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Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg

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Meuselwitz–Ronneburg
Datei:Meuselwitz-Ronneburg-1902.png
Ausschnitt der Streckenkarte Sachsens 1902
Ausschnitt der Streckenkarte Sachsens 1902
Streckennummer (DB):6661; sä. MR
Kursbuchstrecke:145m (1934)
172h (1944, 1946)
172d (1965)
552 (1968)
Streckenlänge:27,15 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 17 
Minimaler Radius:300 m
<templatestyles src="BS/styles.css" />
von Zeitz
von Spora
0,00 Meuselwitz
nach Altenburg und nach Markkleeberg-Gaschwitz
4,70 Großröda
7,65 Starkenberg
0,00 Kayna
2,00
9,75
4,00
11,80
Dobitschen
6,80
14,59
Lumpzig
9,30
17,05
Reichstädt
11,80
19,50
Kilometrierungswechsel,
ehem. Anschlussbahngrenze
20,22 Großenstein (Kr Gera)
nach Drosen (Wismut-Werkbahn)
23,61 Beerwalde (Kr Schmölln)
Bundesautobahn 4
25,00 Anschlussbahngrenze
von Gößnitz
25,44 Raitzhain (Abzw, ehem. Bf)
nach Seelingstädt (Wismut-Werkbahn)
27,15 Ronneburg
nach Gera-Debschwitz

Die Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg war eine eingleisige Nebenbahn im Osten Thüringens, welche ursprünglich von den Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen erbaut und betrieben wurde. Von 1965 bis 1972 wurde die Strecke zwischen Meuselwitz und Großenstein abschnittsweise stillgelegt, der Abschnitt Dobitschen–Großenstein jedoch 1978 wieder in Betrieb genommen und der Werkbahn der Wismut GmbH angeschlossen. Seit 2014 liegt die Betriebsführung für die verbliebene Gesamtstrecke bei den Starkenberger Baustoffwerken GmbH.

Geschichte

Die Strecke wurde am 17. Oktober 1887 eröffnet. Teilweise musste sie, wie südlich von Meuselwitz, durch topografisch anspruchsvolles Gelände gebaut werden<ref>Beispiel: siehe Messtischblatt Nr. 4939 Meuselwitz, Digitalisat: Historische Messtischblätter (TK25) + Luftbilder aus Mitteleuropa. Abgerufen am 18. März 2026.</ref>, doch sicherte der Abbau von Braunkohle nahe der Strecke über lange Zeit ihre Auslastung. Auf Grund der Folgen des Bergbaus wurde sie jedoch zwischen Großröda und Meuselwitz im Frühjahr 1965 unterbrochen, am 28. Mai 1972 bis Großenstein stillgelegt und bis 1974 abgebaut.<ref name="Rbd Erfurt">Meuselwitz – Ronneburg (Thür.). In: Reichsbahndirektion Erfurt. Abgerufen am 8. August 2012.</ref> Bei Beerwalde errichtete die SDAG Wismut 1975 eine Verbindungsstrecke zum dortigen Werkbahnhof Beerwalde Gbf, über die fortan auch dreimal täglich von Montag bis Freitag Schichtarbeiterzüge von und nach Gera verkehrten. In Raitzhain konnten dank einer 1972 errichteten Personenverkehrsanlage die Kumpel aus Altenburg zusteigen.<ref name="Barteld" details="30, 36">Hans-Jürgen Barteld: Die Wismut-Bahn um Ronneburg. Kenning, Nordhorn 1998, ISBN 3-927587-92-3.</ref>

