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Comes Africae

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Datei:Comes und Dux in West- und Ostrom.png
Heerführer der Comitatenses und Limitanei im 5. Jahrhundert n. Chr.
Datei:Notitia Dignitatum - Comes Africae.jpg
Notitia Dignitatum: Die Kastelle unter dem Kommando des Comes Africae: Thamalensis, Montensis, Bazensis, Gemellensis, Tubuniensis, Zabensis, Tubusubditani, Thamallomensis, Balaretani, Columnatensis, Tablatensis, Caputcellensis, Tillibarenses, Tangenses, Bidenses, Badenses
Datei:Diocese of Africa - AD 400.png
Die Provinzen der Diözese Africa zu Beginn des 5. Jahrhunderts
Datei:Bonifatius Comes Africae 422-431CE.jpg
Münzportrait des Bonifatius, Comes Africae von 422–431<ref>CNG Coins cngcoins.com</ref>

Der Comes Africae (lateinisch; auch Comes militaris rei per Africam) war ein hoher Offizier in der spätrömischen Armee des Westens und Inhaber einer der höchsten Kommandostellen (comes) im militärischen Aufgebot der nordafrikanischen Provinzen (römisches Africa) des 4. bis 5. Jahrhunderts n. Chr.

Definition

Der römische Amts- und Ehrentitel Comes bezeichnete in der Spätantike in der Regel die höchste Rangklasse des Adels (vir spectabilis) bzw. Mitglieder des Kronrats am kaiserlichen Hof. Beim Militär wurde dieser Titel in der Regel an die Kommandeure der mobilen Feldarmeen in den Provinzen oder an hohe Offiziere für zeitlich begrenzte Sonderkommandos verliehen. Ein comes rei militaris war dem jeweiligen magister militum gegenüber verantwortlich, in diesem Fall dem magister militum praesentalis am westlichen Kaiserhof. Als vir spectabilis zählte er zur höchsten Rangklasse des Reichsadels.

Funktion

Zeitweise fungierte der Comes auch als kaiserlicher Sondergesandter mit der Befugnis, die afrikanischen Provinzstatthalter zu beaufsichtigen, Appellationen anzunehmen und direkt an den Kaiser zu berichten. Aufgrund der enormen wirtschaftlichen Bedeutung Nordafrikas als Kornkammer der Kapitale Rom war dieses Amt von entscheidender Bedeutung für die Stabilität des Weströmischen Reiches. Der Comes Africae war zusammen mit dem

einer der vier ranghöchsten Offiziere und Unterstatthalter der Provinzen der spätrömischen Diocesis Africa. Sein Amtssitz befand sich wahrscheinlich in der Stadt Karthago. Der Zuständigkeitsbereich (tractus) des Comes erstreckte sich auf den größten Teil des Gebietes zwischen dem heutigen Algerien und Libyen, insbesondere aber auf die für die Getreideversorgung der Stadt Rom besonders wichtigen Provinzen Numidia, Byzacena und Africa (intra Africam).

Entwicklung

Diokletian (284–305) setzte zunächst für die gesamte, von ihm als solche neu eingerichtete Dioecesis Africae einen Oberfeldherrn aus dem Ritterstand ein, der den Titel Dux per Africam et Numidiam Maurataniamque führte. Konstantin I. (306–337) überwachte die Dioecesen durch Sonderbeauftragte, die die Statthalter beaufsichtigten, Appellationen entgegennehmen und den Kaisern direkt über die Zustände in den Provinzen berichten sollten. Als solche Comes per Africam sind Leontius, der um 320 amtierte und Annius Tiberianus, 326–327, bekannt. Die militärische Comitiva Africae wurde vermutlich um 345 eingerichtet, war aber wohl nicht vor 368 ständig besetzt. Erst 393 wird der gegenwärtige Amtsträger, Gildo, als Comes et magister utriusque militiae per Africam von Kaiser Theodosius I. (379–394) bestätigt.<ref>Cod. Theod. IX 7, 9</ref> Schon vorher hatte er seit acht Jahren das Kommando über die Truppen der gesamten Dioecese geführt.<ref>Claud. bell. Gild. 154</ref> Wahrscheinlich war er damit für seine Loyalität zu Theodosius im Kampf gegen die Usurpatoren Magnus Maximus (383–388) und Eugenius (392–394) belohnt worden. Er stieg zum vir illustris auf und war damit praktisch dem Praefecti praetorio gleichstellt. Die Folge war, dass ihm auch die Duces der Mauretania Tingitana und der Tripolitana untergeordnet wurden. Die Offiziere der mobilen Feldarmee (Comitatenses) waren nun nicht unmittelbar dem magister militum praesentalis verantwortlich, dem Kommandeur der Hofarmee (im Westreich gab es in der Regel nur einen Heermeister der Hofarmee, während es im Osten zwei waren), sondern dem Comes Africae. Gildo konnte in den folgenden Jahren zunehmend seine Unabhängigkeit vom westlichen Oberkommando ausbauen, worauf die Zentralregierung beschloss gegen ihn vorzugehen. Nach seinem Sturz (397) wurde die Comitiva wieder in ihrer alten Form hergestellt.<ref>s. o. S. 631f. und u. Comes Orientis Nr. 64, Passio SS. Donati et Advocati 2 = Migne L. 8, 753; vgl. Pallu de Lessert 58, Cod. Theod. XII 1, 15. 5, 1, Ephem. epigr. V 301, A. H. M. Jones, Cod. Theod. XII 5, 1, The Later Roman Empire, 284–602, S. 1424. Konrad Staude 2010, S. 149, Scharf 1990.</ref>

Verwaltungsstab

Das Officium (Verwaltungsstab) des Comes umfasste folgende Ämter:<ref>Officium autem habet idem vir spectabilis comes hoc modo</ref>

  • Principem ex officiis magistrorum militum praesentalium,
    uno anno a parte peditum, alio a parte equitum
    (Kanzleileiter, der vom magister militum für ein Jahr bestellt wurde).
  • Cornicularium (Sekretär und Proviantmeister).
  • Adiutorem (Assistent).
  • Commentariensem ex officiis magistrorum
    militum praesentalium alternis annis
    (Buchführer und Rechtskundiger aus den Reihen der Armee).
  • Numerarios duos ex utrisque officiis
    magistrorum militum praesentalium singulos (zwei Zahlmeister aus dem Stab des Heermeisters).
  • Subadiuvam (untergeordnete Helfer).
  • Regerendarium (Verwalter).
  • Exceptores (Juristen).
  • Singulares et reliquos officiales (Leibwächter und sonstige Beamte).

Neben den bezughabenden Kapiteln in der ND enthält auch ein Erlass vom 13. September 398, des weströmischen Kaisers Honorius (384–423), an seinen magister militum Stilicho einige Informationen über die Zusammensetzung des Verwaltungsstabes eines Comes rei militaris. Er legte fest, dass – wie auch schon bei den anderen Heerführern – der Princeps officii sowie die beiden Numerarii aus dem Kanzleipersonal des magister militum praesentalis in Ravenna zu rekrutieren sind. Wohl als Reaktion auf die Rebellion des Gildo. An dem Jahr 398 dürfte, laut Ralf Scharf, die Praxis der Beschickung der Verwaltungsstäbe der westlichen Comes und Duces aus ihren eigenen Kanzleipersonal ihr Ende gefunden haben. Die beiden o. g. Amtsträger wurden nun am Ende jeden Jahres abgelöst und mussten einen Tätigkeitsbericht vorlegen. Im Stab des Comes Africae findet sich auch ein Cornicularius. Dieser war für gewöhnlich auch für die Verproviantierung der Einheiten verantwortlich. Solche Amtsträger finden sich in der Notitia nur noch bei fünf anderen Comes und Duces. In der Spätantike fiel diese Aufgabe in die Verantwortung der Zivilverwaltung der Provinz. Möglicherweise konnte der Comes in Krisenzeiten eigenmächtig über die Versorgungsgüter aus den öffentlichen Speichern verfügen.<ref>Konrad Staude 2010, S. 133 und 153, Scharf 1990.</ref>

Truppen

Der Comes Africae befehligte alle in der Dioecesis Africae stationierten römischen Truppenverbände, d. h. die mobile Feldarmee (comitatenses) und die Grenzwächter (limitanei). Die Zusammensetzung und Stärke seiner Armee wurde in der Notitia Dignitatum überliefert. Dem Comes standen demnach insgesamt 12 Infanterie-, 19 Kavallerie-Einheiten der Comitatenses sowie 16 Einheiten der Limitanei zur Verfügung.<ref>Sub dispositione viri spectabilis comitis rei militaris per Africae</ref> An mobilen Truppen werden 31 Regimenter aufgelistet, die wohl zwischen 15.000 bis 22.000 Mann umfasst haben dürften. Die Reiterverbände waren palatini oder comitatenses, die unter dem Befehl der magistri militum standen. Nur eine davon, die Legio tertia Augusta, war schon seit Jahrhunderten in Africa stationiert. Die hohe Anzahl an Reitern dürfte auf die ständige Bedrohung der Grenzen durch Nomadenstämme zurückzuführen sein. Die 22 Infanterieeinheiten verteilten sich auf Garnisonen von Tripolitanien bis Mauretanien und zählten wahrscheinlich rund 10.000 Mann.<ref name="heather313" /> Die Angaben in der Notitia dignitatum stellen vermutlich eine Momentaufnahme der Truppenstärke des Comes um das Jahr 420 dar. Ob einige der Limitaneiverbände mit den Comitanses unter dem Kommando des Comes identisch sind, kann nicht beantwortet werden, da in der Notitia nur Angaben über ihre Stationierungsorte vorliegen. Bemerkenswert ist, dass keine Limitaneiverbände namentlich angegeben werden, sondern nur 16 Limesabschnitte und der Rang der befehlshabenden Offiziere (praepositus limites), an denen sie stationiert waren. Es scheint, dass ihre Verbände aus Milizionären bestanden, die dort als Bauern angesiedelt waren und nur bei Einfällen der Wüstenstämme aufgeboten wurden.<ref name="heather313" /> Die Hauptaufgabe der römischen Provinzarmee sowohl im 3. und 4. Jahrhundert war die Abwehr von Räuberbanden oder Wüstennomaden und größeren Stämmen. Die Alltagsroutine der Truppen bestand daher in der Kontrolle der Wanderungen einzelner Nomadengruppen im Grenzraum und in der Überwachung der Grenzposten.<ref>Kai Torben Haase: Herrschaft und Raum Transformationsprozesse der nordafrikanischen Provinzen im 3. und 4. Jh. n. Chr. Dissertation, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster (Westf.) 2018, S. 134.</ref>

