Überschwemmungen in Queensland 2010/2011
Die Überschwemmungen in Queensland 2010/2011 betrafen die australischen Bundesstaaten Queensland und New South Wales. Sie wurden durch starke Niederschläge ausgelöst, die teilweise durch den Zyklon Tasha hervorgerufen wurden. Tasha war der erste tropische Wirbelsturm der australischen Zyklonsaison 2010–2011, der auf das australische Festland gezogen war.
Die Überschwemmungen gelten in diesem Gebiet als die schlimmsten seit 50 Jahren.<ref>Land unter in Australien: Schwerstes Hochwasser seit 50 jahren in: Der Stern. vom 31. Dezember 2010.</ref> 70 Städte waren davon betroffen und 200.000 Personen mussten evakuiert werden.<ref>Australia: Queensland floods spur more evacuations. bbc.co.uk vom 31. Dezember 2010 auf bbc.co.uk, abgerufen am 15. Januar 2011</ref> In New South Wales war vor allem der Westen des Landes betroffen. Diese Überschwemmungen hatten 35 Menschen das Leben gekostet.<ref name="pol">Police.qld.gov.au: Death toll from Queensland Floods, abgerufen am 4. Februar 2012</ref>
Durch die etwa 90.000 Einwohner zählende Stadt Toowoomba, am südlichen Rand des Überschwemmungsgebietes, war am 10. Januar 2011 eine Sturzflut gerast, die zu erheblichen Sachschäden führte.<ref>Australien: Meterhohe Sturzflut rast durch Stadt. In: DiePresse.com. 10. Januar 2011, abgerufen am 18. Januar 2018.</ref> Die Ortschaft Grantham wurde durch die Flut nahezu dem Erdboden gleichgemacht. Teile des Zentrums der Millionenstadt Brisbane mussten evakuiert werden.
Die Sachschäden wurden auf 1 Milliarde AUD<ref>Floods force mass evacuations in Queensland, Australia auf bbc.co.uk vom 29. Dezember 2010, abgerufen am 15. Januar 2011</ref> und der Ausfall am Bruttosozialprodukt auf 13 Milliarden AUD geschätzt.<ref>Queensland floods 'could wipe $13 billion off economic growth' auf www.news.com.au vom 12. Januar 2011, abgerufen am 15. Januar 2011</ref>
Australien exportiert die meiste Kohle auf der Erde und Queensland mit New South Wales haben zusammen 97 % aller Steinkohlebergwerke Australiens, daher ist dieser Industriebereich stark vom Export abhängig. Durch die Überflutung der Kohlegruben kam es im Rechnungsjahr 2010/2011 zu einem signifikanten Abfallen der Steinkohleproduktion auf 405 Millionen Tonnen, während es ein Jahr zuvor 2009/2010 noch 471 Millionen Tonnen waren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink ( vom 20. Februar 2012 im Internet Archive) Coal Produktion, abgerufen am 4. Februar 2012</ref>
Den Überschwemmungen in Queensland und New South Wales folgten die Überschwemmungen im Bundesstaat Victoria 2011, die große Teile des westlichen und zentralen Australiens überfluteten.
Hintergrund
Die Überschwemmungen waren die Folge von starken Niederschlägen, verursacht durch den tropischen Wirbelsturm Tasha, kombiniert mit einer Trogwetterlage auf dem Höhepunkt eines La-Niña-Ereignisses. Die von La Niña im östlichen Australien verursachten Niederschläge waren die heftigsten seit 1973.<ref name="ABC-2011-01-01" />
Das La-Niña-Ereignis bedingte über einen längeren Zeitraum starke Regenfälle über den Einzugsgebieten der Flüsse Queenslands. 2010 war damit der nasseste Dezember seit den Wetteraufzeichnungen, wobei an 107 Messstellen die bisherigen Rekordmarken übertroffen wurden. Im gesamten Bundesstaat lag der gemittelte Niederschlag mit 209,45 mm deutlich über dem bisherigen Wert von 200,1 mm aus dem Jahr 1975.<ref>"Queensland in December 2010: The wettest December on record" Monthly Climate Summary for Queensland. 4. Januar 2011. Bureau of Meteorology. Product code IDCKGC24R0. Abgerufen am 15. Januar 2011</ref> 2010 war zudem das nasseste Frühjahr seit 1900<ref>"Queensland in spring 2010: The wettest spring" (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2018. Suche im Internet Archive ) Wednesday, 1. Dezember 2010. Bureau of Meteorology. Product code IDCKGC14R0. Abgerufen am 12. Januar 2011</ref> und das drittnasseste Jahr des australischen Kontinents.<ref name="hrq">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Heavy Rains in Queensland.] In: NASA Earth Observatory. NASA, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Januar 2011.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Kleinere, lokal begrenzte Überschwemmungen traten bereits Anfang Dezember im gesamten Gebiet Australiens auf. Am 24. Dezember zog dann ein Monsumtrog vom Korallenmeer in Richtung Küste und brachte in den darauf folgenden Tagen sintflutartige Regenfälle, die in einem breiten Streifen vom Golf von Carpentaria bis zur Gold Coast niedergingen.
Am 30. Dezember waren weite Teile im Süden und Zentrum von Queensland, eine Fläche etwa so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen, von den Überschwemmungen betroffen. Etwa 300 Straßen, darunter neun Hauptverbindungen, waren unpassierbar und wurden geschlossen.<ref name="SMH-2010-12-28" /> Eisenbahnen und zahlreiche Kohlebergwerke wurden überflutet. Zudem hatten die Überschwemmungen die Preise für Obst und Gemüse explodieren lassen, in manchen Regionen stiegen die Preise um mehr als das Dreifache.<ref name="TheAustralian-2010-12-30" /> Wo das Hochwasser zurückging, blieben Schlangen und Krokodile zurück und stellten eine Gefahr für die Bewohner dar.<ref name="BBC-2011-01-05" />
Ausmaße
Überflutungen traten seit Mitte Dezember 2010 im ganzen Gebiet von Queensland auf. Dabei hatten mehrere aufeinander folgende Tiefdruckgebiete mit heftigen Regenfällen zu einem Ansteigen der Flüsse über einen Zeitraum in drei Wochen geführt. Viele Orte, wie Condamine und Chinchilla, wurden mehrfach überflutet.
Fitzroy-River-Becken
Die Überschwemmungen führten am 29. Dezember 2010 zur Evakuierung von 1.000 Menschen in Theodore und weiteren Städten. Der zuständige Katastrophenbeauftragte beschrieb dabei die Ausmaße als „noch nie dagewesen“.<ref name="BT-2010-12-29" /> Bewohner wurden mit Militärhubschraubern nach Moura ausgeflogen. Theodore war die erste Stadt in der Geschichte Queenslands, die vollständig evakuiert werden musste.<ref name="ABC-2010-01-11" />
Emerald wurde ebenso am 29. Dezember von der Außenwelt abgeschnitten, als der Nogoa River anstieg.<ref name="BT-2010-12-30" /> Am nächsten Tag überstieg der Pegel mit 15,36 m die Hochwassermarke von 2008<ref name="SMH-2010-12-30" /> und auf dem Höhepunkt der Flut standen 80 Prozent der Stadt unter Wasser – schlimmer als je zuvor.<ref name="Herald-2011-01-01" /> 1.200 Einwohner der Stadt waren evakuiert worden.<ref name="ABC-2010-12-31" />
Rockhampton hatte fast eine Woche Zeit, sich auf das Hochwasser des Fitzroy River vorzubereiten. Der Fluss verläuft durch das Zentrum der Stadt<ref name="Gympie-2011-01-04" /> und der Flughafen wurde am 1. Januar geschlossen.<ref name="rasd" /> Eine eiserne Flutbarriere wurde aufgestellt, um zu verhindern, dass im Wasser treibende Trümmer das Abfertigungsgebäude beschädigen. Ein Krisenzentrum wurde in der Central Queensland University eingerichtet<ref name="rffe" /> und der Bruce Highway im Süden der Stadt für den Verkehr gesperrt. Am 5. Januar 2011 erreichte der Fitzroy River mit 9,2 m seinen Höchststand und blieb so etwas unterhalb des prognostizierten Pegels von 9,4 m.<ref name="qfrfp" />
Der Hafen von Gladstone musste seinen Betrieb einschränken, da die Kohlelager am Hafen durchnässt wurden und neue Kohleanlieferungen mit der Eisenbahn nicht möglich waren.<ref name="rhacm" /> Der Betrieb der Goonyella-Linie, die eine Reihe von Kohlebergwerken im Bowenbecken bedient, wurde für eine Woche eingestellt. Auch die Lieferung von Getreide wurde verzögert.<ref name="lad" />
Burnett-River-Becken
Die Städte im Zentrum der Burnettregion, Gayndah und Mundubbera, wurden am 28. und 29. Dezember überflutet, als der Burnett River seinen Höchststand von 18,25 m erreichte. Dabei handelte es sich um den höchsten Stand seit 1942. In Mundubbera wurden 20 Häuser überschwemmt, weiter flussabwärts in Gayndah fielen den Fluten zwei Häuser zum Opfer.<ref name="NineMSNGayndah" /> Beide Städte waren für mehrere Tage von der Außenwelt abgeschnitten. Sowohl die Trinkwasserversorgung wie auch die landwirtschaftliche Produktion wurden stark beeinträchtigt.<ref name="NineMSNGayndah" /><ref name="BurnettTheAustralian" />
Das unmittelbar am Burnett River gelegene Bundaberg erlebte die schwersten Überflutungen seit 40 Jahren. In dem Ort mussten über 300 Haushalte evakuiert werden.<ref name="Gympie-2011-01-04" />
Condamine/Balonne-River-Becken
Im Einzugsgebiet des Condamine/Balonne River wurden die Orte Chinchilla und Jericho überflutet.<ref name="BT-2010-12-30" /> Dabei mussten mindestens 40 Einwohner aus Jericho evakuiert werden.<ref name="ddfh" />
Die Überschwemmungen in Dalby waren die schlimmsten seit 1982.<ref name="hbfs" /> Die Trinkwasseraufbereitungsanlage der Stadt wurde überflutet, was im weiteren Verlauf die Aufräumarbeiten behinderte. 112.500 Liter Wasser mussten für die 14.000 Einwohner mit Lastwagen herbeigeschafft werden.<ref name="dwt" /> Weiter flussabwärts war Warwick von der Außenwelt abgeschnitten.<ref name="reaf" />
Der Condamine River erreichte im gleichnamigen Ort Condamine mit 14,25 m am 30. Dezember den höchsten jemals gemessenen Pegelstand. Alle 100 Bewohner mussten mit Hubschraubern noch am gleichen Tag evakuiert werden, da erwartet wurde, dass der Pegel auf über 15 m ansteigt.<ref name="dfg" /><ref name="sqfv" />
Die Wassermassen bedrohten die weiter flussabwärts liegenden Städte Surat und St. George, wobei für Surat ein Höchststand von 12,5 m und für St George 14 m erwartet wurde.<ref name="StGeorge" /> Wenn das Hochwasser Ende Januar über den Balonne River den Culgoa und Bokhara River in New South Wales erreicht, wurde erwartet, dass die Städte Angledool, Goodooga und Weilmoringle von der Außenwelt abgeschnitten werden.<ref name="NSWFlood" />
Weitere heftige Regenfälle am 9. und 10. Januar führten zu einem erneuten Ansteigen der Wasserstände, wodurch Chinchilla und Condamine erneut gefährdet wurden. Die Einwohner von Chinchilla wurden deswegen ein zweites Mal aufgefordert, den Ort zu verlassen.<ref name="CM10Jan2011" />
