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Artin-Mazursche Zeta-Funktion

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In der Mathematik ist die nach Michael Artin and Barry Mazur benannte Artin-Mazursche Zeta-Funktion ein Hilfsmittel beim Studium iterierter Funktionen in dynamischen Systemen. Sie wird gelegentlich auch als topologische Zeta-Funktion bezeichnet.

Artin und Mazur haben diese Zeta-Funktion im Jahr 1965 eingeführt.<ref>Michael Artin, Barry Mazur: On periodic points. In: Annals of Mathematics. 81, 1965, S. 82–99.</ref> Diese Funktion wurde dann von Stephen Smale weiter untersucht und allgemein bekannt gemacht.<ref>Stephen Smale: Differential dynamical systems. In: Bulletin of the American Mathematical Society. 73, 1967, S. 747–817.</ref>

Die Artin-Mazursche Zeta-Funktion wird als formale Potenzreihe definiert:

<math>\zeta_f(z)=\exp \sum_{n=1}^\infty \textrm{card}\left(\textrm{Fix} (f^n)\right) \frac {z^n}{n},</math>

Dabei bezeichnet <math>\textrm{Fix} (f^n)</math> die Menge der Fixpunkte der <math>n</math>-ten Iteration der Funktion <math>f</math>, und <math>\textrm{card}(\textrm{Fix} (f^n)</math> die Kardinalität dieser Menge von Fixpunkten. Dabei sind hier nur endliche Kardinalitäten zugelassen.

Die Artin-Mazursche Zeta-Funktion ist eine topologische Invariante, das heißt, sie ist invariant unter topologischen Konjugationen. Damit verbindet sie lokale Eigenschaften der Funktion <math>f</math> mit globalen Eigenschaften der von den diskreten Trajektorien (Orbits) erzeugten Mannigfaltigkeit.

Umfassende Konvergenzuntersuchungen wurden von William Parry und Mark Pollicott durchgeführt.<ref>William Parry, Mark Pollicott: Zeta functions and the periodic orbit structure of hyperbolic dynamics. In: Astérisque. vol. 187-188, 1990, Société Mathématique de France, Paris.</ref>

Eine Weiterentwicklung der Artin-Mazursche Zeta-Funktion in der Theorie der dynamischen Systeme erfolgte durch David Ruelle, Viviane Baladi und andere zur Ruelleschen Zeta-Funktion und dynamischen Zeta-Funktion.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />