Ealhfrith (Deira)
Ealhfrith (auch Alhfrith, Alchfrith, Alchfrid, Alchfridus, Alchfrithus, Alhfrithus etc.; * um 635; † nach 664) war von 655 bis 664 Unterkönig des angelsächsischen Königreiches Deira.<ref name="enc502">Simon Keynes: Kings of the Northumbrians. In: Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 2001, ISBN 0-631-22492-0, S. 502–505.</ref>
Leben
Familie und Jugend
Ealhfrith war ein Sohn des Königs Oswiu von Northumbria. Seine Mutter war möglicherweise dessen erste Frau Fina, Tochter des Colman Rimid oder wahrscheinlicher Rhianmellt aus Rheged, eine Tochter des Royth, Oswius zweite Frau.<ref name="ha9">{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref><ref name="john" />
Oswiu versuchte seine politischen Probleme mit Mercia durch Heiratspolitik zu lösen: Seinen Sohn Ealhfrith verheiratete er in den 550er Jahren mit Cyneburg, einer Tochter des Königs Penda von Mercia.<ref name="babs82">Barbara Yorke: Kings and Kingdoms of early Anglo-Saxon England. Routledge, London / New York 2002, ISBN 0-415-16639-X, S. 82.</ref> Nachkommen Ealhfrith’ sind nicht bekannt. Seine Schwester Ealhflæd wurde um das Jahr 653 mit Peada, dem König der Mittelangeln und Sohn Pendas, an dessen Bekehrung zum Christentum Ealhfrith großen Anteil hatte,<ref name="he3–21">Beda: HE 3,21</ref> verheiratet.<ref name="nic234">Nicholas J. Higham: The convert kings: power and religious affiliation in early Anglo-Saxon England. Manchester University Press, 1997, ISBN 0-7190-4828-1, S. 234.</ref>
Herrschaft
Trotz der verwandtschaftlichen Verbindung durch die Heiratspolitik kam es zwischen Oswiu und Penda 655 zum Krieg: Penda und Æthelhere, der subregulus (Unterkönig) von East Anglia, fielen plündernd in Bernicia ein und drängten Oswiu zunächst bis nach Schottland zurück.<ref name="ric33">Richard Hoggett: The Archaeology of the East Anglian Conversion (Anglo-Saxon Studies). Boydell & Brewer, 2010, ISBN 978-1-84383-595-0, S. 33.</ref> Oswiu versprach hohe Tributzahlungen, wenn Penda das Land verließe, doch jener lehnte ab. Oswiu und sein Sohn Ealhfrith stellten sich Penda mit deutlich geringeren Truppen entgegen.<ref name="he3–24">Beda: HE 3,24</ref> Auch Oswius Neffe Æthelwald (651–655) von Deira und der walisische König Cadfael ap Cynfeddw von Gwynedd waren Verbündete von Mercia, verließen aber das Heer offenbar vor der entscheidenden Schlacht von Winwaed bei Loidis (Leeds) am 15. November. In dieser Schlacht fielen sowohl Penda als auch Æthelhere.<ref name="he3–24" /> Vermutlich wollte Æthelwald durch dieses Manöver die Gunst Oswius zurückgewinnen, doch setzte dieser ihn offenbar ab. Æthelwald verschwand darauf aus den Quellen.<ref name="babs78">Barbara Yorke: Kings and Kingdoms of early Anglo-Saxon England. Routledge, London / New York 2002, ISBN 0-415-16639-X, S. 78–80.</ref> Oswiu vereinigte Bernicia und Deira wieder zum Königreich Northumbria, indem Deira künftig nur noch ein Unterkönigreich darstellte, welches von seinem Sohn Ealhfrith als subregulus regiert wurde.<ref name="enc502" />
Um 658 gründete Ealhfrith ein irisch-schottisches Kloster in Ripon. Abt Eata und Cuthbert, der erste Prior, gehörten zu den ersten Mönchen, die sich dort niederließen.<ref name="vsc7">Beda: Vita sancti Cuthbercti 7–8</ref> Ealhfrith, der mit dem irisch-schottischen Ritus aufgewachsen war, kam nicht nur durch seine Frau, sondern auch als Unterkönig mit den südlichen Königreichen in Kontakt, die dem römischen Ritus folgten.<ref name="odnb-alchfrith" /> Zu Cenwalh (642–672/673), dem König der Gewissæ, unterhielt er freundschaftliche Beziehungen. Die gemeinsame Feindschaft zu Mercia, aber auch Verbindungen des westsächsischen Bischofs Agilbert zum northumbrischen Klerus, ermöglichte es Cenwalh auf eine Versöhnung Ealhfriths mit Bischof Wilfrid hinzuwirken.<ref name="odnb-cenwalh">Vorlage:OxfordDNB/core{{#invoke:TemplatePar|check |opt= Autor= Lemma= Nach2004= Print= Band= Seite= SeiteVon= SeiteBis= Stand= ID= URLpfad= Kommentar= FreierZugriff= Verfasser= DOI= Abruf= Zugriff= kurz= |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:OxfordDNB }}{{#ifeq: 0 | 0
| {{#if: 4996 |
{{#if: Vorlage:Str match | | Vorlage:OxfordDNB – Artikelkennung keine Zahl }}{{#switch:
|0|1|=
|#default= Vorlage:OxfordDNB – DOI= ist veraltet, musste ansonsten boolesch sein.}}
}} }}</ref>
Um 658 kam Wilfrid an den Hof Ealhfriths, der bald unter den Einfluss des charismatischen „römischen“ Kirchenmannes geriet.<ref name="odnb-alchfrith" /> Um 661 wurde Ealhfrith Anhänger des römischen Ritus und übergab das Kloster Ripon an Wilfrid, der bis 665 dort Abt war. Wilfrid führte alsbald die römische Liturgie und die Regula Benedicti ein. Da er dadurch den irisch-schottischen Ritus verdrängte, wichen die irischen Mönche dem Reformer aus. Eata und Cuthbert mussten mit den anderen Anhängern des irisch-schottischen Ritus nach Melrose zurückkehren.<ref name="vsc7" /> Im Jahr 664 wurde wohl auf Ealhfriths Betreiben die Synode von Whitby einberufen. Dabei ging es ihm vermutlich weniger um die religiösen Fragen, als vielmehr um eine Schwächung der Position seines Vaters und die Stärkung seiner eigenen Macht.<ref>Heinrich Beck (Hrsg.): Reallexikon der germanischen Altertumskunde. Band 33. de Gruyter, 2006, ISBN 3-11-018388-9, S. 563.</ref> Oswiu und die Bischöfe Chad von York und Colman vertraten den irisch-schottischen Ritus, während Ealhfrith, Wilfrid und Bischof Agilbert die römisch-katholische Position vertraten. Strittig waren vor allem die korrekte Berechnung des Osterdatums sowie die Tonsur der Mönche.<ref name="he3–25">Beda: HE 3,25</ref> Nach der für Ealhfrith erfolgreichen Synode sandte er Wilfrid nach Gallien, um dort zum Bischof ordiniert zu werden. Es besteht Unklarheit darüber, ob er in seinem Unterkönigreich dadurch ein eigenes Bistum errichten wollte und die Lösung von der Oberherrschaft anstrebte.<ref>T. M. Charles-Edwards: Early Christian Ireland. Cambridge University Press, 2000, ISBN 0-521-36395-0, S. 430.</ref> In den 660er Jahren plante Ealhfrith mit Benedict Biscop nach Rom zu pilgern, was ihm sein Vater Oswiu jedoch verbot.<ref name="odnb-alchfrith" /> Nach Meinung einzelner Historiker handelt es sich dabei um Benedicts Reise um das Jahr 666.<ref name="john">John Thomas Koch: Celtic culture: a historical encyclopedia. ABC-CLIO, 2006, ISBN 1-85109-440-7, S. 39–40.</ref>
Danach verschwand Ealhfrith aus den Quellen. Sein Halbbruder Ecgfrith (664–670) trat zunächst an seine Stelle als Unterkönig in Deira.<ref name="odnb-alchfrith">Vorlage:OxfordDNB/core{{#invoke:TemplatePar|check |opt= Autor= Lemma= Nach2004= Print= Band= Seite= SeiteVon= SeiteBis= Stand= ID= URLpfad= Kommentar= FreierZugriff= Verfasser= DOI= Abruf= Zugriff= kurz= |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:OxfordDNB }}{{#ifeq: 0 | 0
| {{#if: 286 |
{{#if: Vorlage:Str match | | Vorlage:OxfordDNB – Artikelkennung keine Zahl }}{{#switch:
|0|1|=
|#default= Vorlage:OxfordDNB – DOI= ist veraltet, musste ansonsten boolesch sein.}}
}} }}</ref> Von 670 bis 685 war er König ganz Northumbrias.<ref name="enc502" /> Es ist unwahrscheinlich, dass Ealhfrith sich in ein Kloster zurückzog,<ref name="john" /> bzw. dorthin verbannt wurde, da weder Beda noch Eddius Stephanus dies auch nur andeuten. Beda erwähnte, dass Ealhfrith gegen seinen Vater Krieg führte, doch ist unbekannt, ob dies nach der Synode von Whitby war und möglicherweise zu seinem Tod führte, oder sich lange vorher ereignete. Auf einer verwitterten Gedenkinschrift<ref>Barbara Ann Kipfer: Dictionary of artifacts. Wiley, 2007, ISBN 978-1-4051-1887-3, S. 34.</ref> des Kreuzes von Bewcastle in Cumbria, die Ealhfrith und seine Frau Cyneburg nennt, basiert die Theorie, dass er dort in der Verbannung oder in einer Schlacht gestorben sei.<ref name="odnb-alchfrith" />
Literatur
- {{#if:1
|{{#if: Alchfrith
|{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}} |}} |}}{{#if: |}}
- Vorlage:OxfordDNB/core{{#invoke:TemplatePar|check
|opt= Autor= Lemma= Nach2004= Print= Band= Seite= SeiteVon= SeiteBis= Stand= ID= URLpfad= Kommentar= FreierZugriff= Verfasser= DOI= Abruf= Zugriff= kurz= |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:OxfordDNB }}{{#ifeq: 0 | 0
| {{#if: 286 |
{{#if: Vorlage:Str match | | Vorlage:OxfordDNB – Artikelkennung keine Zahl }}{{#switch:
|0|1|=
|#default= Vorlage:OxfordDNB – DOI= ist veraltet, musste ansonsten boolesch sein.}}
}} }}
- David W. Rollason: Northumbria, 500–1100: Creation and Destruction of a Kingdom. Cambridge University Press, 2003, ISBN 0-521-81335-2.
- Barbara Yorke: Kings and Kingdoms of early Anglo-Saxon England. Routledge, London / New York 2002, ISBN 0-415-16639-X. cultorweb.com (PDF; 6,2 MB).
- John Thomas Koch: Celtic culture: a historical encyclopedia. ABC-CLIO, 2006, ISBN 1-85109-440-7.
- D. P. Kirby: The Earliest English Kings. Routledge, London / New York 2000, ISBN 0-415-24211-8.
- D. P. Kirby, Alfred Smyth, Ann Williams (Hrsg.): A Biographical Dictionary of Dark Age Britain. Routledge, London / New York 1991, ISBN 1-85264-047-2.
Quellen
- Beda Venerabilis: Historia ecclesiastica gentis Anglorum, fordham.edu Medieval Sourcebook (englisch).
- Beda Venerabilis: Vita sancti Cuthbercti. The Life and Miracles of St. Cuthbert, Bishop of Lindesfarne. fordham.edu, Medieval Sourcebook (englisch).
- Beda Venerabilis: Historia Abbatum, The Lives of The Holy Abbots of Weremouth and Jarrow. In: Medieval Sourcebook (englisch).
- Eddius Stephanus: Vita Wilfridi.
Weblinks
- Ealhfrith 1. Prosopography of Anglo-Saxon England (PASE).
- Alhfrith. Foundation for Medieval Genealogy.
Einzelnachweise
<references />
{{#ifeq: p | p | | {{#if: | |
}} }}{{#ifeq:||{{#if: 2022-08-05 | [[Kategorie:Wikipedia:GND fehlt {{#invoke:Str|left|2022-08-05|7}}]] }}{{#if: ja | {{#if: 2022-08-05 | | }} }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: | | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: | | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: | | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }} }}Vorlage:Wikidata-Registrierung
{{#if: Ealhfrith | {{#if: Alhfrith; Alchfrith; Alchfrid; Alchfridus; Alchfrithus; Alhfrithus | {{#if: König des angelsächsischen Reiches Deira | {{#if: vor 656 | {{#if: | {{#if: nach 664 | {{#if: || Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ealhfrith
}} |
| ALTERNATIVNAMEN | Alhfrith; Alchfrith; Alchfrid; Alchfridus; Alchfrithus; Alhfrithus
}} |
| KURZBESCHREIBUNG | König des angelsächsischen Reiches Deira
}} |
| GEBURTSDATUM | vor 656
}} |
| GEBURTSORT |
}} |
| STERBEDATUM | nach 664
}} |
| STERBEORT |
}} |
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:OxfordDNB
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:DictNatBiogr
- Wikipedia:GND fehlt
- Wikipedia:Normdaten-TYP falsch oder fehlend
- Wikipedia:GND in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Wikipedia:GND in Wikipedia vorhanden, fehlt jedoch in Wikidata
- Wikipedia:LCCN in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Wikipedia:LCCN in Wikipedia vorhanden, fehlt jedoch in Wikidata
- Wikipedia:VIAF in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Wikipedia:VIAF in Wikipedia vorhanden, fehlt jedoch in Wikidata
- Person (Angeln in Britannien)
- Familienmitglied der Idingas
- König (Deira)
- Herrscher (7. Jahrhundert)
- Geboren im 7. Jahrhundert
- Gestorben im 7. Jahrhundert
- Mann