Höchstwertprinzip
Das Höchstwertprinzip ist ein Grundsatz ordnungsmäßiger Buchführung, der bei der Bilanzierung des Fremdkapitals als Bewertungsverfahren zu beachten ist. Pendant ist auf der Aktivseite der Bilanz das Niederstwertprinzip.
Allgemeines
Das Höchstwertprinzip wird auf der Passivseite der Bilanz angewendet und ist für Verbindlichkeiten und Rückstellungen der reziproke Grundsatz zum Niederstwertprinzip.<ref>Manfred Groh, Handelsbilanzrecht in der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, in: BB 1980, S. 642.</ref> Das Höchstwertprinzip besagt analog, dass für kurzfristige Verbindlichkeiten der höhere Wert angesetzt werden muss (strenges Höchstwertprinzip) und für mittel- und langfristige Verbindlichkeiten nur dann, wenn die Kurssteigerung voraussichtlich von Dauer sein wird (gemildertes Höchstwertprinzip).<ref>Andreas Daum/Jürgen Petzold/Matthias Pletke, BWL für Juristen, 2016, S. 118.</ref> Bei der Kann-Bestimmung für langfristige Verbindlichkeiten handelt es sich um ein Bewertungswahlrecht. Im Gegensatz zu Wertminderungen bei Vermögensgegenständen kann es bei Fremdkapital umgekehrt zu Werterhöhungen kommen.
Rechtsfragen
Das Höchstwertprinzip resultiert aus dem Vorsichtsprinzip, Imparitätsprinzip und Realisationsprinzip und bezieht sich ausschließlich auf die Folgebewertung von Fremdkapital, das beim Zugang gemäß {{#switch: juris
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Das Bundesministerium der Finanzen hat sich mit Schreiben vom 16. Juli 2014 zur Problematik der Fremdwährungsverbindlichkeiten geäußert.<ref>BMF-Schreiben vom 16. Juli 2014, Az.: IV C 6 - S 2171-b/09/10002, 2014/0552934</ref> Fremdwährungsverbindlichkeiten sind unter Berücksichtigung der im zitierten BMF-Schreiben für das Aktivvermögen aufgestellten Grundsätze analog zu bewerten. Eine voraussichtlich dauernde Erhöhung des Kurswertes einer Verbindlichkeit liegt demnach nur bei einer nachhaltigen Erhöhung des Wechselkurses gegenüber dem Kurs bei Entstehung der Verbindlichkeit vor. Hält eine Wechselkurserhöhung im Zusammenhang mit einer Verbindlichkeit des laufenden Geschäftsverkehrs bis zum Zeitpunkt der Aufstellung der Bilanz oder dem vorangegangenen Tilgungszeitpunkt an, ist davon auszugehen, dass die Werterhöhung voraussichtlich von Dauer ist (Rn. 35).
International
Das Vorsichtsprinzip ist nicht das primäre Ziel von IASC und FASB, weshalb das Höchstwertprinzip in den Rechnungslegungsstandards IAS und US-GAAP unbekannt ist. Verpflichtungen – ohne Laufzeitbegrenzung – sind grundsätzlich zum Barwert ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=en|SCRIPTING=Latn|SERVICE=englisch}}) auszuweisen, so dass Fremdwährungsverbindlichkeiten betriebswirtschaftlich tatsachengemäß zum Stichtagskurs angesetzt werden.<ref>Claudia Demming, US-amerikanische Rechnungslegung, 1996, S. 121.</ref> Die Folgebewertung zum Stichtagskurs ist nach IAS 21.23 verbindlich vorgeschrieben. Kursänderungen schlagen sich dadurch regelmäßig in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder, während nach HGB Gewinne oder Verluste bei Laufzeiten von bis zu einem Jahr imparitätisch zu erfassen sind.
Einzelnachweise
<references />