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Eanflæd

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Eanflæd (auch Eanflaed, Eanfled, Aeonfleda; * 19. April 626<ref name="pase"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. in Prosopography of Anglo-Saxon England (PASE)</ref>; † zwischen 685<ref name="odnb" /> und 704<ref name="enc153">Michael Lapidge: Eanflæd. In: Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 2001, ISBN 0-631-22492-0, S. 153.</ref>) war eine northumbrische Königstochter und Königin. Später wurde sie Äbtissin von Whitby Abbey. Sie gilt als Heilige.

Leben

Eanflæd war die Tochter des angelsächsischen heidnischen Königs Edwin (616–633) von Northumbria und seiner christlichen zweiten Frau Æthelburg († 647),<ref name="odnb">Vorlage:OxfordDNB/core</ref> einer Tochter des Königs Æthelberht I. von Kent.<ref name="enc153" /> Beda Venerabilis berichtete, dass am 19. April 626,<ref name="odnb" /> dem Tag ihrer Geburt, ein Attentat auf ihren Vater Edwin verübt wurde. Edwin soll geschworen haben, Eanflæd taufen zu lassen und selber zum Christentum zu konvertieren, wenn er herausfinden würde, wer hinter dem Anschlag steckte, und den Täter besiegen würde. Edwin erfüllte sein Versprechen, ließ Eanflæd am 8. Juni 626<ref name="odnb" /> (Pfingsten) und sich selbst zu Ostern 627 von Bischof Paulinus von York taufen.<ref name="he2-9">Beda: HE 2,9</ref> Nach der walisischen Überlieferung wurde Eanflæd am Ostertag 626 und Edwin mit 12.000 Anderen am Ostertag 627 von Rhun mab Urien getauft.<ref>Nennius: Historia Brittonum, 63</ref> Nach dem Tod Edwins, der im Kampf gegen Cadwallon ap Cadfan von Gwynedd und Penda von Mercia am 12. Oktober 633 in der Schlacht von Hatfield Chase gefallen war,<ref name="enc163" /> musste Æthelburg mit ihren Kindern Eanflæd, Wuscfrea, dem Enkel Yffi und dem Bischof Paulinus vor den plündernden Feinden ins südenglische Königreich Kent fliehen, wo sie aufgenommen wurden.<ref name="he2-20">Beda: HE 2,20</ref>

Eanflæd aus dem Königshaus von Deira heiratete um das Jahr 644 ihren Vetter Oswiu (612–670), der dem Königshaus von Bernicia entstammte.<ref name="enc349">Philip Holdsworth: Oswiu. In: Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 2001, ISBN 0-631-22492-0, S. 349.</ref> Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor: Der Sohn Ecgfrith (* um 645),<ref name="enc18">R. C. Love: Æthelthryth. In: Michael Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England, Wiley-Blackwell, 2001, ISBN 0-631-22492-0, S. 18.</ref> die Töchter Ælfflæd (* um 654, Äbtissin von Whitby)<ref name="he3-24" /> und Osthryth<ref>Bertram Colgrave: The Earliest Life of Gregory the Great. Cambridge University Press, 1985, ISBN 0-521-31384-8, S. 42.</ref> und vermutlich auch sein Sohn Ælfwine (* um 661).<ref name="he4,21">Beda: HE 4,21</ref>

In Deira herrschte zu dieser Zeit Oswine (642–651), ein Verwandter Eanflæds. Durch diese Heirat wollte Oswiu vermutlich seinen Anspruch auf ein vereinigtes Königreich Northumbria untermauern.<ref name="odnb" /> Um 648 kam der etwa 14-jährige Wilfrid an den Hof Oswius. Durch Eanflæds Fürsprache wurde er einige Jahre im Kloster Lindisfarne erzogen. Später half sie Wilfrid bei seiner Pilgerfahrt nach Rom, indem sie ihren Vetter Earconberht I., den König von Kent bat, für Wilfrids weitere Reise zu sorgen.<ref name="he5-19">Beda: HE 5,19</ref> 651 überfiel Oswiu das Nachbarreich Deira. Dessen König Oswine wurde in Ingethlingum (Gilling im Distrikt Ryedale) durch Verrat im Auftrag Oswius umgebracht. Dieser Frevel empörte das ganze Land und machte Oswine zum Märtyrer. Eanflæd, eine Verwandte von Oswine, ließ in Gilling ein Sühnekloster errichten, dessen erster Abt ihr Verwandter Trumhere wurde.<ref name="he3-24" /> Um das Jahr 654 wurde ihre Tochter Ælfflæd geboren.<ref name="he3-24">Beda: HE 3,24</ref> Oswiu stand in der iro-schottischen Tradition, während Eanflæd dem römisch-katholischen Ritus folgte, der vermutlich auch im Kloster Gilling beachtet wurde.<ref name="odnb" /> Das führte nach dem Bericht Bedas angeblich sogar so weit, dass innerhalb des königlichen Haushalts Ostern zu unterschiedlichen Zeitpunkten gefeiert wurde. Um diesen Zustand zu beenden, berief Oswiu 664 die Synode von Whitby ein, die sich für den katholischen Ritus entschied.<ref name="he3-25">Beda: HE 3,25</ref> Um 664 verschwand Ealhfrith (655–664), Oswius Sohn aus einer früheren Ehe, aus den Quellen. Ecgfrith (664–670), wahrscheinlich ein Sohn Eanflæds,<ref name="odnb" /> trat an dessen Stelle als Unterkönig in Deira. Von 670 bis 685 war er König ganz Northumbrias.<ref name="enc502">Simon Keynes: Kings of the Northumbrians. In: Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 2001, ISBN 0-631-22492-0, S. 502–505.</ref>

Datei:Whitby Abbey 05.jpg
Ruine von Whitby Abbey

Nach dem Tod Oswius im Jahr 670 trat Eanflæd als Nonne in das Kloster Whitby Abbey ein, wo Oswiu in der St. Peter’s Church<ref name="he3-24" /> bestattet worden war. Nach dem Tod der Äbtissin Hilda übernahm sie gemeinsam mit ihrer Tochter Ælfflæd die Leitung des Klosters. In ihrer Amtszeit wurde der Körper ihres toten Vaters Edwin nach Whitby überführt. Er wurde als Märtyrer verehrt und es bildete sich ein Königskult heraus,<ref name="enc153" /> der jedoch nie die Bedeutung des Kultes um seinen Neffen Oswald († 642) erlangte.<ref name="enc163">Philip Holdsworth: Edwin, King of Northumbria. In: Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 2001, ISBN 0-631-22492-0, S. 163–164.</ref> Eanflæd starb zwischen 685<ref name="odnb" /> und 704<ref name="enc153" /> und wurde an der Seite ihres Mannes Oswiu in Whitby beigesetzt.<ref name="he3-24" />

Verehrung

Es gibt keine Hinweise auf einen Kult um Eanflæd aus der Zeit vor der normannischen Eroberung. Nach Wilhelm von Malmesbury, einem Chronisten des 12. Jahrhunderts, sollen ihre Reliquien nach Glastonbury Abbey überführt worden sein, wo sie zu seiner Zeit als Heilige verehrt wurde. Eanflæds Festtag ist der 24. November.<ref name="odnb" />

Literatur

  • Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 2001, ISBN 0-631-22492-0.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

VorgängerAmtNachfolger
HildaÄbtissin von Whitby Abbey
680–685/704
gemeinsam mit Ælfflæd
unbekannt

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