Liste der Amtsinhaber

Namentlich bekannte Amtsinhaber sind:

  • Leontius (320)
  • Gaius Annius Tiberianus? (Comes (Africae), 325–327)<ref>Anm.: Ob er tatsächlich den Titel eines Comes rei militaris trug, ist unklar.</ref>
  • Taurinus (Comes per Africam, 321?–345)
  • Romanus (ca. 364–373)<ref>Anm.: Ein Comes, dessen Karriere durch Korruptionsvorwürfe und Machtmissbrauch gekennzeichnet war.</ref>
  • Flavius Victorianus (375–376)
  • Gildo (386–398)<ref>Anm.: Ein weiterer bedeutender Amtsinhaber der gegen Rom rebellierte.</ref>
  • Flavius Gaudentius (399–401)
  • Bathanarius (401–408)<ref>Anm.: Vermählt mit der Schwester Stilichos, lässt sich seit 401 als Comes Africae nachweisen (Codex Theodosianus 9,42,18). Nach der Ermordung seines Schwagers wurde auch er 408 getötet und sein Amt dem Heraclianus übertragen, Zosimos 5,37,6.</ref>
  • Heraclianus (408–412)
  • Bonifatius (422–431)<ref>Anm.: Er spielte eine zentrale Rolle in den politischen Wirren seiner Zeit.</ref>
  • Sigisvultus (427)

Distributio Numerorum

Die Bezeichnungen seniorum und iuniorum gehen auf die Reichsteilung zwischen dem senior-Augustus Valentinian I. (Westreich) und dem iunior-Augustus Valens (Ostreich) zurück. Im Zuge dessen musste auch die Armee aufgeteilt werden, als seniores (= „die Älteren“) bezeichnete man die Stammeinheiten im Westen, während die iuniores (= „die Jüngeren“) ihre östlichen Pendants waren. Laut Ammianus Marcellinus teilten zu Beginn des Jahres 364 die beiden Herrscher in der Nähe von Naissus zunächst die sie begleitenden magistri militum und anderen höheren Befehlshaber unter sich auf, die neue Zuständigkeitsbereiche zugeordnet bekamen. Im Anschluss daran wurden auch die Truppen untereinander aufgeteilt: et militares partiti sunt numeri.<ref>Ralf Scharf: SENIORES-IUNIORES UND DIE HEERESTEILUNG DES JAHRES 364. Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik, Nr. 89, Bonn 1991, S. 265–272.</ref> Laut der ND Occ. standen dem Comes folgende Einheiten zur Verfügung:<ref>sub dispositione</ref>

Palastarmee

Offiziere/Einheiten/Kastelle Bemerkung Abbildung
Infanterie Palatini Farbgebung nach der Überlieferung im Oxford-Manuskript der Notitia Dignitatum
Celtae iuniores (auxilia) Der Name Celtae bedeutet „die Kelten“; zur Zeit der Notitia war dies ein noch allgemein gebräuchlicher Stammesname für die Bewohner Galliens. Ihr Schildmuster ähnelt denen vieler anderer Einheiten in der Notitia; insbesondere den Heruli seniores in der italienischen Armee des Magister Peditum und den Abrincateni in der gallischen Armee des Magister Equitum. Obwohl es Hinweise darauf gibt, dass einige der Schilddarstellungen der westlichen Auxilia platina, von den mittelalterlichen Kopisten am falschen Platz in ihr Manuskript eingefügt wurden, ist nicht klar, ob dies auch bei dieser Einheit passiert ist. Laut Ammianus Marcellinus wurden die Celtae im Feld oft zusammen mit den Petulantes eingesetzt.<ref>siehe Res gestae 20.4.2, 21.3.2, 22.12.6.</ref> In der Notitia werden die Celtae seniores sowohl in der Truppenliste des Magister Peditum als auch in seiner italienischen Armee den Petulantes seniores vorangestellt, während die Celtae iuniores unter dem Comes Africae keine Partner zu haben scheinen, da sie die einzige Einheit der Auxilia palatina unter seinem Kommando waren (die Petulantes iuniores sind unter dem Magister Militum per Illyricum angeführt). Es scheint, dass die Petulantes und Celtae bei Ammianus den Petulantes seniores und Celtae seniores der Notitia entsprechen und nicht den Iuniores-Einheiten; es ist jedoch nicht bekannt, wann sie in Seniores und Iuniores aufgeteilt wurden.
Datei:Celtae iuniores.png
Schildzeichen der Celtae iuniores
Armigeri propugnatores seniores (legio) Armigeri bedeutet „die für den Krieg gewappneten“ und meint damit wohl ihre Ausrüstung. Es ist daher möglich, dass diese Legionäre besonders schwer gepanzert waren (zumindest zum Zeitpunkt ihrer Aufstellung); eine andere Erklärung könnte sein, dass sie die Bezeichnung als Anerkennung für ihre Verdienste auf dem Schlachtfeld erhielten. Propugnatores bedeutet „Verteidiger“ oder „die Besten“; weitere solcher in der Notitia angegebenen Einheiten sind die
  • Propugnatores seniores, eine legio comitatenses, in der Armee des Comes Hispaniarum und die
  • Propugnatores iuniores, eine legio comitatenses, in der Armee des Comes Illyrici.

Wann die Armigeri propugnatores in seniores und iuniores aufgeteilt wurden, ist unbekannt. Ihre Position (nach den Celtae iuniores) in der Liste des Comes Africae zugeteilten Einheiten deutet darauf hin, dass es sich bei der Erstellung der Notitia noch um Comitatenses handelte (da sie dort nach der einzigen Auxilia-Palatina-Einheit steht), die aber später ebenfalls zu Palatina befördert wurden, ein Status, den sie laut der Infanterieliste des Magister Peditum innehatte. Sechs von zwölf Palatinalegionen im Westreich scheinen solche nachträglich aufgewerteten Einheiten zu sein. Es könnte auch sein, dass die Liste des Comes Africae schon lange vor der Liste des Magister Peditum erstellt wurde. Mögliche inschriftliche Belege für die Armigeri propugnatores seniores stammen vom Gräberfeld der Colonia Iulia Concordia (Portogruaro in Venetien, Italien), wo ein Grabstein mit der Erwähnung eines NUMERO ARMIGERORUM gefunden wurde.<ref>CIL {{#if: A | 5 |{{#if:|{{#invoke:FormatNum|roman|5|apo}}|{{#ifexpr: abs 5 < 5000|{{#invoke:FormatNum|roman|5|none}}|{{#invoke:FormatNum|roman|5|over}}}}}}}}, 8747</ref><ref>Museum Helveticum: schweizerische Zeitschrift für klassische Altertumswissenschaft. Dietrich Hoffmann: Die spätrömischen Soldatengrabinschriften von Concordia. Band 20, 1963, S. 21ff</ref> Natürlich könnte damit auch eine der anderen in der Notitia erwähnten Armigeri-Einheiten oder die in der Notitia nicht erwähnten Armigeri defensores iuniores gemeint sein. Die Bezeichnungen armigeri und propugnatores sind eher allgemein gehalten, sie geben keinen Aufschluss darüber, aus welcher der mittelkaiserzeitlichen Legionen, wenn überhaupt, diese Einheit hervorgegangen ist. Sie könnte von der Legio I Minervia abstammen, die lange Zeit im Legionslager Bonna (Bonn, Deutschland) stationiert war, bis es Anfang der 350er Jahre von den Franken überrannt wurde. Die Schildbemalung zeigt einen gelben Außenrand und einen roten Schildbuckel, umgeben von einem gelbem Band. Das Hauptfeld ist in jeweils vier trapezförmige, abwechselnd grün und weiß eingefärbte Felder unterteilt, dieses Muster ist in der ND einzigartig.

Datei:Armigeri propugantores seniores.png
Schildzeichen der Armigeri propugnatores seniores
Armigeri propugnatores iuniores (legio) Die letzte der zwölf Legiones palatinae in der Armee des Magister Peditum. Wann die Armigeri propugnatores in iuniores und seniores aufgeteilt wurden, ist unbekannt. Ihre Position in der Armeeliste des Comes Africae deutet darauf hin, dass es sich bei der Zusammenstellung der Notitia noch um Comitatenses gehandelt hat, da sie dort nach der einzigen Auxilia-Palatina-Einheit und nicht davor steht. Sie wurde später in den Palatinastatus befördert, ersichtlich in der Armeeliste des Magister Peditum. Sechs der zwölf Legiones palatinae im Westreich scheinen solche nachträglich aufgewerteten Einheiten zu sein. Es könnte sein, dass die Liste des Comes Africae schon lange vor der Liste des Magister Peditum erstellt wurde. Inschriftliche Belege für diese Einheit stammen wieder vom Gräberfeld der Colonia Iulia Concordia (Portogruaro in Italien), wo auf einen dort gefundenen Grabstein<ref>CIL {{#if: A | 5 |{{#if:|{{#invoke:FormatNum|roman|5|apo}}|{{#ifexpr: abs 5 < 5000|{{#invoke:FormatNum|roman|5|none}}|{{#invoke:FormatNum|roman|5|over}}}}}}}}, 8747</ref> ein NUMERO ARMIGERORUM erwähnt wird. Sie könnte sich aber auch auf jede andere in der Notitia erwähnten Armigeri-Einheiten beziehen. Die Einheit könnte aus den schon unter den Propugnatores seniores erörterten Gründen ebenfalls von einem Detachement der Legio I Minervia aus Bonn (D) abstammen. Die Schildbemalung zeigt einen grünen Schildbuckel, umgeben von einem weißen und einem roten Band. Das Hauptfeld ist in sechs Segmente, abwechselnd weiß und blau eingefärbt, unterteilt. Weitere Einheiten mit einem ähnlichen Motiv sind die
  • Moesiaci seniores, die
  • Mattiarii iuniores und die
  • Pacatianenses,

alles Legionseinheiten unter dem Kommando des Magister Peditum.