Datei:Fahrplan DR-Strecke 552 Sommer1969.png
Fahrplan im Sommer 1969

Da die Wismut zum Abbau der Uran-Lagerstätten in Thüringen im Versatzabbau große Mengen Sand benötigte, wurde die Strecke ab der nördlichen Ausfahrt von Großenstein bis zum Streckenkilometer 9,75 als Werkbahn neu errichtet und nahm bereits 1978 zunächst mit provisorischer Betriebstechnik wieder ihren Betrieb auf. Bei Streckenkilometer 9,75 wurde ein etwa 2 km langer Neubau bis zur Sandgrube Kayna beim heute zu Starkenberg gehörigen Ortsteil Kraasa errichtet. Bis 1979 wurden die beiden Bahnhöfe Kayna und Großenstein sowie mehrere Halbschrankenanlagen und eine Vollschranke neu errichtet und mit damals modernster Technik ausgestattet (Gleisbildstellwerke, automatischer Streckenblock). Die Betriebsführung einschließlich der technischen Betreuung der Bahnanlagen übernahm die Wismut-Werkbahn, die auch die Fahrdienstleiter komplett stellte.<ref name="Barteld" details="40" /> 1979 wurde eine Verbindungskurve aus Richtung Großenstein zum Werkbahnhof Beerwalde Gbf errichtet, die einen direkten Sandzugverkehr von Kayna über Beerwalde zum Versatzwerk in Löbichau ermöglichte. Die in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre eingebauten kieselsäurehaltigen Betonschwellen wiesen zunehmend Schäden auf und mussten ab 1984 ausgetauscht werden.<ref name="Barteld" details="62" /> 1989 wurde der Bahnhof Kayna auf Fernbedienung von Großenstein aus umgestellt.

Mit dem Winterfahrplan 1990/91 wurde der Arbeiterverkehr eingestellt, die Bahnhofsanlagen in Beerwalde Gbf wurden im Herbst 1997 stillgelegt und abgebrochen.<ref name="Barteld" details="83" /> Bis heute wird jedoch im Tagebau Kayna Sand abgebaut und über die Strecke Kayna–Großenstein–Raitzhain transportiert. Am 26. Februar 1998 erfolgte die offizielle Einstellung des Betriebes des von der Deutschen Bahn AG übernommenen Abschnitts Großenstein–Raitzhain durch das Eisenbahn-Bundesamt und der Verkauf an die Wismut GmbH.<ref name="Rbd Erfurt" /> Der Betrieb lief ohne Unterbrechung reibungslos weiter. Seit dem 1. März 2014 liegt die Betriebsführung für die Gesamtstrecke bei den Starkenberger Baustoffwerken GmbH.<ref>eisenbahn-magazin, Heft 5, 2014, S. 20</ref>

Streckenbeschreibung

Streckenverlauf

Die Strecke zweigte aus dem Bahnhof Meuselwitz nach Süden ab und erreichte über eine große S-Kurve mit etwa 20 Promille Steigung den auf einem Höhenrücken liegenden Bahnhof Großröda, wobei der nordöstlich davon liegende Braunkohlen-Tagebau Zechau (1959 geschlossen, kein Anschluss an die Strecke) passiert wurde. Im weiteren Verlauf wurde nördlich von Dobraschütz der heute noch betriebene Abschnitt mit der Verlängerung zur Sandgrube Kayna (der Ort selbst gehört zu Zeitz in Sachsen-Anhalt) erreicht. Ab Dobitschen verläuft die Strecke bis Lumpzig zunächst entlang der Grenze zu Sachsen-Anhalt und trifft zwischen Reichstädt und Großenstein auf den Lauf der Großensteiner Sprotte. Da sich der Abschnitt von Großenstein bis Raitzhain nach Wiederinbetriebnahme durch die Wismut-Werkbahn weiterhin in Besitz der Deutschen Reichsbahn befand, kommt es an der Einfahrt des Bahnhofes Großenstein zu einem Wechsel in der Streckenkilometrierung.

Zwischen den Stationen Großenstein (Kr Gera) und Beerwalde (Kr Schmölln) zweigte zwischen 1975 und 1997 über das Gleisdreieck Beerwalde Süd W 11–Beerwalde Nord W 22–Bf Beerwalde die von der Wismut-Werkbahn betriebene Bahnstrecke Beerwalde–Drosen ab, welche inzwischen komplett zurückgebaut wurde. Am ehemaligen Haltepunkt Beerwalde hat die Strecke mit 318 Metern über NHN ihren höchsten Punkt. Bei Raitzhain wird in einer langgezogenen Rechtskurve die Bundesautobahn 4 unterquert und die Bundesstraße 7 niveaugleich gekreuzt, bevor die Bahnstrecke Gößnitz–Gera erreicht wird. Obwohl die Strecke nur bis Raitzhain gebaut wurde (km 25,44), geht die Kilometrierung weiter bis Ronneburg (km 27,15).<ref name="Rbd Erfurt" />

Betriebsstellen

Meuselwitz

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Datei:MeuselwitzBf7.JPG
Bahnhof Meuselwitz

Der Bahnhof Meuselwitz wurde am 19. Juni 1872 gemeinsam mit der Bahnstrecke Zeitz–Altenburg eröffnet. Am 7. September 1874 wurde die Bahnstrecke nach Leipzig (Meuselwitz-Gaschwitz) und am 17. Oktober 1887 die Bahnstrecke nach Ronneburg eröffnet. Seit Juni 1942 führte die Bahnstrecke Regis-Breitingen–Meuselwitz durch das nördliche Meuselwitz-Altenburger Braunkohlerevier. Der Bahnhof Meuselwitz trug folgende Namen:

  • bis 1929: Meuselwitz
  • bis 1953: Meuselwitz (Thür)
  • seit 1953: Meuselwitz

Aufgrund des Braunkohleabbaus wurde der Abschnitt Meuselwitz–Großröda der Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg im Jahr 1965 stillgelegt. Durch den Aufschluss der Tagebaue Zwenkau und Groitzscher Dreieck wurde die Bahnstrecke nach Leipzig in den 1970er Jahren zwischen Lucka und Groitzsch unterbrochen und abgetragen. Danach wurde der verbliebene Streckenabschnitt nach Lucka bis zum 23. Mai 1993 im Güterverkehr betrieben.

Anfang 2004 wurde der Personenverkehr zwischen Altenburg und Zeitz eingestellt. Auf dem Teilstück Zeitz–Meuselwitz verkehrten bis 2013 noch Kohlezüge vom Tagebau Profen zur Versorgung des Kraftwerkes in Mumsdorf<ref>Das Kraftwerk Mumsdorf auf www.ostkohle.de</ref> und vereinzelte Züge zur Schotterrecyclinganlage Kriebitzsch. Heute werden die Gleisanlagen des Bahnhofes noch zum Abstellen von Wagen durch die INVEHO WBA GmbH (Waggonbau Altenburg) genutzt. Zudem wird die schmalspurige Bahnstrecke Regis-Breitingen–Meuselwitz im Museumsbetrieb befahren.

Der Bahnhof Meuselwitz wurde zum Kulturbahnhof ausgebaut; das stattliche Empfangsgebäude und ein durch die Kohlebahn genutzter Lokschuppen sind bis heute erhalten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Kulturbahnhof Meuselwitz auf der Tourismusseite Altenburg (Memento vom 9. September 2017 im Internet Archive)</ref><ref>Der Bahnhof Meuselwitz auf www.sachsenschiene.net</ref> Der Bahnshofsteil, in dem die Züge der Bahnstrecke Gaschwitz–Meuselwitz über Groitzsch hielten, wurde im Jahr 2009 durch die Kohlebahn auf eine Spurweite von 900 mm umgespurt.<ref>www.ferkeltaxe.de</ref>

Großröda

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Datei:Ehemaliger Standort des Bahnhofs Großröda.jpg
Ehemaliger Standort des Bahnhofs Großröda (2019)

Der Bahnhof Großröda wurde am 17. Oktober 1887 als Haltestelle eröffnet, die 1905 zum Bahnhof gewidmet wurde. Er befand sich nordwestlich von Großröda in der Nähe des von 1900 bis 1960 betriebenen Eugenschachts, zu dem eine kurze Anschlussbahn führte. Das Empfangsgebäude von 1887 wurde um 1905 um einen Dienstraum und 1922 um einen Warteraum erweitert. Weiterhin besaß die Station einen Wagenkasten, eine Laderampe, einen Abort und drei Gleise. Das Abstellgleis 4 wurde im Jahr 1900 in Betrieb genommen. 1924 erhielt die Station ein Wohnhaus für vier Familien, welches bis heute am Standort erhalten ist.

Ab 1965 endeten die meisten Reisezüge von Ronneburg in Großröda und wurden bis Meuselwitz durch Busse ersetzt, da der völlig abgewirtschaftete Endabschnitt der Strecke nur noch Geschwindigkeiten unter 10 km/h zuließ.<ref>DSO-Team: Meuselwitz -- Ronneburg 1960er Jahre. Abgerufen am 23. März 2026.</ref> Die beiden täglich durchfahrenden Zugpaare benötigten rund 40 Minuten für knapp 5 km. Bald danach wurde der Verkehr ganz eingestellt und Großröda zum planmäßigen Endpunkt der Strecke. Am 26. September 1971 wurde die Station außer Betrieb genommen und später das Empfangsgebäude abgerissen.<ref>Der Bahnhof Großröda auf www.sachsenschiene.net</ref> Die Stilllegung des Streckenabschnitts Großröda–Großenstein erfolgte am 28. Mai 1972. Bis 1974 wurde er abgebaut.

