Bundesstraße 172n
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| Bundesstraße 172n in Deutschland | |||||||||||||||||||
| Bundesstraße | |||||||||||||||||||
| Basisdaten | |||||||||||||||||||
| Betreiber: | [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Bundesrepublik Deutschland | ||||||||||||||||||
| Straßenbeginn: | Pirna (50° 56′ 50″ N, 13° 55′ 11″ O {{#coordinates:50,9472|13,9198|
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dim=500 | globe= | name=Straßenbeginn Bundesstraße 172n in Deutschland | region=DE-SN | type=building
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| Straßenende: | Pirna (50° 56′ 31″ N, 13° 57′ 40″ O {{#coordinates:50,9419|13,961|
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| Gesamtlänge: | 3,8 km | ||||||||||||||||||
| davon in Bau: | 3 km | ||||||||||||||||||
| Blick von Osten auf die Gottleubatal-Brücke (Oktober 2021) | |||||||||||||||||||
Straßenverlauf
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Die Bundesstraße 172n (Abkürzung: B 172n) ist die Südumfahrung von Pirna. Sie ist seit dem 3. August 2017 offiziell im Bau. Ein erstes Teilstück ist seit dem 15. Dezember 2022 in Betrieb.
Ziel des Straßenneubaus ist die Reduzierung des Pirnaer Durchgangsverkehrs, die Umgehung des steilen Anstieges auf die Hochebene bei Pirna-Sonnenstein sowie eine verbesserte Erreichbarkeit der Gemeinden des Elbsandsteingebirges entlang der Bundesstraße 172.
Planung
Erste Planungen für eine Ortsumfahrung der B 172 wurden bereits zu DDR-Zeiten im Zusammenhang mit der Planung eines Autobahnneubaus von Dresden nach Prag (heute Bundesautobahn 17) erarbeitet. Allerdings sollte damals nur eine innenstadtnahe Umgehung von der sogenannten Feldschlösschen-Kreuzung über die Einsteinstraße und die Seminarstraße zur sogenannten Hanno-Kurve umgesetzt werden.<ref>Redaktions- und Verlagsgesellschaft Freital-Pirna (Hrsg.): Autobahn A17 Dresden-Prag. Eine Vision ist verwirklicht – Chronik eines Großprojektes. Freital/Pirna 2007, S. 6f.</ref>
Im Zusammenhang mit dem sprunghaften Anstieg des Verkehrsaufkommens auf der B 172 nach 1990 wurde schnell deutlich, dass nur mit einer innenstadtfernen Umgehung eine wirkliche Entlastung der Pirnaer Innenstadt vom Durchgangsverkehr erreicht werden kann. In den 1990er Jahren wurden dafür verschiedene Varianten untersucht, die teilweise eine Umfahrung weit im Süden der Stadt in Höhe der Ortsteile Rottwerndorf und Neundorf vorsahen.
Aus den Planungen der DEGES konkretisierte sich als Vorzugsvariante eine Trassenführung heraus, die in Höhe des Einzelgutes Lindigt am Feistenberg vom Autobahnzubringer der B 172 abzweigt, etwa in Höhe der Gemarkungsgrenze von Pirna und Zehista das Tal der Seidewitz quert, den Südhang des Kohlberges passiert, in Höhe des Kasernenareals der Südvorstadt das Tal der Gottleuba quert und durch das Waldgebiet der Viehleite die Trasse der „alten“ B 172 südlich des Stadtteils Sonnenstein erreicht.
Diese sogenannte „Variante 1A“ wurde im Januar 2006 durch den Pirnaer Stadtrat bestätigt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Trasse für Pirnaer Südumgehung steht fest ( vom 2. Januar 2017 im Internet Archive). Pressemitteilung der Stadt Pirna. 31. Januar 2006.</ref> Dabei ist ein Anschluss der S 173 Pirna-Berggießhübel im Seidewitztal vorgesehen. Aus ökologischen Gründen wird das Gottleubatal jedoch auf einer Hochbrücke gequert, um den Eingriff in das Waldgebiet der Viehleite zu minimieren, so dass ein Anschluss der S 174 im Gottleubatal nicht möglich ist. Der Kohlberg wird nun mit einem Tunnel durchquert.
Am 9. August 2006 wurde der Wettbewerb um die Brückenkonstruktion über das Gottleubatal entschieden. Zur Realisierung wurde ein Entwurf der Ingenieurgesellschaft Schüßler-Plan in Zusammenarbeit mit dem Rostocker Architekten André Keipke ausgewählt.<ref>Ergebnisse. In: gottleubetalbruecke.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 26. Dezember 2011.</ref>
Nach Einwänden des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr hinsichtlich der hohen Kosten wurde 2012 die Entwurfsplanung von einem teilplanfreien hin zu einem ampelgeregelten Anschluss Pirna-Sonnenstein geändert.<ref>Ortsumgehung Pirna kommt – aber anders. Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, 21. Juni 2012, abgerufen am 13. Juni 2014.</ref><ref name="deges 2014"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />B 172n: Ortsumfahrung Pirna ( vom 14. Juli 2014 im Internet Archive), DEGES, abgerufen am 13. Juni 2014.</ref>
Der Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben wurde im Dezember 2015 erlassen und erlangte im März 2016 Bestandskraft.<ref name="deges 2017"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />B 172n: Ortsumfahrung Pirna ( vom 26. Juni 2018 im Internet Archive), DEGES, abgerufen am 2. Januar 2017.</ref>
Nach der Fertigstellung wird die B 172 aus der Innenstadt von Pirna auf die Südumfahrung verlegt.
Umsetzung
Im September 2016 begann der Grunderwerb der für den Bau und die naturschutzfachlichen Ausgleichsmaßnahmen benötigten Flächen. Die archäologischen Sondierungen begannen im Oktober 2016. Im Januar 2017 starteten die bauvorbereitenden Maßnahmen an der Zehistaer Straße und im Seidewitztal.<ref>DEGES: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bürgerinformation B 172 Bad Schandau – Dresden, Ortsumgehung Pirna, 3. Bauabschnitt (B 172n) ( vom 23. Januar 2022 im Internet Archive). Mai 2017.</ref>
Im Sommer 2017 begannen die eigentlichen Bauarbeiten mit der Brücke über die Seidewitz und die Zehistaer Straße (S 173). Der „erste Spatenstich“ erfolgte am 3. August 2017.<ref>Franz Werfel: Schneller in die Sächsische Schweiz. In: Sächsische Zeitung. 4. August 2017 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />sächsische.de ( vom 16. Mai 2021 im Internet Archive) [abgerufen am 23. November 2018]).</ref>
Ende 2018 startete der Bau der bis zu 70 Meter hohen Hochbrücke über das Gottleubatal inklusive des anschließenden Streckenbaus in Richtung Sonnenstein/Krietzschwitz.<ref>B 172, Ortsumgehung Pirna: Auftakt für Bau der Gottleubatalbrücke. DEGES, 6. Dezember 2018, abgerufen am 14. März 2021.</ref> Der Streckenbau von der Zehistaer Straße (S 173) in Richtung Feistenberg/Autobahnzubringer startete 2019.
Im September 2020 erfolgte der Anstich des Kohlbergtunnels, der weitgehend in bergmännischer Bauweise mit Tunnelbaggern und Felsmeißeln ausgebrochen wird.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tunnelanstich für Südumfahrung von Pirna ( vom 27. Dezember 2019 im Internet Archive), Information von MDR Sachsen vom 8. März 2020.</ref>
Im Juli 2024 wurde der letzte Vorschub für die 916 m lange Brückenunterkonstruktion der Gottleubatalbrücke vorgenommen.<ref>Bauarbeiten an Gottleubatalbrücke: So steht es um die Ortsumfahrung von Pirna. In: mdr.de. Mitteldeutscher Rundfunk, 30. Juli 2024, abgerufen am 16. August 2024.</ref> Seitdem wird das Tal vollständig überspannt.
Die gesamte Trasse soll im Oktober 2026 für den Verkehr freigegeben werden. Die Kategorie:Wikipedia:Veraltet nach Oktober 2026 existiert noch nicht. Lege sie mit folgendem Text {{Zukunftskategorie|2026|10}} an. <ref name="Sachsenspiegel 2025">So weit sind die Bauarbeiten an der Südumfahrung Pirna. In: MDR Sachsenspiegel. 12. November 2025, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 13. November 2025. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Ursprünglich war das Jahr 2023 dazu vorgesehen.<ref>Südumfahrung Pirna: Am Tunnel geht’s weiter, Sächsische Zeitung (Ausgabe Pirna) vom 5. Februar 2021</ref> Das Teilstück vom Knotenpunkt Pirna-Süd (B 172a) bis zur Anschlussstelle Pirna-Zehista (S 173) wurde am 15. Dezember 2022 für den Verkehr freigegeben.<ref>Thomas Möckel: Südumfahrung Pirna: Auf dem ersten Abschnitt rollt der Verkehr. In: Sächsische Zeitung. 15. Dezember 2022, abgerufen am 4. Januar 2026.</ref>
Trassierung und Bauwerke
Die Südumfahrung wird zwischen dem Autobahnzubringer (B 172a) und dem Anschluss an die Zehistaer Straße (S 173) vierspurig (zwei Fahrstreifen mit je zwei Fahrspuren) trassiert. Von dort bis zur Einbindung an die bisherige B 172 südlich von Pirna-Sonnenstein wird nur ein Fahrstreifen errichtet. Aufgrund der Steigung in Richtung Sonnenstein werden in diese Fahrtrichtung zwei Fahrspuren angelegt, in Gegenrichtung jedoch nur eine.
Folgende Bauwerke werden errichtet:
- Anschlussbauwerk an den Autobahnzubringer der B 172
- Brücke über die Seidewitz
- Anschluss an die S 173 Pirna-Berggießhübel mit Brücke über einen Kreisverkehr
- Kohlbergtunnel (315 m Länge)
- Gottleubatal-Brücke (Hochbrücke über das Gottleubatal, 916 m Länge)
- Anschlussbauwerk an die B 172 alt südlich von Pirna-Sonnenstein
Kosten
Die Kosten für die Pirnaer Südumfahrung wurden 2010 auf etwa 72 Millionen € beziffert.<ref>Pirnas Südumgehung nimmt konkrete Formen an, Sächsische Zeitung (Ausgabe Pirna) vom 6. März 2010.</ref> Im Bundesverkehrswegeplan 2030 und zum Baubeginn wurde von Kosten in Höhe von etwa 97 Millionen € ausgegangen.<ref name="deges 2017" /> Im August 2021 bezifferte die DEGES die Kosten auf ca. 160 Millionen €. Im Frühjahr 2023 wurde von Kosten in Höhe von ca. 230 Millionen € ausgegangen.<ref>Südumfahrung Pirna wird immer teurer, Sächsische Zeitung (Ausgabe Pirna) vom 10. Mai 2023</ref> Im November 2025 wurden die Kosten mit ca. 280 Millionen € angegeben.<ref name="Sachsenspiegel 2025" /> Die Kostensteigerung resultiert u. a. aus der allgemeinen Inflation, Schwierigkeiten bei der Umsetzung der technisch anspruchsvollen Planung mit aufwendigen Ingenieurbauwerken und der zeitweisen Unterbrechung der Bauarbeiten und Lieferketten während der COVID-19-Pandemie in Deutschland. Die Finanzierung erfolgt durch öffentliche Mittel aus dem Haushalt des Bundesverkehrsministeriums.
Engagement für die Südumfahrung
Im Jahr 2011 wurde die Bürgerinitiative B 172a gegründet, die das Ziel hat, dass die Südumfahrung schnellstmöglich fertiggestellt wird. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Politiker und Vertreter der regionalen Wirtschaft. Die Gesellschaft zur Förderung umweltgerechter Straßen- und Verkehrsplanung (GSV), ein Straßenbaulobbyverband, hat die Bürgerinitiative laut eigener Aussage viele Jahre lang begleitet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Projekte: Pirna: Südumfahrung der B 172 wird gebaut ( vom 14. Oktober 2016 im Internet Archive). Gesellschaft zur Förderung umweltgerechter Straßen- und Verkehrsplanung (GSV), Artikel vom 6. Oktober 2016, abgerufen am 14. Oktober 2016</ref> Der Spiegel schrieb, dass die GSV auch schon selbst für die Gründung der Bürgerinitiativen pro Straßenbau gesorgt hat.<ref>Alexander Kühn: Der Umwelt eine Straße. In: Der Spiegel. Nr. 21, 2003 (online).</ref>
Galerie
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Blick vom Feistenberg auf das Westportal des Kohlbergtunnels (November 2020)
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Kreisverkehr an der Anschlussstelle Pirna-Zehista (S 173) mit dem Westportal des Kohlbergtunnels im Hintergrund (November 2020)
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Blick von Osten (Kohlbergtunnel) auf die Trasse und die Rampen der Anschlussstelle Pirna-Zehista (S 173) (Juni 2023)
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Blick von Süden auf die Pfeiler der Gottleubatal-Brücke (November 2020)
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Die Gottleubatal-Brücke in Höhe der ehem. Roten Kaserne an der Rottwerndorfer Straße (S 174) in Pirna-Südvorstadt (August 2023)
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Blick von Westen auf die Gottleubatal-Brücke (Oktober 2023)
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Westportal des Kohlbergtunnels (August 2024)
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Hebekran mit Segmentplatten für den Oberbau (Oktober 2025)
Siehe auch
Weblinks
- DEGES: B 172n: Ortsumgehung Pirna
Einzelnachweise
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<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang