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Brumby (Hohe Börde)

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Brumby
Gemeinde Hohe Börde
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(32)&title=Brumby 52° 13′ N, 11° 18′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(32) 52° 12′ 32″ N, 11° 17′ 59″ O
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Höhe: 110 m ü. NHN
Einwohner: 32 (11. Juni 2025)<ref>Gemeinde Hohe Börde (Hrsg.): Amts- und Mitteilungsblatt Hohe Börde. 6. Ausgabe vom 2. Juli 2025, S. 9.</ref>
Eingemeindung: 30. September 1928
Eingemeindet nach: Nordgermersleben
Postleitzahl: 39343
Vorwahl: 039062
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Brumby (Sachsen-Anhalt)
Brumby (Sachsen-Anhalt)
Lage von Brumby in Sachsen-Anhalt

Brumby ist ein Ortsteil der Ortschaft Nordgermersleben und der Einheitsgemeinde Hohe Börde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Der mit seinen beiden Häuserzeilen an der Bundesstraße 1 zwischen Tundersleben im Osten und Erxleben im Westen gelegene Ort hat 44 Einwohner.

Geschichte

Der ursprünglich zur Pfarre Groppendorf gehörende Ort wird erstmals zwischen 1051 und 1076 als Brumbei in einer Schenkung des Klosters Berge erwähnt. In einer Papsturkunde von Innozenz III. 1209 heißt der Ort Brumbeie und 1268 erwähnt ihn Erzbischof Conrad von Magdeburg als Brumboy. Im Halberstädter Lehnsverzeichnis wird 1311 Heinrich Schenk von Dönstedt als Inhaber einer Hufe in Brumbuge genannt. Mitte des 15. Jahrhunderts fiel der Ort wüst; 1480 wurden neben den von Veltheim zu Alvensleben, die von Alvensleben und von Schenk damit belehnt. Nach dem Aussterben des Veltheimischen Zweiges 1615 traten die von Asseburg 1616 die Nachfolge an. Im Dreißigjährigen Krieg fiel der ungeschützte Ort wiederholt Plünderungen zum Opfer und 1661 einem Großbrand.

Der Domherr Johann Friedrich von Arnstedt, Nachfahre<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1906. Siebenter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1905, S. 18–19.</ref> des Halberstedter Domherrn Hieronymus Brand von Arnstedt-Otzdorf, kaufte den Ort 1665. Unter Philipp Christian von Arnstedt wurde 1712 eine Gutskapelle eingeweiht. Gutsbesitzer wurde später der kgl. sächs. Amtshauptmann Friedrich Wilhelm von Arnstedt (1787–1863), verheiratet mit C. W. S. D. J. Susanne von Uslar-Gleichen-Vogelsang (1786–1845). Christian Friedrich von Arnstedt stammte ebenfalls aus der Linie der Familie von Arnstedt-Brumby. Erbe wurde Karl Wilhelm von Arnstedt (1812–1865) und Amelie von Glasenapp (1816–1885). Sie hatten drei Kinder, Sohn Oskar als Erbe, Tochter Adelheid, geboren 1844, und Sohn Werner, der Jurist war und verstarb 1905 unvermählt.

Datei:Rittergut Brumby P1630327.jpg
Gutshaus Brumby.

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, um 1885, galt die Witwe Amelie von Arnstedt als Gutsherrin.<ref>Vgl. Leuchs Adressbuch aller der Erde, der Kaufleute, der Fabrikanten, der Gewerbetreibenden, der Gutsbesitzer etc. etc. Band 10: Preussisch Sachsen und Anhalt. 10. Ausgabe-1890 bis 1893, Selbstverlag von Leuchs & Co., Nürnberg 1890/1893, S. 238.</ref> Nach dem 1922 letztmalig publizierten Landwirtschaftlichen Güter-Adreßbuch der Provinz Sachsen waren die von Arnstedt’schen Erben, etwaig Oskar’s Schwester Adelheid von Arnstedt,<ref>Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1921. Zweiundzwanzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1920.</ref> nach wie vor Gutseigentümer. Das 227 ha-Rittergut Brumby mit Anteilen in Uhrsleben und Dorf Alvensleben war verpachtet an den Landwirt Robert Trog.<ref>Oskar Köhler, Gustav Wesche, H. Krahmer: Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch der Provinz Sachsen. 1922. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter und Güter von ungefähr 20 ha herab mit Angabe der Gutseigenschaft, des Grundsteuerertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. Hrsg. Mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer zu Halle a. S., In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band V, (Paul Niekammer), 3. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1922, S. 44–45.</ref> Adelheid von Arnstedt, wie ihr Bruder Oskar in Weißewarthe geboren, lebte mindestens bis 1918/1922 in Brumby.<ref>Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1916. Siebzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1915, S. 17–18.</ref> Die von Arnstedt vererbten dann den Besitz 1922 an den Johanniterorden, das Gut wurde testamentarisch ein Erholungs- und Altersheim der Kongregation.

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Brumby aus dem Landkreis Neuhaldensleben mit der Landgemeinde Nordgermersleben vereinigt.<ref name=AB-RB-Magdeburg>Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 225.</ref> Am fiskalischen, kirchlichen und privat-rechtlichen Eigentum oder Besitz änderte dies nichts, lediglich war der Gutsbezirk juristisch kein eigenständiger Ort mehr.

Das Herrenhaus Brumby war für einige Jahre weiterhin ein Heim für Johanniterschwestern, geleitet von der Provinzial-Sächsischen Genossenschaft des Johanniterordens, und nach dem Zweiten Weltkrieg ein Heim der Neinstedter Anstalten. Nach der Wende wurde es Sitz des Johannitergutes Brumby, welches als Stiftsgut beschrieben wurde und seit 1991 als privater landwirtschaftlicher Betrieb der Familie des Albrecht Freiherr von Bodenhausen bewirtschaftet wird.<ref>Vgl. u. a.: Johanniterorden (Hrsg.): Verzeichnis der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. Stand Januar 2019. Eigenverlag, Berlin/ Potsdam 2019, S. 428.</ref><ref>Heimische Landwirtschaft UG-Hrsg.: Freiherr Albrecht von Bodenhausen. Erfurt 2026.</ref><ref> Taubenturm Brumby: Almuth und Albrecht von Bodenhausen, sind seit 1991 auf dem Stiftsgut in Brumby ansässig. Brumby 2026.</ref>

Mit der Eingemeindung von Nordgermersleben in die Gemeinde Hohe Börde am 1. Januar 2010 kam der Ortsteil Brumby zur neu entstandenen Ortschaft Nordgermersleben und zur Gemeinde Hohe Börde. Seit 2012 besteht im Ort die von 15 Landwirten betriebene Biogasanlage Nordgermersleben. Auf der „Elfenwiese“ hat das Niederndodeleber Holunderkontor die erste Holunderplantage der Magdeburger Börde angepflanzt.

Datei:Brumbyinnen.JPG
Friedhofskapelle innen. Mit zwei Epitaphe d. Fam. v. Arnstedt.

Friedhofskapelle

Die Friedhofskapelle ist ein 1920 erbauter Putzbau mit Laterne. Im Jahr 1935 wurden hier die Sandsteinepitaphe des Erbauers der abgegangenen, 1712 erbauten Gutskirche und seiner Frau aufgestellt. Die Kapelle wurde 2012 saniert. Die Inschriften lauten

1. Tafel:

„Unter dem Arnstedtschen Wappen: Hier ruhet der weiland Hoch wolgebohrne Herr Herr Philip Christian von Arnstedt Sr: Königlichen Majestet in Preußen Hochverordneter Krieges Comißarius in Hertzogthum Magdeburg Erb-Herr auf Brunby welcher gebohren am 9 Octob: Anno 1665 Sich vermählet am 6 Novemb: Ao 1695 Mit Fräulein Felicitas von Veltheim aus dem Hause Alvensleben Mit welcher Er XI Söhne und 3 Töchter gezeuget, Ist seelig verstorben Anno 1716 an 10 Januar früh zwische 6 und 7 uhr Erwartend eine frölige Auferstehung und ewiges leben.

2. Tafel:

„In einem Stamm mit Weinranken sind das Arnstedtsche und das Veltheimsche Wappen eingefügt. Inschrift: Hier ruhet in Gott die weyland Hochwohlgebohrne Frau Frau Felicitas von Arnstedt gebohrne von Veltheim aus dem Hause Alvensleben. Sie war gebohr. den 11. May 1677. war vermählet d: 30ten Nov: 1695 mit dem Hochwohlgebohrnen Herrn Hrn. Philipp Christian von Arnstedt Königl: Preuß Kriegs Commißarium, und auf Brumby weiland mit welchem sie 50 Jahr in der Ehe gelebt und ist seelig verschieden den 31. Decem: 1749.

Persönlichkeiten

  • Der deutsche Verwaltungsjurist und Gutsbesitzer von Brumby Oskar von Arnstedt (1840–1914) verstarb im Ort.

Quellen (Auszug)

Literatur

  • Brumby, In: Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V. (Hrsg.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt. Band I: Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, S. 124.
  • Gut Brumby/Erholungs- und Altersheim Brumby, In: Johann Heinrich von Brunn: Geschichte der Provinzial-Sächsischen Genossenschaft des Johanniter-Ordens 1853 bis 1980. Bonner Universitäts-Buchdruckerei Gebr. Scheur, Bonn 1981, S. 50–51.
  • Brumby, In: Marie-Luise Harksen, Walter Engels, Hermann Goern: Die Kunstdenkmale des Kreises Haldensleben. E. A. Seemann, Leipzig 1961, S. 189–191.
  • Brumby/Fam. v. Arnstedt-Brumby, In: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1904. Fünfter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1903, S. 20–21.

Einzelnachweise

<references />

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