Datei:Fahrplan DR-Strecke 172d Sommer1965.png
Sommerfahrplan 1965

Starkenberg

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Datei:EhemaligerBahnhofKostitz.JPG
Ehemaliger Haltepunkt Starkenberg in Kostitz, Empfangsgebäude

Der Haltepunkt Starkenberg wurde am 17. Oktober 1887 unter dem Namen Kostitz eröffnet. Nach der 1950 erfolgten Eingemeindung von Kostitz nach Starkenberg trug er ab 1955 den Namen Starkenberg. Das 1887 erbaute Empfangsgebäude ist jetzt ein Wohnhaus mit Gaststätte.<ref>Kostitz auf der Website der Gemeinde Starkenberg Abgerufen im Internet am 12. Mai 2012</ref> Mit der Einstellung des Schienenverkehrs auf dem Abschnitt Großröda–Großenstein wurde die Station am 26. September 1971 außer Betrieb genommen und die Gleise bis 1974 abgebaut.<ref>Der Haltepunkt Starkenberg auf www.sachsenschiene.net</ref>

Kayna {{#coordinates:50.980778|12.274496||dim=|name=Güterbahnhof Kayna/Sandgrube|region=DE-TH|type=landmark}}

Der Güterbahnhof Kayna/Sandgrube im heutigen Starkenberger Ortsteil Kraasa, am 2. Januar 1978 eröffnet<ref>Der Güterbahnhof Kayna/Sandgrube auf www.sachsenschiene.net</ref>, entstand am Ende einer etwa zwei Kilometer langen Neubaustrecke, die am Streckenkilometer 9,75 von der alten Trasse abzweigt. Das auf dieser liegende Gleis wurde ab Großenstein ebenfalls nach dem Abbau 1974 neu errichtet, das Stellwerk am 15. August 1977 in Betrieb genommen. Die sehr ergiebige Sandgrube lieferte ursprünglich Versatzmaterial für den Uranbergbau der SDAG Wismut; heute wird der Sand, dank der leistungsfähigen Bahnanbindung, deutschlandweit zu Großbaustellen geliefert.

Die Betriebsstelle heißt heute Kayna (Ril100-Abkürzung DKY) und ist nicht zu verwechseln mit den Stationen Kayna und Kaynaer Quarzwerke der von 1901 bis 1970 betriebenen schmalspurigen Bahnstrecke Gera-Pforten–Wuitz-Mumsdorf, welche sich auf der Flur von Kayna jenseits der damaligen Bezirksgrenze GeraHalle bzw. heutigen Landesgrenze ThüringenSachsen-Anhalt befanden.

Dobitschen {{#coordinates:50.961406|12.268727||dim=|name=Bahnhof Dobitschen|region=DE-TH|type=landmark}}

Datei:Bahnhof Dobitschen-Oberkossa.jpg
Ehemaliger Bahnhof Dobitschen, Empfangsgebäude

Der Bahnhof Dobitschen wurde am 17. Oktober 1887 als Haltestelle in Betrieb genommen und 1905 zum Bahnhof gewidmet. Er verfügte über ein Empfangsgebäude und ein Wirtschaftsgebäude, die bis heute in saniertem Zustand erhalten sind. Weiterhin besaß die Station einen Güterschuppen und eine Laderampe.

Mit der Einstellung des Schienenverkehrs auf dem Abschnitt Großröda–Großenstein wurde die Station am 28. Mai 1972 außer Betrieb genommen. Die 1974 demontierten Gleise wurden im Zuge des Anschlusses der Sandgrube Kayna im Jahr 1978 wieder verlegt, jedoch blieb die Station Dobitschen geschlossen.<ref>Der Bahnhof Dobitschen auf www.sachsenschiene.net</ref>

Lumpzig {{#coordinates:50.940648|12.249455||dim=|name=Haltestelle Lumpzig|region=DE-TH|type=landmark}}

Datei:Bahnhof Großbraunshain.jpg
Ehemalige Haltestelle Lumpzig, vormals Großbraunshain, Empfangsgebäude

Die Haltestelle Lumpzig wurde am 17. Oktober 1887 unter dem Namen Großbraunshain in Betrieb genommen, obwohl sie in der Nähe des Orts Hartha liegt. 1905 erfolgte die Widmung zum Bahnhof, jedoch wurde die Station später wieder als Haltestelle geführt. Nach der am 1. Juli 1950 erfolgten Eingemeindung von Großbraunshain nach Lumpzig wurde am 17. Mai 1953 der Stationsname in Lumpzig geändert.

Die Station verfügte über ein Empfangsgebäude, Wirtschaftsgebäude, eine Wasserstation, eine Bahnmeisterei und ein Gebäude der BHG, welche bis in die Gegenwart erhalten sind.<ref>Die Haltestelle Lumpzig auf www.sachsenschiene.net</ref> Mit der Einstellung des Schienenverkehrs auf dem Abschnitt Großröda–Großenstein wurde die Station am 28. Mai 1972 außer Betrieb genommen. Nach der Neuverlegung der Gleise im Jahr 1974 blieb die Station geschlossen.

Reichstädt {{#coordinates:50.927518|12.226872||dim=|name=Haltestelle Reichstädt|region=DE-TH|type=landmark}}

Datei:FrankenauR-Bf.JPG
Ehemalige Haltestelle Reichstädt, vormals Frankenau, Empfangsgebäude

Die Haltestelle Reichstädt wurde am 17. Oktober 1887 als Haltestelle Frankenau eröffnet und 1905 zum Bahnhof geweiht. 1933 erfolgte die Herabstufung zur Haltestelle. Die Station trug folgende Namen:

  • bis 1906: Frankenau
  • bis 1911: Frankenau i. S.-A.
  • bis 1922: Frankenau (S.-Altenbg.)
  • bis Mai 1953: Frankenau (Thür)
  • bis Oktober 1953: Frankenau (Kr Schmölln)
  • seit Oktober 1953: Reichstädt (nach der 1950 erfolgten Eingemeindung)

Die Station verfügte über ein Empfangsgebäude, welches heute noch vorhanden ist.<ref>Der Bahnhof Reichstädt auf www.sachsenschiene.net</ref> Mit der Einstellung des Schienenverkehrs auf dem Abschnitt Großröda–Großenstein wurde die Station am 28. Mai 1972 außer Betrieb genommen. Nach der Neuverlegung der Gleise im Jahr 1974 blieb die Station geschlossen.

Großenstein (Kr Gera) {{#coordinates:50.903270|12.202188||dim=|name=Bahnhof Großenstein (Kr Gera)|region=DE-TH|type=landmark}}

Datei:Bahnhof Großenstein (Kr Gera), Empfangsgebäude.jpg
Ehemaliger Bahnhof Großenstein (Kr Gera), Empfangsgebäude

Der Bahnhof Großenstein (Kr Gera) wurde am 17. Oktober 1887 als Haltestelle Großenstein i. S.-A. eröffnet und 1905 zum Bahnhof geweiht. 1911 erfolgte die Umbenennung in Großenstein (S.-Altenbg.) und 1922 in Großenstein (Kr Gera). Neben dem Empfangsgebäude besaß die Station ein Wirtschaftsgebäude, welche beide heute noch vorhanden sind.<ref>Der Bahnhof Großenstein (Kr Gera) auf www.sachsenschiene.net</ref>

Mit der Einstellung des Schienenverkehrs auf dem Abschnitt Großröda–Großenstein wurde die Station am 28. Mai 1972 zum Güterbahnhof gewidmet. Die Gleise in Richtung Meuselwitz wurden daraufhin abgerissen, im Jahr 1974 jedoch zur Erschließung der Sandgrube Kayna ab der nördlichen Ausfahrt von Großenstein bis zum Kilometer 9,75 als Werksbahn neu errichtet. Die Wismut-Werksbahn nahm bereits 1978 zunächst mit provisorischer Betriebstechnik wieder ihren Betrieb auf. Im gleichen Jahr erfolgte die Inbetriebnahme des Stellwerks B1. Bis 1979 wurde der Bahnhof Großenstein neu errichtet. Weiterhin wurde 1979 eine Verbindungskurve aus Richtung Großenstein zum Werkbahnhof Beerwalde errichtet, die einen direkten Sandzugverkehr von Kayna über Beerwalde zum Versatzwerk in Löbichau ermöglichte.

