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Josef Bradl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bubi Bradl)
Sepp Bradl Vorlage:SportPicto Vorlage:SportPicto Vorlage:SportPicto Vorlage:SportPicto
Bradl 1939 in Zakopane
Voller Name Josef Bradl
Nation Vorlage:AUT-1934
Deutsches Reich NSDatei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg Deutsches Reich
OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich
Geburtstag 8. Januar 1918
Geburtsort Wasserburg am InnDeutschland
Beruf Einzelhandelskaufmann,
Gastronom und Hüttenwirt
Sterbedatum 3. März 1982
Sterbeort InnsbruckÖsterreich
Karriere
Disziplin Skispringen
Skilanglauf
Nordische Kombination
Ski Alpin
Verein SC Mühlbach am Hochkönig,
SC Bischofshofen, SC Salzburg
Nationalkader seit 1936
Karriereende 1956
Medaillenspiegel
WM-Medaillen (Sprunglauf) 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
DM-Medaillen (Sprunglauf) 2 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
ÖM-Medaillen (Sprunglauf) 7 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
ÖM-Medaillen (Nord. Kombination) 1 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
ÖJM-Medaillen (Dreierkombination) 2 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
 Nordische Skiweltmeisterschaften
Gold 1939 Zakopane Sprunglauf
 Österreichische Meisterschaften
Gold 1947 Tschagguns Großschanze
Gold 1948 Bad Hofgastein Großschanze
Gold 1951 Windischgarsten Sprunglauf
Gold 1952 Semmering Sprunglauf
Gold 1953 Igls / Innsbruck Sprunglauf
Gold 1954 Bad Hofgastein Sprunglauf
Silber 1955 Semmering Sprunglauf
Gold 1956 Lienz Sprunglauf
 Österreichische Meisterschaften
Bronze 1947 Tschagguns Nordische Kombination
Gold 1955 Semmering Nordische Kombination
 Deutsche Meisterschaften
Gold 1939 Oberhof Großschanze
Gold 1941 Spindlermühle Großschanze
Österreichische JugendmeisterschaftenVorlage:Medaillen_Wintersport/Wartung/unerkannt
Gold 1936 Mallnitz Dreierkombination
Gold 1938 Aflenz Dreierkombination
Platzierungen bei der Vierschanzentournee

Vierschanzentournee 1. (1953), 3. (1953/54), 2. (1955/56)
 

Josef „Sepp“ Bradl (auch Bubi oder Buwi Bradl; * 8. Januar 1918 in Wasserburg am Inn, Bayern; † 3. März 1982 in Mühlbach am Hochkönig, Salzburg) war ein österreichischer Skispringer und Skisprungtrainer; von 1938, nach dem „Anschluss“ Österreichs, bis 1941 startete er in der Mannschaft des Deutschen Reiches. 1936 sprang er als erster Mensch auf Skiern über 100 m weit.

Werdegang

Bradl kam 1918 als Kind eines Tiroler Bergmannes, der im Kupferbergwerk in Mühlbach am Hochkönig arbeitete, und einer Oberösterreicherin zur Welt. Sein Vater starb bei einem Unfall beim Bergsteigen am Hochkönig in den Armen seines damals 12-jährigen Sohnes. In Mühlbach war 1908 ein Skiclub gegründet worden und die Kinder konnten im Rahmen des schulischen Turnunterrichtes Ski fahren. 1912 wurde, initiiert von dem norwegischen Direktor des Bergwerks, die erste Skisprungschanze des Landes errichtet, auf der auch Bradl zu trainieren begann. 1933, als 15-Jähriger, stand er dort seinen ersten 50-Meter-Sprung. Im selben Jahr schickte ihn Peter Radacher, selbst nordischer Skisportler und damals Pächter des Arthurhauses unweit der Sprungschanze, nach Innsbruck, wo der Skispringer Birger Ruud (Sieger auf der Normalschanze bei den Olympischen Winterspielen 1932) unterrichtete.<ref name="ooen">Oberösterreichische Nachrichten: Sepp Bradl: Bubis Sprung in die Geschichte, 12. März 2011.</ref>

Im Vorfeld der IV. Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen erreichte er am 1. Jänner 1936 beim Eröffnungsspringen auf der Olympiaschanze den fünften Platz mit einer Weite von 82 Meter.<ref>Eröffnungsspringen auf der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen. In: Kleine Volks-Zeitung, 2. Jänner 1936, S. 10 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/kvz</ref> Da er mit den Händen den Boden berührt hatte, wurde der Sprung als „gestürzt“ gewertet.<ref>Eröffnungsspringen auf der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen. In: Sportblatt am Mittag / Sport-Tagblatt. Sport-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblattes, 3. Jänner 1936, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wst</ref> Am 11. Februar 1936 erzielte er bei einem Probespringen auf der Olympiaschanze beim dritten Sprung 79 Meter, stürzte jedoch und blieb bewusstlos liegen. Er wurde ins Olympiaspital gebracht, wo die Ärzte außer einer leichten Gehirnerschütterung keine weiteren Verletzungen diagnostizierten und dem Patienten zwei Tage Bettruhe verordneten.<ref>Josef Bradl verunglückt. In: Salzburger Volksblatt, 12. Februar 1936, S. 9 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/svb</ref> Am 16. Februar belegte er bei den Olympischen Spielen mit Weiten von 64 und 70½ Meter mit einer Gesamtnote von 204 als bester Österreicher Platz 19.<ref>Spezialsprunglauf. In: Oeffentliche/Öffentliche Sicherheit. Polizei-Rundschau für die österreichische Bundes- und Gemeindepolizei (sowie Gendarmerie). (Offizielles Publikationsorgan der Internationalen kriminalpolizeilichen Kommission) / Der Polizei-Sport. Sportbeilage der Polizei-Rundschau „Öffentliche Sicherheit“. Offizielles Publikationsorgan der Polizeisportvereinigung Wien / Öffentliche Sicherheit. Polizei-Rundschau der österreichischen Bundes- und Gemeindepolizei sowie Gendarmerie / Öffentliche Sicherheit. Polizei- und Gendarmerie-Rundschau, Jahrgang 1936, S. 79 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ofs</ref><ref>Die Winterolympiade ist beendet. Birger Rund im Spezial-Sprunglauf siegreich.. In: Neues Wiener Tagblatt. Demokratisches Organ / Neues Wiener Abendblatt. Abend-Ausgabe des („)Neuen Wiener Tagblatt(“) / Neues Wiener Tagblatt. Abend-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblattes / Wiener Mittagsausgabe mit Sportblatt / 6-Uhr-Abendblatt / Neues Wiener Tagblatt. Neue Freie Presse – Neues Wiener Journal / Neues Wiener Tagblatt, 17. Februar 1936, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwg</ref>

Am 24. Februar 1936 belegte er beim Skispringen in Seefeld in Tirol mit einer Note von 321,9 den sechsten Platz und wurde damit zweitbester Österreicher hinter Rudolf Rieger.<ref>Der Sprunglauf in Seefeld. In: Sportblatt am Mittag / Sport-Tagblatt. Sport-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblattes, 24. Februar 1936, S. 2 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wst</ref><ref>Kameradschaftsspringen in Seefeld. In: Innsbrucker Nachrichten, 24. Februar 1936, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ibn</ref> Bei der Österreichischen Ski-Meisterschaft in Mallnitz wurde er am 28. Februar 1936 in der Klasse der Jungmannen Zweiter im Langlauf über 9 km.<ref>Die österreichische Skimeisterschaft. In: Sportblatt am Mittag / Sport-Tagblatt. Sport-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblattes, 29. Februar 1936, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wst</ref> Einen Tag später belegte er den zweiten Platz im Abfahrtslauf.<ref>Die österreichische Skimeisterschaft in Mallnitz. In: Neues Wiener Tagblatt. Demokratisches Organ / Neues Wiener Abendblatt. Abend-Ausgabe des („)Neuen Wiener Tagblatt(“) / Neues Wiener Tagblatt. Abend-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblattes / Wiener Mittagsausgabe mit Sportblatt / 6-Uhr-Abendblatt / Neues Wiener Tagblatt. Neue Freie Presse – Neues Wiener Journal / Neues Wiener Tagblatt, 1. März 1936, S. 17 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwg</ref>