Datei:Armigeri propugnatores iuniores.png
Schildzeichen der Armigeri propugnatores iuniores
Cimbriani (legio) Die elfte der zwölf Legiones palatinae in der Armee des Magister Peditum, sie zählte wohl noch zu den Comitatenses, als die erste Fassung der westlichen Notitia dignitatum zusammengestellt wurde. Später wurde sie zu einer Palatini-Einheit befördert und den Hoftruppen in der afrikanischen Feldarmee zugeteilt. Der Eintrag nach den Celtae iuniores deutet zumindest darauf hin. In der Notitia scheinen sie auch in der Truppenliste des Magister Peditum auf. Die Hälfte der zwölf westlichen Legio palatina sind nachträglich (nach den großen Barbareneinfall von 406) aufgewertete Einheiten. Der germanische Volksstamm der Cimbri, brachte den Römern etwa 500 Jahre vor der Erstellung der Notitia in zahlreichen Kämpfen verheerende Verluste bei und stammte ursprünglich aus Jütland (Dänemark). Dennoch ist es wahrscheinlicher, dass diese Einheit Teil der Garnison des Kastell Cimbriana in der Provinz Moesia Secunda an der unteren Donau war. Der Standort dieses Lagers ist ungewiss, vermutlich befand es sich beim heutigen Canlia im Süden Rumäniens. Tatsächlich nennt die Notitia eine dort stationierte Hilfstruppeneinheit, die Milites Cimbriani unter dem Kommando des Dux Moesiae secundae (Ostreich). Wenn sie tatsächlich einst von dort abkommandiert wurde, so handelt es sich entweder um eine Vexillation der Legio I Italica oder der Legio XI Claudia, da diese lange in dieser Provinz stationiert waren. Inschriftliche Belege für die Cimbriani finden sich in zwei Grabinschriften aus Lucera in Italien, die beide einen NUMERO CIMBRORUM erwähnen<ref>AE 1969/70, 159; AE 1983, 246</ref>, sowie in einer Inschrift aus Sétif (Algerien)<ref>AE 1984, 940</ref>, die einen COR CIMB nennt, der als „cor(nicularii) Cimb(rianorum)“ interpretiert wurde (= Proviantmeister). Die Schildbemalung ist sehr schlicht gehalten und zeigt einen gelben Schildbuckel, ein schmuckloses rotes Hauptfeld und einen gelben Rand. Das Schildmotiv, das dem der Cimbriani am nächsten kommt, ist das der Lanciarii Sabarienses, einer westlichen Legio palatinae, die in der gallischen Armee des Magister Equitum diente.
Datei:Cimbriani (Bodleian Manuscript).png
Schildzeichen der Cimbriani

Feldarmee

Offiziere/Einheiten/Kastelle Bemerkung Abbildung
Infanterie Comitatenses Farbgebung nach der Überlieferung im Oxford-Manuskript der Notitia Dignitatum
Secundani Italiciani Die zwölfte der Legiones Comitatenses des Magister Peditum. Sie ging aus der norischen Hauslegion, der Legio II Italica hervor, die seit dem zweiten Jahrhundert n. Chr. in Lauriacum stationiert war (heute Enns in Oberösterreich). In der ND scheint ihre Stammtruppe in der Liste des Dux Pannoniae Primae et Norici Ripensis auf. Andere aus dieser Legion herausgezogene Vexillationen dürften

Ihre Schildbemalung zeigt einen weißen Schildbuckel, umgeben von einem roten Band; das Hauptfeld ist ebenfalls weiß, der Schildrand rot. Ein kreuzähnliches Motiv ist mittig des Hauptfeldes positioniert. Jeder Arm ist weiß mit grauen Rand und zusätzlich mit drei roten, zentral angeordneten Punkten verziert. In der Notitia ist dieses Motiv einzigartig. Diese Schilddekoration ist auch deshalb bemerkenswert, da es alternativ in einer anderen antiken Bildquelle abgebildet wird. 1928 wurde in Marengo (Italien) ein Silberhort ausgegraben; einer der Funde war ein Fragment einer Gürtelschnalle auf der eines der abgebildeten Schilde ein fast identisches Muster trägt.<ref>Micheletto Egle, Gabriella Pantò: Tesoro di Marengo. Museo di Antichità di Torino, I cataloghi 3, Turin 2013, S. 60.</ref>

Datei:Secundani italicani.png
Schildzeichen der Secundani Italiciani
Primani Die 26. der 32 Legiones Comitatenses in der Armee des Magister Peditum.<ref>Notitia Dignitatum Occ. V.</ref> Die Reihung dieser drei Einheiten sowie ihre nebeneinander liegende Nennung in der Liste deuten darauf hin, dass sie trotz ihrer unterschiedlichen Schildmuster entweder gleichzeitig unter demselben Imperator (mit dem Beinamen Flavius) aufgestellt oder vielleicht umbenannt wurden; der wahrscheinlichste Kandidat dafür ist entweder Konstantin I. (306–337) oder einer seiner unmittelbaren Nachfolger, Konstantin II. (337–340). Die Truppe ging wohl aus der Legio I Flavia Pacis hervor. Pacis bedeutet „Frieden“, ein bemerkenswerter Name für eine Militäreinheit, es kann aber auch „Vertrag“ oder „Versöhnung“ bedeuten. Angesichts der zahlreichen Bürgerkriege im 3. und 4. Jahrhundert erscheint es durchaus sinnvoll, ehemals verfeindete Soldaten nach ihrer Niederlage einen solchen Beinamen zu verleihen um ihre Wiedereingliederung in die reguläre Armee zu erleichtern.

Weitere Einheiten mit ähnlichen Bezeichnungen waren die:

  • Prima Flavia Constantia (vermutlich unter Constantin Chlorus (293–306) aufgestellt) und die
  • Prima Flavia Theodosiana, beide legiones comitatenses unter dem Kommando des Magister Militum per Orientem (Ostreich); die
  • Prima Flavia Gallicana Constantia, pseudocomitatenses in der gallischen Armee des Magister Equitum; die
  • Prima Flavia gemina, eine legiones comitatenses in der Armee des Magister Militum per Thracias (Ostreich); die
  • Prima Flavia Metis, pseudocomitatenses in der gallischen Armee des Magister Equitum; die
  • Prima Flavia Augustae, Marinesoldaten (classiari) in der Flottille des Dux Pannoniae secundae ripariensis et Saviae; die
  • Prima Flavia Raetorum, eine Reitereinheit in der Armee des Dux Raetiae; die
  • Prima Flavia Sapaudica, eine in Gallien stationierte Kohorte, die jedoch nicht zur gallischen Armee des Magister Equitum zählte; und die
  • Prima Flavia, eine Kohorte unter dem Kommando des Dux Palaestinae (Ostreich).

Wie man anhand dieser Auflistung ersehen kann, war „Prima Flavia“ im 4. Jahrhundert ein sehr häufig gebrauchter Beiname für Militäreinheiten. Man nimmt an, dass in der Notitia vier weitere Vexillationen der Legio prima Flavia pacis aufgelistet sind:

  • Die erste sollen die Soldaten unter dem Tribunus cohortis Pacatianensis, die im Kastell Pacatiana stationiert waren und zur Armee des Comes Tingitaniae zählten, sein. Von Tribunen befehligte Kohorten waren laut der Notitia jedoch mehrheitlich Auxiliar- und keine Legionsformationen, sodass diese Zuordnung in Forscherkreisen nicht als besonders überzeugend angesehen wird.
  • Die zweite dieser Abteilungen sind die Männer unter dem Praefectus militum Pacensium, die im Kastell Saletio (Seltz im Elsass, Frankreich) stationiert war und dem Dux Mogontiacensis unterstand.<ref>Notitia Dignitatum Occ. XLI.</ref> Bei ihnen könnte es sich durchaus um Legionäre gehandelt haben, da ihr kommandierender Offizier Präfekt und kein Tribun war. In Anbetracht dessen und der größeren Namensähnlichkeit gilt diese Zuordnung daher als viel wahrscheinlicher als bei der cohors Pacatianensis. Dennoch ist sie alles andere als gesichert, denn Pacensis war eigentlich eine Stadt im heutigen Südportugal, die Colonia Civitas Pacensis; das heutige Beja. Die milites Pacensium könnten aus einer Legionsvexillation hervorgegangen sein, die einst dort stationiert war; eine der spanischen Legionen wäre dafür der naheliegendste Kandidat. Darüber hinaus zeigt die Existenz eines Tribunus cohortis secundae Flaviae Pacatianae in Hispanien, dass auch andere Einheiten nach diesem Ort benannt wurden.
  • Die dritte dieser dafür in Frage kommenden Abteilungen waren die Männer unter dem Praefectus numeri Pacensium<ref>Notitia Dignitatum Occ. XL.</ref>, stationiert im Kastell Magis (Burrow Walls bei Workington, Großbritannien), das dem Dux Britanniarum unterstand. Wahrscheinlich wurde diese Vexillation um 389 nach Britannien verlegt. Sie scheinen ebenfalls Legionäre gewesen zu sein, da der befehlshabende Offizier den Rang eines Präfekten innehatte; trotz gegenteiliger Aussagen einiger Fachkommentatoren bezeichnet ein „Numerus“ keine Spezialeinheit (er bedeutet wörtlich „Schar“); Elitelegionen wie die Ioviani werden auf Grabsteinen ebenfalls als Numeri bezeichnet, aber auch Auxiliareinheiten. Für diese Truppen gelten dieselben Identifikationskriterien wie für die in Magis stationierte Einheit; tatsächlich könnten es sogar dieselben Männer sein, die zwischen 407 und 413 aus Britannien abgezogen und auf dem Kontinent stationiert wurden.
  • Die vierte Abteilung sind die Pacatianenses, eine Legio comitatenses unter dem Comes Illyrici. Diese Einheitsbezeichnung, deren Soldaten vermutlich einst im Kastell Pacatiana (oder Pacensis) stationiert waren, leitet sich vermutlich nicht von Pacis ab; zudem lässt ihr höherer Rang in der Armee des Magister Peditum darauf schließen, dass sie eher noch vor als nach der Legio prima Flavia pacis aufgestellt wurde. Es kann auch sein, dass diese Legion früher selbst in Pacatiana in der Provinz Tingitania stationiert war, zudem war Lucius Papius Pacatianus unter Konstantin I. Konsul des Jahres 322. In jedem Fall wäre es auch möglich, dass die Legio Pacatianenses identisch mit der ehemals in Saletione stationierte und später nach Illyricum verlegte Einheit war.

