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Felix Bänziger

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Felix Bänziger (* 18. September 1948; † 9. Juni 2025 in St.Gallen) war ein Schweizer Jurist.

Leben

Nach seinem Abitur am Gymnasium Friedberg ind Gossau studierte Bänziger Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg, wo er 1976 promovierte. Im selben Jahr wurde er in Trogen im Kanton Appenzell Ausserrhoden Verhörrichter. Von 1982 bis 1987 war er Chef der Kriminalpolizei der Kantonspolizei St. Gallen. Anschliessend war Bänziger Staatsanwalt von Appenzell Ausserrhoden, ab 1993 war er zudem ständiger Vertreter der Bundesanwältin für die deutschsprachige Schweiz. Bänziger wurde auf den 1. August 1996 zum Stellvertreter von Bundesanwältin Carla Del Ponte ernannt.<ref name="AZ">Niklaus Oberholzer: Gradlinig, konsequent, bescheiden: Im Gedenken an den früheren Strafverfolger Felix Bänziger aus Herisau. In: Appenzeller Zeitung. 24. Februar 2026, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref><ref>Felix Bänziger wird Substitut der Bundesanwältin, Pressemitteilung des EJPD, Website der Bundesverwaltung, 17. April 1996, abgerufen am 25. Mai 2012.</ref> Ab 2001 war er stellvertretender Generalprokurator des Kantons Bern.<ref name="AZ"/><ref>SVP Solothurn schickt Kantonalpräsident Müller ins Rennen. In: Berner Zeitung. 3. Dezember 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Februar 2014; abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> Im September 2009 unterlag er Rolf Grädel (SVP) bei der Wahl des neuen bernischen Generalprokurators.<ref name="BEGP">Guéra wird Oberrichter, Grädel Generalprokurator, Der Bund, aktualisiert am 9. September 2009, abgerufen am 25. Mai 2012.</ref> Im Dezember 2009 wurde Bänziger zum Oberstaatsanwalt des Kantons Solothurn gewählt.<ref name="AZ"/><ref>Felix Bänziger zum Oberstaatsanwalt gewählt. In: Berner Zeitung. 9. Dezember 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Februar 2014; abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> Per Ende Mai 2013 wurde er pensioniert.<ref name="pension_marie">Andrea Kučera: Felix Bänziger wird mit Administrativuntersuchung betraut. In: Neue Zürcher Zeitung. 17. Mai 2013, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref>

Im Mai 2012 gab der Regierungsrat des Kantons Zürich bekannt, dass Felix Bänziger beauftragt wurde, eine Strafuntersuchung gegen Regierungsrat Martin Graf zu führen. Eine Privatperson hatte eine Strafanzeige wegen Amtsmissbrauchs und Amtsgeheimnisverletzung eingereicht.<ref>Johanna Wedl, Adrian Krebs: «Mit dieser Methode kann man ganze Regierungen lahm legen». In: Neue Zürcher Zeitung. 11. Mai 2012, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> Das Waadtländer Kantonsgericht ernannte Bänziger per 27. Mai 2013 zum Leiter der Administrativuntersuchung im Zusammenhang mit der Tötung der 19-jährigen Marie in der Nähe von Payerne, Bänziger sollte die Vorgänge in der Justiz untersuchen.<ref name="pension_marie"/> Er war parteilos.<ref name="BEGP" />

Bänziger war ausserdem Leiter der Ombudsstelle der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin (SGRM).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., Website der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin, Archivversion vom 9. September 2012.</ref>

Bänziger war verheiratet und Vater von drei Kindern. Er verstarb am 9. Juni 2025 im Alter von 76 Jahren in St. Gallen.<ref>Franz Welte: Engagement in der Strafverfolgung. Zum Hinschied von Felix Bänziger, der auch als stellvertretender Bundesanwalt wirkte. In: St. Galler Nachrichten. 19. Juni 2025, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref><ref name="AZ"/><ref>Traueranzeige, Gedenkzeit.ch, 14. Juni 2025.</ref>

Schriften

  • Der Schutz des Dritten im internationalen Personen-, Familien- und Erbrecht der Schweiz (= Schweizer Studien zum internationalen Recht. Bd. 3). Schulthess, Zürich 1977 (Dissertation, Universität Freiburg, 1976).
  • (mit August W. Stolz) Strafprozessordnung des Kantons Appenzell A. Rh. vom 30. April 1978. 1980. 2., vollständig überarbeitete Auflage: (mit August W. Stolz, Walter Kobler) Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Appenzell A. Rh. Kantonskanzlei, Herisau 1992.
  • (mit Luc Leimgruber) Das neue Engagement des Bundes in der Strafverfolgung: Kurzkommentar zur «Effizienzvorlage». Stämpfli, Bern 2001, ISBN 3-7272-9723-9.
  • (mit Erhard Schweri) Interkantonale Gerichtsstandsbestimmung in Strafsachen. 2., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Stämpfli, Bern 2004, ISBN 3-7272-9938-X.
  • (Hrsg. mit Annemarie Hubschmid, Jürg Sollberger) Zur Revision des Allgemeinen Teils des Schweizerischen Strafrechts und zum neuen materiellen Jugendstrafrecht. 2., ergänzte Auflage. Stämpfli, Bern 2006, ISBN 3-7272-9171-0.
  • (mit Christoph Burkhard, Charles Haenni) Der Strafprozess im Kanton Bern: 1519 Anmerkungen zum Übergang vom bernischen Recht zu StPO und JStPO. Stämpfli, Bern 2010, ISBN 978-3-7272-9795-3.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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