Franz Pätzold
Franz Pätzold (* 1989 in Dresden<ref>Franz Paetzold. Agentur klostermann-thamm.de, abgerufen am 28. Mai 2025.</ref>) ist ein deutscher Schauspieler.
Leben
Pätzold machte seine ersten Theatererfahrungen in der Jugendkunstschule Dresden und in der Theater-AG seiner Schule.<ref name="Halle"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Franz Pätzold ( vom 15. Januar 2013 im Internet Archive) Biografie (Bühnen Halle).</ref> Er wirkte in Dresden in dem Projekt „Straßentheater gegen Rechts“ mit; er spielte dort unter anderem in dem expressionistischen Drama Hinkemann von Ernst Toller.<ref name="Halle"/> Von 2007 bis 2011 absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig.<ref>Franz Pätzold bei Filmmakers, abgerufen am 13. August 2023.</ref>
Pätzold hatte bereits während seiner Ausbildung feste Engagements als Theaterschauspieler. Ab der Spielzeit 2009/10 war er Mitglied des Schauspielstudios des neuen theaters Halle. Dort spielte er, unter der Regie von Hilmar Eichhorn, 2010 den Hänsel in dem Märchenstück Hänsel und Gretel. In dem Theaterstück DNA des englischen Dramatikers Dennis Kelly verkörperte er, teilweise in völliger Nacktheit, auf der Bühne den Schüler und Außenseiter Adam. Die Premiere war im März 2010 – die Regie führte Heike Frank. Für seine Rolle des John Tate/Adam in DNA wurde er im Juni 2010 mit dem Solopreis des 21. Theatertreffens Deutschsprachiger Schauspielstudierender ausgezeichnet.<ref>21. Theatertreffen deutschsprachiger Schauspiel Studierender. Programmheft (PDF-Dokument; 4,9 MB).</ref>
Außerdem übernahm er während seiner Ausbildung Sprechrollen am Opernhaus Halle, so als Narr in der Oper Macbeth (2009; Regie: Axel Köhler) und als Teufel in dem Tanzstück Die Geschichte vom Soldaten (2010; Regie: Ralf Rossa).
Seit der Spielzeit 2011/12 ist Pätzold als festes Ensemblemitglied am Residenztheater München engagiert. Er spielte dort in seiner ersten Spielzeit unter anderem den Anton in dem Kinderstück Pünktchen und Anton (2012; Regie: Thomas Birkmeir), den jungen Diener Jascha in Der Kirschgarten (2012; Regie: Calixto Bieito) und den jugendlichen Liebhaber Lucentio in Der Widerspenstigen Zähmung (2012; Regie: Tina Lanik). Weitere Rollen Pätzolds am Residenztheater München waren u. a. Ferdinand in Shakespeares Spätwerk Der Sturm (2013; Regie: Gísli Örn Garðarsson), Ekart in Baal (2015; Regie: Frank Castorf), der Rittmeister von der Golz in Kleists Prinz von Homburg (2016; Regie: David Bösch) und der jüngere Sohn Edmund Tyrone in Eines langen Tages Reise in die Nacht (2017; Regie: Thomas Dannemann). 2015 wirkte er am Residenztheater München in Oliver Frljićs aufsehenerregender Inszenierung Balkan macht frei über die Flüchtlingstragödie im Mittelmeer mit.<ref>Haltung zeigen: Zur Empörung über die Theater-Folter im Marstall. In: Süddeutsche Zeitung vom 29. Mai 2015. Abgerufen am 12. November 2017.</ref> In der Spielzeit 2016/17 übernahm er am Residenztheater München die Rolle des Karl Moor in Schillers Frühwerk Die Räuber, in einer Inszenierung von Ulrich Rasche, die auch auf 3sat ausgestrahlt wurde.<ref>Die Räuber: Von Friedrich Schiller. Video/Interview mit Franz Pätzold/Clips. Abgerufen am 12. November 2017.</ref>