Die im Zuge der Schlacht von Argentoratum (357) in Ammianus Marcellinus Chronik<ref>Res gestae 16.12.49</ref> erwähnten Primani, die den Durchbruch der Alamannen ins Zentrum der Römer vereitelten, haben mit der hier besprochenen Einheit wohl nichts zu tun; eher dürfte es sich hierbei um eine legio palatina des Magister Militum Praesentalis II (Ostreich) gehandelt haben, die ebenfalls in der Notitia als Primani bezeichnet wird. Die Schildbemalung der Prima Flavia Pacis zeigt ein rotes Hauptfeld und ein blaues Motiv, das als vierspeichiges Rad interpretiert wurde. Es reicht nicht bis zum Schildrand und der Schildbuckel ist ebenfalls in blau gehalten. Die Speichen verdicken sich zum Schildbuckel hin, sodass ihre Seiten etwas gewölbt sind. Dieses Schildmotiv weist kaum Ähnlichkeiten mit anderen in der Notitia dargestellten auf. Nur das Schildmuster der Prima Flavia gemina kommt dem der Prima Flavia Pacis noch am nächsten. Insbesondere unterscheidet es sich von den beiden ähnlich benannten Einheiten, die in der ggstdl. Truppenliste folgen – der Secunda Flavia Virtutis und der Tertia Flavia Salutis.

Datei:Legio I Flavia Pacis, Bodleian Manuscript.png
Schildzeichen der Prima Flavia Pacis
Secundani Die 27. der 32 Legiones Comitatenses in der Armee des Magister peditum, die ursprünglich aus der Legio II Flavia Virtutis hervorging.<ref name="ndv">Notitia Dignitatum Occ. V.</ref> Virtutis bedeutet „männlich“, „tugendhaft“ oder auch „mutig“. Die Reihenfolge der Namen dieser drei Einheiten sowie ihre nebeneinander liegende Nennung in den Truppenlisten deuten darauf hin, dass sie entweder gleichzeitig unter demselben Imperator mit dem Beinamen Flavius aufgestellt oder vielleicht von ihm neu organisiert wurden; die wahrscheinlichsten Kandidaten hierfür wäre einmal mehr Konstantin I. oder Konstantin II. Epigraphische Belege für diese Einheit stammen aus der antiken Stadt Thelepte im Westen des heutigen Tunesien, die dort aufgefundene Inschrift nennt eine LEGIONIS SECUNDE FLAVIE VIRTUTIS.<ref>CIL {{#if: A | 8 |{{#if:|{{#invoke:FormatNum|roman|8|apo}}|{{#ifexpr: abs 8 < 5000|{{#invoke:FormatNum|roman|8|none}}|{{#invoke:FormatNum|roman|8|over}}}}}}}}, 23181</ref> Weitere, ähnlich benannte Einheiten sind
  • die Secunda Flavia Constantia Thebaeorum unter dem Kommando des Magister Militum per Orientem (Ostreich)<ref>Anm.: Wohl keine Vexillation dieser Legion, da sie schon unter Constantius Chlorus (293-306) aufgestellt wurde.</ref> und
  • die Secunda Flavia Constantiniana,

die wahrscheinlich mit den Constantiniani unter dem Comes Tingitaniae bzw. dem Comes Africae identisch ist und aufgrund der Ähnlichkeit sowohl nach dem Namen als auch dem Garnisonsort aus der Legio II Flavia Virtutis hervorgegangen sein könnte. Ihre Schildbemalung zeigt einen weißen Schildbuckel, umgeben von einem roten und gelben Band. Das Hauptfeld ist weiß und wird ebenfalls von einem gelben Band und einem roten Schildrand begrenzt. Es weist keine Ähnlichkeit mit dem anderer in der Notitia überlieferten Einheiten auf. Insbesondere unterscheidet es sich von den beiden Einheiten, die der Secunda Flavia Virtutis in der Liste des Magister Peditum vorangehen bzw. folgen:

  • der Prima Flavia Pacis und
  • der Tertia Flavia Salutis.

Möglicherweise ging aus der o. g. Legion auch die Secunda Flavia hervor, die in der civitas Vangionum (bei Worms) stationiert waren und von einem Praefectus militum, unter dem Oberbefehl des Dux Mogontiacensis, kommandiert wurde.<ref>Notitia Dignitatum Occ. XLI.</ref> Diese Zuordnung gilt jedoch als unsicher.

Datei:Secunda Flavia Virtutis (Bodleian Manuscript).png
Schildzeichen der Secunda Flavia Virtutis
Tertiani

Die 26. der 32 legiones comitatenses des Magister Peditum<ref>Notitia Dignitatum Occ. V.</ref>, wahrscheinlich eine Vexillation der Legio III Flavia Salutis. „Salutis“ hat mehrere Bedeutungen, Sicherheit, Schutz, Ausdauer, Erlösung, Befreiung oder Gruß. Es impliziert, dass sie wohl als kampfstark und zuverlässig galt. Erlösung würde auch zu einer Einheit aus Afrika gut passen, da es dort im frühen 4. Jahrhundert noch einen viel höheren Bevölkerungsanteil an getauften Christen gab als in anderen Regionen des Reiches. Eine andere afrikanische Einheit war stolz darauf, dass ein regierender Kaiser vor ihr (symbolisch) als Anerkennung ihrer Verdienste salutiert hatte, wie eine Inschrift aus Lambaesis zeigt.<ref>Michael Spiedel: Emperor Hadrian's Speeches to the African Army – A New Text, Schnell & Steiner, 2007.</ref> Die Schildbemalung der Tertia Flavia Salutis zeigt einen blau-roten Schildbuckel, das Hauptfeld ist blau, begrenzt von einem roten Schildrand und einem inneren hellgelben Band. Der Schildbuckel ist mit zwei gelben Bändern, das innere dunkelgelb, eingefasst, von ihm laufen strahlenförmig acht hellgelbe Speichen aus die sieben Sektoren (oder ein Radsymbol) bilden; jeder zweite Sektor wird am Außenrand noch zusätzlich von einem hellgelben Band gesäumt. Das Motiv weist keine Ähnlichkeit mit den Schildbemalungen der

  • Prima Flavia Pacis und der
  • Secunda Flavia Virtutis

(die Primani bzw. Secundani in der Armee des Comes Africae) auf. Die Reihenfolge dieser drei Einheiten sowie ihre nebeneinander liegende Nennung in den Truppenlisten weisen (trotz ihrer unterschiedlichen Schildmuster) darauf hin, dass sie ebenfalls vom einem der Imperatoren mit dem Beinamen Flavius aufgestellt oder neu organisiert wurden (Konstantin I. oder Konstantin II). Das Schildmuster ähnelt ein wenig dem der nachfolgenden Einheit in der Truppenliste des Magister Peditum, der Flavia victrix Constantina id est Constantici, vielleicht ident mit den Constantiaci des Comes Africae. Aufgrund ihrer ähnlichen Schildbemalung und Anordnung in der Truppenliste ist es wahrscheinlich, dass diese beiden Einheiten im Einsatz als Brigade zusammengefasst wurden.

Datei:Tertia Flavia Salutis (BodleianManuscript).png
Schildzeichen der Tertia Flavia Salutis
Constantiniani (Legio II Flavia Constantiniana) Die 30. der 32 Legiones Comitatenses des Magister Peditum. Eine Constantiniani-Einheit scheint auch in der Truppenliste des Comes Tingitaniae auf, höchstwahrscheinlich dieselbe wie die des afrikanischen Comes, sie wurde vermutlich nur bei Bedarf in seine Armee abkommandiert. Ammianus berichtet, dass einige Soldaten der Constantiani während der Revolte des Firmus zu ihm übergelaufen sei;<ref>Res gestae 29.5.20</ref> wahrscheinlich handelte es sich dabei aber um Angehörige der Flavia victrix Constantina. Der Name der Legion scheint sich entweder von Konstantin I. oder seinem Nachfolger Konstantin II. abzuleiten; dementsprechend hatte sie wohl keinen Bezug zu Secunda Flavia Constantia Thebaeorum, die unter dem Kommando des Magister Militum per Orientem (Ostreich) stand und nach Constantius Chlorus benannt ist. Sie könnte jedoch mit der Secunda Flavia Virtutis verwandt sein, die wahrscheinlich ebenfalls von den Konstantinern aufgestellt (oder neu organisiert) wurde, zusammen mit
  • der Prima Flavia Pacis und
  • der Tertia Flavia Salutis.

Das ihr Beinamen sich eventuell auch vom westlichen Augustus Flavius Constantius (417-421), abgeleitet haben könnte, erscheint weniger wahrscheinlich, da alle Legionen, die seinen Namen trugen, wohl nur den Status von Pseudocomitatenses innehatten. In der Armee des Dux Mogontiacensis befehligte ein Praefectus die Milites secundae Flaviae, stationiert im Kastell Vangiones (Worms, Deutschland), diese Einheit hatte möglicherweise einen Bezug zur Secunda Flavia Constantiniana (oder Constantiniani). In der gallischen Truppenliste des Magister Equitum, in der auch die meisten Einheiten unter dem Dux Mogontiacensis angeführt sind, findet sich keine ähnlich benannte Einheit. In der Notitia werden ansonsten nur noch zwei Einheiten mit dem Namen Secunda Flavia überliefert:

  • die Legio secunda Flavia Constantia Thebaeorum unter dem Dux Thebaidos (Ostreich)<ref>Anm.: Die Stammeinheit der Secunda Flavia Constantia Thebaeorum.</ref>; und
  • die Secunda Flavia gemina unter dem Magister Militum per Thracias (Ostreich).

Beides waren, da Einheiten des Ostreiches, wohl nicht mit der Wormser Garnison verwandt, obwohl dies nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, wahrscheinlicher ist jedoch, dass auch sie eine Vexillation der Legio II Flavia Constantia war. Ihre Schildbemalung ist sehr schlicht gehalten, sie zeigt einen roten Schildrand und ein dunkelblaues Hauptfeld; der Schildbuckel ist violett-schwarz geviertelt.

Datei:Legio II Flavia Constantiniana (Bodleian Manuscript).png
Schildzeichen der Legio II Flavia Constantiniana
Tertio Augustani (legio) Die vorletzte der 32 in der Armee des Magister Peditum aufgeführten Einheiten der Legiones Comitatenses. Bei dieser Truppe handelte es sich wohl um den Rest der Legio III Augusta, eine der alten Stammlegionen in Nordafrika, die ab 30 v. Chr. im Legionslager von Lambaesis (Algerien) stationiert war. Diokletian setzte die Legion im frühen 4. Jahrhundert gegen einen aufständischen Statthalter ein, wofür die Legion den Beinamen Pia Fidelis<ref>CIL {{#if: A | 8 |{{#if:|{{#invoke:FormatNum|roman|8|apo}}|{{#ifexpr: abs 8 < 5000|{{#invoke:FormatNum|roman|8|none}}|{{#invoke:FormatNum|roman|8|over}}}}}}}}, 2576, CIL {{#if: A | 8 |{{#if:|{{#invoke:FormatNum|roman|8|apo}}|{{#ifexpr: abs 8 < 5000|{{#invoke:FormatNum|roman|8|none}}|{{#invoke:FormatNum|roman|8|over}}}}}}}}, 2577.</ref> („pflichtbewusst und treu“) erhielt. Um diese Zeit wurde sie von Lambaesis in ein anderes - unbekanntes - Lager in der Region verlegt.<ref name="jona">Vorlage:LiviusNeu</ref> Für das Jahr 321 wird die Legion im Codex Theodosianus 4, 13, 3 als Tertio Augustani erwähnt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20100823141156 * Vorlage:Webarchiv/Wartung/Stern{{#if: Cod. Theod. 4, 13, 3 | {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Cod. Theod. 4, 13, 3}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://web.upmf-grenoble.fr/Haiti/Cours/Ak/Constitutiones/CTh04_mommsen.htm}} }} (Archivversionen) 20100823141156}} {{#if: }}Vorlage:Webarchiv/Wartung/DatumDer Wert des Parameters {{#if: wayback | wayback | Datum }} muss ein gültiger Zeitstempel der Form YYYYMMDDHHMMSS sein! {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Cod. Theod. 4, 13, 3}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|http://web.upmf-grenoble.fr/Haiti/Cours/Ak/Constitutiones/CTh04_mommsen.htm}} }}] {{#ifeq: | [] | [ | ( }}Memento{{#if: {{#if: | {{{archiv-bot}}} | }} | des Vorlage:Referrer }} vom {{#time: j. F Y|20100823141156}} im Internet Archive{{#if: | ; }}{{#ifeq: | [] | ] | ) }}
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  }}.</ref> Ihre Anwesenheit in Nordafrika ist bis ins frühe 5. Jahrhundert belegt, in der ND scheint sie noch in den Listen des Magister Peditum Praesentalis und dem Magister Equitum per Gallias auf. In der Armee des Dux et praeses provinciae Mauritaniae et Caesariensis (Westreich) wird weiters ein Praepositus limitis Augustensis angeführt. Ihre Schildbemalung zeigt einen gelben Schildbuckel, einen roten Grund und zum Rand hin, nach außen verlaufend, ein rotes Band und schließlich einen weißen Rand. Bemerkenswert ist auch, dass das Schildmuster dem der Equites stablesiani Africani einer der den Comes Africae zugeordneten vexillationes comitenses, sehr ähnlich ist.<ref>Notitia Dignitatum in partibus Occidentis, V und XXXVI.</ref> Angesichts der Abstammung der Stablesiani-Einheiten von Legionsreitern könnte es sich bei den Equites stablesiani Africani um die ehemalige Reiterabteilung der Legio III Augusta gehandelt haben.   
Datei:Tertio Augustani shield pattern (Bodleian Manuscript).png
Schildzeichen der Tertio Augustani
Fortenses (legio) Die letzte der 32 in der Armee des Magister Peditum angeführten Einheiten der Legiones Comitatenses. Die beiden in der Notitia dignitatum angegebenen Legionseinheiten der Fortenses zählten zu den comitatenses und sind mit unterschiedlichen Schildzeichen versehen. In der Truppenliste des Magister Peditum stehen sie noch in Hispanien. Die afrikanischen Fortenses sind vermutlich dieselben wie die:

könnten ebenfalls aus den Fortenses herausgezogen worden sein. Weitere Einheiten mit diesem Namen, die in der Notitia aufscheinen, sind die:

Diese Vielzahl an Fortenses-Einheiten, was so viel wie „tapfer“ oder „standhaft“ bedeutet, rührt daher, dass der Beiname Fortis in früheren Jahrhunderten eine gängige Auszeichnung für Einheiten war, die sich in der Schlacht bewährt hatten. Die Fortenses in Hispanien scheinen demnach eine Vexillation oder ein Abkömmling einer der mittelkaiserzeitlichen Legionen mit dem Beinamen Fortis zu sein. Dafür in Frage käme die die Legio II Traiana Fortis Germanica, deren Vexillationen sowohl in der Armee des Comes limitis Aegypti (Ostreich) als auch in der des Dux Thebaidos (Ostreich) angeführt sind. Eine weitere Möglichkeit wäre eine ansonsten nicht belegte Legio X Fortenses, die vom Chronisten Ammianus Marcellinus erwähnt wird. Möglicherweise wurde die Legio VI Hispana die nur durch Inschriften aus der Mitte des 3. Jahrhunderts bekannt ist, Fortis genannt. Alternativ könnten die verschiedenen Fortenses-Vexillationen ihre Namen auch nach der Abspaltung von ihrer Stammlegion beibehalten haben, wie im Fall der afrikanischen Fortenses. Ihre Position am Ende der Legionsliste des Comes lässt vermuten, dass sie bei Abfassung der Notitia Occidentum noch nicht sehr lange in den Reihen der afrikanischen Feldarmee gestanden haben kann. Die

  • Milites Fortenses unter dem Kommando des Dux provinciae Tripolitanae und die Truppe unter dem
  • Praepositus limitis Fortensis (Armee des Dux et praeses provinciae Mauritaniae et Caesariensis)

könnten ein und dieselbe Einheit gewesen sein. Das Schildmuster der Fortenses ist einfach gehalten: ein gelber Grund und ein weißer Schildbuckel, umrahmt von einem grünen Band. Im sogenannten Distributio-Abschnitt der Notitia Occ. scheinen zwei Einheiten der Fortenses auf: eine ist den Comes Hispaniarum (Westreich) zugeordnet, die andere den Comes Africae. Die Position der beiden in ihren jeweiligen Truppenlisten zeigt, dass das hier abgebildete Schildmuster zur afrikanischen Einheit gehört, während die spanische Einheit wohl mit der zweiten Legiones Comitatenses-Einheit unter dem Magister Peditum ident ist und dort ebenfalls als Fortenses bezeichnet werden. Ob dieses Schildmuster auch von den limitanei-Abteilungen getragen wurde, hängt möglicherweise davon ab, ob sie von den Fortenses in der afrikanischen Feldarmee abgezogen oder ob sie direkt aus einem Grenzkastell zur Feldarmee abkommandiert wurde. Zahlreiche Hinweise in den Notitia deuten darauf hin, dass Einheiten neue Schildmuster erhielten, wenn sie von den Grenztruppen in die Feldarmee wechselten. Eine Grabinschrift, auf der eine Einheit der „Fortensens“ aufscheint, stammt vom Gräberfeld der Colonia Iulia Concordia (Portogruaro in Venetien, Italien). Die Inschrift<ref>ILS 547</ref> erwähnt einen „NUMERO EORTEN[...]ORUM“, was als „Numero Fortensorum“ aufgelöst wurde und sich möglicherweise auf die hier besprochenen Fortenses bezieht.

Datei:Fortenses, Nordafrika (Bodleian Manuscript).png
Schildzeichen der Fortenses
Constantiaci (pseudocomitatenses)

Die Flavia victrix Constantinae (Constantiaci) wird in der Armee des Magister Peditum als Legiones Comitatenses (dort als Flaviae victrices constantine id est constantiaci = Flavia victrix Constantina jetzt Constantiaci) bezeichnet. Diese scheint aber nie einem regionalen Kommando zugeteilt gewesen zu sein. Früher hielt man es für möglich, dass diese Einheit von der Secundae Flaviae, stationiert im Kastell Vangionum, in der Armee des Dux Mogontiacensis abstammt. Angesichts der Ähnlichkeit des Schildmusters mit dem der Tertiani und der Tatsache, dass die beiden ihr nachfolgenden Einheiten in der Truppenliste des Comes Africae die Constantiniani und die Constantiaci sind, scheint es eher, dass eine von diesen beiden die Constantici des Magister Peditum waren. Nach Ansicht Otto Seecks war diese Einheit eine Vexillation aus der Einheit der Flavia victrix Constantina, die ebenfalls den comitatenses angehörten. Ihre Position in der Liste würde auch besser zu einer comitatensischen Einheit passen als zu Pseudocomitatenses; ihr genauer Status blieb aber bis heute ungeklärt. In der Armee des Comes Tingitaniae scheint ebenfalls eine Einheit der Constantiniani auf. Otto Seeck setzte diese mit den o.a. Pseudocomitatenses gleich; wahrscheinlich handelte es sich aber in Wirklichkeit um eine Vexillationder Flavia victrix Constantina. Ammianus berichtet (res gestae 29.5.20), dass ein Teil der Constantiani während der Revolte des Firmus zu ihm übergelaufen war. Damit waren aber wahrscheinlich die afrikanischen Constantiaci gemeint und nicht die Constantiniani. Flavia leitet sich offenbar von einem der Kaiser der konstantinischen Dynastie ab; entweder Konstantin I. oder seinem Nachfolger Konstantin II., wobei solche Namen auch von einem nach einem Kaiser benannten Garnisonsort stammen können, wie im Fall der Prima Flavia Gallicana Constantia. Eine der bedeutendsten spätrömischen Städte Nordafrikas war Constantine; heute die drittgrößte Stadt Algeriens. Victrix bedeutet „siegreich“, eine oft verliehene Auszeichnung für die Bewährung in einer Schlacht; einige Legionen mit besonders langer Geschichte wurden beispielsweise als „siebenmal siegreich“ tituliert. Ein Unsicherheitsfaktor ist Constantius III., der westliche Augustus im Jahr 421, dessen voller Name Flavius Constantius lautete. Man würde jedoch erwarten, dass alle Legionen, die seinen Namen trugen, neu aufgestellt wurden und zur Zeit der Abfassung der ND noch den Status von Pseudocomitatenses innehatten, oder – viel wahrscheinlicher – gar keine Legionen waren. Die Schildbemalung der Constantici zeigt einen roten Schildbuckel, umgeben von einem ockergelben Band, auf roten Grund. Der Schildrand ist ebenfalls ockergelb. Mittig steht ein indigoblaues, ockergelb umrandetes Kreuz, das bis zum Rand reicht; damit ähnelt es dem Schildemblem der Tertia Flavia Salutis (Tertiani).