Einen Monat nach den Olympischen Spielen fand ein Skispringen auf der neu errichteten Bloudkova velikanka, der damals größten Schanze, im slowenischen Planica statt. Am 15. März gelang Bradl im zweiten Durchgang mit einer Weite von 101 m<ref name="19360316SVB">Josef Bradl springt Weltrekord. In: Salzburger Volksblatt, 16. März 1936, S. 1 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/svb</ref><ref name="19360316WST">Bradl springt 101 Meter weit – Weltrekord!. In: Sportblatt am Mittag / Sport-Tagblatt. Sport-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblattes, 16. März 1936, S. 8 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wst</ref> der erste Sprung eines Menschen mit Skiern über 100 m.<ref name="19360316WST" /><ref>Erster Superstar der Springerszene auf ORF vom 14. März 2011, abgerufen am 15. März 2011.</ref> Josef Bradl wurde der Ehrenbecher des Königs überreicht, wobei die Österreichische Bundeshymne intoniert wurde und das „anwesende Publikum in stürmische Zivio- und Heil-Rufe ausbrach“.<ref name="19360316SVB" />

Bradl wurde im Sommer 1937 wegen Betätigung für die NSDAP verhaftet, er war Mitglied der illegalen SA.<ref>Andreas Praher: Österreichs Skisport im Nationalsozialismus. Berlin 2022, S. 135 eine gelegentlich behauptete SS-Mitgliedschaft scheint hingegen nicht belegbar zu sein</ref>

Seit seiner Schulzeit war er arbeitslos, weil seine verwitwete Mutter das Lehrgeld für eine Lehrstelle nicht aufbringen konnte, und hatte nur unregelmäßig ein wenig Verdienst im Freiwilligen Arbeitsdienst. Nun erhielt er eine Lehrstelle bei dem Trachtenmodenunternehmen Lanz, von dessen Inhaber Willi Lanz er gefördert und stets zum Training freigestellt wurde. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1937 in Chamonix wurde er Fünfter, im Jahr darauf bei den Weltmeisterschaften 1938 in Lahti Vierter. Im selben Jahr gelang ihm, wieder auf der Schanze in Planica, die Verbesserung seines Weltrekordes auf 107 Meter.<ref name="ooen"/>

Mit dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 wurde er Teil der deutschen Mannschaft. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1939 auf der Großschanze in Zakopane wurde er Weltmeister. Im selben Jahr gewann er auch in Oberhof die Deutsche Meisterschaft, ein Erfolg, den er 1941 in Spindlermühle wiederholen konnte.<ref>Gerd Falkner: 100 Jahre Deutscher Skiverband – Chronik des deutschen Skilaufs von den Anfängen bis zur Gegenwart. Band 1, Deutscher Skiverband, Planegg 2005, ISBN 3-938963-01-8, S. 166 bzw. 176.</ref>

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges stand er 1946 „aus politischen Gründen bei Skirennen nicht zur Verfügung“.<ref>Das Dreikönigsspringen in Hofgastein. In: Salzburger Volkszeitung, 5. Jänner 1946, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/svz</ref> Er wurde wegen seiner NS-Belastung im Lager Glasenbach inhaftiert.<ref>Sepp Bradl bekommt kein Visum. In: Österreichische Volksstimme. Organ/Zentralorgan der Kommunistischen Partei Österreichs, 23. Jänner 1948, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ovs</ref> Jedoch konnte er im Jänner 1947 nach Mühlbach am Hochkönig zurückkehren und an der Bischofshofener Sprungschanze das Training wieder aufnehmen.<ref>Meisterspringer Bradl trainiert wieder. In: Wiener Kurier. Herausgegeben von den amerikanischen Streitkräften für die Wiener Bevölkerung, 21. Jänner 1947, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wku</ref> Kurz zuvor hatte „Österreichs bisher erfolgreichster Skispringer“ wieder eine Starterlaubnis erhalten.<ref>Bradl startet in Mürzzuschlag. In: Arbeiterwille. Sozialdemokratisches Organ der Alpenländer / Arbeiterwille. Organ des arbeitenden Volkes der Alpenländer / Arbeiterwille. Organ des arbeitenden Volkes für Steiermark und Kärnten / Arbeiterwille. Organ des arbeitenden Volkes für Steiermark, Kärnten (und Krain) Neue Zeit. Organ der Sozialistischen Partei Steiermarks, 23. Jänner 1947, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/awi</ref> Bei den ASKÖ-Skimeisterschaften in Villach konnte er mit einem Sprung über 72,5 m an seine alten Erfolge anknüpfen.<ref>Hochbetrieb im Heerlager der Skiläufer. In: Wiener Kurier. Herausgegeben von den amerikanischen Streitkräften für die Wiener Bevölkerung, 4. Februar 1947, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wku</ref> Im Dezember 1947 zählte er zu den vierzehn besten Skispringern Österreichs und fungierte als Trainingsleiter.<ref>Springer-Elite auf dem Mitterberg. In: Salzburger Volkszeitung, 12. Dezember 1947, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/svz</ref> Zu einem Eklat kam es im Jänner 1948, als er nicht zu den Olympischen Winterspielen 1948 in St. Moritz reisen durfte.<ref>Johannes Hochsteger: Biographische Studie zu österreichischen Sportidolen von 1933–1945. 2014, Diplomarbeit an der UNI Wien (Online)</ref> Hierüber berichtete die Presse:

„Josef Bradl wurde bekanntlich während des nationalsozialistischen Regimes für seine erfolgreiche sportliche Betätigung ohne sein Zutun in der Stufenleiter der SA von Fall zu Fall höher gereiht, so daß er schließlich als ‚Obersturmführer‘ rangierte. Diese ‚ehrenhalber‘ verliehene Charge ist nunmehr der Anlaß, daß Bradl von der Fremdenpolizei in Bern die Einreise in die Schweiz verweigert wird, obwohl Bundespräsident Dr. Renner auf Grund der Besonderheit des Falles den Skispringer Josef Bradl, für dessen Entregistrierung sich auch die Vertreter der drei politischen Parteien einsetzten, im Gnadenweg von den Sühnefolgen befreit hat.“

Salzburger Volksblatt vom 22. Jänner 1948<ref>Kampf um Bradls Start. In: Salzburger Volkszeitung, 22. Jänner 1948, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/svz</ref>

Ende Jänner wurde Bradl die Einreise endgültig verweigert, was in Österreich kritisiert wurde:

„Damit hat der ‚Fall Bradl‘ den Schlußpunkt erhalten und geht als unrühmliches Kapitel in die Geschichte der Olympischen Winterspiele ein, die doch bei jeder Gelegenheit als das Symbol des Friedens und der Völkerverbundenheit hingestellt werden.“

Artikel in der Salzburger Volkszeitung vom 29. Jänner 1948<ref>Bradls Einreise endgültig verweigert. In: Salzburger Volkszeitung, 29. Jänner 1948, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/svz</ref>

Bei den Winterspielen 1952 in Oslo trug er als erster Skispringer seit dem Finnen Armas Palmros 1924 während der Eröffnungsfeier die Fahne seines Landes.<ref>Liste der Fahnenträger auf olympedia.org (englisch), abgerufen am 20. November 2021.</ref> Im Wettbewerb stürzte Bradl jedoch im ersten Durchgang. Am 7. Jänner 1951 hatte er hingegen auf der Bergiselschanze in Innsbruck vor Kjell Knarvik (NOR) und Fritz Tschannen (SUI)<ref>«Ein Rekordrennen wird erwartet»; zweite Spalte, ab Zeile 3. In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 6. Jänner 1951, S. 16.</ref><ref>«Mit dem ersten Sprung muss es gelingen». In: Arbeiter-Zeitung. Wien,​ 9. Jänner 1951, S. 8.</ref> gewonnen und erfolgreich beendete er auch im Jahr 1953 als Gesamtsieger die erste Vierschanzentournee. Er ist mit 35 Jahren und 3 Tagen bei seinem Triumph in der Saison 1953 bis heute der älteste Gesamtsieger der Vierschanzentournee und zugleich auch mit genau 38 Jahren, bei seinem zweiten Platz in der Saison 1955/56, der älteste Springer, der jemals auf dem Podest war.<ref>Die Vierschanzentournee in Zahlen. In: RP Online. Abgerufen am 22. September 2021.</ref> Von 1947, den ersten Österreichischen Meisterschaften nach dem Zweiten Weltkrieg, bis 1956 gewann Bradl bei österreichischen Meisterschaften acht Gold- und je eine Silber- und Bronzemedaille.

Ab 1958 war Bradl als Trainer aktiv. Unter anderem betreute er die deutsche und viele Jahre die österreichische Skisprung-Nationalmannschaft. Unter den von ihm betreuten Springern waren unter anderem Otto Leodolter, Reinhold Bachler, Willi Egger, Walter Habersatter, Willi Köstinger, Walter Steinegger, Peter Müller und Baldur Preiml. 1973 beendete er seine Tätigkeit als Trainer. Bis zu seinem Tod führte er zusammen mit seiner Frau Paula den Alpengasthof Rupertihaus in Mühlbach am Hochkönig, den er mit Trainingsräumen und zwei Sprungschanzen zu einem Trainingszentrum ausgebaut hatte.

Das Sepp-Bradl-Stadion in Bischofshofen mit der Paul-Außerleitner-Schanze ist nach ihm benannt. An der rechten Seite des Aufsprunghügels steht dort das ihm zu Ehren errichtete Buwi-Bradl-Denkmal.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schanzengelände (Memento vom 7. Januar 2018 im Internet Archive) auf www.bischofshofen.com</ref>

Erfolge

Olympische Winterspiele

Weltmeisterschaften

Nationale Meisterschaften

Österreichische Ski-Meisterschaften:

Deutsche Ski-Meisterschaften:

Weltrekorde

# Schanze Ort Land Weite aufgestellt am Rekord bis
42 Bloudkova velikanka (K106) Planica Jugoslawien Konigreich 1918Datei:Flag of Yugoslavia (1918–1943).svg Jugoslawien 101,5 m 15. März 1936   15. März 1938  
43 Bloudkova velikanka (K106) Planica Jugoslawien Konigreich 1918Datei:Flag of Yugoslavia (1918–1943).svg Jugoslawien 107,0 m 15. März 1938   2. März 1941  

Schanzenrekorde

Schanze Ort Land Weite aufgestellt am Rekord bis
Paul-Außerleitner-Schanze Bischofshofen OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich 86,0 m 26. Dezember 1947   27. Dezember 1947  
Paul-Außerleitner-Schanze Bischofshofen OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich 94,0 m 27. Dezember 1948   27. Februar 1949  
Paul-Außerleitner-Schanze Bischofshofen OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich 107,5 m 27. Dezember 1948   6. Januar 1952  
Paul-Außerleitner-Schanze Bischofshofen OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich 101,0 m 11. Januar 1952   11. Januar 1953  

Literatur

  • Mein Weg zum Weltmeister. Mit einem Geleitwort von Hans Hofmann. Schlüsselverlag, Innsbruck 1948.

Weblinks

Commons: Josef Bradl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Josef Bradl in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch)
  • Vorlage:Olympedia
  • 101 Meter weit. In: Steierische Alpen-Post / Steierische Alpenpost. Wochen-Zeitung für Ober-Steiermark / Wochen-Spiegel. Illustrierte Beilage in Kupfertiefdruck / Bilder-Woche der „Steierischen Alpenpost“, Bad Aussee / Bilder-Welt / Steierische Alpenpost. Wochenzeitung für das Ausseerland und die angrenzenden Gebiete der Gaue Steiermark und Oberdonau / Alpenpost. Wochenzeitung für das Ausseerland im Salzkammergut und die angrenzenden Gebiete der Reichsgaue Oberdonau und Steiermark / Ostmark-Woche, 29. März 1936, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/apt (Foto des Rekordsprungs; Bildunterschrift: „So springt und fliegt man über die 100-Meter-Marke! Josef Bradl, der Held von Planica 1366, während seines Weltrekordsprunges. (Man beachte die wunderbare ‚stromlinige‘ Vorlage des Skifliegers.) Phot. E. Lorenzutti“)
  • Foto des Buwi-Bradl-Denkmals auf der Website des Skiclubs Bischofshofen

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang 1924: Jacob Tullin Thams | 1925: Wilhelm Dick | 1926: Jacob Tullin Thams | 1927: Tore Edman | 1928: Alf Andersen | 1929: Sigmund Ruud | 1930: Gunnar Andersen | 1931: Birger Ruud | 1932: Birger Ruud | 1933: Marcel Reymond | 1934: Kristian Johansson | 1935: Birger Ruud | 1936: Birger Ruud | 1937: Birger Ruud | 1938: Asbjørn Ruud | 1939: Josef Bradl | 1941: Paavo Vierto (inoffiziell) | 1948: Petter Hugsted | 1950: Hans Bjørnstad | 1952: Arnfinn Bergmann | 1954: Matti Pietikäinen | 1956: Antti Hyvärinen | 1958: Juhani Kärkinen | 1960: Helmut Recknagel | 1962: Helmut Recknagel | 1964: Toralf Engan | 1966: Bjørn Wirkola | 1968: Wladimir Beloussow | 1970: Gari Napalkow | 1972: Wojciech Fortuna | 1974: Hans-Georg Aschenbach | 1976: Karl Schnabl | 1978: Tapio Räisänen | 1980: Jouko Törmänen | 1982: Matti Nykänen | 1985: Per Bergerud | 1987: Andreas Felder | 1989: Jari Puikkonen | 1991: Franci Petek | 1993: Espen Bredesen | 1995: Tommy Ingebrigtsen | 1997: Masahiko Harada | 1999: Martin Schmitt | 2001: Martin Schmitt | 2003: Adam Małysz | 2005: Janne Ahonen | 2007: Simon Ammann | 2009: Andreas Küttel | 2011: Gregor Schlierenzauer | 2013: Kamil Stoch | 2015: Severin Freund | 2017: Stefan Kraft | 2019: Markus Eisenbichler | 2021: Stefan Kraft | 2023: Timi Zajc | 2025: Domen Prevc Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang 1953: Josef Bradl | 1953/54: Olaf B. Bjørnstad | 1954/55: Hemmo Silvennoinen | 1955/56: Nikolai Kamenski | 1956/57: Pentti Uotinen | 1957/58: Helmut Recknagel | 1958/59: Helmut Recknagel | 1959/60: Max Bolkart | 1960/61: Helmut Recknagel | 1961/62: Eino Kirjonen | 1962/63: Toralf Engan | 1963/64: Veikko Kankkonen | 1964/65: Torgeir Brandtzæg | 1965/66: Veikko Kankkonen | 1966/67: Bjørn Wirkola | 1967/68: Bjørn Wirkola | 1968/69: Bjørn Wirkola | 1969/70: Horst Queck | 1970/71: Jiří Raška | 1971/72: Ingolf Mork | 1972/73: Rainer Schmidt | 1973/74: Hans-Georg Aschenbach | 1974/75: Willi Pürstl | 1975/76: Jochen Danneberg | 1976/77: Jochen Danneberg | 1977/78: Kari Ylianttila | 1978/79: Pentti Kokkonen | 1979/80: Hubert Neuper | 1980/81: Hubert Neuper | 1981/82: Manfred Deckert | 1982/83: Matti Nykänen | 1983/84: Jens Weißflog | 1984/85: Jens Weißflog | 1985/86: Ernst Vettori | 1986/87: Ernst Vettori | 1987/88: Matti Nykänen | 1988/89: Risto Laakkonen | 1989/90: Dieter Thoma | 1990/91: Jens Weißflog | 1991/92: Toni Nieminen | 1992/93: Andreas Goldberger | 1993/94: Espen Bredesen | 1994/95: Andreas Goldberger | 1995/96: Jens Weißflog | 1996/97: Primož Peterka | 1997/98: Kazuyoshi Funaki | 1998/99: Janne Ahonen | 1999/2000: Andreas Widhölzl | 2000/01: Adam Małysz | 2001/02: Sven Hannawald | 2002/03: Janne Ahonen | 2003/04: Sigurd Pettersen | 2004/05: Janne Ahonen | 2005/06: Janne Ahonen & Jakub Janda | 2006/07: Anders Jacobsen | 2007/08: Janne Ahonen | 2008/09: Wolfgang Loitzl | 2009/10: Andreas Kofler | 2010/11: Thomas Morgenstern | 2011/12: Gregor Schlierenzauer | 2012/13: Gregor Schlierenzauer | 2013/14: Thomas Diethart | 2014/15: Stefan Kraft | 2015/16: Peter Prevc | 2016/17: Kamil Stoch | 2017/18: Kamil Stoch | 2018/19: Ryōyū Kobayashi | 2019/20: Dawid Kubacki | 2020/21: Kamil Stoch | 2021/22: Ryōyū Kobayashi | 2022/23: Halvor Egner Granerud | 2023/24: Ryōyū Kobayashi | 2024/25: Daniel Tschofenig | 2025/26: Domen Prevc Vorlage:Klappleiste/Ende

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