Mit der am 26. Februar 1998 erfolgten offiziellen Stilllegung des von der Deutschen Bahn AG übernommenen Abschnitts Großenstein–Raitzhain durch das Eisenbahn-Bundesamt ging der Güterbahnhof Großenstein am 30. April 1998 außer Betrieb.

Beerwalde (Kr Schmölln) {{#coordinates:50.876116|12.216005||dim=|name=Haltepunkt Beerwalde (Kr Schmölln)|region=DE-TH|type=landmark}}

Datei:Bahnhof Beerwalde (Kr Schmölln), Empfangsgebäude (1).jpg
Ehemaliger Bahnhof Beerwalde (Kr Schmölln), Empfangsgebäude (2019)

Die Haltestelle Beerwalde wurde am 17. Oktober 1887 eröffnet und 1905 zum Bahnhof geweiht. Die Station trug folgende Bezeichnungen:

  • bis 1911: Beerwalde i. S.-A.
  • bis 1922: Beerwalde (S.-Altenbg.)
  • bis 1953: Beerwalde (Thür)
  • seit 1953: Beerwalde (Kr Schmölln)

Seit 1933 wurde die Station als Haltestelle, später nur noch als Haltepunkt geführt. Die Station verfügte über ein Empfangsgebäude, einen Güterschuppen, eine Gleiswaage und eine Laderampe. Das Empfangsgebäude ist bis heute erhalten.<ref>Der Haltepunkt Beerwalde (Kr Schmölln) auf www.sachsenschiene.net</ref> Mit der Einstellung des Personenverkehrs auf der Gesamtstrecke Meuselwitz–Ronneburg wurde die Station im Westen von Beerwalde am 28. Mai 1972 außer Betrieb genommen.

Seit 1975 zweigte an der nördlichen Stationsausfahrt die von der SDAG Wismut errichtete Bahnstrecke Beerwalde–Drosen ab. Kurz hinter dem Abzweig im Nordwesten von Beerwalde war zwischen 1975 und 1997 der Werkbahnhof Beerwalde (Kr Schmölln) Gbf in Betrieb, über den zu Spitzenzeiten dreimal täglich von Montag bis Freitag Schichtarbeiterzüge der Wismut-Werkbahn von und nach Gera Hbf verkehrten. Zwei Hauptsignale der ehemaligen Abzweigstelle Beerwalde sind heute noch als Blocksignale in Betrieb.

Raitzhain {{#coordinates:50.864414|12.204138||dim=|name=Abzw Raitzhain|region=DE-TH|type=landmark}}

In Raitzhain, zunächst Blockstelle, wurde ab 1887 die von Norden kommende Strecke Meuselwitz–Ronneburg in die seit 1865 bestehende Bahnstrecke Gera–Gößnitz eingebunden. Die ab 24. April 1968 komplett befahrbare Bahnstrecke Seelingstädt–Paitzdorf der SDAG Wismut, auf der zunächst nur Güterzüge fuhren, wurde ebenfalls dort mit den Bahnstrecken Gößnitz–Gera und Großröda–Ronneburg verbunden.

Der starke Berufsverkehr der SDAG Wismut führte bis 1972 zum Bau eines Kreuzungs- und Wendegleises, eines neuen Stellwerks und von Personenbahnsteigen mit Tunnelzugang in Raitzhain; die Abzweigstelle wurde zum 25. September 1973 zum Bahnhof erhoben.<ref>Der Abzw Raitzhain auf www.sachsenschiene.net</ref> Der unbesetzte Personenbahnhof Raitzhain wurde damit zum Umstiegsbahnhof der Wismut-Beschäftigten zwischen den Zügen der Relationen Beerwalde–Gera und Altenburg–Schmirchau.<ref name="Barteld" details="30, 36" /> Mit Fertigstellung eines zweiten Personenbahnsteigs in Schmirchau 1973 konnten auch direkte Schichtarbeiterzüge von und nach Gera fahren, wobei diese Züge durch den Richtungswechsel in Raitzhain als „Sandwichzug“ mit zwei Lokomotiven gefahren wurden.

In den 1970er und 1980er Jahren war Raitzhain zu einer Zugangsstelle des öffentlichen Reiseverkehrs geworden, an der während der Berufsverkehrszeiten auch reguläre Züge der Strecke Gößnitz–Gera hielten.<ref>Fahrplan beispielsweise: Kursbuch der Deutschen Reichsbahn, Binnenverkehr, Jahresfahrplan 1983/1984, Fahrplantabellen der Strecke 550, Seiten 166 bis 169</ref> Die Wismut-Züge waren zwischen Altenburg und Gera (mit Umstieg in Raitzhain) für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Mit der Einstellung des Wismut-Verkehrs nach 1990 wurde Raitzhain wieder zur Abzweigstelle zurückgestuft sowie die Bahnsteige und das zweite Gleis entfernt. Die Anschlussbahnen wurden zum 1. März 2014 einschließlich Personal und Fahrzeuge von den Starkenberger Baustoffwerken GmbH (SBW) übernommen.<ref name="Wismut_201403">Wismut-Anschlussbahn durch die Starkenberger Baustoffwerke GmbH übernommen (Pressemitteilung). Wismut GmbH, 28. März 2014, abgerufen am 18. Mai 2014.</ref>

Ronneburg (Thür) {{#coordinates:50.859584|12.182325||dim=|name=Bahnhof Ronneburg (Thür)|region=DE-TH|type=landmark}}

Datei:RonneburgBf.JPG
Bahnhof Ronneburg (Thür) nach Abriss des Empfangsgebäudes

Der Bahnhof Ronneburg (Thür) wurde am 28. Dezember 1865 unter dem Namen Ronneburg an der Bahnstrecke Gößnitz–Gera eröffnet. Ab 1887 war die Station zusätzlich der Endpunkt der Bahnstrecke von Meuselwitz, die nach 1972 für den öffentlichen Schienenverkehr stillgelegt wurde und danach auf einen Teilabschnitt bis 1990 dem Schichtverkehr Wismut-Werkbahn im Ronneburger Uranbergbaugebiet diente. Nach 1990 wurde diese Strecke von der Wismut GmbH und seit 2014 von der Starkenberger Baustoffwerke GmbH (SBW) betrieben.

Die Station trug bisher folgende Namen:

  • bis 1914: Ronneburg
  • bis 1922: Ronneburg (S.-Altenbg.)
  • seit 1922: Ronneburg (Thür)

Die Station verfügte u. a. über ein Empfangsgebäude, eine Lokschuppen und mehrere Güterschuppen. 1887 und 1897 wurden die Stellwerke in Betrieb genommen. 1895 erfolgte der Abriss der Wasserstation und 1935 wurde der Lokbahnhof aufgelöst. Im Jahr 2007 wurden das Empfangs- und das Wirtschaftsgebäude abgerissen. Der Lokschuppen ist noch vorhanden. Die Station verfügt momentan über drei Gleise.

Fahrzeugeinsatz

In den 1960er Jahren bis zum Ende des öffentlichen Verkehrs auf der Strecke wurde vorzugsweise die Dampflok-Baureihe 58.30 eingesetzt, teilweise noch mit Behelfspersonenwagen.<ref>Fotos in: DSO-Team: Meuselwitz -- Ronneburg 1960er Jahre. Abgerufen am 23. März 2026.</ref> Der Schichtarbeiterverkehr von und nach Beerwalde (ab 1984 Drosen) wurde von der Deutschen Reichsbahn mit der Baureihe 118 und Doppelstock-Gliederzügen, in den 1980er Jahren dann mit Zügen aus Doppelstock-Einzelwagen durchgeführt. Typisch für den Sandzugverkehr war lange Zeit der Einsatz der Baureihe V 200, von der die Wismut-Werkbahn seit den 1970er Jahren mehrere eigene Exemplare besaß. Seit 1997 setzte die Wismut-Werkbahn als V 300 bezeichnete, grün-weiß lackierte sechsachsige Lokomotiven der Baureihe 232 ein, die später beim Übergang der Strecke auf die Starkenberger Baustoffwerke mit übernommen wurden.<ref>Wismut-Werkbahn Fotos. In: Bahnbilder.de. Abgerufen am 14. August 2012.</ref> Diese wurden in den 2020er Jahren durch Hochleistungs-Lokomotiven der Typen Voith Maxima und Stadler Eurodual (Zweikraftlokomotiven) ersetzt. Mit letzteren können schwerste Züge durchgehend von der Sandgrube Kayna unter Nutzung des elektrifizierten Streckennetzes zum Kunden gefahren werden.<ref>Starkenberger Gruppe: Logistik-Bahntransporte. Abgerufen am 23. März 2026.</ref>

Weblinks

Commons: Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />