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Sinn (Fluss)

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Vorlage:Infobox Fluss

Die Sinn ist der größte Nebenfluss der Fränkischen Saale in den deutschen Bundesländern Bayern und Hessen. Sie entspringt in der Rhön und fließt überwiegend nach Süden. Ihre Einmündung in die Fränkische Saale liegt kurz vor deren Einmündung in den Main.

Der Oberlauf der Sinn wird bis zur Aufnahme der Schmalen Sinn auch Breite Sinn oder Vordere Sinn genannt. Früher sah man Schmale und Breite Sinn als Quellflüsse, die sich bei Zeitlofs zur Sinn vereinigen.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Daten

Die etwa 70 Kilometer lange Sinn ist ein silikatischer Mittelgebirgsfluss erster Ordnung. Sie mündet 517 Höhenmeter unterhalb ihres Ursprungs und hat ein mittleres Sohlgefälle von 7,5 ‰. Das Einzugsgebiet der Sinn misst 623 Quadratkilometer. Der errechnete mittlere Abfluss an der Sinnmündung beträgt 7,7 Kubikmeter pro Sekunde.

Name

Datei:Hinweisschild Sinn.svg

Bisher wurde der Name Sinn, ersturkundlich Sinna, auf das altindische Wort sindhu zurückgeführt, was „Fluss“ bedeutet.<ref name="LfO">Vorlage:BibISBN</ref> Die Gewässernamenforschung rückt jedoch zunehmend von dieser althergebrachten Deutung ab.<ref>Mit ausführlicher Begründung Harald Bichlmeier: Neue etymologische Vorschläge zu zwei Flussnamensippen der ‚Alteuropäischen Hydronymie‘: Elbe und Sinn, Shannon, San/Sjan, in: Thomas Krisch, Stefan Niederreiter (Hrsg.): Akten der Arbeitsgruppe historisch-vergleichende Sprachwissenschaft bei der 40. Österreichischen Linguistik-Tagung, Salzburg, 22.‒24. November 2013. Innsbruck: Innsbrucker Beiträge zur Sprachwissenschaft 2014/15, S. 1–11, hier: S. 5–7 (Druck in Vorbereitung). Albrecht Greule: Deutsches Gewässernamenbuch. Walter de Gruyter & Co. KG, Berlin/Boston 2014, ISBN 978-3-11-019039-7, S. 501, erwähnt diese Deutung überhaupt nicht einmal mehr.</ref> Vorgeschlagen wird eine Herleitung von der sowohl im Urkeltischen wie auch im Urgermanischen gut belegten urindogermanischen Wurzel *sent für „gehen“.<ref>Ein mit * (einem sog. Asterisk) gekennzeichnetes Wort stammt aus einer Sprache, die nicht schriftlich belegt ist, sondern sprachwissenschaftlich nur mit Hilfe verwandter Sprachen rekonstruiert wurde. Zum Vergleich: das o. g. altindische Wort síndhu ist durch schriftliche Quellen belegt, wird daher nicht mit einem * markiert.</ref> Daraus wird in allen drei Sprachen sinngemäß „die Fließende“, letztlich auch wieder einfach „Fluss“.<ref>Harald Bichlmeier, S. 7f.</ref> Da man in allen drei Sprachen zur selben Bedeutung kommt, ist sprachwissenschaftlich nicht feststellbar, ob die Sinn letztlich von in Mitteleuropa ansässigen Indogermanen, von Kelten oder erst von Germanen n. Chr. benannt wurde.

Neuerdings wird die Sinn auch von dem Wort *senia abgeleitet, das mit dem im Keltischen und Lateinischen nachweisbaren Substantiv *sania für „Sumpf“, „Sumpfwald“, „Torf“, „Röhricht“ verwandt sein soll.<ref>Albrecht Greule, S. 501.</ref> Gegen diese Ableitung spricht unter anderem, dass die Verbreitung des Wortes *sania nur im Raum zwischen den Alpen und Pyrenäen gesichert ist.<ref>siehe Harald Bichlmeier, S. 7, Fußnote 14.</ref>

So schrieb man 780 „Sinna“,<ref>Urk. Fulda Nr. 226</ref> 1607 „Syn“,<ref>Franckenland</ref> 1802 „Sin“<ref>Chur-Bayern im Jahr achtzehnhundertzwei</ref> und 1807 „Sinn“.<ref>Charte von dem Nordwestlichen Theile des Königreichs Bayern</ref> Der Fluss gab den Gemeinden Obersinn, Mittelsinn, Sinntal und Burgsinn ihre Namen. Die Bezeichnung ging auch auf den Zufluss Schmale Sinn über.

Geographie

Quellgebiet

Die Sinn entspringt in der fränkischen Rhön im Landkreis Rhön-Grabfeld auf dem Gebiet der Stadt Bischofsheim in der Rhön, am Fuß des Kreuzbergs (Vorlage:Höhe). Ihre Quelle ist der am Rande des Naturschutzgebietes Sinnquellgebiet und Arnsbergsüdhang liegende Weihersbrunnen (früher Jägersbrunnen). Dort sammelt sich im Wasserschutzgebiet auf mehreren Feuchtwiesen Wasser, das in den Ablauf eines Wasserbehälters mündet. Weitere Nebenquellen lassen die junge Sinn auf wenigen hundert Metern zu einem großen Bach anwachsen, der dann durch Waldgebiet in westliche Richtung verläuft.Vorlage:GeoQuelle

Verlauf

Oberlauf

Datei:Sohlenverbauung der Sinn, Wildflecken.jpg
Die Sinn bei Wildflecken

Die Sinn erreicht dann den Landkreis Bad Kissingen und die Gemarkung von Oberwildflecken, einem Gemeindeteil des Marktes Wildflecken. Hinter dem Ort unterquert die Sinn die Kreisstraße KG 22 und verlässt den Wald. Dort nimmt sie von Norden den Ziegelhüttengraben auf. Vorbei an Neuwildflecken gelangt der Fluss in den Kernort Wildflecken und fließt nun mehr und mehr südwestwärts. Von dort bis zur Mündung führt der Rhön-Sinntal-Radweg entlang des Gewässers. Die Sinn wird dann von der Staatsstraße 2289 gequert, die sie von dort an begleitet. Im Tal verlief auch bis 2016 die mittlerweile stillgelegte Trasse der Sinntalbahn. Am rechten Ufer erstrecken sich die Hänge des Großen Auersberges (Vorlage:Höhe), links liegen die Schwarzen Berge. Hinter Oberbach und Riedenberg gelangt der Fluss nach Bad Brückenau, wo das Sinntal von der A 7 (Sinntalbrücke) überspannt wird. Die Sinn verläuft anschließend durch Römershag in die Kernstadt. Nahe der Altstadt wechselt die Staatsstraße 2790 (ehemalige Bundesstraße 27) die Flussseite. Hinter dem Staatsbad Brückenau teilt sich die Sinn mehrmals. Der rechte Flussarm trägt den Namen Alte Sinn.Vorlage:GeoQuelle Vorlage:Absatz

Mittellauf

Datei:Sinn in Obersinn.jpg
Die Sinn bei Obersinn

Sie nimmt nun den in Hessen entspringenden Krechenbach auf und mäandriert weiter auf das Gemeindegebiet von Zeitlofs an den Gemeindeteilen Eckarts, Rupboden und Trübenbrunn vorbei. Nördlich befindet sich das gemeindefreie Gebiet Kälberberg, das die Sinn berührt. Im Süden verläuft die Strecke 46, ein unvollendetes Autobahnteilstück des Deutschen Reiches. Hinter Zeitlofs durchfließt das Gewässer die Schachblumenwiesen bei Zeitlofs. Von diesem Naturschutzgebiet bis zur Sinnmündung stehen weitere große Teile des Talgrundes unter Naturschutz, in denen es einen außerordentlichen Bestand an seltenen Schachblumen gibt. Das Tal wird darauf folgend von der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg über die Sinntalbrücke Zeitlofs gequert. Danach fließt die Sinn über die Landesgrenze nach Hessen, wo sie sogleich von einem ihrer größten Zubringer, der aus Nordosten kommenden, an der Dammersfeldkuppe (Vorlage:Höhe) entspringenden Schmale Sinn verstärkt wird.Vorlage:GeoQuelle Bis zu dieser Mündung wird sie auch Breite Sinn genannt.

Von dort an trennt der Fluss die Hänge der Spessartberge am rechten von der Rhön im Gemünden-Zeitlofser Wald am linken Ufer. Die Sinn ist nun bis zur Mündung die Ostgrenze des Spessarts (Merkspruch: „Kinzig, Sinn und Main schließen rings den Spessart ein“). Auf dem Gemeindegebiet von Sinntal im Main-Kinzig-Kreis verläuft sie durch das Naturschutzgebiet Sinnwiesen vorbei am Dorf Altengronau. Am ehemaligen Wasserschloss wird die Sinn von der Gronau verstärkt und fließt nach Jossa. Ihr längster Nebenfluss, die aus dem Spessart kommende Jossa, mündet südöstlich des gleichnamigen Ortes von rechts. An deren Mündung knickt die Sinn nach Südosten ab und schlägt, während sie wieder auf bayerisches Gebiet in den Landkreis Main-Spessart nach Obersinn wechselt, eine große, nach Westen hin offene Schleife um den Ruppertsberg. Der Fluss ändert dort seine Laufrichtung und fließt nunmehr bis zu seiner Mündung südwärts. Die Staatsstraße 2304 und die Gleise der Fulda-Main-Bahn wechseln zuvor noch die Uferseite. Die Fortsetzung des Naturschutzgebietes Sinnwiesen auf bayerischer Seite ist der dort liegende Sinngrund.<ref name="LAGIS">Karte des Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>

Unterlauf

Datei:Sinn2.JPG
Die Sinn zwischen Burgsinn und Rieneck

Hinter Mittelsinn erreicht das Gewässer Burgsinn, wo eine Flutmulde von ihr abzweigt und durch das Dorf verläuft. Diese liegt die meiste Zeit im Jahr trocken und führt erst von dort an Wasser, wo sie in der Nähe der Alten Burgruine vom Zufluss Aura verstärkt wird. Etwas südlich der Ortschaft vereinigt sich die Mulde wieder mit der Sinn. Begleitet von der Staatsstraße 2303 auf der rechten und den Gleisen der Fulda-Main-Bahn auf der linken Seite, verläuft die Sinn sehr naturbelassen auf das Gebiet der Stadt Rieneck. Dort schlängelt sich der Fluss durch eine Wiesenlandschaft von ursprünglichen Auwäldern. Auf einem Berg über dem rechten Sinnufer steht die Burg Rieneck. Die Sinn nimmt in der Ortsmitte den Fliesenbach auf, schlägt eine weitere Flussschleife und gelangt hinter Schaippach auf das Stadtgebiet von Gemünden am Main. Im weiteren Verlauf wechselt die Fulda-Main-Bahn mehrere Male die Flussseite. Das untere Sinntal wird an dieser Stelle erneut von der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg (Sinntalbrücke Schaippach) überquert. Bei Kleingemünden fließt die Sinn von rechts in die Fränkische Saale ein, etwa 700 Meter vor deren Mündung in den Main.Vorlage:GeoQuelle

Einzugsgebiet

Datei:Sinn FraenkischeSaale catchment.png
Einzugsgebiet der Sinn

Das 623 km² große Einzugsgebiet der Sinn entwässert über Fränkische Saale, Main und Rhein den nordwestlichen Gebirgsteil der bayerischen Rhön und den nordöstlichen Spessart zur Nordsee. Der Höchste Berg im Einzugsgebiet ist die Dammersfeldkuppe mit Vorlage:Höhe. Der östlichste Punkt des Einzugsgebiets befindet sich am Gipfel des Kreuzberges (Vorlage:Höhe). Es reicht bis zum Reesberg im Norden und bis zum Horst im Westen. Der südlichste Punkt im Einzugsgebiet ist die Sinnmündung.Vorlage:GeoQuelle

Es grenzt

Zuflüsse

Diagramm der Zuflüsse mit 4 km Länge und mehr

Zuflüsse von der Quelle zur Mündung. <timeline> TimeAxis = orientation:horizontal format:xxxx ImageSize = width:750 height:auto barincrement:25 PlotArea = left:10 right:10 top:10 bottom:80 AlignBars = justify Colors =

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 barset:Flusslänge
   from:start till: 5.4 $left  text:Oberbach (5,4 km)
   from:start till: 4.0 $right text:Disbach (4.0 km)
   from:start till: 6.9  $right text:Krechenbach (6,9 km)
   from:start till:27.6 $right text:Schmale Sinn (27,6 km)
   from:start till:10.5 $right text:Gronau (10,5 km)
   from:start till:32.3 $right text:Jossa (32,3 km)
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   from:start till: 5.2  $right text:Fliesenbach (5,2 km)

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 pos:(10,30) text:"Rechte Nebenflüsse: Hellblau"
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Liste

Zuflüsse von der Quelle zur Mündung.

Datei:Schmale Sinn1.JPG
Die Schmale Sinn
Datei:Gronau1.JPG
Die Gronau
Datei:Jossa2.JPG
Die Jossa
Datei:Aura1.JPG
Die Aura

Flusssystem Sinn

Ortschaften

Zu den Ortschaften entlang der Sinn gehören (flussabwärts betrachtet) Oberwildflecken, Wildflecken, Oberbach, Riedenberg, Römershag, Bad Brückenau, Staatsbad Brückenau, Eckarts, Rupboden, Zeitlofs, Altengronau, Jossa, Obersinn, Mittelsinn, Burgsinn, Rieneck, Schaippach, Gemünden.

Hydrologie

Hochwasser

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pos:(10,590) text:"Höchste Jahresabflüsse der Sinn"
pos:(10,50) text:m³/s
pos:(10,10) text:gemessen am Pegel Mittelsinn

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Mühlen

Die Sinn speiste früher viele Mühlen. Alle Betriebe davon sind heute stillgelegt, jedoch existieren noch einige Gebäude. Die Mühlen in der nachfolgenden Liste bestanden nicht zur gleichen Zeit und sind flussabwärts aufgeführt. In der Spalte Ortsteil ist die heutige Zugehörigkeit beschrieben.

Name Ortsteil Koordinaten
Neumühle Wildflecken Vorlage:Coordinate
Balthasarmühle Wildflecken Vorlage:Coordinate
Oberbacher Papiermühle Oberbach Vorlage:Coordinate
Stockpapiermühle Römershag Vorlage:Coordinate
Walkmühle Römershag Vorlage:Coordinate
Schneidmühle Römershag Vorlage:Coordinate
Dornmühle Bad Brückenau Vorlage:Coordinate
Liebesmühle Bad Brückenau Vorlage:Coordinate
Belzsmühle Bad Brückenau Vorlage:Coordinate
Grasmühle Bad Brückenau Vorlage:Coordinate
Mohrenmühle Bad Brückenau Vorlage:Coordinate
Aspenmühle Bad Brückenau Vorlage:Coordinate
Rainmühle Bad Brückenau Vorlage:Coordinate
Papiermühle Eckarts Vorlage:Coordinate
Schlagmühle Zeitlofs Vorlage:Coordinate
Schlagmühle Zeitlofs Vorlage:Coordinate
Mühle Altengronau Altengronau Vorlage:Coordinate
Krume Mühle Obersinn Vorlage:Coordinate
Linsenmühle Obersinn Vorlage:Coordinate
Dicke Mühle Obersinn Vorlage:Coordinate
Gresselmühle Mittelsinn Vorlage:Coordinate
Schaippachsmühle Schaippach Vorlage:Coordinate

Natur

Datei:Schachblume in Sinntal.jpg
Schachblume bei Jossa

Flora

Seit dem 19. Jahrhundert ist das Vorkommen der äußerst seltenen Schachblume an der Sinn bekannt. Diese Pflanze tritt hier zwischen 160 und 250 Metern Höhe in verschiedenen Wiesengesellschaften auf, besonders in den Feuchtwiesen der beiden aneinandergrenzenden Naturschutzgebiete Sinngrund bei Obersinn und Sinnwiesen von Altengronau.

Fauna

Die Sinn gehört nach ökologischen Gesichtspunkten zur Äschenregion. In ihr kommen Äsche, Bachforelle, Bachneunauge, Bachsaibling, Bachschmerle, Barbe, Brachse, Flussbarsch, Gründling, Hasel, Kaulbarsch, Lachs, Laube, Mühlkoppe, Regenbogenforelle, Rotauge und Rotfeder vor.<ref name="fischereiverband">Vorlage:Webarchiv</ref><ref>Vorlage:Webarchiv</ref> Darüber hinaus ist erwähnenswert, dass nach einer Wiederansiedlungsaktion 1987/88 der europäische Biber im Einzugsgebiet von Sinn und Jossa wieder heimisch ist.<ref>Vorlage:Webarchiv</ref><ref>Vorlage:Toter Link</ref>

Naturschutzgebiete

Folgende Naturschutzgebiete liegen direkt an der Sinn:

Siehe auch

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Normdaten