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Eticho (Augsburg)

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Datei:0982-0988 Eticho.jpg
Darstellung aus der Bischofsgalerie im Augsburger Dom.

Eticho (lateinisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), * um 950; † 24. Juni 987 oder 988<ref>Emil Krüger: Der Ursprung des Welfenhauses und seine Verzweigung in Süddeutschland. 1899, S. 149, (Digitalisat).</ref>), auch bekannt als Etich, war ein sächsischer Adeliger, Kanoniker in Hildesheim und von 982 bis 988 Bischof von Augsburg.

Leben

Herkunft

Die Herkunft Etichos ist unbekannt und aus seinen wenigen überlieferten Erwähnungen nicht erschließbar. Eine Herkunft aus dem Hause der älteren Welfen wurde allerdings bereits im Jahr 1750 in der Origines Guelficae auf Basis von spätmittelalterlichen Quellen vermutet. Die Begründung liegt in seinem Namen Eticho, der im frühen 10. Jahrhundert zuletzt bei den Welfen vorkam, so bei einem 900/911 bezeugten Grafen Eticho im Ammergau<ref>Georg Waitz (Hrsg.): Genealogica Welforum = Genealogie der Welfen, (= Monumenta Germaniae Historica. Scriptores. 13). 1881, S. 733, (Digitalisat).</ref> oder bei dessen Enkel (nach der Vermutung der Origines Guelficae währe dieser Eticho der Onkel des Augsburger Bischofs), dem im Dom zu Konstanz begrabenen Eticho<ref>Georg Waitz (Hrsg.): Genealogica Welforum = Genealogie der Welfen, (= Monumenta Germaniae Historica. Scriptores. 13). 1881, S. 734, (Digitalisat).</ref> von Altdorf, Sohn des Grafen Heinrich (Stifter des Klosters Altdorf). Beide Etichos sind erst in der um 1150 verfassten Genealogica Welforum als Mitglieder der Dynastie genannt, zeitgenössische Erwähnungen gibt es kaum<ref>Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Volume 29, Gesellschaft für Fränkische Geschichte, Bayerische Akademie der Wissenschaften, Kommission für Bayerische Landesgeschichte, Verlag Beck, 1966</ref>. Eticho selbst ist weder in der Genealogica Welforum, noch in der später verfassten Historia Welforum genannt, was seine Zugehörigkeit zu dem Geschlecht der Welfen noch unwahrscheinlicher macht.

Ebenfalls gegen die welfische Herkunft spricht sein Werdegang vor der Besetzung als Bischof – nach der hochmittelalterlichen Chronicon episcoporum Hildesheimensium war er zuvor ein Hildesheimer Kanoniker<ref name=":0">Johannes Kroh, Thomas M. Krüger: Die Augsburger Bischöfe vor 1152, Bischof Eticho (= Germania Sacra, Biographische Studien). 2023, S. 1, (Digitalisat).</ref>. Demnach könnte er eher ein Sachse gewesen sein.

Wirken

Wie bereits erwähnt, war Eticho zuvor ein Kanoniker in Hildesheim, der – wie einige andere Hildesheimer Kanoniker – es schaffte, mit zirka 32 Jahren von Kaiser Otto II.<ref name=":1" /> zum Bischof ernannt zu werden. Er war also den Ottonen über die königliche Kapelle treu verbunden, worauf auch seine Position als Domkleriker in Hildesheim (das Bistum Hildesheim war eng mit der Hofkapelle der Ottonen verbunden<ref>Josef Fleckenstein: Hofkapelle der deutschen Könige. 1959, S. 128–134.</ref>) hinweist<ref>Gerd Althoff: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. 1981, S. 307, B 65.</ref>. Nach einer Darstellung des Humanisten Jakob Wimpfeling wurde Eticho im Jahr 982 (wahrscheinlich im Spätherbst) in Mainz von Erzbischof Willigis von Mainz und Bischof Erkanbald von Straßburg zum Bischof geweiht<ref>Jakob Wimpfeling: Argentinensium episcoporum cathalogus, fol. 23.</ref>. Diese Bischofsweihe scheint allerdings zumindest zum Teil von Wimpfeling rekonstruiert worden sein, wenn nicht sogar vollständig. Vor 1508 findet sich kein Beleg einer Bischofsweihe Etichos in Mainz durch Willigis oder Erkanbald<ref name=":0" />.

Wie genau Eticho an diese Position kam und inwiefern seine Verbindung nach Augsburg entstand, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Da Eticho wahrscheinlich ein Sachse war, könnte die Verbindung nach Schwaben mütterlicherseits bestanden haben, womöglich über eine Welfin. Im Spätsommer 982 begann wohl Etichos Amtszeit, die nicht viel Nachrichten hinterlassen hat. Besondere Wirken Etichos sind nicht bekannt – er förderte anscheinend weder die Verehrung Bischof Ulrichs als Heiligen, noch mehrte er den Besitz der Domkanoniker zu Augsburg, wie es sein Nachfolger Liutold tat.

Seine einzige überlieferte Handlung war ein Gütertausch zwischen Eticho und dem Bischof Albuin von Säben-Brixen<ref name=":1">Wilhelm Volkert: Die Regesten der Bischöfe und des Domkapitels von Augsburg. Von den Anfängen bis 1152, 1. 1964, S. 101 f., Nr. 177–178, (Digitalisat).</ref><ref name=":0" />.

Eticho starb nach einer sechseinhalb jährigen Amtszeit am 24. Juni, wohl im Jahr 988<ref name=":1" />. Seine Begräbnisstätte ist unbekannt, doch es ist davon auszugehen, dass er im Augsburger Dom begraben wurde.

Literatur

  • Emil Krüger: Der Ursprung des Welfenhauses und seine Verzweigung in Süddeutschland. Verlag von Julius Zwissler, Wolfenbüttel 1899, S. 149, (Digitalisat).
  • Friedrich Zoepfl: Geschichte des Bistums Augsburg und seiner Bischöfe. Schnell und Steiner, 1955.
  • Wilhelm Volkert: Die Regesten der Bischöfe und des Domkapitels von Augsburg. Von den Anfängen bis 1152, 1. 1964, S. 101, (Digitalisat).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

VorgängerAmtNachfolger
Heinrich I.Bischof von Augsburg
982–988
Liutold

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