Burkheim (Altenkunstadt)
Burkheim Borkum (ofr.) Gemeinde Altenkunstadt
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(259)&title=Burkheim 50° 7′ N, 11° 12′ O
{{#coordinates:50,113888888889|11,202222222222|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Burkheim | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 318 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 259 (30. Juni 2013)[Ohne Beleg] | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1977 | |||||
| Postleitzahl: | 96264 | |||||
| Vorwahl: | 09572 | |||||
Burkheim ist ein Dorf mit etwa 260 Einwohnern in ca. 50 Häusern. Es gehört zur Gemeinde Altenkunstadt im Landkreis Lichtenfels im Westen des Regierungsbezirks Oberfranken in Bayern. Der Ort liegt am Fuß des Kordigast, eingebettet in das Tal der grauen Mönche und angrenzend an den Külmitz. Am nördlichen Ortsrand fließt der Kapellenbach vorbei. Das Straßendorf ist überwiegend bäuerlich und landwirtschaftlich geprägt.<ref name="walter47-53">Walter: Berg und Dorf ... 1999, S. 47–53.</ref>
Geschichte
Mittelalter und frühe Neuzeit
Wann Burkheim gegründet wurde, ist unklar. Erstmals schriftlich erwähnt wurde es als „Wirkheim“<ref name="geschbu">Geschichte des Ortsteils Burkheim, altenkunstadt.de, abgerufen am 26. September 2012.</ref> in einer Schenkungsurkunde des Bamberger Bischofs Eckbert von Andechs-Meranien an das Kloster Langheim im Jahr 1230.<ref name="walter47-53"/> Im Laufe der Jahrhunderte wechselten öfters geringfügig der Name und seine Schreibweise: „Würckheim“ (1317), „Würrekheim“ (1318), „Burckheim“ (1337), „Burcheimb“ (1358) und „Purckheim“ (1520).<ref name="walter47-53"/>
Im Spätmittelalter blieb Burkheim größtenteils unbeeinträchtigt von großen Kriegen wie den Hussiteneinfällen im Jahr 1430, dem Bauernkrieg von 1525 und dem Dreißigjährigen Krieg.<ref name="Schröder95-4">Schröder: Burkheim - ein Dorf und seine Bewohner. 1995, S. 4–9.</ref> Anders als bei anderen Langheimer Dörfern wurden über Burkheim keine Aufzeichnungen über etwaige Kriegsgeschehen geführt.<ref name="Schröder95-4" />
Durch das für damalige Verhältnisse revolutionäre Bauprojekt einer Wasserleitung wurde das Dorf ab 1666 mit fließendem Wasser vom Kordigast versorgt.<ref name="Schröder95-4" /> Gebaut wurde die Leitung von den Dorfbewohnern. Zudem war es die Aufgabe eines jeden Haushalts, ein Holzrohr zu fertigen und für den Bau der Wasserleitung zur Verfügung zu stellen.<ref name="Schröder95-4" /> Die Holzrohre wurden 1894 durch Eisenrohre und diese 1954 zusammen mit dem Bau des Hochbehälters durch Gusseisenrohre ersetzt.<ref name="Schröder95-4" />
19. Jahrhundert bis heute
Um 1801 gehörte Burkheim noch zum Hochstift Bamberg. Die Lehen und die Vogtei gehörten dem Kloster Langheim. Auch der Pfarrer von Altenkunstadt hatte Besitz in Burkheim, da die Pfarrei damals schon in Altenkunstadt war. Auch Weismain und Lichtenfels hatten dort Lehen. Ab 1818 war Burkheim eine eigene Gemeinde, mit Tauschendorf als einzigem weiteren Ortsteil.<ref name="motsch56">Motschmann: Altenkunstadt - Heimat zwischen Kordigast und Main. 2006, S. 56.</ref> Der Bürgermeister war ehrenamtlich tätig.<ref name="Schröder95-4" />
Nachdem Burkheim seit 1666 über eine Frischwasserleitung verfügt hatte, wurde 1953 ein Abwassersystem und eine Kanalisation gebaut.<ref name="Schröder95-4" /> Durch körperliche und finanzielle Eigenleistung der Bewohner wurde 1958 am östlichen Ortsende eine Schule erbaut.<ref name="Schröder95-4" /> Auf Bestreben des 1962 gegründeten Kapellenbauvereins wurde die alte, 1906 errichtete Ortskapelle 1964 abgebrochen und eine neue gebaut. Die Einweihung war am 24. Juli 1966. Das Kruzifix der Altarwand stammt aus der alten Kapelle und wird der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zugeordnet. Der Coburger Glaskünstler Adalbert Bringmann schuf die Altarfensterfront mit dem Thema Eucharistie.<ref name="Wachter">Robert Wachter: Kirchenbauten im Erzbistum Bamberg während der Amtszeit von Erzbischof Dr. Josef Schneider (1955–1976). Band 1. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2017, ISBN 978-3-7319-0084-9, S. 310.</ref> Die erste Renovierung, bei der die Fassade erneuert wurde, fand 1989 statt.<ref name="Schröder95-4" />
