Felsmalereien in der spanischen Levante
| Felsbildkunst des Mittelmeerraums auf der Iberischen Halbinsel | |
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| UNESCO-Welterbe Datei:Welterbe.svg
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| Indalo-Symbol | |
| Vertragsstaat(en): | Datei:Flag of Spain.svg Spanien |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | iii |
| Referenz-Nr.: | 874
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| UNESCO-Region: | Europa und Nordamerika |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 1998 (Sitzung 22) |
Für vorgeschichtliche Felsmalereien in der spanischen Levante (auch: Levante-Kunst<ref>L. Dams: Les peintures rupestres du Levant Espagnol. Éditions Picard, Paris 1984.</ref>) ist ein großes Gebiet im Hinterland der spanischen Ostküste bekannt, das mehrere Tausend freiliegende Felsmalereien ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) aus der Jungsteinzeit enthält. Insgesamt 727 Fundplätze wurden im Jahre 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.
Lage
Das Weltkulturerbe enthält mehrere Felsmalereien, verteilt über die Fläche von den Pyrenäen bis zur Provinz Granada. Das Gebiet umfasst Andalusien, Aragonien, Kastilien-La Mancha, Katalonien, Murcia und die Valencianische Gemeinschaft. Die dichteste Fundregion umfasst eine etwa 200 × 80 Kilometer große Fläche nahe Valencia.
Die Malereien werden meist auf freiliegenden Felsflächen, seltener unter Abris gefunden. Sie können auf Augenhöhe oder sehr hoch angebracht sein. Verschiedene Organisationen unterstützen die Erhaltung der Malereien. Die Gemeinde Villar del Humo hat einen Kulturpark gegründet.
Entdeckung
Die ersten Felsbilder wurden 1903 in Teruel entdeckt.<ref>Levantine Art of Teruel. World Heritage. In: caiaragon.com, (englisch).</ref> Der Archäologe Juan Cabré (1882–1947) war der Erste, der die Malereien erforschte und der Jungsteinzeit zuordnete. Diese Erkenntnis stützte er darauf, dass keine Fauna der Eiszeit abgebildet ist. Antonio Beltrán Martínez (1916–2006) ordnete die Anfänge in das Epipaläolithikum oder die Mittelsteinzeit ein, verortete den Großteil der Abbildungen jedoch ebenfalls in die Jungsteinzeit.<ref>Antonio Beltrán: Rock art of the Spanish Levant. Cambridge University Press, Cambridge 1982, ISBN 0-521-24568-0.</ref> Aufgrund stilistischer Parallelen mit verzierten Tongefäßen ist ihr Beginn spätestens mit der Cardial- oder Impressokultur in der ersten Hälfte des 6. Jahrtausends v. Chr. erwiesen, das Ende liegt (bis auf Ausnahmen) im Endneolithikum, im Zeithorizont der Glockenbecherkultur.
Die Datierung der Bilder beruht bei vielen der Fundstätten auf stilistischen Ähnlichkeiten, denn die Methoden zur Bestimmung, wie die Radiokohlenstoffdatierung (C-14 Methode), können durch Kontamination des Materials leicht zu falschen Ergebnissen führen, da die Felsoberflächen mit Schmutzresten verschiedener Zeiten behaftet sind.
Motive
Die Malereien bilden hauptsächlich Menschen ab, was für die Altsteinzeit ungewöhnlich wäre. Wenn Tiere in Kombination mit Menschen auftreten, läuft der Mensch auf diese zu. Auch Menschen bei verschiedenen Aktivitäten (z. B. Jagd mit Pfeil und Bogen, Kämpfen oder landwirtschaftlichen Aufgaben) sind ein typisches Motiv. Jagdszenen mit Recurvebogen bilden den ersten Beweis für die Existenz dieses Bogentyps bereits im Frühneolithikum.<ref name="Steguweit.Jungsteinzeit">Leif Steguweit: Belege für Recurve-Bogen in der europäischen Jungsteinzeit. In: Volker Alles (Hrsg.): Reflexbogen. Geschichte und Herstellung. Angelika Hörnig, Ludwigshafen 2009, ISBN 978-3-938921-12-8, S. 10–25.</ref>
Farben
Die Malereien sind in der Regel ein- oder zweifarbig, darunter auch einige, die Schwarz-, Rot-, Gelb- und Brauntöne aufzeigen. Als Farben wurden auch Pflanzenfarbstoffe sowie Kohle, Flüssigkeiten und Körperausscheidungen, mineralische Verbindungen wie Hämatit, Ton und Oxid von Mangan, mit einem organischen Bindemittel wie Harz oder Fett vermischt. Oft sind die Silhouetten markiert, geritzt oder geschabt, um Einschnitte zu produzieren und somit einen Umriss realistischer darzustellen.
Liste geschützter Fundplätze
Die UNESCO-Liste umfasst 727 Fundplätze mit neolithischen Felsmalereien in Ostspanien.<ref>Auflistung der UNESCO</ref> Geschützte Fundstellen befinden sich in den Provinzen folgender Regionen:
- Valencianische Gemeinschaft: 301 Stellen
- Provinz Alicante: 130 Stellen
- Provinz Castellón: 102 Stellen
- Provinz Valencia: 69 Stellen (darunter die Cuevas de la Araña)
- Aragón: 132 Stellen
- Provinz Teruel: 67 Stellen (darunter 17 in der “Roca Hernando”)
- Provinz Huesca: 47 Stellen
- Provinz Saragossa: 18 Stellen
- Kastilien-La Mancha: 93 Stellen
- Provinz Albacete: 79 Stellen
- Provinz Cuenca: 12 Stellen
- Provinz Guadalajara: 2 Stellen
- Murcia (Region): 72 Stellen (darunter Abrigo del Pozo bei Calasparra)
- Andalusien: 69 Stellen
- Provinz Jaén: 42 Stellen
- Provinz Almería: 25 Stellen
- Provinz Granada: 2 Stellen
- Katalonien: 60 Stellen
- Provinz Tarragona: 39 Stellen
- Provinz Lleida: 16 Stellen
- Provinz Barcelona: 5 Stellen
Die südandalusische Kunst bezieht sich auf die Felskunst der andalusischen Provinzen Cádiz und Málaga.
Literatur
- Lya Dams: Les peintures rupestres du Levant Espagnol. Éditions Picard, Paris 1984, ISBN 2-7084-0109-2.
- Mauro S. Hernández Pérez, Pere Ferrer i Marset, Enrique Catalá Ferrer: Arte rupestre en Alicante. Centre d’Estudis Contestans, Alicante 1988, ISBN 84-404-2468-X.
Einzelnachweise
<references />
Historische Stadtzentren:
Alcalá de Henares mit Universität (1998) |
Ávila mit Kirchen außerhalb der Stadtmauer (1985) |
Cáceres (1986) |
Córdoba mit Moschee/Kathedrale (1984) |
Cuenca (1996) |
Granada mit Alhambra und Generalife-Palast (1984) |
Salamanca (1988) |
San Cristóbal de La Laguna (1999) |
Santiago de Compostela (1985) |
Segovia mit Aquädukt (1985) |
Toledo (1986)
Bauwerke:
Bergwerk Almadén (2012) |
Architektur der Mudéjaren in Aragón (1986) |
Baudenkmäler von Oviedo und des Königreiches Asturien (1985) |
El Escorial bei Madrid (1984) |
Herkulesturm (2009) |
Kathedrale von Burgos (1984) |
Kathedrale, Alcázar und Archivo General de Indias in Sevilla (1987) |
Kirchen der Katalanischen Romanik im Vall de Boí (2000) |
Kloster Poblet (1991) |
Klöster San Millán de Yuso und de Suso (1997) |
Königliches Kloster Santa María de Guadalupe (1993) |
Monumentale Ensembles der Renaissance von Úbeda und Baeza (2003) |
Palau de la Música Catalana und Hospital de la Santa Creu i Sant Pau in Barcelona (1997) |
Biscaya-Brücke (2006) |
Römische Stadtmauern von Lugo (2000) |
Seidenbörse von Valencia (1996) |
Werke von Antoni Gaudí (1984)
Archäologische Stätten:
Atapuerca (2000) |
Dolmen von Antequera (2016) |
Felskunst des Mittelmeerbeckens auf der Iberischen Halbinsel (1998) |
Altamira-Höhle und paläolithische Höhlenkunst von Nordspanien (1985) |
Las Médulas (1997) |
Madīnat az-zahrāʾ (2018) |
Mérida (1993) |
Siega Verde * (2010) |
Tarraco (2000) |
Prähistorische Stätten des Talayotischen Menorca (2023)
Kultur- und Naturlandschaften:
Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas (2017, N) |
Aranjuez (2001, K) |
Ibiza (1999, K/N) |
Monte Perdido (1997, K/N) |
Nationalpark Doñana (1994, N) |
Nationalpark Garajonay (1986, N) |
Nationalpark Teide (2007, N) |
Palmenhain von Elche (2000, K) |
Paseo del Prado und Buen Retiro (2021, K) |
Pilgerwege nach Santiago de Compostela: Camino Francés und die Routen Nordspaniens (1993, K) |
Serra de Tramuntana (2011, K)
* Erweiterung der archäologischen Stätten im Vale do Côa, Portugal;
- Wikipedia:Defekter Dateilink
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