Datei:Flavia victrix Constantina (Bodleian Manuscript).png
Schildzeichen der Flavia victrix Constantina

Kavallerie

Offiziere/Einheiten/Kastelle Bemerkung Abbildung
Vexillationes Comitatenses Farbgebung nach der Überlieferung im Oxford-Manuskript der Notitia Dignitatum
Equites stablesiani Italiciani (vexillation) Die 29. der 32 vexillationes comitatenses in der Armee des Magister Equitum. Equites stablesiani wurden während der Militärreformen unter Kaiser Gallienus (260–268 n. Chr.), aufgestellt, um eine schnelle Eingreiftruppe aus Kavallerietruppen zu schaffen. Sie wurden bei Feldzugsoperationen, zur Verfolgung des Feindes und zum Flankenschutz eingesetzt, als Ersatz für die traditionelle, viel unflexiblere Legionskavallerie. Die genaue Herkunft des Namens "stablesiani" („zu den Ställen gehörig“) ist unklar, diese Einheiten wurden im 3. Jahrhundert von Kaiser Gallienus unter dem Kommando des Aureolus, den Michael Speidel als Stabulensis, einen hohen, für die kaiserlichen Stallungen verantwortlichen Offizier, identifiziert, vorübergehend in Norditalien stationiert. Sie bestanden ursprünglich aus Soldaten, die als Pferdeknechte den kaiserlichen Stallungen oder den Leibwächtern der Provinzstatthalter (stratores) zugeteilt waren.<ref>M. P. Speidel: "Stablesiani: the raising of new cavalry units during the crisis of the Roman Empire". Chiron 1974, S. 541–546. (reprinted in M.P. Speidel, Roman Army Studies 1 [Amsterdam 1984] S. 391–396).</ref><ref>M. P. Speidel: "Roman Army Studies". Amsterdam: J. C. Gieben 1984.</ref> Der Zusatz "Italiciani" deutet entweder auf eine Aufstellung dieser Einheit in den italienischen Provinzen hin, oder dass sie dort über einen längeren Zeitraum stationiert war. Dies unterscheidet sie von den Equites stablesiani (Africani) seniores (siehe unten). Die Equites stablesiani italiciani stehen in der Kavallerie des Comes Africae zwar an erster Stelle, aber an vorletzter Position in der Armee des Magister Equitum; dies könnte daran liegen, dass einige (lt. ND) dem Comes Africae zugeordneten Kavallerieeinheiten tatsächlich zur Armee des Comes Hispaniarum gehörten. Inschriften, auf denen – möglicherweise – Angehörige der Equites stablesiani italiciani genannt werden, stammen aus Aquileia (Italien), darin wird ein N STABL erwähnt, was als numero Stablesianorum aufgelöst werden könnte.<ref>AE 1974, 342</ref> Eine weitere Inschrift aus Brescia (Italien), nennt eine VEXIL EQ STABLESIANORVM (= vexillatione equitum Stablesianorum).<ref>CIL {{#if: A | 5 |{{#if:|{{#invoke:FormatNum|roman|5|apo}}|{{#ifexpr: abs 5 < 5000|{{#invoke:FormatNum|roman|5|none}}|{{#invoke:FormatNum|roman|5|over}}}}}}}}, 4376</ref> Die Gleichsetzung dieser Inschriften mit den Equites stablesiani italiciani setzt aber voraus, dass damals keine weiteren Stablesiani in Italien lagen. Dies ist jedoch nicht sehr wahrscheinlich, da mit Sicherheit auch Stablesiani existierten, die nicht in der Notitia verzeichnet sind. Ihre Schildbemalung zeigt einen roten Grund mit schwarzem Schildbuckel, von dem – nach rechts zeigend – eine Art Stachel ausgeht. Der Schildbuckel ist links von schwarzen Punkten umgeben, die Nieten darstellen könnten, sie sind aber wahrscheinlich nur dekorativer Natur. Eine weitere Kavallerieeinheit in der Armee des afrikanischen Comes führt eine ähnliche Schildbemalung, die Equites armigeri iuniores.<ref>Philip Rance: The Third Equites Stablesiani at Cyrrhus, Chiron. Mitteilungen der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des Deutschen Archäologischen Instituts, Nr. 42, 2012, S. 347-360 und 348 (Anmerkung 5).</ref>
Datei:Equites stablesiani Italiciani (Bodleian Manuscript).png
Schildzeichen der Equites stablesiani Italiciani
Equites scutarii seniores "Scutarii" leitet sich vom lateinischen Wort scutum (= Schild) ab. Er könnte auf einen spezifischen Schildtyp hinweisen oder war damals eine gebräuchliche Bezeichnung für gepanzerte Kavalleristen.

Als Teil der Vexillationes palatinae zählten sie zu den Eliteeinheiten des spätrömischen Heeres und dienten oft als Leibgarde des Kaisers oder einer seiner Feldherren. Obwohl ihr Name nur auf die Schilde hinweist, waren sie als Teil der schweren oder mittelschweren Kavallerie vermutlich vielseitig ausgerüstet, d. h. auch mit Speeren (contus), Wurfspeeren (lancea) und Schwertern. Equites scutarii finden sich ansonsten in keiner der westlichen Feldarmeen. Mit Ausnahme der Equites scutarii seniores comitatensesin der Armee des Comes Tingitaniae, die ursprünglich eine Abteilung der Equites scutarii seniores gewesen sein könnte, wobei solche Duplikate bei Infanterieeinheiten wahrscheinlicher sind als bei Kavallerieeinheiten. Es wäre aber auch möglich, dass sie nur vorübergehend dort eingesetzt waren. Es ist jedoch bemerkenswert, dass eine Eliteeinheit im abgelegenen Marokko (und überhaupt in Nordafrika) stationiert war und zudem in der westlichen Notitia relativ weit unten in der Rangliste der Vexillationes Comitatenses gereiht wird. Möglicherweise war sie degradiert worden, weil sie einen gescheiterten Aufstand unterstützt hatte, beispielsweise den des Gildo. Ihre Schildbemalung war sehr einfach gestaltet, ein rotes Hauptfeld mit einem gelben Schildbuckel. Es ist identisch mit dem der Lanciarii Stobenses in der Armee des Magister Militum per Tracias (Ostreich).

Datei:Equites scutari (Bodleian Manuscript).png
Schildzeichen der Equites Scutari
Equites stablesiani seniores (auch Equites stablesiani Africani) Diese Einheit stammt wohl von der Reiterei der Legio III Augusta ab. Ihr vollständiger Name könnte ursprünglich Equites stablesiani Africani seniores gelautet haben.<ref>Philip Rance: The Third Equites Stablesiani at Cyrrhus, Chiron. Mitteilungen der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des Deutschen Archäologischen Instituts, Nr. 42, 2012, S. 347–360.</ref>
Datei:Equites stablesiani Africani.png (Bodleian Manuscript).png
Schildzeichen der Equites stablesiani Africani
Equites Marcomanni

Die Markomannen waren ein germanischer Stamm, der ursprünglich nahe der Donau, im heutigen Böhmen und Mähren, siedelte. Der Volksname leitet sich vom gleichnamigen germanischen Stamm ab und bedeutet vermutlich „Volk an der Grenze“. Sie waren ein Zweig der Sueben und brachten, insbesondere unter Marcus Aurelius (121-180), die Römer im 2. Jahrhundert am nördlichen Limes in große Bedrängnis. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts – der Zeit der Neuordnung des westlichen Teils von Notitia – könnten sie gemeinsam mit Alanen und Vandalen den Rhein überquert und sich im Nordwesten Spaniens angesiedelt haben. Im Laufe der Zeit hatte Rom viele von ihnen als Foederati (Verbündete) oder Söldner angeworben, die unter ihren eigenen Anführern kämpften. Um 396 n. Chr. intensivierten sich unter Königin Fritigil die diplomatischen Kontakte zu Rom, was dazu führte, dass markomannische Verbände auch in die Palastarmee (Palatinae) eingereiht wurden. Sie dienten in verschiedenen Einheiten, sowohl Infanterie als auch Kavallerie. Im 3. Jahrhundert n. Chr. waren - vor der ersten Erstellung der Notitia - Teile dieser Einheit in Oberägypten stationiert. Die jüngste Bestätigung hierzu findet sich für die Jahre 286-287.<ref>A.M. Kaiser: Egyptian Units and the reliability of the Notitia dignitatum. pars Oriens; Imperium and Officium Working Papers 2014, S. 6, Fußnote 25.</ref> Es könnte sein, dass diese Einheit im Jahre 397 zur Niederschlagung der Rebellion des Gildo nach Africa versetzt wurde. Besonders zufrieden mit der Assistenzleistung der Markomannen war die örtliche Bevölkerung offensichtlich nicht; um 411 machte sie der afrikanische Bischof Augustinus von Hippo in seinen Schriften zum Gegenstand höhnischer Bemerkungen.<ref>Gustav Strakosch-Grassmann: Geschichte der Deutschen in Österreich-Ungarn. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 955. Band 1, Verlag Carl Koenegen, Wien 1895, S. 143.</ref>

Weitere in der Notitia überlieferte Marcomannieinheiten sind:

  • Honoriani Marcomanni seniores, eine Einheit der Auxilia palatina,
  • Honoriani Marcomanni iuniores, eine weitere Einheit der Auxilia palatina beide ohne Feldkommando,
  • Marcomanni, eine Einheit in der Italienarmee des Magister Peditum, möglicherweise gleichwertig mit einer der oben genannten Auxilia-palatina-Einheiten, und die
  • Gentes Marcomanni, eine Einheit unter dem Dux Pannoniae Primae et Norici Ripensis.