Knapp 150 Jahre nach der Gründung wurde die Gemeinde Burkheim am 1. Januar 1977 im Zuge der Gemeindegebietsreform nach Altenkunstadt eingemeindet.<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982">Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 694.</ref> Seitdem besuchen die schulpflichtigen Kinder Burkheims die Altenkunstadter Schule, der dorfeigene Schulbetrieb wurde beendet.<ref name="Schröder95-4" />
1988 bis 1994 fand gleichzeitig mit dem Ausbau der durch das Dorf verlaufenden Staatsstraße eine Dorferneuerung statt.<ref name="geschbu" /> Im Jahr 1996 wurde die Kreisgartenschau im Dorf abgehalten,<ref name="walter47-53" /> zu der rund 15.000 Besucher kamen.<ref name="broschüre1998">Es hat sich viel Getan in Burkheim, Broschüre über die Dorfverschönerungsmaßnahmen zwischen 1995 und 1998, o.O, 1998, 6 Seiten</ref> 1998 wurde Burkheim beim Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft als eines von drei bayerischen Dörfern auf Bundesebene mit der Goldmedaille ausgezeichnet.<ref name="geschbu" />
Einwohnerentwicklung
| Jahr | Einwohner | Anwesen | Quelle: |
|---|---|---|---|
| 1818 | 161 | 35 | <ref name="motsch56" /> |
| 1820 | 172 | <ref>A. H. Hönig: Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> | |
| 01.12.1910 | 248 | <ref>Das Bezirksamt Lichtenfels im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. August 2022; abgerufen am 31. Oktober 2025.</ref> | |
| 1933 | 232 | <ref name="Verwaltungsgeschichte">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> | |
| 1939 | 209 | <ref name="Verwaltungsgeschichte" /> | |
| 1950 | 261 | <ref name="motsch183">Motschmann: Altenkunstadt - Heimat zwischen Kordigast und Main. 2006, S. 183.</ref> | |
| 1961 | 262 | <ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982" /> | |
| 1970 | 274 | <ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982" /> | |
| 1977 | 252 | <ref name="motsch183" /> | |
| 1987 | 212 | <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 317 (Digitalisat).</ref> | |
| 1995 | 226 | <ref name="Schröder95-4" /> | |
| 2005 | 265 | ~ 50 | <ref name="motsch183" /> |
| 2010 | 269 | ~ 50 | <ref name="AmtB-7/10">Amtsblatt der Gemeinde Altenkunstadt, Nr. 7/2010, S. 6. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 22. Februar 2016. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> |
| 2011 | 265 | ~ 50 | <ref name="AmtB-7/11">Amtsblatt der Gemeinde Altenkunstadt, Nr. 7/2011, S. 4. (PDF-Datei; 4,96 MB)</ref> |
| 2012 | 267 | ~ 50 | <ref name="AmtB-7/12">Amtsblatt der Gemeinde Altenkunstadt, Nr. 7/2012, S. 3. (PDF-Datei; 3,44 MB)</ref> |
| 2013 | 259 | ~ 50 | <ref name="AmtB-7/13">Amtsblatt der Gemeinde Altenkunstadt, Nr. 7/2013, S. 3 (PDF; 2,8 MB)</ref> |
Religion
Von den 267 Einwohnern waren im Juli 2013 ca. 76 % (197) römisch-katholisch, ca. 15 % (40) evangelisch und ca. 9 % (22) andersgläubig oder konfessionslos.<ref name="AmtB-7/12" />
Vereine
- Freiwillige Feuerwehr, gegründet am 19. Oktober 1890 von Johann Deuber und weiteren 28 Männern.
- Obst- und Gartenbauverein und seine Jugendgruppe, die „Grashüpfer“ (gegründet 1996)
- Kapellenbauverein Burkheim, gegründet am 26. September 1962.
Persönlichkeiten
- Franz-Joseph Ahles (1869–1939), deutscher Dichter; man kann den Standort seines früheren Hauses und seinen Gedenkstein in Burkheim sehen, die Hauptstraße von Burkheim ist nach ihm benannt.
Literatur
- Josef Motschmann: Altenkunstadt – Heimat zwischen Kordigast und Main. Gemeinde Altenkunstadt, Altenkunstadt 2006, DNB 982676182.
- Erich Walter: Berg und Dorf – Kordigast und Burkheim. Regierung von Oberfranken, Bayreuth 1999, DNB 956116515.
- Josef Schröder: Burkheim – Gemeinde Altenkunstadt im Landkreis Lichtenfels – ein Dorf und seine Bewohner. Landratsamt Lichtenfels, Lichtenfels 1998.
- Josef Schröder: Burkheim – ein Dorf und seine Bewohner. Landratsamt Lichtenfels, Lichtenfels 1995, DNB 94681189X.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Altenkunstadt | Baiersdorf | Burkheim | Kapelle | Kienmühle | Kordigast | Maineck | Pfaffendorf | Prügel | Röhrig | Spiesberg | Strössendorf | Tauschendorf | Trebitzmühle | Woffendorf | Zeublitz