Hartershofen
Hartershofen Gemeinde Steinsfeld
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(355)&title=Hartershofen 49° 25′ N, 10° 14′ O
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| Höhe: | 410 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 355 (Jan. 2023)<ref name="Steinsfeld" /> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 | |||||
| Postleitzahl: | 91628 | |||||
| Vorwahl: | 09861 | |||||
Hartershofen ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Steinsfeld im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Hartershofen hat eine Fläche von 5,993 km². Sie ist in 600 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9987,55 m² haben.<ref>Gemarkung Hartershofen (092965). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 26. September 2024.</ref> In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Urphershofen.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 3. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Das Dorf liegt an einem Nebenbach des Steinbachs, eines rechten Zuflusses der Tauber. Die Kreisstraße AN 8 führt nach Nordenberg (2 km östlich) bzw. nach Steinsfeld zur Staatsstraße 2419 (1,7 km westlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Urphershofen (1,5 km nordöstlich), nach Schweinsdorf (2,5 km südlich) und an der Gypshütte vorbei zur Staatsstraße 2416 (2,6 km nördlich). Unmittelbar östlich des Ortes befindet sich eine Haltestelle für die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Bahnstrecke Steinach bei Rothenburg–Dombühl.<ref>Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 23. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Das Grundwort des Ortsnamens „-hofen“ deutet auf eine Gründung aus der Zeit des fränkischen Landesausbaus im 7. oder 8. Jahrhundert (Hartradshofen = Hof des Hartrad).<ref name="Dannheimer">W. Dannheimer: Aus der Geschichte des Dorfes Hartershofen, S. 57–63.</ref> Die früheste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1171, als der Würzburger Bischof Reginhard von Abenberg Güter in Hartershofen an das Ansbacher Stift St. Gumbert schenkte.<ref>Gerhard Rechter: Das Land zwischen Aisch und Rezat: Die Kommende Virnsberg Deutschen Ordens und die Rittergüter im oberen Zenngrund. Nürnberg 1981, S. 277.</ref> 1268 war ein „Si(fridus) de Hartrashouen“ Zeuge einer Rothenburger Urkunde; er erschien innerhalb einer Gruppe von zwölf Zeugen, bei denen es sich vermutlich um die ersten namentlich bekannten Mitglieder des Rothenburger Rats handelte. 1289 verkaufte Marquard Hübschmann dem Kloster Heilsbronn ein Gefälle in Hartershofen. Grundbesitzer im Ort waren im ausgehenden Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit vorwiegend Mitglieder des Rothenburger Patriziats: im 14. Jahrhundert die Hartrad, im 15. Jahrhundert die Trüb, denen auch das heute abgegangene Schlösschen Hartershofen gehörte, später die Wernitzer.<ref name="Dannheimer" /><ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 381f.</ref>
Unter Führung des französischen Generals Ezéchiel de Mélac haben im November 1688 französische Mordbrenner 42 Häuser angezündet und erheblichen Schaden angerichtet.<ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 505.</ref>
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Hartershofen dem Steuerdistrikt Steinsfeld zugewiesen.<ref name="OV 1818"/> Wenig später wurde die Ruralgemeinde Hartershofen gebildet, zu der Gypshütte und Urphershofen gehörten. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Rothenburg<ref>Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, OCLC 869860423, S. 66 (Digitalisat).</ref> und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Spätestens 1840 wurde Gypshütte nach Endsee umgemeindet. Ab 1862 übernahm das Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber die Verwaltung (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt) und das Stadt- und Landgericht Rothenburg ob der Tauber die Gerichtsbarkeit (1879 in Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,904 km².<ref name="OV 1961" /> Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Mai 1978 nach Steinsfeld eingemeindet.<ref> </ref><ref>Steinsfeld > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 29. April 2025.</ref>
Baudenkmäler
In Hartershofen gibt es fünf Baudenkmäler:<ref name="Denkmalliste">Denkmalliste für Steinsfeld (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
- Haus Nr. 7: Ehemaliges Wohnstallhaus
- Haus Nr. 9: Ehemaliger Altsitz und Pumpbrunnen
- Haus Nr. 18: Ehemaliges Wohnstallhaus
- Steinkreuz zum Andenken an Caspar Bruschius, 1557; etwa 1100 Meter nördlich der Ortsmitte.
- Grenzstein: Wildbannstein, 1547; etwa 1500 Meter nordöstlich der Ortsmitte am Waldrand nahe der Bahn.
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- ehemalige Baudenkmäler
- Haus Nr. 2: Zugehöriger Altsitz, Fachwerk, 18. Jahrhundert; Pumpbrunnen, wohl frühes 19. Jahrhundert. Mittlerweile abgebrochen.
- Haus Nr. 3 und 7: Kleine erdgeschossige Fachwerkhäuser des 18. Jahrhunderts.<ref>H. K. Ramisch: Landkreis Rothenburg ob der Tauber, S. 50. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.</ref>
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Hartershofen gibt es vier Bodendenkmäler, darunter:<ref name="Denkmalliste"/>
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Einwohnerentwicklung
Gemeinde Hartershofen
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 180 | 224 | 185 | 208 | 196 | 189 | 199 | 203 | 230 | 257 | 250 | 256 | 254 | 293 | 291 | 273 | 252 | 245 | 234 | 357 | 381 | 358 | 275 | 280 |
| Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> | 32 | 46 | 36 | 54 | 55 | 51 | 60 | 59 | 60 | |||||||||||||||
| Quelle | <ref name="OV 1818">Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 37 (Digitalisat). Für die Gemeinde Hartershofen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Gypshütte (S. 34) und Urphershofen (S. 97).</ref> | <ref name="OV 1846">Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 223–224 (Digitalisat).</ref> | <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 182, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> | <ref name="HGV" /> | <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1072, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> | <ref>
Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 171 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1238, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1173 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1245 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1284 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="HGV" /> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1111–1112 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 815 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 170 (Digitalisat).</ref> |
Ort Hartershofen
| Jahr | 1818 | 1840 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2009 | 2015 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 148 | 185 | 156 | 157 | 207 | 203 | 205 | 329 | 227 | 243 | 277 | 353 | 321 | 355 |
| Häuser<ref name="Häuser" /> | 25 | 39 | 43 | 41 | 49 | 49 | 50 | 77 | ||||||
| Quelle | <ref name="OV 1818" /> | <ref name="OV 1846" /> | <ref name="OV 1861" /> | <ref name="OV 1875" /> | <ref name="OV 1885" /> | <ref name="OV 1900" /> | <ref name="OV 1925" /> | <ref name="OV 1950" /> | <ref name="OV 1961" /> | <ref name="OV 1970" /> | <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 331 (Digitalisat).</ref> | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. auf: steinsfeld.de</ref> |
<ref name="Steinsfeld">Gemeindedaten. In: steinsfeld.de. Abgerufen am 27. Juni 2023.</ref> |
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Maria (Steinsfeld) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Hartershofen. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 505 (Digitalisat).
- Wilhelm Dannheimer: Aus der Geschichte des Dorfes Hartershofen. In: Die Linde. Band 46. Rothenburg o.d.T. 1964, S. 57–63.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 381–382 (Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
- Hans Karlmann Ramisch: Landkreis Rothenburg ob der Tauber (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 25). Deutscher Kunstverlag, München 1967, DNB 457879254, S. 50.
Weblinks
- Hartershofen. In: steinsfeld.de. Abgerufen am 27. Juni 2023.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Hartershofen in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Hartershofen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise
<references responsive />
Bettwar | Chausseehaus | Ellwingshofen | Endsee | Gattenhofen | Gypshütte | Hartershofen | Possenmühle | Reichelshofen | Steinsfeld | Urphershofen