Hängen, Ausweiden und Vierteilen
Hängen, Ausweiden und Vierteilen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) war eine in England verhängte Hinrichtungsart für Hochverrat oder Falschmünzerei. Verhängt wurde sie von den Assisen, einem von der Krone eingesetzten Gerichtshof für Kapitalverbrechen. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Strafe nicht mehr angewendet und durch das traditionelle Hängen ersetzt. Die Strafe existierte vor ihrer endgültigen Abschaffung nur noch in Gesetzestexten, aus denen sie 1870 gestrichen wurde. Die Todesstrafe für Hochverrat (sowie alle anderen Straftaten) wurde in Großbritannien 1998 abgeschafft.<ref>What are the laws on treason? In: BBC News. 11. März 2008, abgerufen am 25. Juli 2017.</ref>
Diese Hinrichtungsart wurde erstmals während der Regierungszeit des englischen Königs Heinrich III. praktiziert und 1867 zum letzten Mal verhängt, ohne jedoch auf diese Art vollstreckt zu werden.<ref name = BRI>Drawing and quartering. Capital punishment(engl) Britannica. Abgerufen am 19. Juni 2021.</ref>
Vorgehensweise
Hängen
Als Ort der Vollstreckung war oft der Heimatort des Verurteilten vorgesehen, nicht der Ort seiner Festnahme oder der Sitz des Gerichts. Der Verurteilte wurde auf einem Gatter oder einer Leiter zum Richtplatz gezerrt ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)).<ref name="straight">Cecil Adams: What do "drawn and quartered" and "keelhauling" mean? In: A Straight Dope Classic from Cecil’s Storehouse of Human Knowledge. 4. August 1995, abgerufen am 25. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dort wurde er, auf dem Gatter bzw. der Leiter stehend, durch Wegklappen des Standes zunächst am Hals stranguliert ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), ohne ihn jedoch zu töten.
Ausweiden
Danach wurde er bei lebendigem Leib ausgeweidet: Die Genitalien wurden abgeschnitten und seine Gedärme nach Aufschlitzen der Bauchhöhle aus dem Leib gezogen. Das Wort {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), dt. „Ziehen“ steht gemäß der Encyclopædia Britannica, dem Oxford English Dictionary und anderer Quellen für das Ausdärmen, also das Herausziehen des Darms aus der Bauchhöhle, und erklärt damit die Reihenfolge in der Aufzählung nach dem Hängen.<ref name="straight" /> Diese Sichtweise ist in jüngerer Zeit umstritten. Der Historiker Ian Mortimer schreibt, dass die separate Erwähnung der Ausweidung ein relativ modernes Merkmal sei und dass die Annahme, drawn bedeute „Ausweiden“, zwar häufig vorkam, aber falsch sei. Vielmehr könnte drawn für Ziehen bzw. Schleifen (als Transportmethode) stehen und nach dem Hängen erwähnt worden sein, da es ein zusätzlicher Teil der Hinrichtung war.<ref>Ian Mortimer: Why do we say ‘hanged, drawn and quartered?’ http://www.ianmortimer.com/essays/drawing.pdf</ref>
Das Herz wurde herausgeschnitten und zusammen mit den Eingeweiden vor den Augen aller Zuschauer verbrannt (Quellen berichten von noch lebenden Verurteilten, was physiologisch aber unmöglich ist).
Vierteilen
Dann wurde der Verurteilte enthauptet, anschließend wurde der Körper in vier Teile zerhackt oder zersägt ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Die Beine wurden nach überlieferten Quellen über der Hüfte bzw. dem Becken abgehackt, die Arme mit Teilen des oberen Rumpfs längs entlang der Wirbelsäule. Die Körperteile sowie der Kopf wurden zur Abschreckung auf vier Pfählen entweder am Ort der Hinrichtung oder in den vier Himmelsrichtungen am Stadtrand öffentlich zur Schau gestellt. Um die Verwesung zu verzögern, wurden die Körperteile zum Teil zuvor in heißem Wasser gegart. Das öffentliche Zurschaustellen der Leichenteile wurde 1843 abgeschafft.
Wie auch andere historische Hinrichtungsarten, die mit extremer Folterung einhergehen, diente die Methode insbesondere dazu, das Volk durch Abschreckung gefügig zu machen. Der Einsatz von Martern und Todesqualen sowie deren öffentliche Zurschaustellung dienten darüber hinaus als Demonstration der Macht.<ref>Geschichte: Verwesung im Trog Spiegel.de. Abgerufen am 19. Juni 2021.</ref>
Berühmte Opfer
Die Hinrichtungsart Hängen, Ausweiden und Vierteilen wurde erstmals während der Regierungszeit des englischen Königs Henry III. praktiziert und war bei Hochverrat bis Anfang des 18. Jahrhunderts üblich. Hunderte, die des Verrats angeklagt wurden, kamen auf diese brutale Weise zu Tode.<ref name = MED>The Execution of Dafydd ap Gruffydd (englisch) Medium. Abgerufen am 19. Juni 2021.</ref>
- 1283 wurde der walisische Fürst Dafydd ap Gruffydd unter König Edward I. („Longshanks“) als erster Angehöriger des Hochadels gehängt, ausgeweidet und gevierteilt.<ref name = MED/>
- 1305 wurde der schottische Nationalheld William Wallace des Hochverrats angeklagt und zum Tod durch Hängen, Ausweiden und Vierteilen verurteilt. Die Hinrichtung wurde in der Amtszeit von Edward I., der den Beinamen Hammer of the Scots (Hammer der Schotten) trug, am 23. August 1305 öffentlich in London vollzogen.<ref>On this day 1305: William Wallace hanged, drawn and quartered (englisch) The Scotsman. Abgerufen am 19. Juni 2021.</ref>
- 1326 wurde Hugh le Despenser, Günstling Edwards II. nach dessen Sturz auf diese Art hingerichtet.<ref>Piers Gaveston, Hugh Despenser and the Downfall of Edward II (englisch) English Heritage. Abgerufen am 19. Juni 2021.</ref>
- 1381 wurde der Priester John Ball nach einer Ansprache im Vorfeld des englischen Bauernaufstands, mit der er den Ausspruch „Als Adam grub und Eva spann, wo war denn da der Edelmann?“ prägte, ‚drawn and quartered‘.
- Zwischen 1535 und 1540 wurde ein Großteil der vierzig Märtyrer von England und Wales wegen ihrer Weigerung, nach dem Willen Henry VIII. den Suprematseid abzulegen, durch Hängen, Ausweiden und Vierteilen in Tyburn hingerichtet, darunter der Kartäuser-Prior John Houghton. Nur sechs der vierzig Angeklagten entgingen dieser brutalen Hinrichtungsmethode.<ref>The Canonisation of the Forty English Martyrs: An Ecumenical Dilemma (englisch) Cambridge University Press. Abgerufen am 19. Juni 2021.</ref>
- 1605 wurden die Mitverschwörer von Guy Fawkes, die an der Schießpulververschwörung beteiligt waren, zu dieser Todesart verurteilt. Fawkes selbst verkürzte sein Sterben, da es ihm gelang, vom Galgenpodest zu springen, wobei er sich das Genick brach.<ref>Antonia Fraser: The Gunpowder Plot, Phoenix (2005) [1996], ISBN 0-7538-1401-3, S. 283 (englisch)</ref>
- 1610 wurde der französische Königsmörder François Ravaillac nach der Ermordung des französischen Königs Henri IV. zu dieser Hinrichtungsart verurteilt. Er wurde erst gemartert und dann durch Vierteilung mittels Pferden hingerichtet.<ref name = BRI/>
- 1684 wurde der britische Offizier Sir Thomas Armstrong aufgrund seiner Beteiligung an der Rye-House-Verschwörung, die zum Ziel hatte, den englischen König Charles II. zu ermorden, des Hochverrats angeklagt und öffentlich gehängt, ausgeweidet und gevierteilt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />1684 trial Sir Thomas Armstrong, sentence: Drawn, Hanged and Quartered (englisch). ( vom 24. Juni 2021 im Internet Archive) Chadbourne Antique, abgerufen am 10. Januar 2024.</ref>
- 1803 wurde Edward Despard, irischer Offizier im Dienst der englischen Krone, gemeinsam mit sechs Komplizen gehängt, ausgeweidet und gevierteilt, weil sie ein Attentat auf George III. geplant haben sollen.<ref name = BRI/>
Der frühere Lordkanzler und Schriftsteller Sir Thomas Morus sollte zur Amtszeit von Henry VIII. ebenfalls durch Hängen, Ausweiden und Vierteilen hingerichtet werden. Der König milderte das Todesurteil jedoch noch ab, und Morus wurde 1535 durch Enthauptung hingerichtet.<ref>The Execution of Sir Thomas More (englisch) The Anne Boleyn Files. Abgerufen am 19. Juni 2021.</ref>
Siehe auch
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Weblinks
Einzelnachweise
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