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DB-Baureihe 422

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von ET 422)
DB-Baureihe 422/432
422-Doppeltraktion im Einsatz auf der S 6 nahe Langenfeld
422-Doppeltraktion im Einsatz auf der S 6 nahe Langenfeld
422-Doppeltraktion im Einsatz auf der S 6 nahe Langenfeld
Nummerierung: 422 001 – 084 (Endwagen 1)
432 001 – 084 (Mittelwagen 1)
432 501 – 584 (Mittelwagen 2)
422 501 – 584 (Endwagen 2)
Anzahl: 84
Hersteller: Bombardier, Alstom
Baujahr(e): 2007–2010
Achsfolge: Bo'(Bo')(2')(Bo')Bo'
(Jakobsdrehgestelle in Klammern)
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Kupplung: 69.430 mm
Breite: 3.020 mm
Höhe: 4.330 mm
Drehzapfenabstand: 15.140 mm (End-DG)
15.460 mm (Jakobs-DG)
Drehgestellachsstand: 2.200 mm (End-DG)
2.700 mm (Jakobs-DG)
Raddurchmesser: 850/780 mm
Laufraddurchmesser: 850/780 mm
Leermasse: 112 t
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Dauerleistung: 1600 kW (max. 2350 kW)
Anfahrzugkraft: 145 kN
Beschleunigung: 1,0 m/s²
Motortyp: Drehstrom-Asynchron (wassergekühlt)
Stromsystem: 15 kV 16,7 Hz ~
Stromübertragung: Oberleitung
Fahrmotoren: 8× 200 kW (max. 294 kW)
Bremse: Elektrisch, Druckluft-Scheibenbremse, Magnetschienenbremse
Kleinster Halbmesser: 100 m
Kupplungstyp: Scharfenberg Typ 10
Zugbeeinflussung: PZB, SiFa
Sitzplätze: 192 (16 in der 1. Klasse)
Stehplätze: 352
Fußbodenhöhe: 1.025 mm
Klasse(n): 1. und 2.

Die DB-Baureihe 422/432 ist ein aus der Baureihe 423 weiterentwickelter vierteiliger elektrischer Triebzug für den S-Bahn-Verkehr.<ref>Dietmar Brämert, Ulf Heitmann: Neuer S-Bahn Triebzug der Baureihe 422 vorgestellt. In: Lokrundschau. 7. Dezember 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. Juli 2011; abgerufen am 10. Mai 2020.</ref>

Als Baureihe 422 werden dabei die beiden angetriebenen Endwagen bezeichnet, während die ebenfalls angetriebenen Mittelwagen als Baureihe 432 klassifiziert werden.

DB Regio NRW beschaffte eine einzige Bauserie mit 84 Triebzügen für den Betrieb bei der S-Bahn Rhein-Ruhr im Gebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr. In anderen deutschen S-Bahn-Netzen wird stattdessen die Nachfolge-Baureihe 430 eingesetzt.

Fahrzeug

Beschaffung

Im Rahmen des Verkehrsvertrages mit dem Aufgabenträger Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) für den Betriebszeitraum von 2003 bis 2018 hatte sich DB Regio NRW zur Modernisierung der Fahrzeugflotte verpflichtet.

Ein Auftrag über zunächst 78 Einheiten der Baureihe 422 wurde 2005 von der Deutschen Bahn AG zu einem Wert von 343 Millionen Euro an ein Konsortium aus Bombardier Transportation und Alstom LHB vergeben.<ref>Werner W. Klingberg: Neue Triebzuggeneration für NRW: Bahn bestellt 78 Züge im Wert von mehr als 300 Millionen Euro. In: Presse-Information 122/2005. Deutsche Bahn AG Kommunikation, Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Januar 2006; abgerufen am 26. September 2018.</ref><ref name="alstom-presse-2005">ALSTOM: Deutsche Bahn bestellt 78 S-Bahnzüge im Wert von 343 Mio. Euro. Alstom Transport, 28. Dezember 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. September 2018; abgerufen am 26. September 2018.</ref> Die Auslieferung der am Ende 84 Einheiten erfolgte zum Preis von knapp 400 Millionen Euro von November 2008 bis Oktober 2010.<ref>We delivered the last train of the Baureihe 422 series to Deutsche Bahn for North Rhine-Westphalia, Germany. In: twitpic.com. Bombardier Transportation, 22. Oktober 2010, abgerufen am 24. Oktober 2025.</ref><ref>Alle S-Bahn-Züge der Baureihe 422 für Nordrhein-Westfalen ausgeliefert. In: bahnaktuell.net. 22. Oktober 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Oktober 2018; abgerufen am 1. Oktober 2018.</ref>

Seit Januar 2008 wurden erste Testfahrten und Typprüfungen der Züge auf öffentlichen Strecken durchgeführt. Die Zulassung durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA), die anschließende Fahrzeugübergabe an DB Regio NRW und die Inbetriebnahme für den Fahrgastbetrieb waren zunächst für den frühen Sommer 2008 geplant, mussten aber mehrfach verschoben werden und erfolgte im November 2008.<ref name="probahn-ebbers-ruhrschiene042008-s3">Lothar Ebbers: Wann kommt der ET 422? In: Ruhrschiene. Band 9, Nr. 4. Fahrgastverband Pro Bahn, Düsseldorf 2008 (archive.org [PDF; 312 kB]).</ref>

Ursprünglich plante der VRR, einen Folgeauftrag über mindestens weitere 32 Triebzüge der Baureihe 422 zu erteilen, um im S-Bahn-Betrieb im Ruhrgebiet ab Ende 2012 ausschließlich auf Fahrzeuge neuer Bauart zurückgreifen zu können. Im Dezember 2009 gab der VRR bekannt, dass stattdessen mindestens 32 Triebzüge der Baureihe 430 geliefert werden sollten.<ref>Neues S-Bahn Konzept an Rhein und Ruhr. VRR, 3. Dezember 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. November 2010; abgerufen am 11. August 2014 (Pressemitteilung).</ref> Tatsächlich bestellt und geliefert wurden letztlich Fahrzeuge des Typs Alstom Coradia Continental.<ref>Alstom liefert 28 Züge für die DB Regio in Nordrhein-Westfalen. Alstom, 3. April 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. September 2012; abgerufen am 1. Oktober 2018.</ref>

Technik

Datei:BR422-Hebeanlage.jpg
Baureihe 422 im Betriebswerk Essen
Datei:DB 422 Aufkletterschutz.JPG
Aufkletterschutz in einer Detailansicht der Fahrzeugfront

Technisch ähnelt die Baureihe 422 stark der Vorgängerbaureihe 423.<ref name="alstom-presse-2005" /> Die Fahrzeuge wurden in Leichtbauweise aus Aluminium und Verbundwerkstoffen gefertigt.

Äußerlich besteht die wesentliche Änderung aus dem neuen Fahrzeugkopf mit Knautschzone gemäß DIN EN 15227 zum verbesserten Schutz der Fahrgäste und des Triebfahrzeugführers bei Kollisionen, die zu einer gegenüber den Baureihen 420 und 423 um insgesamt zwei Meter gestiegenen Gesamtlänge führt. Hinter den Verkleidungen an den Fahrzeugenden befinden sich Energieverzehrmodule mit integriertem Aufkletterschutz.

Weitere Neuerungen sind die Fahrzeugsteuerung MITRAC (Bombardier), die Bremssteuerung EP-Compact und Druckluftversorgungsanlage (Knorr-Bremse), das Zugbeeinflussungssystem EBICAB 500 PZB (Bombardier), eine Videoüberwachung des Fahrgastraumes (Verint), über die gesamte Türhöhe wirkende Lichtgitter zur Absicherung des Fahrgastwechsels sowie ein neuer Fußbodenaufbau.

Nach den Praxiserfahrungen mit in bestimmten Situationen, insbesondere im Herbst,<ref name="probahn-ebbers-ruhrschiene042008-s3" /> ungenügender Bremsleistung wurde das bei der Baureihe 423 noch ungebremste Laufdrehgestell mit Radbremsscheiben und einer zusätzlichen Magnetschienenbremse ausgestattet.

Am Standort Hennigsdorf führte Konsortialführer Bombardier die Endmontage von 26 Zügen durch, 58 Züge montierte Alstom LHB in Salzgitter.<ref name="alstom-presse-2005" /> Die Wagenkästen und Kopfdrehgestelle wurden bei Alstom in Salzgitter gebaut. Bombardier fertigte die elektrische Ausrüstung im Werk Mannheim und die Jakobs-Drehgestelle im Werk Dreis-Tiefenbach der ehemaligen Waggon Union.

Ausfall der PZB

Anfang April 2011 wurden Software-Probleme beim installierten System der Punktförmigen Zugbeeinflussung Bombardier EBICAB 500 bekannt.<ref>Stephan Hermsen: Sicherheitsprobleme bremsen S-Bahn. In: Der Westen. FUNKE MEDIEN NRW GmbH, Essen, 8. April 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Oktober 2018; abgerufen am 1. Oktober 2018.</ref> Es war zu zwei Signalüberfahrungen gekommen, bei denen eine Sicherheitsreaktion der EBICAB-Anlage unterblieben war.<ref>Frank Christiansen: S-Bahn muss mit Co-Pilot fahren. In: Westdeutsche Zeitung. Westdeutsche Zeitung GmbH & Co. KG, Wuppertal, 18. April 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 1. Oktober 2018; abgerufen am 1. Oktober 2018.</ref> Daraufhin begrenzte das Eisenbahn-Bundesamt die Höchstgeschwindigkeit aller Fahrzeuge der Baureihe 422 auf 100 km/h. Außerdem wurden die Züge mit einem zusätzlichen Triebfahrzeugbegleiter besetzt. Um den Verkehr aufrechterhalten zu können, waren wieder vermehrt Züge mit Loks der Baureihe 143 und vier x-Wagen unterwegs, insbesondere auf der Linie S 1.

Der Softwarefehler wurde Mitte Juni 2011 behoben und Updates wurden eingespielt. Bei Fahrzeugen mit aktualisierter Software entfiel die Pflicht zur Anwesenheit eines Triebfahrzeugbegleiters, und die Höchstgeschwindigkeit durfte wieder voll ausgefahren werden. Ab dem 18. Juni 2011 wurden erste Fahrzeuge mit aktualisierter Software wieder in ihre alten Umläufe eingestellt.

Fahrzeugbrände

Im Herbst 2016 kam es nach elektrischen Fehlern, verursacht durch Vogelschlag bzw. Oberleitungsschaden, zu Bränden im Dachbereich von Triebzügen der Baureihe 422:

  1. am 16. September 2016 auf der Linie S 6 kurz nach Verlassen der Station Essen Hbf<ref>Philipp Wahl: S6: Zugführer evakuiert brennende S-Bahn in Essen. In: derwesten.de. FUNKE MEDIEN NRW GmbH, 16. September 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 21. September 2016; abgerufen am 26. September 2018.</ref>
  2. am 18. November 2016 auf der Linie S 3 zwischen den Stationen Essen Hbf und Essen West<ref>Brennende S-Bahn evakuiert – hoher Schaden in Essen. In: Der Westen. FUNKE MEDIEN NRW GmbH, Essen, 18. November 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. November 2016; abgerufen am 26. September 2018.</ref>

Die Leichtbauweise der Fahrzeugdächer aus Verbundwerkstoffen ermöglichte jeweils die Brandausbreitung und die Freisetzung von Rauchgasen in den Fahrgastraum hinein, wodurch Fahrgäste gefährdet wurden. Als Folge daraus durften die Züge dieser Baureihe ab dem 23. November 2016 keine Strecken mit längeren Tunnelabschnitten mehr im Fahrgastbetrieb befahren.<ref>Ab Mittwoch Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr: Auswirkungen des S-Bahn-Brandes. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 22. November 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. Januar 2017; abgerufen am 30. Januar 2017.</ref>

Dies führte über ein Jahr lang zu deutlichen Einschränkungen im S-Bahn-Betrieb. Die Linie S 1 wurde gebrochen: Zwischen Solingen Hauptbahnhof und Bochum Hauptbahnhof verkehrten wie gewohnt die 422er, im Abschnitt zwischen Essen-Steele Ost und Dortmund Hauptbahnhof, welcher den Dortmunder Universitätstunnel beinhaltet, kamen andere Fahrzeuge (Baureihe 420 oder 143 mit x-Wagen) zum Einsatz. Die Linie S 4 war nur zwischen Unna und Dortmund-Somborn nutzbar; die Triebzüge fuhren ab Somborn ohne Fahrgäste zur eigentlichen Endstation im Tunnel Dortmund-Lütgendortmund. Am westlichen Ende der Linie S 6 entfielen die Verstärkerfahrten durch den Tunnel Chorweiler zwischen Köln-Nippes und Köln-Worringen.

Am 13. Januar 2017 brannte ein in Dortmund Hauptbahnhof ohne Fahrgäste abgestellter Triebzug im Bereich der Deckenverkleidung.<ref>Leere S-Bahn in Brand geraten. In: feuer-haus.de. Vertriebsbüro Susanna Hafering, 16. Januar 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Juli 2021; abgerufen am 7. Juli 2021.</ref>

Um weiteren Bränden vorzubeugen, sanierte die Deutsche Bahn die Fahrzeuge im Dachbereich, indem Stahlplatten aufgebracht und Leitungen elektrisch besonders isoliert wurden.<ref name="db-presse-et422-s6-2017">S 6: S-Bahnen der Baureihe ET 422 fahren ab Montag, 6. November wieder bis nach Köln-Worringen. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn AG, 27. Januar 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. September 2018; abgerufen am 26. September 2018.</ref>

Zum 21. August 2017 war die Hälfte der Fahrzeuge saniert, die Linie S 4 konnte wieder durchgängig auf voller Länge bedient werden.<ref name="bahnblogstelle-et422s1s4-2017">DB Regio NRW setzt ET 422 wieder auf kompletten S1/S4-Linienwegen ein. In: Bahnblogstelle. 25. August 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. Dezember 2017; abgerufen am 26. September 2018.</ref> Gleiches galt ab 28. August 2017 für die Linie S 1.<ref name="bahnblogstelle-et422s1s4-2017" /> Zum 6. November 2017 standen zwei Drittel aller Triebzüge saniert zur Verfügung, die Linie S 6 konnte daher wieder durch den Tunnel Chorweiler fahren.<ref name="db-presse-et422-s6-2017" /> Noch Anfang Januar 2018 gab es nicht genügend Fahrzeuge, um auf der S 1 die volle Platzkapazität anbieten zu können.<ref>Martin Oberpriller: Bahn halbiert Platzangebot in Zügen der S1. In: rp-online.de. Rheinische Post, 3. Januar 2018, abgerufen am 26. September 2018.</ref>

Am 27. Oktober 2019 brannten auf der Linie S 1 in Essen Hbf am Triebzug 422 077 nach einem Oberleitungsschaden Teile der Deckenverkleidung im Fahrgastraum.<ref>Michael Dörr: Feuer in S-Bahn nach Oberleitungsschaden. In: Presseportal.de news aktuell GmbH. Pressestelle Feuerwehr Essen, 27. Oktober 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Oktober 2019; abgerufen am 28. Oktober 2019.</ref>

Einsatzgeschichte

S-Bahn Rhein-Ruhr von 2008 bis 2009

Datei:422 006 in Düsseldorf Hbf.jpg
422 006 bei einer Testfahrt in Düsseldorf Hbf auf der Linie S 7
Datei:422 innenraum.jpg
Innenraum der Baureihe 422 im Auslieferungszustand mit Sitzbezügen im blau-karierten DB-Medien-Design

Die Zulassung der Fahrzeuge durch das Eisenbahn-Bundesamt erfolgte am 11. November 2008, sodass am 18. November 2008 erstmals vier Triebzüge planmäßig in zwei Umläufen auf der damaligen S 7 (SolingenDüsseldorf Flughafen Terminal) zum Einsatz kamen. Noch im gleichen Jahr begann der Einsatz auf der Linie S 2.

Im Jahresfahrplan 2009 wurden sukzessive die vier Linien S 9, S 1, S 3 und schließlich S 4 auf die Baureihe 422 umgestellt.<ref>Die neuen S-Bahn-Züge ET 422. In: bahn.de. Deutsche Bahn AG, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. Juli 2009; abgerufen am 26. Juli 2009.</ref> Zeitweise war die Baureihe 422 auch auf den Verstärkerumläufen der S 6 (RatingenLangenfeld) im Einsatz. Auf den zuvor mit drei x-Wagen je Zug bestückten Linien S 2, S 3 und S 9 reduzierte sich die Anzahl der Sitzplätze durch den Einsatz der regelmäßig einzeln fahrenden Triebzüge von 222 auf 192.<ref name="probahn-ebbers-ruhrschiene042008-s3" />

S-Bahn Rhein-Ruhr ab 2009

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 erarbeitete der VRR ein wesentlich verändertes Konzept für die S-Bahn-Linien im Raum Düsseldorf. Die S 7 (Solingen – Düsseldorf Hbf – Düsseldorf Flughafen Terminal) wurde am 13. Dezember 2009 eingestellt und durch Verlängerung der Linien S 1 (Dortmund – Düsseldorf Hbf – Solingen) und S 11 (Bergisch Gladbach – Düsseldorf Hbf – Düsseldorf Flughafen Terminal) ersetzt. Die neue Linie S 68 (Wuppertal-Vohwinkel – Düsseldorf Hbf – Langenfeld) ersetzte 2010 den Verstärkerverkehr der S 6 (Ratingen – Langenfeld).

Auf die zuvor geplante Beschaffung von Zügen der Baureihe 430 wurde verzichtet. Stattdessen wurden im Rahmen einer gesonderten Ausschreibung die S-Bahn-Linien S 5 und S 8 mit Neufahrzeugen der Baureihe 1440 bestückt. Dadurch wurden dort Triebzüge der Baureihe 422 frei, die im Dezember 2014 die lokbespannten Züge auf der Linie S 6 ablösten.

S-Bahn Rhein-Ruhr ab 2019

Datei:DB 422 045 S-Bahn Rhein-Ruhr Dortmund Hbf 1803110938.jpg
Baureihe 422 in der lichtgrau-grünen VRR-Lackierung
Datei:DB 422 543 S-Bahn Rhein-Ruhr Dortmund Hbf 1803110953.jpg
Innenraumgestaltung der Baureihe 422 mit Sitzpolstern im mehrfarbigen VRR-Design

Im Vorgriff auf eine umfassende Takt- und Angebotsumstellung im Dezember 2019 bei der S-Bahn Rhein-Ruhr kaufte der Zweckverband VRR Eigenbetrieb Fahrzeuge und Infrastruktur 48 Fahrzeuge der Baureihe 422 von der Deutschen Bahn.<ref name="vrr-presse-vergabe-keolisabellio-2016">Keolis und Abellio fahren ab Dezember 2019 die S-Bahn Rhein-Ruhr. In: mediencenter.vrr.de. Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, 7. Juli 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. Juni 2018; abgerufen am 6. Oktober 2018.</ref> Den Auftrag für die Wartung dieser Fahrzeuge vergab der VRR für den Vertragszeitraum 2019 bis 2034 an DB Regio NRW.<ref name="vrr-presse-design-2017">Züge in neuem Design setzen Zeichen für die Zukunft der S-Bahn Rhein-Ruhr. In: mediencenter.vrr.de. Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, 13. September 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Oktober 2018; abgerufen am 6. Oktober 2018.</ref>

Der Fahrbetrieb auf den Linie S 1 und S 4 wurde im Jahr 2016 nach einer Ausschreibung auf zwölf Jahre an die Firma Keolis vergeben, die damals unter dem Markennamen Eurobahn auftrat.<ref>VRR kauft 48 S-Bahnen von der DB Regio AG für die Linien S 1 und S 4. In: mediencenter.vrr.de. Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, 16. Dezember 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 26. September 2018; abgerufen am 1. Oktober 2018.</ref> Im September 2019, zwölf Wochen vor der vorgesehenen Betriebsaufnahme, kündigte der VRR in Abstimmung mit dem Zweckverband NWL den Verkehrsvertrag mit Keolis. Beide Linien verblieben zunächst im Rahmen einer Notvergabe für zwei Jahre, also bis 2021, beim Betreiber DB Regio NRW.<ref>VRR kündigt S-Bahn-Vertrag mit Keolis. Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR, Gelsenkirchen, 18. September 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. September 2019; abgerufen am 18. September 2019.</ref><ref>S-Bahn-Linien 1 und 4 fahren trotz Ärger weiter. Westdeutscher Rundfunk, 30. September 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. September 2019; abgerufen am 28. Oktober 2019.</ref> Die folgende Neuausschreibung ergab, dass DB Regio NRW von Dezember 2021 bis 2031 die Verkehrsleistungen weiterhin erbringen sollte.<ref>DB Regio betreibt auch ab Dezember 2021 die S-Bahn-Linien S 1 und S 4. In: vrr.de. Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, 2. April 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. April 2020; abgerufen am 23. April 2020.</ref>

Die Linien S 2, S 3 und S 9 wurden, neben weiteren Regionalbahn-Linien, Teil des auf 15 Jahre an Abellio Rail NRW vergebenen Netzes mit Fahrzeugen vom Typ Stadler Flirt 3 XL.<ref name="vrr-presse-vergabe-keolisabellio-2016" /> Abellio beauftragte zur Sicherstellung der verkehrsvertraglichen Leistungen DB Regio damit, auf der Linie S 3 vom Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2019 bis zum 1. März 2020 mit eigenem Personal und den Fahrzeugen der Baureihe 422 weiter zu fahren.<ref>Abellio schließt Subunternehmervertrag mit DB Regio zur Erbringung der Leistungen zur S3. In: Lok-Report. 28. Oktober 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Oktober 2019; abgerufen am 28. Oktober 2019.</ref> Der Verkehrsvertrag mit Abellio Rail NRW wurde zum 31. Januar 2022 vorzeitig gekündigt, der VRR vergab die Abellio-Leistungen im Rahmen einer bis Dezember 2023 laufenden Notvergabe zum Februar 2022 an DB Regio NRW.<ref>Gremien der Aufgabenträger entscheiden über Direktvergabe. In: Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. 14. Dezember 2021, abgerufen am 11. Mai 2025.</ref><ref>Abellio-Insolvenzverwalter reicht Millionen-Klage gegen NRW-Verbünde ein. In: Bahnblogstelle. 16. Dezember 2022, abgerufen am 11. Mai 2025.</ref> Eine Neuausschreibung ergab, dass DB Regio NRW die Leistungen bis Ende 2028 fahren soll.<ref>Ausschreibungen in NRW: Zusammenarbeit im SPNV bleibt wichtig. In: fokus-bahn.nrw. Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe, 19. Januar 2023, abgerufen am 11. Mai 2025.</ref>

Ab Herbst 2017 erhielten die 48 VRR-Fahrzeuge bei DB Fahrzeuginstandhaltung Krefeld-Oppum ein Redesign, das unter anderem neue Sitzpolster in sechs verschiedenen Farben und eine verbesserte Fahrgastinformation umfasst. Die lichtgraue Lackierung ist mit stilisierten Abbildungen von Wahrzeichen des Ruhrgebiets versehen. Farblich im Grünton des VRR-Designs abgesetzt sind die Türflächen, die Dachkante und die seitlichen Frontpartien.<ref name="vrr-presse-design-2017" /> Am 13. September 2017 wurde mit 422 010/510 der erste modernisierte Triebzug vorgestellt.<ref>Modernisierter 422 für Keolis vorgestellt. In: eisenbahn-magazin. Nr. 11, 2017, ISSN 0342-1902, S. 30.</ref> Für den Umbau jedes Fahrzeugs waren rund sechs Wochen veranschlagt; es wurde parallel an drei Fahrzeugen gearbeitet.<ref name="vrr-presse-design-2017" />

Namensgebung

Einige Anliegerstädte der S-Bahn Rhein-Ruhr haben Patenschaften für Triebzüge der Baureihe 422 übernommen. An den Endwagen der Triebzüge wurden Schriftzüge mit Namen der Stadt und dem Stadtwappen angebracht. Im Rahmen einer Feierstunde wurden die Züge durch den Bürgermeister der jeweiligen Stadt getauft. Zwischenzeitlich waren folgende Namen vergeben:

(Tz xx = Triebzugnummer: 422 0xx / 432 0xx / 432 5xx / 422 5xx)

Weblinks

Commons: DB-Baureihe 422 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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