Zum Inhalt springen

Algerische Streitkräfte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
AlgerienDatei:Flag of Algeria.svg Algerische Streitkräfte
Armée nationale populaire
الجيش الوطني الشعبي الجزائري
Datei:ANP.png
Führung
Oberbefehlshaber: Präsident Abdelmadjid Tebboune
Militärischer Befehlshaber: Generalleutnant Said Chengriha
Militärische Führung: Generalstab
Sitz des Hauptquartiers: Algier
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 139.000<ref name=":IISS">International Institute for Strategic Studies (Hrsg.): The Military Balance 2023. 123. Auflage. Taylor & Francis, 2023, ISBN 978-1-03-250895-5, S. 315–317.</ref>
Reservisten: 150.000
Wehrpflicht: 12 Monate<ref name=":CIA">The World Factbook–Algeria. Central Intelligence Agency, abgerufen am 29. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Wehrtauglichkeitsalter: 19. – 30. Lebensjahr<ref name=":CIA" />
Paramilitärische Kräfte: 187.200
Haushalt
Militärbudget: 25 Mrd. US‑$ (2025)<ref name="Budget2025">PLF 2025 : Un budget de 25 milliards de dollars pour renforcer la défense algérienne. algerie360.com, 14. Oktober 2024, abgerufen am 15. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 8,2 % (2023)<ref>TRENDS IN WORLD MILITARY EXPENDITURE 2023. Stockholm International Peace Research Institute, April 2024, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref>
Geschichte
Gründung: 1962

Die algerischen Streitkräfte ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), arabisch الجيش الوطني الشعبي الجزائري) sind das Militär der Demokratischen Volksrepublik Algerien. Sie umfassen 139.000 Soldaten, die sich in die Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine gliedern. Des Weiteren unterstehen dem Verteidigungsministerium die Gendarmerie, die Grenzwache und weitere paramilitärische Verbände.

Geschichte

Während des Algerienkrieges existierte die Armee de Libération Nationale als Militärorganisation der Front de Libération nationale. Nach dem Algerienkrieg und der daraus folgenden wurde die Armée National populaire als nationale Streitkräfte Algeriens gebildet. In ihnen spielte die außerhalb Algeriens in Tunesien und Marokko gebildete äußere Armee der FLN die dominante Rolle. Die im Land in verschiedenen Bezirken organisierten Guerillas sollten in der Armée nationale populaire aufgehen. Im Herbst 1962 kurz nach der Unabhängigkeit des Landes waren die Auslandseinheiten in kurze Gefechte gegen Teile der inländischen Guerilla verwickelt, welche sich dem sich durchsetzenden Machtblock aus Politikern um Ahmed Ben Bella und Militärs aus der Auslandsorganisation um Houari Boumedienne nicht beugen wollten.<ref>John Ruedy: Modern Algeria – The Origins and Development of a Nation. 2. Auflage. Bloomington, 2005, S. 193f</ref>

Waffenkäufe und Verteidigungsetat

Algerien ist weitgehend auf Waffenlieferungen aus dem Ausland angewiesen. Mittlerweile wird allerdings in die heimische Rüstungsindustrie investiert, dabei spielen ausländische Unternehmen, besonders aus Italien und Deutschland, eine wichtige Rolle.<ref name=":IISS" />

Seit 2005 werden die algerischen Streitkräfte mit modernen russischen Waffen ausgerüstet. Algerien investiert verstärkt in moderne Systeme aus russischer Produktion und fungiert in einigen Systemen als einziger Nutzer außerhalb der Russischen Föderation. So wurden T-90 Kampfpanzer, BMP-3 Schützenpanzer, Mil Mi-28 Kampfhubschrauber, sowie Suchoi Su-30 Mehrzweckkampfflugzeuge importiert. Es gibt Bemühungen, russische Tarnkappenjets des Typs Suchoi Su-57 anzuschaffen.<ref name="atalayar">Juan Peña: Russia-Algeria axis: 12 billion military contract under negotiation. In: atalayar.com. 2. November 2022, abgerufen am 26. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Inzwischen stammen zwei Drittel der militärischen Ausrüstung aus Russland.<ref>Hans-Christian Rössler: Russlands Krieg macht Algerien reich. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. Oktober 2022, abgerufen am 26. Februar 2023.</ref>

China wird ein immer wichtigerer Waffenlieferant für Algerien. 2015 wurden drei Fregatten aus dem asiatischen Land importiert. Des Weiteren kaufte das nordafrikanische Land mehrere Panzerhaubitzen, Fahrzeuge und Drohnen von China.<ref name="trade">Trade Registers. Stockholm International Peace Research Institute, abgerufen am 26. Februar 2023.</ref>

Aber auch Europa bleibt ein wichtiger Partner für Algerien. Seit den 2010er-Jahren werden Transportpanzer Fuchs und Fregatten des Typs Meko 200 aus Deutschland beschafft. Aus Italien bezog Algerien mehrere Hubschrauber für seine Marine und Luftwaffe.<ref name="trade" />

Bis zum Jahr 2023 möchte Algerien den Verteidigungsetat auf 23 Milliarden US-Dollar erhöhen. Grund dafür sind wachsende Spannungen mit dem Nachbarland Marokko.<ref name="etat">Margarita Arredondas: Algeria tries to hide its large military budget through the finance ministry. In: atalayar.com. 4. Januar 2023, abgerufen am 26. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Möglich ist diese Etaterhöhung wegen der gestiegenen Energiekosten infolge des Ukraine-Kriegs.<ref name="atalayar" />

Wehrpflicht und Reserve

Es besteht eine allgemeine Wehrpflicht, der 12-monatige Wehrdienst kann jedoch nur beim Heer abgeleistet werden. Nach einer sechsmonatigen allgemeinen militärischen Grundausbildung erfolgt in der Regel ein Einsatz im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit.<ref name=":CIA" />

Dem Heer stehen zusätzlich 150.000 Reservisten im Mobilmachungsfall zur Verfügung. In diesem Fall ist eine Einberufung bis zum 50. Lebensjahr möglich.<ref name=":IISS" />

Heer

Datei:Tanks-Algeria.JPG
T-72 des algerischen Heeres

Das Algerische Heer (الجيش الوطني الشعبي) hat eine Stärke von etwa 110.000 Soldaten. Zum Inventar zählen u. a. über 600 Kampfpanzer T-90.<ref name=":IISS" />

Luftwaffe

Datei:Mig29-Algeria.jpg
MiG-29 der algerischen Luftwaffe

Die Algerischen Luftstreitkräfte (القوات الجوية الجزائرية) (einschließlich der Luftverteidigung) haben eine Stärke von etwa 14.000 Soldaten. Sie verfügen u. a. über S-300PMU Flugabwehrsysteme, 33 Luftüberlegenheitsjäger MiG-29, 57 Mehrzweckjäger Su-30 und 17 Hubschrauber Mil Mi-28.<ref name=":IISS" /><ref>World Air Forces 2023. (PDF) Flight International, abgerufen am 26. Februar 2023.</ref>

Marine

Die Algerische Marine (القوات البحرية الجزائرية) hat eine Stärke von etwa 15.000 Soldaten. Die Marine verfügt über mehrere moderne Fregatten der Klassen Adhafer aus China und MEKO 200 aus Deutschland. Des Weiteren stehen mehrere ältere U-Boote der Kilo-Klasse zur Verfügung.<ref name=":IISS" />

Gendarmerie Nationale

Die Gendarmerie Nationale mit 20.000 Mann gliedert sich in sechs Regionen, analog zu den Militärregionen des Heeres. Sie untersteht dem algerischen Verteidigungsministerium.

Die Grundausbildung der Gendarmerie findet in Sidi Bel Abbes statt, die Offiziersschule befindet sich in Isser.

An Fahrzeugen stehen u. a. Panhard AML-60/M3 und Fahd zur Verfügung.<ref name=":IISS" />

Weitere Verbände

Dem Verteidigungsministerium untersteht des Weiteren die Grenzwache und ca. 150.000 Mann lokale Milizen und Selbstverteidigungstruppen.

Siehe

Weblinks

Commons: Algerische Streitkräfte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Klappleiste/Anfang

Ägypten1 | Algerien | Angola | Äquatorialguinea | Äthiopien | Benin | Biafra3 | Botswana | Burkina Faso | Burundi | Dschibuti | Elfenbeinküste | Eritrea | Eswatini | Gabun | Gambia | Ghana | Guinea-Bissau | Guinea | Kamerun | Kap Verde | Kenia | Komoren | Kongo (Dem. Rep.) | Kongo (Rep.) | Lesotho | Liberia | Libyen | Madagaskar | Malawi | Mali | Marokko | Mauretanien | Mauritius2 | Mosambik | Namibia | Niger | Nigeria | Ruanda | Sambia | São Tomé und Príncipe | Senegal | Seychellen | Sierra Leone | Simbabwe | Somalia | Somaliland3 | Sudan | Südafrika | Südsudan | Tansania | Togo | Tschad | Tunesien | Uganda | Westsahara3 | Zentralafrikanische Republik

1 Der Sinai wird Asien zugerechnet.  2 Keine eigenen Streitkräfte.  3 Völkerrechtlich nicht anerkannt bzw. umstritten. 

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein