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Pentetrazol

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(Weitergeleitet von Cardiazol)

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Pentetrazol, INN, (Handelsname Cardiazol) ist ein bicyclisches Tetrazol-Derivat. Es wird als Kreislaufstimulans verwendet und regt die im Gehirn gelegenen Zentren der Atmung und der Herztätigkeit an. In hohen Dosen löst es Krämpfe aus, weshalb es früher auch zur Schocktherapie (Cardiazolkrampfbehandlung der Schizophrenie) verwendet wurde.

Darstellung

6,7,8,9-Tetrahydro-5H-tetrazolo-azepin entsteht durch Einwirkung von zwei Molekülen Stickstoffwasserstoffsäure auf ein Molekül Cyclohexanon.<ref>Walter Beyer: Lehrbuch der organischen Chemie. 23. Auflage. S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1998, S. 812 ff.</ref><ref>Hossein Eshghi, Asadollah Hassankhani: Preparation of 1,5-Fused Tetrazoles Under Solvent-Free Conditions. In: Synth. Comm., 2005, 35, S. 1115–1120; doi:10.1081/scc-200054219.</ref> Eine weitere dreistufige Synthese geht vom Caprolactam, welches im ersten Schritt mittels Dimethylsulfat methyliert und danach mit Hydrazin umgesetzt wird. Der Ringschluss zum Tetrazol erfolgt im letzten Schritt mit Natriumnitrit in Gegenwart von Essigsäure.<ref name="Kleemann" />

Datei:Pentetrazol synthesis01.svg

Eigenschaften

Pentetrazol bildet farblose Kristalle, die bei 57 °C–60 °C schmelzen.<ref name="Brandstätter-Kuhnert">M. Brandstätter-Kuhnert: Die Identifizierung nach Koffler im Österreichischen Arzneibuch. In: Sci. Pharm., 1959, 27, S. 160–171, Österreichische Nationalbibliothek.</ref><ref name="Roempp">Vorlage:RömppOnline</ref> Das Eutektikum mit Benzil schmilzt bei 39 °C.<ref name="Brandstätter-Kuhnert" /> Die saure Hydrolyse in Gegenwart von Salzsäure ergibt 1,5-Pentandiamin, Stickstoff und Kohlendioxid.<ref name="Schmidt" />

Bedeutung

Das 1926 in die Therapie eingeführte Pentetrazol (Cardiazol) wurde 1923<ref>Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin / Göttingen / Heidelberg 1960, S. 65.</ref> vom deutschen Chemiker Karl Friedrich Schmidt entdeckt.<ref name="Schmidt">K.F. Schmidt: Über den Imin-Rest. In Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft, 1924, 57, S. 704–706; doi:10.1002/cber.19240570423.</ref> Der ungarisch-amerikanische Neurologe und Psychiater Ladislas J. Meduna verwendete das analeptisch wirkende Pentetrazol erstmals 1934 und führte es 1935/1936 zur Cardiazolkrampfbehandlung der Schizophrenie<ref>Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin / Göttingen / Heidelberg 1960, S. 67.</ref> ein. Die Anwendung löste hauptsächlich Krämpfe aus, und so wurde Pentetrazol vorwiegend in der Schocktherapie eingesetzt.<ref>Hans C. Bangen: Geschichte der medikamentösen Therapie der Schizophrenie. VWB, Berlin 1992, ISBN 3-927408-82-4, S. 51–55 Cardiazol-Krampf-Therapie</ref> Die Zulassung zur Anwendung wurde 1982 durch die Food and Drug Administration entzogen. Im Jahr 2007 berichtete Untersuchungen zeigen eine potenzielle Wirksamkeit in einem Mausmodell des Down-Syndroms.<ref name="sciam">Vorlage:Cite news</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Gesundheitshinweis