Eine Einheit der Equites Marcommani lag, wie oben erwähnt, über eine lange Zeit in Ägypten; die (west-)afrikanische Einheit könnte also durchaus mit dieser identisch sein. Laut Notitia waren in Ägypten keine Equites Marcommani mehr stationiert.<ref>Publius Flavius Renatus Vegetius ("Vegetius"); "Epitoma rei militaris", 2.13;</ref>

Datei:Schildbemalung der Equites Marcomanni (ND, Bodleian Manuskript).png
Schildzeichen der Equites Marcomanni
Equites armigeri seniores Armigeri bedeutet "gepanzert", was in der Spätantike entweder ein Ehrentitel oder eine Beschreibung für besonders schwer ausgerüstete Truppenverbände gewesen sein könnte, ähnlich wie der Beiname "Ironsides" in späteren Epochen. Es ist aber auch möglich, dass er ursprünglich für besondere Verdienste auf dem Schlachtfeld verliehen und im Laufe der Zeit zum offiziellen Einheitsnamen wurde. Der Begriff deutet aber eher darauf hin, dass die Reiter im Vergleich zu anderen Einheiten überdurchschnittlich stark gepanzert waren, möglicherweise ähnlich wie Kataphrakte oder Clibanarier, auch wenn die exakte Unterscheidung in der Forschung noch kontrovers diskutiert wird. Im Westen operierten zwei Seniores-Einheiten der Equites armigeri, die des Comes Africae, die andere in der gallischen Armee des Magister Equitum. In der Armee des Magister Equitum scheint in der ND ansonsten nur noch eine Einheit ähnlichen Namens auf, die Equites armigeri.
Datei:Equites armigeri seniores (Bodleian Manuscript).png
Schildzeichen der Equites armigeri seniores
Equites clibanarii (auch Equites sagittarii clibanarii)

Der Name dieser Einheit setzt sich aus folgenden Begriffen zusammen:

  • equites: Reiter
  • sagittarii: Bogenschützen
  • clibanarii: Vollständig gepanzerte Reiter (auch als Kataphrakte bezeichnet)

Die clibanarii wurden erst ab der Spätantike in Rom's Armeen eingesetzt. Sie orientierten sich an orientalischen (parthischen und sassanidischen) Armeen, wo solche Spezialtruppen schon eine lange Tradition hatte. Die Reiter trugen den ganzen Körper bedeckende Rüstungen aus Platten, Ketten- oder Schuppenpanzern. In vielen Fällen war auch ihr Pferd teilweise oder vollständig gepanzert. Ihre Bewaffnung bestand aus einem Bogen und Nahkampfwaffen wie Schwerter oder Lanzen. Solche Einheiten wurden aber wohl bevorzugt als berittene Bogenschützen eingesetzt. „Clibanarii“ könnte so viel wie „Ofenmänner“ bedeuten und möglicherweise auf ihre Rüstungen anspielen, die sich in den heißen Regionen des Ostens wohl ziemlich aufgeheizt haben müssen. Die Equites sagittarii Clibanarii sind die einzige Clibanarii-Einheit der Notitia, die für die westliche Hälfte des Reiches überliefert sind; im Osten waren sechs dieser Einheiten stationiert. Ihr Schildmuster besteht aus einem grünen Rand, einem gelben Hauptfeld, sowie einen weißen Buckel, der von einem blauen Band umgeben ist. Diese Farbgebung ähnelt keiner anderen in der Notitia angegebenen Einheit.

Datei:Equites sagittarii clibanarii (Bodleian Manuscript).png
Schildzeichen der Equites sagittarii clibanarii
Equites sagittarii Parthi seniores

Eine Einheit berittener Bogenschützen, Parthi deutet darauf hin, dass sie ursprünglich aus dem Partherreich (oder angrenzenden, von dort kulturell stark beeinflussten Regionen) rekrutiert worden sein könnte, oder dass sie nach parthischem Vorbild aufgestellt wurde, die Parther waren gewandte Reiter, die für ihre Fähigkeiten als berittene Bogenschützen bekannt waren (siehe Partherschuss). Eine weitere Einheit dieses Namens, die Equites sagittarii Parthi iuniores diente ebenfalls in der afrikanischen Armee.

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Schildzeichen unbekannt
Equites cetrati seniores

Cetrati bezieht sich auf einen kleinen Schild hispanischen Ursprungs, eine "Cetra" oder "Caetra", die von der leichten Infanterie der republikanischen Ära verwendet wurde. Die römischen Chronisten meinten damit Schilde, die kleiner als das "Scutum" der Legionäre war. Es konnten damit aber auch die Rundschilde der makedonischen Phalangiten gemeint sein, die im Durchmesser 60 bis 75 cm groß waren. Es ist möglich, dass die Reiter der Equites cetrati seniores kleinere Schilde trugen als die anderen Kavalleristen, aber es könnte auch sein, dass der Name eine doppelte Bedeutung hatte wie scutarii, "Wächter" wurden unter anderem auch als scutarii bezeichnet. In der Forschung wird kontrovers diskutiert, ob die spätantiken Cetrati-Einheiten tatsächlich noch eine solche Bewaffnung trugen oder ob es sich dabei nur mehr um eine traditionelle Namensgebung handelte. Weitere in der Notitia überlieferte Einheiten dieses Namens sind die:

  • Equites cetrati iuniores, Armee des Comes Africae; und die
  • Mauri cetrati unter dem Comes Illyrici.

Das Schildmuster zeigt einen gelben Rand; dann von außen nach innen ein violettes, gelbes und blaues Band, das einen gelben (halbierten) Schildbuckel umschließt. Der halbierte Buckel findet sich in der Notitia nur noch bei den Octavani (Comes Italiae), während ein ähnliches Schildmuster für die Kavallerieeinheit der Equites tertio sagittarii (siehe weiter unten) verwendet wurde.

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Schildzeichen unbekannt
Equites primo sagittarii
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Schildzeichen unbekannt
Equites secundo sagittarii
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Schildzeichen unbekannt
Equites tertio sagittarii
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Schildzeichen unbekannt
Equites quarto sagittarii
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Schildzeichen unbekannt
Equites Parthi sagittarii iuniores (auch Equites sagittarii oder Parthi iuniores)
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Schildzeichen unbekannt
Equites cetrati iuniores

Cetrati bezieht sich auch in diesem Fall wohl wieder auf einen kleinen Schild hispanischen Ursprungs, eine "Cetra" oder "Caetra", die ursprünglich von der leichten Infanterie der republikanischen Ära verwendet wurde. Das Schildmuster dieser Einheit zeigt ein grünes Hauptfeld, dekoriert mit einem gelben Draco und einer gelben Scheibe. Letztere, soll vermutlich ein Imago – ein Porträt des regierenden Kaisers – darstellen. Draco-Standarten wurden im 2. Jahrhundert n. Chr., nach den dakischen Kriegen, bei den römischen Truppen eingeführt. Vegetius berichtet, dass jede Kohorte eine eigene Standarte verliehen bekam, die von einem Draconarius geführt wurde.<ref>Publius Flavius Renatus Vegetius; Epitoma rei militaris, 2.13</ref> Die Illustrationen der Dracones in der Notitia zeigen aber oft einen Kopf, der eher wolfs- als schlangenähnlich wirkt.<ref>Otto Seeck (Hrsg.): Notitia Dignitatum accedunt Notitia urbis Constantinopolitanae et Latercula prouinciarum, Weidmann, Berlin, 1876.</ref>

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Schildzeichen unbekannt
Equites promoti iuniores
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Schildzeichen unbekannt
Equites sagittarii iuniores
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Schildzeichen unbekannt
Equites Honoriani iuniores
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Schildzeichen unbekannt
Equites scutarii iuniores scolae secundae (auch Equites secundi scutarii iuniores)
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Schildzeichen unbekannt
Equites armigeri iuniores
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Schildzeichen unbekannt

Grenzwächter

Da es sich nachfolgend ausschließlich um limitanei handelt, wurden in der ND ihre Schildmuster nicht abgebildet. Jede Einheit wird als von einem "Praepositus" (= Vorsteher oder Kommandant) befehligt, wobei es sich hierbei eher um einen Funktionstitel als um einen Offiziersrang gehandelt haben dürfte. Die Limitaneieinheiten werden in der Notitia üblicherweise zusammen mit dem Namen ihrer Kastelle aufgelistet, trotzdem bleiben hierzu viele Fragen offen. Man nimmt an, dass sie aus Milizionären bzw. Wehrbauern bestanden, die nur bei Übergriffen gegen die örtliche Bevölkerung aufgeboten wurden.<ref name="heather313">Peter Heather: 2011, S. 313, Notitia dignitatum, occ. XXV, Konrad Staude 2010, S. 150.</ref> Die einzelnen Limesabschnitte in Tripolitanien, Numidien und Mauretanien wurden ab dem Jahr 300 von Praepositi beaufsichtigt, die wiederum unter dem Befehl des Dux provinciae Tripolitanae und des Dux et praeses provinciae Mauritaniae et Caesariensis standen.<ref>Erwin Ruprechtsberger: Die römische Limeszone in Tripolitanien und der Kyrenaika, Tunesien – Libyen (= Schriften des Limesmuseum Aalen. Nr. 47). Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern, Stuttgart 1993, S. 23 und 100.</ref> Nicht alle hier angeführten Garnisonsorte konnten zweifelsfrei lokalisiert werden; zudem gibt es zahlreiche Fälle, in denen man zwar Überreste römischer Befestigungsanlagen fand, deren antike Namen aber unbekannt sind.<ref>Conor Whately: Limitanei in the Age of Justinian. Procopius on Soldiers and Military Institutions in the Sixth-Century Roman Empire, History of Warfare, Nr. 134, Kapitel 5, 2021, S. 141–185. ISBN 978-90-04-46161-1</ref><ref>Benjamin Isaac: The meaning of the terms Limes and Limitanei. The Journal of Roman Studies, No 78, 1988, S. 125–147.</ref>

Offiziere/Einheiten/Kastelle Bemerkung Abbildung
Infanterie Limitanei
Praepositus limitis Thamallensis

Der Grenzabschnitt rund um das mutmaßliche Kastell Thamalla lag wahrscheinlich nahe der Sahara im heutigen Tunesien oder Algerien. Es scheint, dass "Thamallomensis" und "Thamallensis" zwei verschiedene Varianten desselben Ortsnamens sind, möglicherweise entstanden aufgrund von Schreibfehlern oder Übernahme eines regionalen Dialektes in die antiken Quellen. Die dafür in Frage kommende antike Stadt Tamallula lag im östlichen Teil der römischen Provinz Mauretania Caesariensis bzw. in der Spätantike Mauretania Sitifensis und wurde im 7. Jahrhundert im Zuge der islamischen Expansion aufgegeben.