Im März 2019 gab er für die Spielzeit 2019/20 seinen Wechsel ans Burgtheater in Wien bekannt.<ref>Residenztheater: Franz Pätzold wechselt ans Burgtheater. In: www.abendzeitung-muenchen.de. 21. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.</ref>
Pätzold übernahm mittlerweile auch einige Film- und Fernsehrollen. Er hatte 2012 eine Episodenrolle in der ZDF-Krimiserie SOKO 5113 als Jugendlicher Hörnchen in der Folge Eine Geistergeschichte.<ref>SOKO 5113. Eine Geistergeschichte (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive ). Inhalt und Besetzung; ZDF.de; zuletzt abgerufen am 16. Januar 2013</ref> In dem ZDF-Fernsehfilm Blutsbrüder aus der Krimireihe Stubbe – Von Fall zu Fall war er im Januar 2013 in einer Episodenhauptrolle zu sehen. Er spielte Nico, den vorbestraften Halbbruder des Schwiegersohns in spe von Kommissar Stubbes Tochter Christiane.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stubbe: Von Fall zu Fall: Blutsbrüder ( vom 18. Dezember 2014 im Internet Archive). Inhalt und Hintergrundinformationen; Unitymedia.de; abgerufen am 16. Januar 2013</ref> 2014 hatte er in der ZDF-Krimiserie SOKO Leipzig – in der Folge Rossis Fall – eine Episodenhauptrolle als tatverdächtiger Jura-Student Justus Gritz. Im Tatort: Hydra (Erstausstrahlung: Januar 2015) war Pätzold als Nils Jacob zu sehen. Er verkörperte die „rechte Hand“ des Anführers der Dortmunder Neonazi-Szene. Im Bremer Tatort: Der hundertste Affe war Pätzold im Mai 2016 in einer der Hauptrollen zu sehen; er spielte Sven Render, den Komplizen einer radikalen Umweltaktivistin.<ref>„Der hundertste Affe“: Bremer „Tatort“ wird zu spannendem Öko-Thriller. t-online.de vom 16. Mai 2016. Abgerufen am 16. Mai 2016.</ref> Im November 2017 war Pätzold in der ZDF-Serie SOKO München in einer Episodennebenrolle zu sehen; er spielte den Versicherungsmitarbeiter David Geissler, der bei einer Internet-Challenge für „echte Männer“ zu Tode kommt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />SOKO München: Wann ist ein Mann ein Mann? ( vom 8. November 2017 im Internet Archive). Handlung und Besetzung. Abgerufen am 8. November 2017.</ref> In der 9. Staffel der ZDF-Krimiserie Die Chefin (Erstausstrahlung ab August 2018) hatte er eine Episodenhauptrolle als Kristian Berger; er verkörperte, an der Seite von André Kaczmarczyk, einen psychopathischen Mehrfachmörder. In dem zweiteiligen TV-Film Bier Royal (2018) spielte er den missratenen Brauersohn und Möchtegern-Vampir Patrick, den Sohn eines verstorbenen Münchner „Bier-Königs“.<ref>ORF-Komödie "Bier Royal": Weißwurst, aber vegan bitte!. In: Die Presse vom 26. Januar 2019. Abgerufen am 27. Januar 2019</ref><ref>"Bier Royal" im Zweiten: Da schimmert nix. In: Tagesspiegel vom 27. Januar 2019. Abgerufen am 27. Januar 2019</ref> In dem ZDF-Fernsehfilm Winterherz – Tod in einer kalten Nacht (2019) spielte Pätzold eine der Hauptrollen, den Richter auf Probe Maxim Vollert, der in einer kalten Winternacht in alkoholisiertem Zustand einen 17-jährigen jungen Mann anfährt, anschließend jedoch keine Verantwortung für sein Handeln übernehmen will und zur Tagesordnung übergeht.<ref>Fernsehfilm „Winterherz – Tod in einer kalten Nacht“. TV-Kritik bei Tittelbach.tv. Abgerufen am 1. Dezember 2019.</ref> Im Berliner Tatort: Das perfekte Verbrechen (Erstausstrahlung: März 2020) des Ermittlerteams Rubin und Karow verkörperte Pätzold „mit einer Stimme von der Wucht eines Shakespeare-Bösewichts“ in der Rolle des Theodor Quembach den Anführer eines geheimen, elitären Männerbundes.<ref>Diese Rich Kids wieder. TV-Kritik. In: Süddeutsche Zeitung vom 15. März 2020. Abgerufen am 16. März 2020.</ref>
Filmografie (Auswahl)
- 2012: SOKO 5113 – Eine Geistergeschichte (Fernsehserie)
- 2013: Stubbe – Von Fall zu Fall – Blutsbrüder (Fernsehreihe)
- 2013: SOKO 5113 – Ein perfekter Plan (Fernsehserie)
- 2014: SOKO Leipzig – Rossis Fall (Fernsehserie)
- 2014: Die reichen Leichen. Ein Starnbergkrimi (Fernsehfilm)
- 2015: Tatort: Hydra (Fernsehreihe)
- 2015: Großstadtrevier – Kameraden (Fernsehserie)
- 2016: Tatort: Der hundertste Affe (Fernsehreihe)
- 2017: SOKO München – Wann ist ein Mann ein Mann? (Fernsehserie)
- 2018: Die Chefin – Glück (Fernsehserie)
- 2018: Werk ohne Autor
- 2018: Rufmord (Fernsehfilm)
- 2018: Bier Royal (Fernsehfilm)
- 2019: Winterherz – Tod in einer kalten Nacht (Fernsehfilm)
- 2020: Tatort: Das perfekte Verbrechen (Fernsehreihe)
- 2020: Der Alte – Kalte Wasser (Fernsehserie)
- 2021: Tatort: Heile Welt (Fernsehreihe)
- 2021: Ich und die Anderen (Fernsehserie)
- 2023: Tatort: Kontrollverlust (Fernsehreihe)
- 2024: Frisch
- 2025: Bis es blutet (Fernsehfilm)
Auszeichnungen
- 2013: Förderpreis für junge Theatertalente des Vereins der Freunde des Bayerischen Staatsschauspiels
- 2014: Bayerischer Kunstförderpreis in der Sparte „Darstellende Kunst“ (mit 6000 Euro dotiert).<ref>Bayerische Kunstförderpreise 2014 für junge Darstellende Künstler aus Augsburg und München Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst; Pressemitteilung vom 1. Oktober 2014.</ref>
- 2016: AZ-Stern des Jahres 2015 der Münchner Abendzeitung in der Kategorie „Bester Schauspieler“
- 2018: Kurt-Meisel-Preis der Freunde des Residenztheaters e. V. für herausragende künstlerische Leistung
- 2020: Nestroy-Theaterpreises in der Kategorie „Bester Schauspieler“ für Die Bakchen (Dionysos) am Wiener Burgtheater<ref name="orf3183820">TV-Show statt Gala: Nestroy für Peters und Pätzold. In: ORF.at. 4. Oktober 2020, abgerufen am 4. Oktober 2020.</ref><ref name="kurier401053213">Georg Leyrer: Die Sieger der NESTROY-Preise: Leistungsschau, diesmal im TV. In: Kurier.at. 4. Oktober 2020, abgerufen am 4. Oktober 2020.</ref>
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Franz Pätzold bei filmportal.de
- Franz Pätzold – Biografie (Residenztheater München)
- Franz Pätzold – Agentur klostermann-thamm.de
- Franz Pätzold bei Crew United
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang 2000: Gert Voss | 2001: Sven-Eric Bechtolf | 2002: Sven-Eric Bechtolf | 2003: Markus Hering | 2004: Toni Slama | 2005: Michael Maertens & Nicholas Ofczarek | 2006: Nicholas Ofczarek | 2007: Bernhard Schir | 2008: Markus Hering | 2009: André Jung | 2010: Martin Wuttke | 2011: Max Mayer | 2012: Joachim Meyerhoff | 2013: Gregor Bloéb | 2014: August Diehl | 2015: Martin Wuttke | 2016: Rainer Galke | 2017: Joachim Meyerhoff | 2018: Peter Simonischek | 2019: Steven Scharf | 2020: Franz Pätzold | 2021: Michael Maertens | 2022: Samouil Stoyanov | 2023: Michael Maertens | 2024: Claudius von Stolzmann | 2025: Nils Arztmann Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pätzold, Franz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 1989 |
| GEBURTSORT | Dresden |