Am Macintyre River, der entlang der Grenze der beiden australischen Bundesstaaten Queensland und New South Wales verläuft, bedrohte das Hochwasser am 13. Januar die Stadt Goondiwindi. Zwar wird die Stadt von einem elf Meter hohen Damm geschützt, dennoch wurden das örtliche Krankenhaus und ein Altenheim vorsorglich evakuiert sowie ein Krisenzentrum eingerichtet.<ref name="Gundy" />
Mary-River-Becken
Starker Regen, der im Einzugsgebiet des Mary River am 8. und 9. Januar fiel, führte zur Überschwemmung von Maryborough und Gympie. Die erste Hochwasserwelle für Maryborough wurde mit einem Höchststand von 8,5 m für den Mittag des 9. Januar erwartet. Einige Häuser und Geschäfte waren davon betroffen. Die zweite Welle, die von den Niederschlägen weiter flussaufwärts ausgelöst wurde, passierte die Stadt später am Tag.<ref name="maryborough" /> Bei Gympie wurde erwartet, dass der Mary River einen Höchststand von 16 m erreicht, möglicherweise sogar 17 m, wenn es weiterhin regnen sollte.<ref name="GympieABC" />
Toowoomba und das Lockyer Valley
Die Stadt Toowoomba in den Darling Downs wurde von einer Sturzflut getroffen, nachdem am 10. Januar 2011 mehr als 160 mm Regen innerhalb von 36 Stunden niedergingen, was innerhalb von Stunden zu vier Todesopfern führte.<ref name="CM10Jan2011" /><ref name="Too" /><ref name="BT-four confirmed dead" /> Toowoomba liegt auf der Wasserscheide der Great Dividing Range, etwa 700 m über dem Meeresspiegel. Ein dreiwöchiger Dauerregen – nur an drei Tagen blieb es trocken – hatte den Boden in dem Gebiet um Toowoomba mit Wasser gesättigt, als eine Reihe von Stürmen die Stadt am 10. Januar trafen. Die damit einhergehenden sintflutartigen Regenfälle liefen schnell die Kanäle und Straßen hinunter. Das Zentrum der Stadt liegt in einem kleinen Tal, wo zwei kleine Wasserläufe, der East Creek und der West Creek, sich zum Gowrie Creek verbinden. Die Bäche traten über ihre Ufer, da sie die Wassermassen nicht aufnehmen konnten, und eine vernichtende Wasserwelle schob sich durch das Stadtzentrum.<ref name="TwbaFloodAust" />
Im nahegelegenen Gatton begann die Evakuierung als der Lockyer Creek auf einen Rekordpegel von 18,92 m stieg und dabei die bis dahin geltende Rekordmarke aus dem Jahr 1893 überschritten.<ref name="CM10Jan2011" /> Weiter flussabwärts, in der Stadt Withcott, drückte die Gewalt der Wassermassen Autos in Geschäfte und zwang hunderte von Menschen, ihre Häuser zu verlassen. Die Szene wurde von einem Augenzeugen wie folgt beschrieben: „als ob Zyklon Tracy durch die Straßen gefegt wäre … Wenn man hier eine Atombombe gezündet hätte, sähe es genauso aus“.<ref name="Withcott" /> Auch Grantham wurde schwer von der Flut getroffen. Häuser wurden zerstört durch, was die Premierministerin von Queensland Anna Bligh als „Inland-Tsunami“ beschrieben hat. Laut Berichten vor Ort hatte die Flutwelle bereits eine Höhe von 7 oder 8 Metern, als sie Grantham erreichte.<ref name="GranthamInTatters" /> Neue Tote wurden bestätigt und befürchtet, dass viele der 66 Vermissten ebenfalls ums Leben gekommen waren.<ref name="Grantham" /> Der Körper eines der Opfer wurde von Fluten mitgerissen und erst 80 km flussabwärts gefunden. Die Polizei ging davon aus, dass viele Leichen vermutlich nie gefunden werden.<ref name="FergusonSchulz2011-01-14" />
Einzugsgebiet des Brisbane River