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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Montensis in castris Leptitanis Der Grenzabschnitt in der Region um die Stadt Leptis in der Provinz Tripolitana. "Castris Leptitanis" (= Kastell von Leptis) bezieht sich auf ein Militärlager, das sich in der Nähe oder in der Stadt selbst befand.
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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Bazensis Ein Limesabschnitt in der Provinz Numidia oder der Mauretania Tingitana, die genaue Lage des namensgebenden Ortes Bazensis konnte nicht eindeutig geklärt werden.
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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Gemellensis Der Name dieses Limesabschnittes leitet sich wahrscheinlich von der Stadt oder dem Kastell Gemellae in der Provinz Byzacena ab.
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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Tubuniensis Der Grenzabschnitt in der Region rund um Tubunae (Provinz Mauretania Caesariensis).
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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Zabensis Der Grenzabschnitt in der Region Zabi, diese lag – vermutlich – in der Provinz Numidia.<ref>Werner Huß: Zabi. Der Neue Pauly Online. Brill. 2006.</ref>
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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Tubusubditani Die genaue Lage dieses Grenzabschnitts ist nicht eindeutig bestimmbar, er wird in der Region des heutigen Südtunesien oder Nordostalgerien vermutet, genauer im Hinterland von Sufetula (Sbeitla).
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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Thamallomensis Dieser Grenzabschnitt befand sich wahrscheinlich im Bereich des südlichen Tunesiens oder Algeriens verortet, die Region rund um einen Ort namens Thamalla oder Thamallula.
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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Balaretensis Die genaue Lage dieses Grenzabschnittes ist nicht eindeutig geklärt, er wird in der Provinz Numidia oder Mauretania Caesariensis vermutet.
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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Columnatensis Dieser Grenzabschnitt lag entweder in der Provinz Mauretania Caesariensis oder Numidia, auf dem Staatsgebiet des heutigen Algerien. Wahrscheinlich die Region um eine befestigte Siedlung oder einem Kastell namens Columnata.
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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Tablatensis Die genaue Position dieses Grenzabschnittes wird in den Provinzen Mauretania Caesariensis oder Numidia vermutet. Der Name leitet sich wahrscheinlich von einem Ort oder Kastell namens Tablata ab.
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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Caputcellensis Dieser Grenzabschnitt befand sich in der Provinz Mauretania Caesariensis. Die Residenz des Praepositus befand sich entweder in Gouea oder, wahrscheinlicher, im heutigen Boghar (Algerien), das am Oberlauf des Flusses Cheliff liegt (der antike Cilanus). Der Kastellname setzt sich wohl aus caput (= Kopf) und den Flussnamen zusammen.
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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Secundaeforum in castris Tillibarensibus Für den Garnisonsort Tillibari ist durch die Bauinschrift aus dem Jahr 179 die Cohors II Flavia Afrorum equitata zumindest seit severischer Zeit als Stammtruppe belegt. Die in die Jahre 197/198 datierende Bauinschrift des vorgelagerten Praesidium Si Aioun bezeugt die Truppe ebenfalls.<ref>AE 1909, 104; Epigraphische Datenbank Heidelberg mit Bild. Die Inschrift befindet sich im Nationalmuseum von Bardo in Tunis: Zeïneb Benzina Ben Abdallah: Catalogue des inscriptions latines païennes du Musée du Bardo. Rom 1986, Nr. 22.</ref> Wie aus der Notitia dignitatum hervorgeht, lagen möglicherweise mindestens noch im späten 4. Jahrhundert Teile dieser Einheit in Tillibari.<ref>Notitia dignitatum occ. 25, 33 (Comes Africae) und occ. 31, 21 (Dux provinciae Tripolitanae)</ref> Secundaeforum; korrekt wohl: Secundanorum oder, nach anderer Lesart: Secundae Afrorum in castris Tillibarensibus<ref>David J. Mattingly: Tripolitania. University of Michigan Press, 1994, ISBN 0-472-10658-9, S. 188</ref> (Notitia dignitatum). Die Größe des Kastells bezeugt die hohe Bedeutung dieses rückwärtigen Garnisonsorts für den vorgelagerten Abschnitt des tripolitanischen Limes.
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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Taugensis Dieser Grenzabschnitt wird in den Provinzen Mauretania Caesariensis oder Numidia vermutet.
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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Bidensis Die Position dieses Grenzsektors wird im heutigen Algerien oder Tunesien vermutet. Der Name leitet sich wahrscheinlich von einer befestigten römischen Siedlung namens Bida ab.
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Schildzeichen unbekannt
Praepositus limitis Badensis Die Position dieses Grenzsektors wird auch in diesem Fall im heutigen Algerien oder Tunesien vermutet. Die Lage des namensgebenden Ortes oder Kastell (Badensis oder Bada) ist unbekannt.
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Schildzeichen unbekannt

Literatur

| S I | Suppl. I = Supplementband I | S II | Suppl. II = Supplementband II | S III | Suppl. III = Supplementband III | S IV | Suppl. IV = Supplementband IV | S V | Suppl. V = Supplementband V | S VI | Suppl. VI = Supplementband VI | S VII | Suppl. VII = Supplementband VII | S VIII | Suppl. VIII = Supplementband VIII | S IX | Suppl. IX = Supplementband IX | S X | Suppl. X = Supplementband X | S XI | Suppl. XI = Supplementband XI | S XII | Suppl. XII = Supplementband XII | S XIII | Suppl. XIII = Supplementband XIII | S XIV | Suppl. XIV = Supplementband XIV | S XV | Suppl. XV = Supplementband XV | R=Registerband | #default = Band IV,1 }}, Stuttgart {{#switch: IV,1 | I,1=1893 | I,2=1894 | II,1=1895 | II,2=1896 | III,1=1897 | III,2=1899 | IV,1=1900 | IV,2=1901 | V,1=1903 | V,2=1905 | VI,1=1907 | VI,2=1909 | VII,1=1910 | VII,2=1912 | VIII,1=1912 | VIII,2=1913 | IX,1=1914 | IX,2=1916 | X,1=1918 | X,2=1919 | XI,1=1921 | XI,2=1922 | XII,1=1924 | XII,2=1925 | XIII,1=1926 | XIII,2=1927 | XIV,1=1928 | XIV,2=1930 | XV,1=1931 | XV,2=1932 | XVI,1=1933 | XVI,2=1935 | XVII,1=1936 | XVII,2=1937 | XVIII,1=1939 | XVIII,2=1942 | XVIII,3=1949 | XVIII,4=1949 | XIX,1=1937 | XIX,2=1938 | XX,1=1941 | XX,2=1950 | XXI,1=1951 | XXI,2=1952 | XXII,1=1953 | XXII,2=1954 | XXIII,1=1957 | XXIII,2=1959 | XXIV=1963

| I A,1=1914 | I A,2=1920 | II A,1=1921 | II A,2=1923 | III A,1=1927 | III A,2=1929 | IV A,1=1931 | IV A,2=1932 | V A,1=1934 | V A,2=1934 | VI A,1=1936 | VI A,2=1937 | VII A,1=1939 | VII A,2=1948 | VIII A,1=1955 | VIII A,2=1958 | IX A,1=1961 | IX A,2=1967 | X A=1972

| Suppl. I=1903 | Suppl. II=1913 | Suppl. III=1918 | Suppl. IV=1924 | Suppl. V=1931 | Suppl. VI=1935 | Suppl. VII=1940 | Suppl. VIII=1956 | Suppl. IX=1962 | Suppl. X=1965 | Suppl. XI=1968 | Suppl. XII=1970 | Suppl. XIII=1973 | Suppl. XIV=1974 | Suppl. XV=1978

|S I=1903 |S II=1913 |S III=1918 |S IV=1924 |S V=1931 |S VI=1935 |S VII=1940 |S VIII=1956 |S IX=1962 |S X=1965 |S XI=1968 |S XII=1970 |S XIII=1973 |S XIV=1974 |S XV=1978 |R=1980

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| I A,1 | I A,2 | II A,1 | II A,2 | III A,1 | III A,2 | IV A,1 | IV A,2 | V A,1 | V A,2 | VI A,1 | VI A,2 | VII A,1 | VII A,2 | VIII A,1 | VIII A,2 | IX A,1 | IX A,2 | X A

| Suppl. I | Suppl. II | Suppl. III | Suppl. IV | Suppl. V | Suppl. VI | Suppl. VII | Suppl. VIII | Suppl. IX | Suppl. X | Suppl. XI | Suppl. XII | Suppl. XIII | Suppl. XIV | Suppl. XV

|S I |S II |S III |S IV |S V |S VI |S VII |S VIII |S IX |S X |S XI |S XII |S XIII |S XIV |S XV |R= | #default = Vorlage:RE: Ungültige Bandnummer. }}|}}

  • Roger S. Tomlin: The Emperor Valentinian I. University of Oxford Press, Oxford 1979.
  • Ralf Scharf: Die Kanzleireform des Stilicho und das römische Britannien. In: Historia: Zeitschrift für Alte Geschichte. Band 39, Heft 4, 1990, S. 461–474.
  • Dietrich Hoffmann: Die Spätrömischen Soldatengrabschriften von Concordia. Schweizerische Zeitschrift für klassische Altertumswissenschaft, Vol. 20.1, 1963.
  • Micheletto Egle, Gabriella Pantò: Tesoro di Marengo. Museo di Antichità di Torino, I cataloghi 3, Turin 2013.
  • Kai Torben Haase: Herrschaft und Raum Transformationsprozesse der nordafrikanischen Provinzen im 3. und 4. Jh. n. Chr. Dissertation, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster (Westf.) 2018.

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Comes rei militaris und Dux-Limites der spätrömischen Armee des Westens