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Feldkrücken

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Feldkrücken
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(279)&title=Feldkr%C3%BCcken 50° 33′ N, 9° 11′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(279) 50° 33′ 6″ N, 9° 11′ 3″ O
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Höhe: 514 (504–542) m ü. NHN
Fläche: 9,01 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 279 ca.<ref>Stadtteil Feldkrücken. In: Webauftritt der Stadt Ulrichstein. Abruf im März 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 35327
Vorwahl: 06645

Feldkrücken ist ein Ortsteil der Stadt Ulrichstein im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Der Ortsteil liegt südlich des Kernorts Ulrichstein im Vogelsberg. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3325.

Ortsgeschichte

Datei:Ulrichstein Feldkruecken Schulstrasse Kirche f.png
Evangelische Kirche

Mittelalter

Ein früheres Dorf Feldkrücken lag ursprünglich zwischen Ruppertenrod, Hainbach (Gemünden) und Elpenrod. Bekannt ist, dass dieses Dorf noch Mitte des 14. Jahrhunderts bestand, jedoch schon 1466 Wüstung war. Das heutige Feldkrücken ist eine Neusiedlung von Bewohnern des ehemaligen Feldkrückens.<ref>Rudolf Urban: Feldkrücken und seine Schule. In: Heimatblätter für Stadt und Kreis Lauterbach 15 (1950). S. 31–36, S. 31 f.</ref> Die Ersterwähnung des heutigen Feldkrücken steht in einer Urkunde vom 11. April 1344: „Feldkruecken“.<ref>Wenck: Band 2, S. 359, Anm.</ref><ref name="lagis" /> 1353 wird der Zehnte „zu Kultzinheyn, zu Feldkruckin“ aufgezählt.<ref>StAD Urkunden Oberhessen, von Sassen.</ref> Schließlich erscheint der Ortsname „Feltkruokin“ in einem Salbuch von 1592.<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 384.</ref>

Feldkrücken ist ein übertragener Siedlungsnamen, welcher von den Neusiedlern des wüst gefallenen gleichnamigen Ortes mitgebracht wurde. Dabei handelt es sich ursprünglich um einen Flurnamen. Dieser setzt sich aus Feld und mhd. krucke, krücke zusammen. In der Namensforschung wird demnach der Ort als „Siedlung am auffällig gekrümmten Feld“.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 117–119.</ref> Die Ableitung von einem Flurnamen belegt auch der Name für eine Wiese in der Wüstung Feldkrücken aus dem Jahre 1582 in einem Salbuch: „in der Feldkruchen.“<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 279.</ref>

Neuzeit

Eine Schule gab es schon im Jahre 1699. Sie wurde 1911 neu erbaut. 1734 wurde an Stelle der baufälligen Kirche ein neues Gotteshaus gebaut.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Feldkrücken:

„Feldkrücken (L. Bez. Schotten) evangel. Filialdorf; liegt im Vogelsberg 2 St. von Schotten und an einer Höhe von 2098 Hess. (1614 Par.) Fuß über der Meeresfläche. Der Ort hat 76 Häuser und 405 evangelische Einwohner. – Feldkrücken ist erst seit dem 14 Jahrhundert bekannt. Nach einer Urkunde von 1353 hatte Heinrich von Isenburg, die von Sassen mit dem Zehnten daselbst belehnt.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Von 1874 bis 1960 gab es in Feldkrücken eine Gemeindeschäferei.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Feldkrücken zum 1. August 1972 durch Landesgesetz als Stadtteil in die Stadt Ulrichstein eingegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Alsfeld und Lauterbach (GVBl. II 330-12) vom 1. August 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 215, § 4 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref> Für Feldkrücken wurde ein Ortsbezirk errichtet.<ref name="OBez">Ortsbeiräte. Stadt Ulrichstein, abgerufen im März 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Feldkrücken angehört(e): <ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Feldkrücken das Amt Ulrichstein zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Die zweite Instanz für die Patrimonialgerichte waren die standesherrlichen Justizkanzleien. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821–1822 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übertragen. Feldkrücken fiel in den Gerichtsbezirk des „Landgerichts Schotten“. Durch Verfügung des großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz wurde am 1. Dezember 1838 Feldkrücken an den Bezirk des neu errichteten Landgerichts Ulrichstein abgetreten.<ref>Bekanntmachung, die Errichtung eines Landgerichts zu Ulrichstein betr. vom 31. Oktober 1938. In: Großherzogliches Ministeriums des Inneren und der Justiz (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1838 Nr. 36, S. 385 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 40,9 MB]).</ref>

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Ulrichstein“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>

1943 verlor das Amtsgericht Ulrichstein seine Selbständigkeit und wurde zur Zweigstelle des Amtsgerichts Schotten.<ref>Verfügung des Landgerichtspräsidenten in Gießen vom 16. Juni 1943 — 3200 — Betrifft: Errichtung der Zweigstelle Ulrichstein des Amtsgerichts Schotten</ref> Mit Wirkung zum 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Schotten und Feldkrücken kam zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Lauterbach.<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 2 f) und Artikel 2, Abs. 3) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref> Am 1. Januar 2005 wurde das Amtsgericht Lauterbach als Vollgericht aufgehoben<ref>Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (GVBl. I S. 507–508) vom 20. Dezember 2004. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2004 Nr. 24, S. 507–508 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,4 MB]).</ref> und zur Zweigstelle des Amtsgerichts Alsfeld.<ref>Vierte Verordnung zur Anpassung gerichtsorganisatorischer Regelungen. Art. 1 §4 Abs. 1 (GVBl. I S. 552) vom 29. Dezember 2004. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2004 Nr. 25, S. 552 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref> Zum 1. Januar 2012 wurde auch diese Zweigstelle geschlossen.<ref>Fünfte Verordnung zur Änderung der Gerichtlichen Zuständigkeitsverordnung Justiz. (Artikel 1, Abs. 2. aa)) vom 9. Dezember 2010. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2010 Nr. 25, S. 709 f. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 148 kB]). Bezieht sich auf die Verordnung über gerichtliche Zuständigkeiten im Bereich des Ministeriums der Justiz (Gerichtliche Zuständigkeitsverordnung Justiz) (GVBl. II 210-98) vom 26. Oktober 2008. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2008 Nr. 17, S. 822 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 116 kB]).</ref>

Einwohnerentwicklung

• 1806: 396 Einwohner, 74 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 405 Einwohner, 76 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 321 Einwohner, 76 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 316 Einwohner, 64 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Feldkrücken: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2011
Jahr  Einwohner
1791
  
362
1800
  
351
1806
  
396
1829
  
405
1834
  
398
1840
  
430
1846
  
430
1852
  
408
1858
  
418
1864
  
350
1871
  
337
1875
  
316
1885
  
319
1895
  
306
1905
  
299
1910
  
326
1925
  
337
1939
  
317
1946
  
389
1950
  
364
1956
  
319
1961
  
300
1967
  
295
1970
  
271
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
249
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Religionszugehörigkeit

• 1829: 405 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 294 evangelische (= 98,00 %), 6 katholische (= 2,00 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Feldkrücken besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Feldkrücken) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 69,65 %. Alle Kandidaten gehörten der „Gemeinschaftsliste Feldkrücken“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Feldkrücken. In: Votemanager. Stadt Ulrichstein, abgerufen im März 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Torsten Rühl zum Ortsvorsteher.<ref name="OBez" />

Vereine

In Feldkrücken gibt es unter anderem einen Schützenverein (gegründet 1981), einen Jugendarbeitskreis (gegründet 1973), die VdK-Ortsgruppe (24 Mitglieder, Stand März 2009), einen Angelverein und einen Karnevalsklub. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1932 gegründet.

Kulturdenkmäler

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Feldkrücken

Literatur

Weblinks

Commons: Feldkrücken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Feldkrücken, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Amt Ulrichstein"> Die Zugehörigkeit des Amtes Ulrichstein anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567-1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604-1638. und Hessen-Darmstadt 1567-1866. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 211 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 280 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 423 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 265 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 42 und 82, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

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