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Burgsinn Betriebsbahnhof

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Burgsinn Bbf
Burgsinn Bbf North Construction 1985 09.jpg
Bau des Bahnhofs, 1985
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof
Lage im Netz Zwischenbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Abkürzung NBNB
Lage
Stadt/Gemeinde Burgsinn
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 7′ 28″ N, 9° 39′ 37″ OKoordinaten: 50° 7′ 28″ N, 9° 39′ 37″ O
 {{#coordinates:50,124503|9,660304|primary
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Höhe (SO) 180 m ü. NHN
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Burgsinn Bbf
Bahnhöfe in Bayern

Burgsinn Betriebsbahnhof (in der Planungsphase auch Überholbahnhof Burgsinn<ref name="bundesbahn-53-883" /><ref name="db-1980">Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): Überholbahnhof Burgsinn. Presseinformation, ca. 1980. (verfügbar auf Commons).</ref>) ist ein Betriebsbahnhof der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg nahe der unterfränkischen Gemarkungen Burgsinn und Rieneck.<ref name="db-1981">Deutsche Bundesbahn, Bundesbahndirektion Nürnberg, Projektgruppe H/W Süd der Bahnbauzentrale (Hrsg.): Neubaustrecke Hannover – Würzburg. Südabschnitt. Realisierungsstand 15. Juli 1981. Bildband, Nürnberg, 1981.</ref>

Die Grenzen des Bahnhofs (Einfahrsignale) liegen bei den Streckenkilometern 282,316 und 285,495. Die Bahnanlage umfasst 6 Ein- und 12 Ausfahrsignale sowie 22 Weichen.<ref name="BAst-2019-07-25">Klaus-Dieter Schwendener: Teilerneuerung 97080 WRSTW SFS 1733 im RB Süd G016180176. (PDF) DB Netz AG, 25. Juli 2019, S. 9, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Dezember 2019; abgerufen am 10. Dezember 2019 (Datei Anl. 15 BAst Teilerneuerung Stw 1733.pdf).</ref>

Er dient als Überhol- und Betriebsbahnhof und verknüpft die Neubaustrecke mit der Bestandsstrecke Bahnstrecke Flieden–Gemünden. Er ist der aufwändigste Überhol- und Betriebsbahnhof der Strecke.

Lage und Aufbau

Die 2,7 km lange<ref name="db-1986-04-25">Deutsche Bundesbahn, Bundesbahndirektion Nürnberg, Projektgruppe Hannover–Würzburg Süd der Bahnbauzentrale (Hrsg.): Neubaustrecke Hannover–Würzburg. Der Südabschnitt Fulda–Würzburg, Broschüre (40 S.), April 1986, S. 25.</ref> und bis zu 57 m breite<ref name="db-1981" /> Bahnhofsanlage verläuft in Nord-Süd-Richtung und verfügt über eine Reihe von Gleisen:

  • Die durchgehenden Hauptgleise der Schnellfahrstrecke liegen mittig und können planmäßig mit bis zu 280 km/h befahren werden.
  • Beidseitig an die Hauptgleise schließt sich je ein Überholgleis an.
  • Auf der Westseite schließen sich daran weitere Gleise an<ref name="db-1986-04-25" />, darunter ein Abstellgleis<ref name="db-1981" />. In das unmittelbar westlich der durchgehenden Hauptgleise liegende Überholgleis fädeln im Nord- und Südkopf der Anlage die Verbindungsgleise zur Bestandsstrecke ein und aus.<ref name="db-1986-04-25" /><ref name="db-hw-sued" /> Das so genannte nördliche Verbindungsgleis (Streckennummer 5214) beginnt mit Streckenkilometer 0 am Empfangsgebäude des Bahnhofs Burgsinn und endet mit Kilometer 3,061 in der Mitte des Betriebsbahnhofs.<ref name="adbn-1987-110">Streckenbezeichnung für das nördliche und südliche Verbindungsgleis zur NBS Hannover – Würzburg in Burgsinn. In: Amtsblatt der Bundesbahndirektion Nürnberg. Nr. 13, 27. März 1987, ZDB-ID 563443-X, S. 110 (verfügbar auf Commons).</ref> Das südliche Verbindungsgleis (Strecke 5215) schließt nahtlos hieran an mit Streckenkilometer 0 und endet mit Kilometer 1,608 an einer Weiche des Abzweigs Sinnberg.<ref name="adbn-1987-110" /> Die beiden Gleise weisen jeweils eine Längsneigung von 12,5 Promille auf. Das nördliche Gleis wurde dabei aus signaltechnischen Gründen möglichst nahe an den Personenbahnhof Burgsinn herangeführt.<ref name="bundesbahn-53-883" />

Die Mindestnutzlänge der Überholgleise liegt bei 750 m. Darüber hinaus wurden ein Abstellgleis und mehrere Gleisstutzen angelegt.<ref name="db-hw-sued" /><ref name="db-1980" />

Die Trasse beschreibt am Nordkopf in südlicher Richtung zunächst eine Gerade, die in eine Linkskurve von 5.300 m Kurvenradius übergeht. Anschließend folgt, bis zum angrenzenden Sinnbergtunnel, eine weitere Gerade. Die Gradiente fällt im gesamten Verlauf des Bahnhofs dabei in südlicher Richtung mit durchgehend 1,5 Promille ab.<ref name="ivv-36-126" />

In der großräumigeren Betrachtung konnte der vorgesehene Betriebsbahnhof aufgrund zahlreicher Zwangspunkte (Bebauung der Ortschaften Obersinn, Mittelsinn und Burgsinn, der Flusslauf der Sinn, die Nord-Süd-Strecke sowie die Staatsstraße 2304) nur an seinem heutigen Standort Platz finden.<ref name="bundesbahn-53-883" /> Die Lage des Bahnhofs wird im Westen durch die Bestandsstrecke Flieden–Gemünden sowie das Flussbett der Sinn vorgegeben, im Osten durch einen steil abfallenden Berghang. Östlich der Anlage wurde ein bis zu 40 m tiefer Einschnitt in klüftigem Buntsandstein und Tonsteinlagen in horizontaler Schichtung errichtet.<ref name="db-hw-sued">Deutsche Bundesbahn, Projektgruppe H/W Süd der Bahnbauzentrale (Hrsg.): Eisenbahntunnel durch die Burgsinner Kuppe. Presseinformation, Nürnberg, ohne Jahr (ca. 1982), zwei A4-Seiten.</ref> Etwa in der Bahnhofsmitte liegt, auf der Westseite, ein Stellwerk der Bauart Sp Dr S600.<ref name="db-hw-sued" />

Der Betriebsbahnhof liegt dabei etwa drei Kilometer südlich des Personenbahnhofs Burgsinn.<ref name="bundesbahn-53-883">Helmut Maak: Der Entwurf der Neubaustrecke Hannover – Würzburg, Streckenabschnitt hessisch/bayerische Landesgrenze – Würzburg. In: Die Bundesbahn, Jahrgang 53 (1977), Heft 12, S. 883–893, ISSN 0007-5876.</ref> Nördlich schließt sich an die Anlage der Burgsinntunnel an, im Süden der Sinnbergtunnel.

Geschichte

Planung

Der heutige Standort bot sich aus baulicher und betrieblicher Sicht an, da er eine besonders günstige Verknüpfung von Neubau- und Altstrecke ermöglicht.<ref name="db-hw-sued" /> Die genaue Höhenlage war Gegenstand vertiefter Untersuchungen.<ref name="bundesbahn-53-883" />

Bau

Der Bauarbeiten begannen 1980, nach anderen Angaben im Frühjahr 1981.<ref name="db-1981" /><ref name="db-1983">Deutsche Bundesbahn (Hrsg.): Südabschnitt der Neubaustrecke Hannover – Würzburg (Stand: März 1983). Presseinformation. S. 8 (verfügbar auf Commons).</ref> Beauftragt wurde das Unternehmen Ebersberger; die Auftragssumme betrug 10,5 Millionen D-Mark.<ref name="db-1981" /> In der Planungs- und Bauphase lag der Bahnhof im Bereich der Baukilometer 266,000 bis 268,700.<ref name="ivv-36-126">Helmut Maak: Die Bundesbahn-Neubaustrecke zwischen Main und Spessart (Südabschnitt Hannover–Würzburg). In: Internationales Verkehrswesen, Jahrgang 36 (1984), Heft 2 (März/April), S. 126–132, ISSN 0020-9511.</ref><ref name="db-1981" />

Der Bahnhof war als eines der ersten Großbauwerke der Schnellfahrstrecke im Bau.<ref name="wir-1981-7-1">Bau des Einmalberg-Tunnels, Arbeiten rund um die Uhr. In: Wir, Ausgabe Juni 1981, S. 1.</ref> Die Buntsandstein-Bänke wurden, entsprechend dem Schwächeprofil des Felses, bankweise abgetragen und eine Stufenstruktur geschaffen.<ref name="bb-1988-1132" /> Für seine Errichtung wurden 900.000 m³ Massen bewegt, davon 250.000 m³ Fels (Buntsandstein). Die Überschussmassen wurden auf der Deponie Neuserts abgelagert.<ref name="db-1981" />

Bereits im August 1985 waren am Betriebsbahnhof Gleise und Weichen gelegen.<ref name="nz-1985-08-31">Der letzte Tunnel wird durchgeschlagen. In: Nürnberger Zeitung, 31. August 1985.</ref> Der Gleisbau im Südabschnitt Fulda–Würzburg begann im Betriebsbahnhof mit der Verlegung der Verbindungsgleise von der Bestandsstrecke. Von dort wurden die Fahrgleise der Neubaustrecke anschließend in beiden Richtungen vorgetrieben.<ref name="db-1986-04-25" />

Neben dem Bahnhof entstand ein Biotop.<ref name="bb-1988-1132">Umweltfreundlich betreiben. In: Die Bundesbahn, 64, Nr. 12, 1988, ISSN 0007-5876, S. 1132–1136.</ref>

Ursprünglich war eine Fernsteuerung des Stellwerks aus dem Zentralstellwerk in Würzburg vorgesehen. Eine örtliche Bedieneinrichtung sollte eine Ortsbedienung bei Bau- und Unterhaltungsarbeiten ermöglichen.<ref name="db-hw-sued" /><ref name="db-1980" /> Das bis heute (Stand: 2023) jedoch ortsbediente Stellwerk ging am 9. Mai 1988 offiziell in Betrieb.

Im Verkehrsmuseum Nürnberg wurde Mitte der 1980er Jahre eine 6 × 1,60 m große Modellbahnanlage ausgestellt, die den geplanten Streckenabschnitt zwischen Burgsinn und Gemünden am Main im Maßstab 1:220 zeigte.<ref name="db-1985-2-11">Neubaustrecke en miniature. In: Die Bahn informiert, ZDB-ID 2003143-9, Heft 2/1985, S. 11.</ref>

Literatur

  • Frank Neumann: Burgsinn. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 113. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2013, ISSN 0949-2127 (1 Bl., 4 S.).

Weblinks

Commons: Burgsinn Betriebsbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />