Zum Inhalt springen

Gastenfelden (Buch am Wald)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Gastenfelden
Gemeinde Buch am Wald
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(102)&title=Gastenfelden 49° 19′ N, 10° 18′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(102) 49° 18′ 47″ N, 10° 17′ 49″ O
 {{#coordinates:49,313055555556|10,296944444444|primary
dim=10000 globe= name=Gastenfelden region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 443 m ü. NHN
Einwohner: 102 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/>
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 91592
Vorwahl: 09868
Datei:Gastenfelden St. Maria Magdalena 002.jpg
St. Maria Magdalena

Gastenfelden ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Buch am Wald im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Gastenfelden hat eine Fläche von 12,258 km². Sie ist in 971 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 12.623,83 m² haben.<ref>Gemarkung Gastenfelden (092951). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 26. September 2024.</ref> In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Froschmühle, Gaishof, Schönbronn, Schweikartswinden, Sengelhof und Traisdorf.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 6. Oktober 2024.</ref>

Geografie

Das Pfarrdorf liegt am Gastenfelder Bach, der mit dem Traisdorfer Bach und dem Froschbächlein zum Hagenbach zusammenfließt. Im Nordwesten grenzt ein Naturschutzgebiet an. Dort befindet sich eine ehemalige Tongrube, die als Geotop ausgezeichnet ist. Die Kreisstraße AN 5 führt nach Stilzendorf (2,7 km südlich) bzw. zur Staatsstraße 2249 (0,8 km nordöstlich). Die Kreisstraße AN 34 führt nach Traisdorf (1 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die St 2249 kreuzend nach Morlitzwinden (1,7 km nördlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 29. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Geschichte

Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg von 1608 wurden für Gastenfelden 10 Anwesen mit 11 Mannschaften verzeichnet: 2 Anwesen unterstanden der Pfarrei Gastenfelden und 8 Anwesen dem hohenlohischen Amt Schillingsfürst. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Vogtamt Colmberg aus.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 6r. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 703.</ref>

Nach dem Dreißigjährigen Krieg fanden in dem Ort etliche evangelische Exulanten aus Österreich eine neue Heimat, die ihre Heimat aus konfessionellen Gründen hatten verlassen müssen.<ref>E. Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Leutershausen, S. 49 f.</ref>

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg von 1681 wurden für Gastenfelden 14 Mannschaften verzeichnet. Die 12 Anwesen nördlich des Bachs fraischten nach Colmberg, die 2 Anwesen südlich des Baches nach Hohenlohe-Schillingsfürst. Hohenlohe-Schillingsfürst hatte das Hochgericht der Colmberger bis 1710 strittig gemacht.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 10. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 707.</ref>

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Gastenfelden 17 Anwesen (3 Höfe, 3 Halbhöfe, 5 Köblergüter, 1 Köblergut mit Schmiedgerechtigkeit, 1 Wirtshaus, 1 halbes Köblergut, 3 Häuser; die Abgaben zweier Köblergüter gingen an die Pfarrei Gastenfelden). Der Gastenfelder Bach bildete die Fraischgrenze. Nördlich des Bachs übte das Vogtamt Colmberg das Hochgericht aus, südlich des Bachs das Amt Schillingsfürst. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Amt Schillingsfürst. Neben den Anwesen gab es noch herrschaftliche Gebäude (Zehntstadel), kirchliche Gebäude (Kirche, Kirchhof) und kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Schulhaus).<ref name="J857">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 857.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Gastenfelden. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 102–103 (Digitalisat). Hiernach gab es 18 Untertansfamilien, von denen 14 in der Fraisch des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg lagen.</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 278. Hiernach lagen von den 17 Anwesen nur 8 in der Fraisch des ansbachischen Oberamtes Colmberg.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Gastenfelden gebildet.<ref name="OV 1818"/> Zu diesem gehörten Froschmühle, Gaishof, Schönbronn, Schweikartswinden, Sengelhof, Speierhof und Traisdorf gehörten. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Gastenfelden, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Schillingsfürst zugeordnet (1840 in das Landgericht Schillingsfürst umgewandelt)<ref>Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, OCLC 869860423, S. 82 (Digitalisat).</ref> und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Ab 1824 gehörte Gastenfelden zum Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Speierhof wurde noch vor 1840 nach Kirnberg umgemeindet. Ab 1862 übernahm das neu gebildete Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber die Verwaltung (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Schillingsfürst zuständig (1879 in Amtsgericht Schillingsfürst umbenannt), von 1928 bis 1973 war es das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber. Die Gemeinde Gastenfelden hatte 1964 eine Gebietsfläche von 12,312 km².<ref name="OV 1961"/> Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Gastenfelden am 1. Januar 1974 nach Buch am Wald eingemeindet.<ref> </ref>

Baudenkmäler

  • Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Maria Magdalena, Markgrafenkirche mit Ostturm, Langhaus und oberem Turmgeschoss 1793/94, Turmuntergeschosse 1417; mit Ausstattung.<ref name="Denkmalliste">Denkmalliste für Buch am Wald (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
  • Friedhof: Friedhofsmauer, Sandsteinquaderbau mit Torpfosten, Gittertor, neugotisch, Ende 19. Jahrhundert.<ref name="Denkmalliste"/>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Gastenfelden

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 449 430 459 449 462 454 454 464 448 445 421 419 396 396 396 427 443 418 377 532 526 493 381 340
Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> 80 72 86 78 84 83 72 77 76
Quelle <ref name="OV 1818">Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 28 (Digitalisat). Für die Gemeinde Gastenfelden zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Froschmühle (S. 27), Gaishof (S. 29), Schönbronn (S. 83), Schweikartswinden (S. 84), Sengelhof (S. 85), Speierhof (S. 87) und Traisdorf (S. 92).</ref> <ref name="OV 1846">Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 231 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis 1953 hatte die Gemeinde 411 Einwohner.</ref> <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 182, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV"/> <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1075, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>

Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 172 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1242, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1177 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1248–1249 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1283 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="HGV"/> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1111 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 814 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 169 (Digitalisat).</ref>

Ort Gastenfelden

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 112 147 124 137 118 129 138 160 110 94 102
Häuser<ref name="Häuser"/> 19 21 23 23 21 22 22 23
Quelle <ref name="OV 1818"/> <ref name="OV 1846"/> <ref name="OV 1861"/> <ref name="OV 1875"/> <ref name="OV 1885"/> <ref name="OV 1900"/> <ref name="OV 1925"/> <ref name="OV 1950"/> <ref name="OV 1961"/> <ref name="OV 1970"/> <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 324 (Digitalisat).</ref>

Religion

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Maria Magdalena.<ref name="J857"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>

Literatur

Weblinks

Commons: Gastenfelden (Buch am Wald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

<references responsive />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein