Hafenlohrtal lädt zum Wandern ein. Hier gibt es eine Vielzahl von Wander- und Radwegen<ref>Erholungswert wird oftmals übersehen. In: Main-Echo, 4. September 2006</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wanderung um den „Tanzplatz“: Hafenlohrtal – Breitsee – Weibersbrunn (Memento vom 4. Juli 2007 im Internet Archive)</ref>

Naturschutzgebiet

Das 71 ha<ref>Informationstafel vor Ort</ref> große Naturschutzgebiet Hafenlohrtal erstreckt sich auf verschiedenen Grünlandtypen in einem etwa 4 km langen Talabschnitt oberhalb von Lichtenau. Die Hafenlohr mäandriert durch diese Wald- und Wiesenlandschaft. Durch Entbuschung und regelmäßige Mahd werden Nass-, Feucht- und Trockenwiesen erhalten und gefördert. Das Verlassen der Wege ist im gesamten Naturschutzgebiet verboten.

Flusssystem Hafenlohr

siehe Liste der Fließgewässer im Flusssystem Hafenlohr

Hochwasser

<timeline> TimeAxis = orientation:horizontal format:xxxx ImageSize = width:500 height:auto barincrement:25 PlotArea = left:10 right:10 top:30 bottom:80 AlignBars = justify Colors =

id:canvas value:rgb(0.97,0.97,0.97)
id:lightgrey value:gray(0.8)

BackgroundColors = canvas:canvas Period = from:0 till:66 ScaleMajor = gridcolor:lightgrey increment:5 start:0 ScaleMinor = gridcolor:lightgrey increment:5 start:0 BarData=

barset:Abfluss

Define $MQ = textcolor:black color:oceanblue Define $HHQ = textcolor:black color:skyblue PlotData=

width:18 fontsize:M textcolor:black color:skyblue shift:(20,-6) anchor:from
barset:Abfluss
from:start till:1.73 $MQ text:Mittlerer Abfluss (1,73 m³/s)
from:start till:15 $HHQ text:2012 Dez. (15 m³/s)
from:start till:33 $HHQ text:2011 Jan. (33 m³/s)
from:start till:13 $HHQ text:2010 Mär. (13 m³/s)
from:start till:8 $HHQ text:2009 Mär. (8 m³/s)
from:start till:20 $HHQ text:2008 Mär. (20 m³/s)
from:start till:11 $HHQ text:2007 Dez. (11 m³/s)
from:start till:29 $HHQ text:2003 Jan. (29 m³/s)
from:start till:27 $HHQ text:1998 Okt. (27 m³/s)
from:start till:39 $HHQ text:1995 Jan. (39 m³/s)
from:start till:29 $HHQ text:1993 Dez. (29 m³/s)
from:start till:27 $HHQ text:1982 Jan. (27 m³/s)
from:start till:1.73 $MQ text:Mittlerer Abfluss (1,73 m³/s)

TextData=

fontsize:M
pos:(10,395) text:"Höchste Jahresabflüsse der Hafenlohr"
pos:(10,50) text:m³/s
pos:(10,10) text:gemessen am Pegel Hafenlohr

</timeline>

Lebewesen

Das Hafenlohrtal ist ein artenreiches Biotop, in der Tier- wie der Pflanzenwelt.<ref>Flora und Fauna des Tales</ref>

Fauna

Datei:Chondrostoma nasus (aka).jpg
Nase
Fische

Die naturnahe Hafenlohr ist ein Refugium vieler Fischarten. So kann man im Frühjahr im Unterlauf des Baches das Schauspiel des Laichaufzuges der Nase (im Volksmund: Speier) beobachten, eines stattlichen Friedfisches. Weiter kommen vor:

Krebse
Datei:HannuNiemi Sarvikuonokas2.jpg
Nashornkäfer
Insekten

sind recht vielfältig im Hafenlohrtal vertreten. So kommen u. a. vor:

Lurche
Datei:Falco subbuteo from Kadzidlowo.jpg
Baumfalke
Kriechtiere
Vögel

Das Hafenlohrtal ist ein Rückzugsgebiet für viele, teilweise seltene Vogelarten.

Säugetiere
Datei:Dactylorhiza maculata subsp maculata MUN.jpg
Geflecktes Knabenkraut

Flora

Hafenlohrtalspeicher

Datei:Hafenlohr Wehr.JPG
Wehr an der Hafenlohr

Die Bayerische Staatsregierung hatte drei Jahrzehnte lang den Bau des Hafenlohrtalspeichers geplant, einer Talsperre, die als Trinkwasserspeicher dienen sollte. Dieser Plan wurde im September 2008 nach zahlreichen Protesten verschiedener Parteien und Verbände mit Beschluss des regionalen Planungsverbandes endgültig aufgegeben.<ref>Bund Naturschutz in Bayern e. V.: Aus für den Hafenlohrtalspeicher. Stand 1. Februar 2017</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Anja Zeller: Spessarter Flusstouren: Durch das Elsava- und Hafenlohrtal. Eine Genusstour in den Hochspessart. CoCon, Hanau 2009, ISBN 978-3-937774-81-7.

Weblinks

Commons: Hafenlohr (Fluss) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein