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Dräxlmaier

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Dräxlmaier Group SE & Co. KG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | DRÄXLMAIER Group Logo.svg
Rechtsform SE & Co. KG
Gründung 1958
Sitz Vilsbiburg, Deutschland[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Deutschland
Leitung
  • Friedrich Dräxlmaier
  • Stefan Brandl
  • Jan Reblin
  • Harald Straky
  • Arno Güllering
  • Torsten Kurz
Mitarbeiterzahl 60.000 (2025)
Umsatz 5,0 Mrd. Euro (2025)
Branche Automobilzulieferer
Website draexlmaier.com
Stand: 2. März 2026
Datei:2017 10 18 VIB Gebaeude 21 (2) TLF 4597 Dräxlmaier Group.jpg
Dräxlmaier-Firmensitz in Vilsbiburg

Die Dräxlmaier Group SE & Co. KG ist die Konzernobergesellschaft der Dräxlmaier Group, eines deutschen Automobilzulieferers mit Hauptsitz im niederbayerischen Vilsbiburg. Das 1958 gegründete Familienunternehmen entwickelt und produziert Elektrik- und Elektronikkomponenten, Bordnetze und Interieure sowie Nieder- und Hochvoltspeichersysteme für Kraftfahrzeuge. Zu den Kunden des Unternehmens gehören Audi, BMW, Cupra, Jaguar Land Rover, Maserati, Mercedes-Benz Group, Porsche, Volvo, Škoda und Volkswagen sowie verschiedene US-amerikanische Automobilhersteller.

Geschichte

1958–1967

Im Mai 1958 stiegen Lisa und Fritz Dräxlmaier senior in den Automobilmarkt ein. Die Produktion von 50.000 Kabelsätzen für das von Glas in Dingolfing gefertigte Goggomobil war der erste Auftrag des Unternehmens. Wenig später wurde die zweite Produktsparte aufgebaut: Dräxlmaier lieferte mit Instrumententafel, Türverkleidung, Sitzbezug und Hutablage die gesamte Kraftfahrzeugausstattung für den bis 1969 gebauten Kleinwagen.<ref>Corporate Research Foundation (Hrsg.): Top Arbeitgeber Automotive 2010/11. Bertelsmann-Verlag, 2010, ISBN 978-3-7639-4696-9, S. 70f.</ref><ref>Florian Langenscheidt, Peter May (Hrsg.): Lexikon der deutschen Familienunternehmen. 3. Auflage. Springer-Gabler, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-658-31846-8, S. 193.</ref> Aufgrund der Auftragsentwicklung installierte Dräxlmaier 1960 die ersten Anlagen für die Verschweißung von Türverkleidungen und die Verformung thermoplastischer Folien zur Herstellung von Armaturentafeln. Im Zuge dessen wurde 1964 die erste eigene Fabrikhalle gebaut. 1966 wurde BMW als Kunde gewonnen.<ref>Dräxlmaier Group (Hrsg.): Vom Bordnetz zur Instrumententafel – Geschichte 1960 bis 1969, abgerufen am 26. April 2022.</ref> Der erste Auftrag für BMW war die Ausstattung des 1600 GT.<ref name="VBZ_2016" />

1968–1977

Datei:Dräxlmaier Vilsbiburg Geb Luftbild alt.jpg
Produktions- und Verwaltungsgebäude, Brückenstraße, Vilsbiburg, 1970

Die weiter steigende Auftragslage veranlasste Dräxlmaier 1968 dazu, den Standort Vilsbiburg zu erweitern. Dabei entstanden ein eigener Formen- und Werkzeugbau und die erste EDV-Anlage. Im selben Jahr begann der Bau eines neuen Produktions- und Verwaltungsgebäudes. Audi und die Volkswagen AG wurden ab 1969 bzw. 1971 mit Produkten der Firmengruppe beliefert.<ref name="PNP_2012" /> Mit der Fertigung in Tunesien begann 1974 die internationale Expansion. In den folgenden Jahren wurden weitere ausländische Standorte eröffnet, darunter ein Produktionswerk für Leitungssätze und Interieurkomponenten in Ontario, Kanada (1976).<ref>Dräxlmaier Group (Hrsg.): Von Vilsbiburg in die weite Welt – Geschichte 1970 bis 1979, abgerufen am 26. April 2022.</ref>

1978–1987

Die Belegschaft wuchs im Verlauf der 1980er-Jahre auf knapp 2000 Mitarbeiter an. Es wurde ein Fertigungsstandort in Braunau am Inn, Österreich (1978) und vier weitere Auslandsgesellschaften gegründet.<ref name="PNP_2012" /> 1982 fertigte das Unternehmen erstmals Komponenten für Daimler-Benz. 1983 setzte Dräxlmaier erstmals einen Großrechner ein und stellte 100 Arbeitsplätze auf elektronische Datenverarbeitung um. Mit dem Bau des automatischen Hochregallagers und des Kommissionier-Teilelagers 1987 wurde die Grundlage für ein Supply-Chain-Management geschaffen. Von dort aus werden seit dieser Zeit der Materialfluss und alle wesentlichen JIT/JIS-Prozesse gesteuert.<ref>Dräxlmaier Group (Hrsg.): Von zehn zu zweitausend – Geschichte 1980 bis 1989, abgerufen am 26. April 2022.</ref>

1988–1997

1993 eröffnete Dräxlmaier Produktionsstandorte in Tschechien und Rumänien.<ref name="PNP_2012">Firma Dräxlmaier sucht über 300 neue Mitarbeiter, Passauer Neue Presse, 14. August 2012.</ref> Mit dem Auftrag zur Entwicklung, Fertigung und Lieferung des kompletten Cockpits für den Mercedes-Benz CLK vollzog das Unternehmen 1994 den Schritt zum Systemlieferanten im Interieurbereich. 1996 wurde das Produktionsnetzwerk durch die Neugründungen in den USA und Mexiko erweitert.<ref name="PNP_2012" /> 1994 hatte Dräxlmaier in Mexiko einen Produktionsstandort.<ref>Dietmar Petersen: CHINA / Erkundungstrip nach Schanghai und Shandong. Deutsche Mittelstaendler proben den Markteintritt. Handelsblatt Nr. 139/1994, 21. Juli 1994, S. 18.</ref> Die „Firmengruppe Dräxlmaier“ wurde 1997 in „Dräxlmaier Group“ umbenannt. Im November 1997 kaufte diese von der damaligen Daimler-Benz AG die Tochtergesellschaft Holzindustrie Bruchsal GmbH.<ref>Daimler-Benz veräußert Holzindustrie Bruchsal, Süddeutsche Zeitung, 8. November 1997, S. 24.</ref>

1998–2007

1998 wurde ein Technologiezentrum in Vilsbiburg bezogen. 1999 produzierte die Dräxlmaier Group als erster Systemlieferant ein Vollleder-Interieur für das Mercedes-Benz CL-Coupé.<ref>Dräxlmaier Group (Hrsg.): Von der Idee zur Innovation – Geschichte 1990 bis 1999, abgerufen am 26. April 2022.</ref> Im Jahr 2000 folgte die Fertigung des Gesamtinterieurs des BMW Z8. Für beide Modelle entwickelte und lieferte das Unternehmen zudem das Bordnetz.<ref name="VBZ_2016">Dräxlmaier feiert mit BMW Jubiläum, Vilsbiburger Zeitung, 5. März 2016, S. 19.</ref> 2002 entwickelte, produzierte und lieferte es das komplette Bordnetzsystem und Interieur für die Limousine Maybach. Neben einem weiteren deutschen Standort in Landau an der Isar entstand 2003 in Shenyang, China, ein Werk.<ref>Gute Beziehungen zum Reich der Mitte, Vilsbiburger Zeitung, 16. Juni 2018, S. 19.</ref> Auch Porsche, Jaguar Land Rover und Cadillac gehören seit dieser Zeit zum Kundenstamm des Unternehmens. In den Jahren 2005–2007 folgten weitere Standorteröffnungen in Südafrika (2005); 2006 in Thailand, Spanien und Mexiko sowie 2007 in Balti in Moldawien, wo Dräxlmaier eine neue Fabrik errichten ließ, in der 2000 Menschen beschäftigt werden.<ref>Elektronik ins Agrarland, Süddeutsche Zeitung, 19. April 2007, S. 33.</ref>

2008–2017

Datei:2013-09 BMW i3 Tuer Naturfaser (9) Dräxlmaier Group.jpg
Türverkleidung aus dem BMW i3

Die Dräxlmaier Group führte 2008 den Naturfaser-Verbundwerkstoff für den Fahrzeug-Innenraum ein. Die für die Baureihe des BMW 7er entwickelte Türverkleidung besteht aus Biokompositmaterial.<ref name="VBZ_2016" /> Mit dem Produktionswerk in Serbien folgte 2008 ein weiterer Standort, an dem zunächst 800 Arbeiter an drei Montagelinien beschäftigt waren.<ref>Mathias Brüggmann: Auf dem Sprung ins goledene Dreieck Osteuropas. Handelsblatt Nr. 165/2008, 26. Juni 2008, S. 5.</ref> Das Unternehmen entwickelte das Interieur und das Bordnetzsystem des 2009 eingeführten Porsche Panamera.<ref>Automotive News (Hrsg.): Suppliers to the 2010 Porsche Panamera, 15. März 2010, abgerufen am 26. April 2022.</ref> Im Jahr 2011 entwickelte Dräxlmaier die weltweit erste Türverkleidung mit sichtbarer Naturfaser. Diese wurde erstmals 2013 im BMW i3 verbaut.<ref name="VBZ_2016" /> Das Unternehmen erweiterte seine bestehenden Produktionsflächen in Shenyang, China im Jahr 2012. Zugleich errichtete das Unternehmen im mazedonischen Kavadarci ein vollstufiges Produktionswerk.<ref>Dräxlmaier baut in Mazedonien, Stuttgarter Zeitung, 26. März 2012, S. 10.</ref> 2013 eröffnete in Leipzig ein weiterer Standort Firmengruppe. Im gleichen Jahr wurde mit der Dräxlmaier Aviation GmbH ein neues Geschäftsfeld erschlossen.<ref>Der Interieur-Allrounder für VIP-Flugzeuge (Lisa Dräxlmaier GmbH) vom 3. April 2014, abgerufen am 22. April 2015.</ref> So entwickelte und produzierte das Unternehmen bis zum Jahr 2017 Interieure für Privat- und Geschäftsreiseflugzeuge.

Mit Tesla Motors wurde 2014 ein weiterer Kunde gewonnen.<ref>Handelsblatt (Hrsg.): Deutsch im Detail. 26. Januar 2016.</ref> Im selben Jahr wurde das Logistiknetzwerk des Unternehmens mit dem Standort Zwickau erweitert. Die Qestronic Advanced Technologies GmbH aus Geisenhausen wurde 2015 in die Dräxlmaier Group integriert.<ref>Northdata (Hrsg.): Qestronic Electronic Solutions GmbH, Vilsbiburg, abgerufen am 26. April 2022.</ref> Im chinesischen Langfang eröffnete der Zulieferer einen neuen Produktionsstandort für Interieurkomponenten.<ref>Die DRÄXLMAIER Group fertigt seit nunmehr dreizehn Jahren … in China … In: IHK Niederbayern (Hrsg.): Niederbayerische Wirtschaft. 1. Januar 2016, S. 39.</ref> In Kooperation mit der TU München entstand 2017 ein Forschungs- und Entwicklungsstandort auf dem Campus in Garching.<ref>Autobranche zieht's auf den Campus. In: Münchner Merkur. 7. November 2016 (merkur.de [abgerufen am 7. September 2017]).</ref> Im US-amerikanischen Livermore wurde ein Produktionsstandort für Interieurkomponenten eröffnet.<ref>Germany-based DRÄXLMAIER Group Opens Livermore, California, Manufacturing Hub – Area Development. In: Area Development. 11. September 2016 (areadevelopment.com [abgerufen am 7. September 2017]). <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Germany-based DRÄXLMAIER Group Opens Livermore, California, Manufacturing Hub – Area Development (Memento vom 7. September 2017 im Internet Archive)</ref>

2018–heute

Im Jahr 2018 entstand der Dräxlmaier-Campus im Galileo an der Technischen Universität München in Garching. Dort forschen Entwickler des Unternehmens zusammen mit Lehrstühlen der TUM an den Themen der Automobilindustrie.<ref>Kooperation für das Auto von morgen, Landshuter Zeitung, 28. September 2016, S. 22.</ref> Seine erste hochautomatisierte Batteriefertigung baute der Automobilzulieferer in Sachsenheim bei Stuttgart auf.

Am 22. April 2026 wurde eine Zusammenarbeit zwischen Dräxlmaier und KNDS bekanntgegeben.<ref>dpa: Verteidigungsindustrie: KNDS startet neue Produktionsstraße für Radpanzer Boxer. In: Die Zeit. 22. April 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 24. April 2026]).</ref> Diese sieht eine Beteiligung von Dräxlmaier an der Montage von BOXER‑Missionsmodulen vor.<ref>Markus Fasse, Roman Tyborski: KNDS: „Eine eingespielte Mannschaft aus der Autoindustrie wäre ideal“. 24. April 2026, abgerufen am 24. April 2026.</ref>

Geschäftsführung

Die Geschäftsführung obliegt den geschäftsführenden Direktoren Stefan Brandl (Vorsitzender), Jan Reblin (Vorsitzender), Harald Straky, Arno Güllering und Torsten Kurz. Friedrich Dräxlmaier ist Vorsitzender des Verwaltungsrates.

Geschäftsbereiche

Datei:28-02-2104 c-klasse miko-ambientebeleuchtung Dräxlmaier Group.jpg
Von Dräxlmaier gefertigte Mittelkonsole eines Mercedes-Benz W 205

Als Automobilzulieferer stellt die Dräxlmaier Group Bordnetzsysteme, zentrale Elektrik- und Elektronikkomponenten, Interieure sowie Nieder- und Hochvoltspeichersysteme für die Elektromobilität her.

  • Innenraumsysteme: Die Dräxlmaier Group fertigt Instrumententafeln, Mittelkonsolen und Türverkleidungen für Automobile. Außerdem produziert sie Tür- und Cockpitmodule, die durch Systemintegration an die Sonderausstattungen des jeweiligen Fahrzeugs angepasst werden.<ref>Megatrend mit Chancen. In: General-Anzeiger. 5. März 2017.</ref> Des Weiteren stellt das Unternehmen RGB-Ambientebeleuchtung für Fahrzeuginnenräume her.<ref>Diese Lichttechniken kommen in Zukunft. In: springerprofessional.de. 17. Februar 2017 (springerprofessional.de [abgerufen am 7. September 2017]).</ref>
Datei:2004 Kabelbaum Dräxlmaier Group.jpg
Ein von Dräxlmaier entwickelter Pkw-Kabelbaum
  • Bordnetzsysteme: Zur Produktpalette zählen alle Elemente des elektronischen Bordnetzsystems. Das Unternehmen gilt als Erfinder des kundenspezifischen Kabelbaums.<ref>Lösungen für alle Spannungslagen. In: Automobil Produktion. 1. Oktober 2016.</ref>
  • E-Mobilitätssysteme: Dräxlmaier entwickelt und produziert Hoch- und Niedervoltspeichersysteme<ref>Lösungen zur dezentralen Bordnetzversorgung. In: ATZ Automobiltechnische Zeitschrift. 1. April 2016.</ref> im Spannungsbereich von 12 V bis 800 V sowie elektrische und elektronische HV-Komponenten, die vom Ladepin bis hin zur Zelle reichen.<ref>Elektromobilität mit Stern. In: Vilsbiburger Zeitung. 30. Oktober 2015.</ref> Zudem realisiert das Unternehmen Hochvolt-Ladesysteme und Batterieverkabelungen – entweder in Schienentechnik oder konventionell mit Aluminium-Rundleitern. Für die Herstellung seiner Hochvolt-Batteriesysteme betreibt es drei Batteriewerke in Deutschland.<ref>Dräxlmaier eröffnet neues Batteriewerk, Vilsbiburger Zeitung, 18. Mai 2019, S. 17.</ref><ref>Claus-Peter Köth, Svenja Gelowicz: Dräxlmaier-Chef Otto: „Eigenentwicklungen ohne Auftragsbezug nach vorne treiben“, Automobil Industrie, 17. Dezember 2019, abgerufen am 3. August 2022.</ref>

Gesellschaftliches Engagement

Dräxlmaier engagiert sich als Förderer von Kultur, Sport, Bildung und Sozialprojekten überall dort, wo die Gruppe Standorte hat. Die Nachwuchsförderung und Nachhaltigkeit stehen dabei im Zentrum des gesellschaftlichen Engagements. Zu den Bildungsprojekten gehören unter anderem Ferien in der Werkstatt in Vilsbiburg sowie ein Robotiklabor an der Fakultät der Universität Timișoara in Hunedoara. Im kulturellen Bereich unterstützt das Unternehmen das Landshuter Kurzfilmfestival, das Spektakel Landshut und ein Open-Air-Kino in Bălți. Sportlich engagiert sich die Gruppe bei den Roten Raben, dem EV Landshut, den Baskets Vilsbiburg und der Spielvereinigung Landshut. Nachhaltigkeits- und Umweltmaßnahmen umfassen unter anderem den World Cleanup Day in Duncan, den Bau von Staustufen in Khao Yai Da und eine Verschönerungsaktion im Amphitheater von El Jem. Soziale Projekte sind die Teilnahme an Landshut läuft sowie die Unterstützung eines Integrationscamps in San Luis Potosí.

Literatur

  • Tobias Nickel: Dräxlmaier – We create character. E-Motion Verlag, Vilsbiburg 2019, ISBN 978-3-00-061732-4.

Weblinks

Commons: Dräxlmaier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Koordinaten: 48° 27′ 14″ N, 12° 20′ 33″ O

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