Bekleidungshaus Otto Werner
Das Bekleidungshaus Otto Werner war ein 1932 in Hannover eröffnetes Kaufhaus mit mehreren Filialen in Niedersachsen. Das Unternehmen schloss im Jahr 2001.<ref name="SLH">Waldemar R. Röhrbein: Werner - Otto W. Bekleidungshaus (siehe Literatur)</ref>
Geschichte
Die Firma wurde 1932 durch den Kaufmann Otto Werner (1884–1955) und seinen Neffen Werner Sauerwald (1910–1996) eröffnet, nachdem diese das Gebäude des in Konkurs gegangenen Kaufhauses Elsbach & Frank an der Osterstraße/Ecke Große Packhofstraße erworben hatten. Ähnlich wie ihre Vorgänger boten die Kaufleute Damen-, Herren- und Kinderoberbekleidung mit angegliederter Maßabteilung an.<ref name="SLH"/>
Durch die Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zwar teilzerstört,<ref name="SLH"/> war aber der einzige erhaltene Kaufhauskomplex der Stadt:<ref>Waldemar R. Röhrbein: Elsbach & Frank, „Kaufhaus zum Stern“. In: Stadtlexikon Hannover, S. 159</ref> Insbesondere die Fassade blieb weitgehend unbeschädigt und wurde 1988 restauriert.<ref name="SLH"/>
Andere Kaufhäuser hatten weniger Glück: So fiel etwa der gesamte gegenüberliegende Kaufhauskomplex von Sternheim & Emanuel, den Norbert Magis nach den Zwangs-„Arisierungen“ durch die damalige Stadtverwaltung gepachtet hatte, den Fliegerbomben zum Opfer.<ref>Waldemar R. Röhrbein: MAGIS, Norbert. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 243; online über Google-Bücher</ref> Nach dem Krieg startete das Kaufhaus Magis daher einen Neuanfang zunächst in einem Teil von Otto Werners Bekleidungshaus, bis der eigene Magis-Neubau am Kröpcke 1952 fertiggestellt war.<ref>Helmut Knocke, Hugo Thielen: Georgstraße 31/33. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 121</ref>
Otto Werner erkrankte in den frühen Wiederaufbaujahren; ab 1950 lag die Geschäftsführung allein in den Händen von Sauerwald. Dieser baute das Unternehmen bis zu seinem eigenen Ausscheiden erfolgreich aus: 1985 unterhielt die Firma zwei Bekleidungshäuser und drei Modemärkte in Hannover und anderen niedersächsischen Städten mit insgesamt rund 350 Beschäftigten.<ref name="SLH"/>
Gegen Ende der 1990er Jahre sanken die Umsätze aufgrund wachsenden Wettbewerbs kontinuierlich; 1999 wurde zunächst das Stammhaus in der Innenstadt Hannovers verkauft und 2001 schließlich der Betrieb aufgegeben. Seit 2002 bietet dort nun die international operierende spanische Modekette Zara ihre Bekleidung an.<ref name="SLH"/>
Literatur
- Waldemar R. Röhrbein: Werner – Otto W. Bekleidungshaus. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 672.
Weblinks
- Robin Beck: In der Innenstadt: Das ist das einzige erhaltene historische Kaufhausgebäude in Hannover in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 30. Juni 2024
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 52° 22′ 23,1″ N, 9° 44′ 13,8″ O
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