Am 11. Januar 2011 um etwa 14:30 Uhr Ortszeit, trat der Brisbane River über seine Ufer, was zu Evakuierungen im Zentrum Brisbanes und den Vororten Fortitude Valley und West End führte.<ref name="ABCBrisbane11111" /><ref name="NZH-2011-01-11" /> Ein Krisenzentrum wurde für die betroffenen Einwohner am Brisbane Exhibition Ground in Bowen Hills eingerichtet.<ref name="EvacCen BowenHills" /> Nach Medienberichten wurden die Anwohner von 2.100 Straßenzügen in Brisbane am 12. Januar aufgefordert, vor Ankunft der Fluten ihre Häuser zu verlassen. Bürgermeister Campbell Newman gab bekannt, dass etwa 20.000 Häuser von der Flutwelle, die ihren Höchststand am 14. Januar erreichen sollte, betroffen sind.<ref name="cbftw" /> Später sagte er, dass die Infrastruktur entlang des Brisbane River im Wesentlichen zerstört wurde.<ref name="Malikin2011-01-13" />
Am 13. Januar erreichte der Pegel des Brisbane River zwar nicht ganz den vorausgesagten Scheitelwert, dennoch waren 20.000 Häuser überflutet. Die am schlimmsten betroffenen Gegenden waren St Lucia, West End, Rocklea und Graceville.<ref name="ABCBris130111" /> Die Wassermassen hatten einige der Wahrzeichen Brisbanes zerstört, etwa den Brisbane Riverwalk, einen schwimmenden Fußweg über den Brisbane River, der die Innenstadtbereiche von Fortitude Valley und New Farm miteinander verbindet. Dieser Übergang brach auseinander, und es bildete sich aus einem Teilstück eine 300 m lange „schwimmende Rakete“, die zeitweise die Gateway Bridge bedrohte. Ein Großteil des schwimmenden Fußwegs konnte von einem Schlepper sicher unter der Brücke hindurch und vorbei an anderen Hindernissen gezogen werden, bevor man ihn sicher vertäuen konnte.<ref name="Riverwalk" /> Das Suncorp Stadium, in dem Spiele der National Rugby League und der Rugby Union ausgetragen werden, stand zwei Meter tief unter Wasser. Das Wasser reichte somit bis zur dritten und vierten Sitzreihe der Tribünen.<ref name="Cauldron" />
Mit einem Höchststand von 4,46 m in Brisbane erreichte das Hochwasser den sechsthöchsten Stand in der Geschichte der Stadt.<ref name="hbf" /> Teile der westlichen Vorstädte waren für drei Tage von der Außenwelt abgeschnitten. Den Bewohnern von Bellbowrie, Moggill und Pullenvale gingen Lebensmittel und andere Dinge aus, da die Zufahrtsstraßen unpassierbar wurden. Das australische Militär konnte erst am 15. Januar die Gegend mit dringend benötigten Gütern versorgen.<ref name="Moggill" />
Der Bremer River erreichte bei Ipswich, 30 km westlich von Brisbane, am 12. Januar seinen Höchststand von 19,4 m. Der Fluss überflutete das Stadtzentrum und mindestens 3.000 Wohnhäuser.<ref name="Ippy" /> Ein Drittel der Stadt stand unter Wasser, und über 1.100 Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht.<ref name="Ippy2" /> In der Nähe von Marburg wurde ein vierjähriger Junge weggespült, nachdem er aus einem Rettungsboot gefallen war.<ref name="Ippy2" /> Ein 50-jähriger Mann ertrank in Wulkuraka, einem Vorort von Ipswich, als er aus Versehen mit seinem Auto in die Fluten fuhr.<ref name="TheAus" /> Die am schlimmsten betroffenen Vororte waren Goodna und Gailes.<ref name="Goodna&Gailes" />
Sonstiges
In der Region South East Queensland erreichte der Lake Wivenhoe, durch den der Brisbane River aufgestaut wird, ein Wasservolumen, das 191 % seiner normalen Kapazität entspricht.<ref name="Wivenhoe" /> In Brisbane war der Dezember 2010 der niederschlagsreichste Dezember seit 1859.<ref name="rhacm" /> Der Wyaralong-Staudamm bei Beaudesert wurde in lokalen Medien dafür gelobt<ref name="lwlotrilt" />, dass er das flussabwärts gelegene Logan City vor der schlimmsten Überflutung bewahrt habe, wobei der Stausee durch die Fluten nur einen Monat nach Staubeginn bereits zu 80 % gefüllt war.<ref name="qtwdfro" />
In der Region North Queensland wurde die Stadt Ingham von der Außenwelt abgeschnitten, als der Herbert River seinen Höchststand erreichte. Häuser in Babinda und Gordonvale wurden überschwemmt.<ref name="ttfa" />
Todesopfer
Die Gesamtzahl der Toten wurden offiziell auf 35 Personen beziffert.<ref name="pol" /> Bis zum 14. Januar 2011 hatte die Überschwemmungen 30 Todesopfer gefordert, 15 davon sind aus Toowoomba und dem Lockyer Gebiet.<ref name="ABC-3112015" /> Weitere 70 Menschen waren vermisst worden.<ref name="brisfloods" /><ref name="9MSN-Revised down" /><ref name="BT-Toll Rises to 12" /><ref name="ABC-Two families missing" />
Das erste Todesopfer wurde am 20. November 2010 gemeldet, als eine Frau in ihrem Fahrzeug in der Nähe von Dysart ertrunken war.<ref name="BT-FirstFloodVictim" /> In den folgenden Wochen kommen weitere fünf Menschen auf die gleiche Weise ums Leben.<ref name="BT-Elderly man found" /><ref name="BT-Body found" /><ref name="newsdeath8" /><ref name="ABC-Man charged" /><ref name="CM-Death climb to 11" />
Außerdem sind neun Menschen ertrunken, nachdem sie direkt von den Fluten erfasst wurden<ref name="BT-four confirmed dead" /><ref name="BT-Drowned Teen" /><ref name="BT-Body in Brisbane River" /><ref name="BT-Man found in creek" /><ref name="SandraSteveMatthews" /><ref name="SMH-2011-01-11-20-49" />, und dreizehn starben unter anderen Umständen.<ref name="BT-four confirmed dead" /><ref name="TheAus" /><ref name="SMH-2011-01-11-20-49" /><ref name="BT-Teenager drowned" /><ref name="News-Rockhampton" /><ref name="News-Horrific Scenes" /><ref name="SN-Devasted Toowoomba" /><ref name="news-2011-01-11-20-45" />
Reaktionen
“The impact on our friends in Queensland is something that New Zealanders feel very deeply, and we just want to make sure that we're in a position to offer them support across the range of services that we have here in New Zealand.”
„Die Auswirkungen der Katastrophe auf unsere Freunde in Queensland ist etwas, das uns Neuseeländer sehr tief mitempfinden lässt, und wir wollen sicherstellen, dass wir in der Lage sind, ihnen die gesamte Palette unser Hilfsleistungen zukommen zu lassen, die wir in Neuseeland zur Verfügung stellen können.“
Die Premierministerin Julia Gillard reiste am 31. Dezember in die betroffenen Gebiete,<ref name="rffe" /> einen Tag zuvor hatte das australische Staatsoberhaupt, Königin Elisabeth II., durch ihren Repräsentanten Gouverneur Penelope Wensley ihre Besorgnis und Anteilnahme für die Opfer der Flut ausdrücken lassen.<ref name="Royal Message" /><ref name="ANC-Queen" /> Später, nach dem Aufruf des australischen Premiers zur Unterstützung der Flutopfer, spendete sowohl die Queen<ref name="Queen donation" /> als auch ihr Sohn Prinz Charles.<ref name="Prince Charles" />
Die US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, "Im Namen von Präsident Obama und den Menschen der Vereinigten Staaten, möchte ich mein Beileid für die Toten und die Verwüstungen in Queensland durch die Überschwemmung ausdrücken."<ref name="USoffer" /> US-Präsident Obama sagte, er sei bereit zu helfen.<ref name="USoffer" />
John Key, der Premierminister von Neuseeland, telefonierte mit Gillard, wo sie sich bei Neuseeland für die Hilfe bedankte. Auckland, die Partnerstadt von Brisbane, bot ihre Hilfe an, als Aucklands Bürgermeister Len Brown Brisbanes Oberbürgermeister Campbell Newman eine Nachricht der Unterstützung zukommen ließ.<ref name="TVNZ-Auckland offers support" />
Wiederaufbau
“As we weep for what we have lost, and as we grieve for family and friends and we confront the challenge that is before us, I want us to remember who we are. We are Queenslanders. We're the people that they breed tough, north of the [New South Wales] border. We're the ones that they knock down, and we get up again. Together we can pull through this and that's what I'm determined to do, with your help, we can achieve it.”
