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Grazer Bergland

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Vorlage:Österreichbezogen Vorlage:Infobox Gebirgsgruppe

Das Grazer Bergland ist ein Mittelgebirge nördlich der steirischen Landeshauptstadt Graz (Österreich). Es ist Teil der Zentralalpen und gehört gemäß der Alpenvereinseinteilung der Ostalpen zu den Randgebirgen östlich der Mur. Nach geologischer Auffassung zählen auch Gebiete am Westufer der Mur, die sich deutlich vom Bau des Steirischen Randgebirges abgrenzen, zum Grazer Bergland.

Lage und Landschaft

Das Grazer Bergland ist ein Mittelgebirgsstock im Norden des steirischen Hügellands und liegt größtenteils östlich der Mur.

Siedlungkernräume sind das Mittlere Murtal, das Passailer Becken, das südwestlich angrenzende Semriacher Becken und die nördlich gelegene Teichalmregion.

Umgrenzung

Das Grazer Bergland ist begrenzt:

Im Süden und Südosten geht das Grazer Bergland über in das Oststeirische Hügelland und das Grazer Becken.

Tyrnauer Alm Rote Wand
Charakteristische Landschaft, Alm und Felsen: Blick von der Tyrnauer Alm zur Roten Wand

Berge und Gipfel

Datei:Hochlantsch Nordwand Breitenau 240.JPG
Hochlantsch Nordwand von Breitenau gesehen

Die wichtigsten Gipfel sind:

Geologie

Datei:Schöcklkalk.jpg
Schöcklkalk-Block bei Sankt Radegund

Geologisch wird das Grazer Bergland meist mit dem Begriff Grazer Paläozoikum umschrieben.<ref name="Schönlaub 1979">Hans Peter Schönlaub: Das Paläozoikum in Österreich. Verbreitung, Stratigraphie, Korrelation, Entwicklung und Paläogeographie nicht-metamorpher und metamorpher Abfolgen. Aus: Martin E. Schmid (Red.), Franz Karl Bauer (Red.): Abhandlungen der Geologischen Bundesanstalt in Wien, Band 33. Geologische Bundesanstalt (Hrsg.), Wien 1979, ISBN 3-900312-00-1, S. 1–124. Darin: Das Grazer Bergland, S. 71–74 (Vorlage:ZOBODAT).</ref> Dabei handelt es sich größtenteils um marine Kalk- und Dolomit-Ablagerungen aus dem Silur und dem Devon vor 450 bis 350 Millionen Jahren. Das Grazer Paläozoikum wurde von Paschinger treffend als „Fremdkörper“ zwischen dem kristallinen Randgebirge und dem Steirischen Neogenbecken beschrieben.<ref name="Paschinger">Herbert Paschinger: Steiermark. Steirisches Randgebirge. Grazer Bergland. Steirisches Riedelland. Verlag Gebrüder Borntraeger, Berlin/Stuttgart 1974, ISBN 3-443-16006-9, S. 5 ff.</ref> Geprägt wurden die Sedimente durch die Übereinanderschiebung und Verfaltung mehrerer Decken (Schichten) im Zuge der alpidischen Gebirgsbildung.<ref name="Hacker">Peter Hacker: Karsthydrologische Untersuchungen im Weizer Bergland. Aus: Berichte der wasserwirtschaftlichen Planung. Band 71. Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Graz 1991, Vorlage:ZDB, S. 4 (Volltext online [PDF; 6 MB], abgerufen am 24. Januar 2026).</ref> Bezüglich der Schichtfolge sind die drei folgenden Faziesbereiche bestimmend.<ref name="Schönlaub 1979"/><ref name="GIS">Vorlage:Internetquelle</ref>

Vor allem die Kalke im Gebiet bieten hervorragende Bedingungen für Verkarstung, die sich beispielsweise in zahlreichen Höhlen (z. B. Lurgrotte) oder Dolinen äußert.

Wirtschaft und Tourismus

Neben der Landwirtschaft steht vor allem der Tagestourismus im Mittelpunkt des wirtschaftlichen Geschehens. Zahlreiche Ausflügler und Wanderer aus Graz, der Oststeiermark und den Industriestädten der Mur-Mürz-Furche suchen neben dem Naturerlebnis auch Verpflegung und Unterhaltung.

Der Rechbergsattel ist einmal im Jahr Schauplatz eines Automobil-Bergrennens.

Ausflugsziele

Diese Gipfel sind beliebte Wanderziele, die mit zahlreichen Wegen erschlossen sind. Daneben befinden sich einige weitere Ausflugsziele im Bereich des Grazer Berglandes:

  • Bärenschützklamm: eine der längsten und höchsten Klammen in den Ostalpen, die zwischen Hochlantsch und Roter Wand in den Berg eingeschnitten ist.
  • Raabklamm: Der am Fuße des Osser (1548 m) entspringende Raabfluss durchfließt eine Schlucht von nur wenigen Dutzend Metern Breite, die zum Teil von senkrechten Felswänden, zum Teil von steilen Waldhängen begrenzt ist.
  • Weizklamm: beliebtes Klettergebiet mit zahlreichen Höhlen nördlich von Weiz.
  • Lurgrotte: Tropfsteinhöhle, die den Bergstock zwischen Semriach und Peggau durchquert. Sie kann von beiden Seiten aus begangen werden; ein Durchwandern der gesamten Höhle ist allerdings nicht mehr möglich.
  • Grasslhöhle und Katerloch: zwei weitere Tropfsteinhöhlen im östlichen Teil
  • Alpengarten Rannach (1955–2005): Nunmehr kleiner, privater, im Bereich einer Jausenstation gelegener Blumengarten mit einer Ansammlung von Alpenpflanzen am Fuße der Hohen Rannach.<ref>Thomas Ster: Der Alpengarten Rannach. Aus: Joannea Botanik. Nr. 5/2006. Landesmuseum Joanneum – Abteilung Botanik, Graz 2006, S. 9–21 (Vorlage:ZOBODAT;
    Verein Alpengarten Rannach).</ref>
  • Teichalm – Sommeralm: Gemeinsam bilden diese am Ostfuß des Hochlantsch das größte zusammenhängende Almgebiet der Alpen. Neben der landwirtschaftlichen Nutzung gibt es hier einen Badesee und ein kleines Skigebiet.

Innerhalb des Gebietes liegen unter anderem die Ortschaften Tulwitz, Passail, Arzberg, Deutschfeistritz und Semriach, die alte Bergbauorte sind (Silber, Blei, Zink). Die Erzvorkommen wurden eingehend untersucht, auch Braunkohle wurde gefunden.<ref>Leopold Weber: Die Blei-Zinkerzlagerstätten des Grazer Paläozoikums und ihr geologischer Rahmen. Mit 192 Abbildungen und 25 Tabellen. Aus: Geologische Bundesanstalt (Hrsg.), Albert Daurer (Red.): Archiv für Lagerstättenforschung der Geologischen Bundesanstalt, Band 12, Wien 1990, ISBN 3-900312-72-9 (Volltext online [PDF; 29 MB]).</ref> Die Bergbaue hatten ihre Blütezeit im 18. und 19. Jahrhundert, sie sind mangels Abbauwürdigkeit eingestellt. In Arzberg ist ein Stollen als Schaubergwerk eingerichtet.

Literatur

  • Fritz Ebner, Harald Fritz, Bernhard Hubmann: Das Grazer Paläozoikum: Ein Überblick. In: Berichte des Institutes für Geologie und Paläontologie der Karl-Franzens-Universität Graz, Band 3, Graz 2001, S. 34–58 (Vorlage:ZOBODAT).
  • Helmut W. Flügel: Die Geologie des Grazer Berglandes. Erläuterungen zur Geologischen Wanderkarte des Grazer Berglandes 1 : 100.000, herausgegeben von der Geologischen Bundesanstalt, Wien 1960. Zweite, neubearbeitete Auflage (= Walter Gräf (Red.): Mitteilungen der Abteilung für Geologie, Paläontologie und Bergbau am Landesmuseum Joanneum. Sonderheft 1). Graz/Wien 1975, S. 1–288 (Vorlage:ZOBODAT).
  • Vorlage:ANNO

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Normdaten