Egert Pöhlmann
Friedrich Egert Pöhlmann (* 19. Juni 1933 in Nürnberg) ist ein deutscher Klassischer Philologe.<ref name="KuePoehl">Kürschners deutscher Gelehrten-Kalender. 22. Auflage. Band III. Saur, München 2009, ISBN 978-3-598-23629-7, S. 3168.</ref><ref>Erika Wischer: Propyläen Geschichte der Literatur: Literatur und Gesellschaft der westlichen Welt. Propyläen Verlag, 1981, ISBN 3549058055, S. 4 (Über die Autoren).</ref> Seit 1980 ist er Professor an der Universität Erlangen.
Leben
Egert Pöhlmann wurde 1933 als Sohn von Rose Pöhlmann, geborene Grimm, und des promovierten Rolf Pöhlmann in Nürnberg geboren. Er ist evangelisch und studierte nach dem Studium der Kirchenmusik in Bayreuth Klassische Philologie (Latein und Griechisch) und Germanistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1958 heiratete er Eva Meyer. Mit der Dissertation Griechische Musikfragmente: Ein Weg zur altgriechischen Musik wurde er 1960 zum Doktor der Philosophie promoviert. Von 1958 bis 1962 war er Gymnasiallehrer in Hof (Saale).<ref name="presse">Pressemitteilung der Philosophischen Fakultät II zum 70. Geburtstag von Prof. Dr. Pöhlmann.</ref> Bis zu seiner Habilitation 1968 in Erlangen mit einer Schrift über Denkmäler altgriechischer Musik<ref>Gnomon. Kritische Zeitschrift für die gesamte klassische Altertumswissenschaft. 1968, Band 40, S. 224.</ref> war er von 1962 bis 1976 als Assistent am Seminar für Klassische Philologie in Erlangen tätig. Ab dem 7. Februar 1968<ref>Personen- und Vorlesungsverzeichnis WS 1970/71, S. 56 ff.</ref> war er in Erlangen Privatdozent, ab 1970 Universitätsdozent.<ref name="KuePoehl"/> 1972 wurde er außerplanmäßiger Professor,<ref name="KuePoehl"/><ref>Gnomon. Kritische Zeitschrift für die gesamte klassische Altertumswissenschaft. 1973, Band 45, S. 224.</ref> 1974 Wissenschaftlicher Rat und Professor.<ref name="KuePoehl"/> Einen Ruf der Universität Gießen auf den Lehrstuhl für Griechische Philologie als Nachfolger von Gerhard Müller<ref>Hans Georg Gundel: Kurzberichte aus den Giessener Papyrussammlungen. 1977, Nr. 38. (Volltext)</ref> nahm er 1976 an,<ref>Gnomon. Kritische Zeitschrift für die gesamte klassische Altertumswissenschaft. 1976, Band 48, S. 736.</ref> kehrte aber 1980 nach Erlangen zurück<ref>http://www.presse.uni-erlangen.de/Aktuelles/2001/Nachrichten_2001/CollAlexSS01-11.html</ref> und wurde auf den Lehrstuhl I für Klassische Philologie berufen<ref name="presse"/>, den er bis zu seiner Emeritierung zum 30. September 2001<ref>http://www.presse.uni-erlangen.de/Aktuelles/2001/Personalia_2001/Personalia_Inhalt.html</ref> innehatte. Zu seinen Schülern gehörte etwa der Altphilologe Konrad Goehl, der Pöhlmann bereits zu dessen Assistentenzeit in Erlangen kennengelernt hatte.<ref>Konrad Goehl: Guido d’Arezzo der Jüngere und sein „Liber mitis“. 2 Bände. Horst Wellm, Pattensen bei Hannover (jetzt Königshausen & Neumann, Würzburg) 1984 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 32), ISBN 3-921456-61-4 (zugleich Philosophische Dissertation Würzburg), Band 2, S. 1059 (Lebenslauf).</ref> 1998 und 2003 war Pöhlmann Gastprofessor der Nationalen und Kapodistrias Universität in Athen, 2005 war er Gastprofessor der Ionischen Universität in Kerkyra.
An der Universität Erlangen und im Bayerischen Staatsministerium hatte Pöhlmann zahlreiche Ämter und Aufgaben. So war er mehrfach Mitglied von Hochschulplanungskommissionen, 1982–1984 Dekan der Philosophischen Fakultät II und 1984–1986 im Senat der Hochschule.<ref name="presse"/> 2004 wurde er Ehrendoktor der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen.<ref>http://www.presse.uni-erlangen.de/infocenter/presse/pressemitteilungen/personalmeldungen_2004/auszeichnungen_2004.shtml</ref><ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />UNI-Kurier ( vom 30. November 2011 im Internet Archive) (PDF-Datei; 847 kB) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 11. Jg., Juli 2004, Nr. 52, S. 14.</ref><ref>Gnomon. Kritische Zeitschrift für die gesamte klassische Altertumswissenschaft. Verlag C. H. Beck, München 2004, Band 76, Heft 6, S. 576.</ref> 2011 wurde er zum Korrespondierenden Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Athen gewählt.<ref> Gnomon. Kritische Zeitschrift für die gesamte klassische Altertumswissenschaft. Verlag C. H. Beck, München 2011, Band 83, S. 768. </ref> Pöhlmann hat drei Kinder (Johannes, Michael und Barbara).
Schriften (Auswahl)
- Griechische Musikfragmente: Ein Weg zur altgriechischen Musik. Carl, Nürnberg 1960 (Zugleich Philosophische Dissertation 1960).
- Denkmäler altgriechischer Musik. Sammlung, Übertragung und Erläuterung aller Fragmente und Fälschungen. Carl, Nürnberg 1970 (Zugleich Habilitationsschrift 1968).
- Charakteristika des römischen Lehrgedichts. In: Hildegard Temporini (Hrsg.): Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. Band I,3, Berlin / New York 1973, S. 813–901.
- Nützliche Weisheit: Das antike Lehrgedicht. In: Erika Wischer: Propyläen Geschichte der Literatur: Literatur und Gesellschaft der westlichen Welt. Propyläen Verlag, 1981, ISBN 3-5490-5805-5, S. 138–165.
- Beiträge zur antiken und neueren Musikgeschichte. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1988, ISBN 3-8204-1212-3.
- als Hrsg. mit W. Gauer: Griechische Klassik. Vorträge bei der interdisziplinären Tagung des Deutschen Archäologenverbandes und der Mommsengesellschaft (= Erlanger Beiträge. Band 75). Nürnberg 1994.
- Einführung in die Überlieferungsgeschichte und in die Textkritik der antiken Literatur. 2 Bände. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994–2003; Band 1: Altertum; Band 2: Mittelalter und Neuzeit, mit Beiträgen von Christian Gastgeber, Paul Klopsch und Georg Heldmann (Die Altertumswissenschaft); ISBN 3-534-04495-9, 3-534-12440-5.
- Studien zur Bühnendichtung und zum Theaterbau der Antike. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1995, ISBN 3-631-48577-8.
- Gegenwärtige Vergangenheit. Ausgewählte Kleine Schriften von Egert Pöhlmann. Herausgegeben, mit einem Vorwort und einem Schriftenverzeichnis versehen von Georg Heldmann. Walter De Gruyter, Berlin / New York BzA 262.
- Ancient Music in Antiquity and Beyond. Collected Essays (2009–2019). With a preface by Georg Heldmann. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2020 (= BzA. Band 381).
Literatur
- Kürschners deutscher Gelehrten-Kalender. 22. Auflage. Band III. Saur, München 2009, ISBN 978-3-598-23629-7, S. 3168.
- Pöhlmann, Friedrich Egert. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 955.
Weblinks
- Literatur von und über Egert Pöhlmann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- MOISA SECOND ANNUAL MEETING 30–31 Oktober 2008
- Rekonstruktion einer Wiegleb-Orgel. In: Sonntagsblatt vom 18. Januar 2007
- Fiktion und Realität im Bühnenbild der griechischen Tragödie und Komödie. Vortrag vom 5. Juli 2001 aus der Vorlesungsreihe "Collegium Alexandrinum" (MPEG)
Einzelnachweise
<references />
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Lehrstuhl I (seit 1962 Schwerpunkt Gräzistik): Friedrich Karl Rumpf (1809–1823) | Friedrich Gotthilf Osann (1825–1858) | Ludwig Lange (1859–1871) | Eduard Lübbert (1871–1874) | Adolf Philippi (1874–1893) | Eduard Schwartz (1893–1897) | Albrecht Dieterich (1897–1903) | Erich Bethe (1903–1906) | Alfred Körte (1906–1913) | Rudolf Herzog (1913–1936) | Albrecht von Blumenthal (1940–1945) | Gerhard Müller (1962–1976) | Egert Pöhlmann (1976–1980) | Manfred Landfester (1980–2002) | Peter von Möllendorff (seit 2003)
Lehrstuhl II (seit 1962 Schwerpunkt Latinistik): Heinrich Friedrich Pfannkuche (1803–1832) | Wilhelm Clemm (1874–1883) | Johannes Schmidt (1883–1892) | Richard Reitzenstein (1892–1893) | Gotthold Gundermann (1893–1902) | Richard Wünsch (1902–1907) | Otto Immisch (1907–1913) | Karl Kalbfleisch (1913–1934) | Wilhelm Süß (1934–1940) | Andreas Thierfelder (1941–1943) | Vinzenz Buchheit (1962–1989) | Jochem Küppers (1990–1997) | Helmut Krasser (seit 1999)
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1. Lehrstuhl: Gottlieb Christoph Harleß (1777–1815) | Ludwig Heller (1817–1826) | Ludwig von Döderlein (1826–1863) | Iwan von Müller (1864–1893) | Adolf Römer (1893–1913) | Otto Stählin (1913–1935) | Reinhold Merkelbach (1957–1961) | Alfred Heubeck (1962–1979) | Egert Pöhlmann (1980–2001) | Stephan Schröder (seit 2001)
2. Lehrstuhl: Joseph Kopp (1827–1842) | Carl Friedrich Nägelsbach (1842–1859) | Heinrich Keil (1859–1869) | Alfred Schöne (1869–1874) | Eduard Wölfflin (1875–1880) | August Luchs (1880–1920) | Alfred Klotz (1920–1939) | Otto Seel (1943–1947) | Carl Koch (1947–1956) | Rudolf Till (1958–1976) | Severin Koster (1979–2008) | Walter Kißel (kommissarisch, 2008–2016) | Christoph Schubert (seit 2017)
3. Lehrstuhl: Ferdinand Heerdegen (1902–1920) | Kurt Witte (1920–1950) | Otto Seel (1951–1972) | Klaus Stiewe (1975–1986) Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pöhlmann, Egert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher klassischer Philologe |
| GEBURTSDATUM | 19. Juni 1933 |
| GEBURTSORT | Nürnberg |
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- Altphilologe (20. Jahrhundert)
- Altphilologe (21. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Standort Erlangen)
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