Major General Michael Slater wurde zum Chef der zivilen Wiederaufbaugruppe ernannt.<ref name="qfrfp" />
Der Anteil der Australian Defence Force (ADF), den australischen Streitkräften, an den Fluthilfen wurde Operation Queensland Flood Assist genannt. Die ADF richteten die Joint Task Force 637 ein, stationiert in den Enoggera Barracks in Brisbane, um das Kommando für die Unterstützung am 1. Januar zu übernehmen.<ref name="adf" />
Der Nachschub an Lebensmitteln für das nördliche Queensland wurde durch die Flut unterbrochen. Die Nahrungsmittel mussten mit dem Schiff nach Townsville gebracht werden.<ref name="BT-Hercules rescue" />
Die Bundesstaaten New South Wales und Victoria haben Personal zur Unterstützung der erschöpften Helfer vor Ort entsandt.<ref name="ossa" /> Ein nationaler Aufruf wurde am 29. Dezember gestartet, wobei die Regierungen der einzelnen Bundesstaaten jeweils eine Million australische Dollar Soforthilfe zur Verfügung stellten.<ref name="dfg" />
Kleine Geschäfte und Landwirte erhalten in 13 am stärksten betroffenen Verwaltungsgebieten bis zu 25.000 AUD, um die durch die Flut entstanden Schäden zu kompensieren.<ref name="qfa" /> Weitere Unterstützung zum Wiederaufbau werden in weiteren 31 Verwaltungsgebieten gewährt.<ref name="drrae" />
Neuseeland – einer der engsten Verbündeten Australiens – entsendete zwei 15 Mann starke Zivilschutzteams zur Unterstützung der Rettungsaktionen.<ref name="More NZ help" /> Des Weiteren sandte Neuseeland Soldaten, hauptsächlich Ingenieure, aber auch Polizei- und Feuerwehrkräfte.<ref name="TVNZ wire staff" /> Außerdem wurde ein Team des Roten Kreuzes zur Verfügung gestellt.<ref name="NZ Red Cross" />
Ein staatliches Wiederaufbauprogramm wurde in Queensland aufgelegt, wo Betroffenen Anträge bis Ende März 2012 stellen und Zuschüsse erhalten können.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />qld.gov.au ( vom 2. Februar 2012 im Internet Archive): Queensland floods 2010-2011. Abgerufen am 4. Februar 2012</ref>
Spenden
Am 9. Januar wurde in der Fernseh-Spendengala Flood Relief Appeal: Australia Unites, übertragen vom Nine Network aus der Suncorp Piazza in Brisbane, mehr als 10 Millionen AUD an Spenden eingesammelt.<ref name="ABC-Appeal" />
Bei einem Cricketländerspiel zwischen Australien und England in Adelaide am 12. Januar spendeten beide Teams einen Teil ihrer Einnahmen. Zusätzlich wurden von den Zuschauern 28.450 AUD eingesammelt.<ref name="Fees" />
Siehe auch
Weblinks
- Aktuelle Satellitenaufnahmen (Karte) der Überschwemmungen von nearmap.com – Tipp: Reinzoomen!
- Historical Impacts Along The East Coast auf reg.bom.gov.au
Einzelnachweise
<references> <ref name="ABC-2011-01-01">La Nina to break down later this year. In: ABC News Online. Australian Broadcasting Corporation, 1. Januar 2011, abgerufen am 1. Januar 2011. </ref> <ref name="SMH-2010-12-28">Hundreds of roads closed in flooded Qld. In: The Sydney Morning Herald. Fairfax Media, 28. Dezember 2010 (Online [abgerufen am 30. Dezember 2010]). </ref> <ref name="TheAustralian-2010-12-30">Some Queensland flood victims facing long wait to return to their flooded homes. In: The Australian. News Limited, 30. Dezember 2010 (Online [abgerufen am 30. Dezember 2010]). </ref> <ref name="BBC-2011-01-05">Flood-hit Queensland braced for fresh storms. In: bbc.co.uk. BBC, 5. Januar 2011, abgerufen am 6. Januar 2011. </ref> <ref name="BT-2010-12-29">Marissa Calligeros: Flooding could last ‘weeks, not days’. In: Brisbane Times. Fairfax Media, 29. Dezember 2010, abgerufen am 14. Januar 2011. </ref> <ref name="ABC-2010-01-11">Flood destroys doctor's surgery in Theodore. In: ABC Rural. Australian Broadcasting Corporation, 10. Januar 2011, abgerufen am 15. Januar 2011. </ref> <ref name="BT-2010-12-30">Marissa Calligeros: From drought to flooding rains: Queensland's flood crisis continues. In: Brisbane Times. Fairfax Media, 30. Dezember 2010, abgerufen am 15. Januar 2011. </ref> <ref name="SMH-2010-12-30">Qld's 'heartbreaking' floods worst ever. In: The Sydney Morning Herald. Australian Associated Press, 30. Dezember 2010 (Online [abgerufen am 30. Dezember 2010]). </ref> <ref name="Herald-2011-01-01">Vikki Campion: Flooded towns in Queensland declared disaster zones. In: The Herald Sun. News Limited, 1. Januar 2011 (Online [abgerufen am 15. Januar 2011]). </ref> <ref name="ABC-2010-12-31">Rockhampton faces forced evacuations. In: ABC News Online. Australian Broadcasting Corporation, 31. Dezember 2010, abgerufen am 15. Januar 2011. </ref> <ref name="Gympie-2011-01-04">Arthur Gorrie: SES volunteers take goodwill gift. In: The Gympie Times. APN News & Media, 4. Januar 2011 (Online [abgerufen am 15. Januar 2011]). </ref> <ref name="rasd">Rockhampton Airport shuts down. In: The Morning Bulletin. APN News & Media, 3. Januar 2011 (Online [abgerufen am 15. Januar 2011]). </ref> <ref name="rffe">Rockhampton faces forced evacuations. In: ABC News Online. Australian Broadcasting Corporation, 31. Dezember 2010, abgerufen am 15. Januar 2011. </ref> <ref name="qfrfp">Queensland floods: Rockhampton floodwaters 'peak'. In: bbc.co.uk. BBC, 5. Januar 2011, abgerufen am 15. Januar 2011. </ref> <ref name="rhacm">David Fickling, Ray Brindal: Rains Hit Australian Coal Mines. In: Wall Street Journal. Dow Jones & Company, 30. Dezember 2010 (Online [abgerufen am 15. Januar 2011]). </ref> <ref name="lad">Matt O’Sullivan: Losses and delays in flooded state. In: The Sydney Morning Herald. Fairfax Media, 4. Januar 2011 (Online [abgerufen am 15. Januar 2011]). </ref> <ref name="NineMSNGayndah">Worst over for Gayndah, Mundubbera. In: NineMSN. 29. 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