Gescher
| Wappen | Deutschlandkarte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:DEU Gescher COA.svg |
| |||||
| Basisdaten | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city 51° 57′ N, 7° 0′ O keine Zahl: {{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|05554016}}
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| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |||||
| Regierungsbezirk: | Münster | |||||
| Kreis: | Borken | |||||
| Höhe: | 59 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ km² | |||||
| Einwohner: | {{Metadaten Einwohnerzahl DE−Vorlage:Deutsches Bundesland/Code|05554016}} (Fehler: Ungültige Zeitangabe)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code">{{Metadaten Einwohnerzahl DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | QUELLE}}</ref> | ||||
| Bevölkerungsdichte: | Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „{“ Einwohner je km² | |||||
| Postleitzahl: | 48712 | |||||
| Vorwahlen: | 02542, 02863 | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | BOR, AH, BOH | |||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 5 54 016 | |||||
| LOCODE: | DE GSR | |||||
| Stadtgliederung: | 6 Ortsteile | |||||
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Marktplatz 1 48712 Gescher | |||||
| Website: | www.gescher.de | |||||
| Bürgermeisterin: | Anne Kortüm (parteilos) | |||||
| Lage der Stadt Gescher im Kreis Borken | ||||||
| <imagemap>
Bild:Gescher in BOR.svg|rahmenlos|300x375px|zentriert|Karte poly 35 43 33 102 97 102 96 35 Kreis Borken poly 0 246 85 246 231 133 228 0 0 0 Nordrhein-Westfalen poly 0 492 22 492 36 531 71 518 109 571 59 587 71 599 0 599 Kreis Kleve poly 79 518 109 570 71 584 71 599 385 599 367 577 315 591 262 573 262 545 231 553 183 531 109 531 109 518 Kreis Wesel poly 368 579 385 599 607 599 607 545 584 492 526 481 486 531 418 518 395 545 368 545 Kreis Coesfeld poly 534 481 584 492 607 545 607 220 576 220 584 235 534 237 496 283 438 283 477 323 454 421 Kreis Coesfeld poly 422 0 438 35 469 27 486 0 Niedersachsen poly 584 219 607 220 607 0 486 0 461 27 469 88 502 102 495 124 584 175 Kreis Steinfurt poly 20 492 10 453 71 463 206 393 222 421 254 401 296 309 198 263 240 176 319 162 328 121 368 102 394 47 438 36 418 0 231 0 231 132 71 247 0 247 0 491 Niederlande poly 262 531 274 576 339 599 368 574 367 545 339 545 319 518 Raesfeld poly 351 462 368 545 395 545 438 437 Heiden poly 262 545 244 409 198 442 183 531 231 553 Rhede poly 71 463 208 393 231 421 182 531 118 531 Bocholt poly 254 401 254 531 319 516 339 545 368 540 339 374 Borken poly 418 510 451 421 486 463 535 482 486 531 Reken poly 339 376 351 463 451 433 422 410 407 356 Velen poly 296 309 351 247 438 274 438 291 368 338 Stadtlohn poly 469 88 499 110 486 122 526 150 451 205 418 178 438 150 Heek poly 351 246 438 274 451 202 418 179 430 150 368 102 329 123 319 162 Ahaus poly 368 336 438 291 477 320 457 418 427 421 408 355 368 364 Gescher poly 438 283 495 278 535 235 469 192 441 235 Legden poly 469 197 521 150 584 177 576 235 533 235 Schöppingen poly 368 99 391 49 461 27 469 107 427 150 Gronau poly 198 263 244 174 320 162 351 248 298 309 Vreden poly 254 401 298 309 368 340 368 365 Südlohn poly 10 453 93 477 109 516 37 531 Isselburg desc bottom-right </imagemap> | ||||||
Vorlage:Check Geschlecht gegen Wikidata
Die Glockenstadt Gescher [<templatestyles src="IPA/styles.css" />] (plattdeutsch Gesker) ist eine Kleinstadt im münsterländischen Kreis Borken in Nordrhein-Westfalen.
Geographie
Räumliche Lage
Durch Gescher fließt die Berkel. Im Nordosten streift der Fluss Dinkel das Stadtgebiet und bildet für etwa 3 km die Grenze zur Nachbargemeinde Rosendahl. Gescher liegt rund 3 km westlich der Autobahn A 31, die Emden mit dem Ruhrgebiet verbindet. Gescher ist über die Anschlussstelle (33) Gescher-Coesfeld und die kreuzende B 525, die die deutsch-niederländischen Grenze bei Südlohn-Oeding mit der Autobahn A 43 verbindet, an das Fernstraßennetz angeschlossen.
Stadtgebiet
Ortsteil Hochmoor
Ortsteil, in dem auch Vertriebene nach 1945 eine neue Heimat gefunden haben (Vorwahl: 02863). Das dort befindliche Hochmoor wurde erst in den 1960er Jahren mittels Tiefpflug trockengelegt.
Bauerschaften
Naturschutzgebiete und Bodendenkmäler
Auf dem Gebiet der Stadt Gescher, beider Seiten der Berkel gelegen,<ref>Bundesamt für Naturschutz: Schutzgebiete um Gescher.</ref><ref>OpenStreetMap: Stadtgebiet Gescher mit Hochmoor</ref> befinden sich die vier Naturschutzgebiete Berkelaue I,<ref>OpenStreetMap: Berkelaue I flussaufwärts der Berkel nach Coesfeld</ref> Berkelaue II,<ref>OpenStreetMap: Berkelaue II im nordöstlichen Grüngürtel der Stadt Gescher</ref> Kuhlenvenn<ref>OpenStreetMap: Stadtgebiet Gescher mit Hochmoor (zwischen Hochmoor und Gescher, an der Kreisgrenze zu Coesfeld im Quellgebiet des Heubachs)</ref> und nordöstlich von Hochmoor das Flora-Fauna-Habitat Fürstenkuhle.<ref>OpenStreetMap: Fürstenkuhle, nordöstlich von Hochmoor</ref> Nichtregierungsorganisationen, Vereine und Aktivistengruppen wie die Biologische Station Zwillbrock<ref name="NABU">NABU: Das Kuhlenvenn – eine Erfolgsgeschichte, S. 15, als Memento gespeichert am 7. Januar 2016</ref> und der Naturschutzverein Gescher-Hochmoor<ref>Naturschutzverein Gescher-Hochmoor: naturschutz-gescher-hochmoor.de heruntergeladen am 16. Mai 2020</ref><ref>Gescherblog: Franz Josef Kunst: Neues Gewässer für Moorfrösche in der Fürstenkuhle, heruntergeladen am 16. Mai 2020</ref> sowie der NABU betreuen die Schutzgebiete. An der Grenze der Gemarkungen Esten und Eschlohn, westlich von Gescher, liegt als Bodendenkmal die so genannte Versunkene Burg Brockhusen.<ref>Stadt Gescher: Burg Brockhusen „Versunkene Burg“, als Memento gespeichert am 14. November 2017</ref> Östlich von Gescher in der Berkelaue, beim 1816 abgebrannten Haus Hengelborg, in der Nähe einer aufgegebenen Bauernhofstelle (Hofwüstung), finden sich in der Gemarkung Harwick die Überreste eines für das Westmünsterland typischen Wehrspeichers, umgeben von Gräften, datiert auf das 15./16. Jahrhundert, evtl. später.<ref>Stadt Gescher: Wehrspeichergräfte Gemarkung Harwick, als Memento gespeichert am 14. November 2017.</ref>
Nachbargemeinden/-städte
| Stadt Stadtlohn (Kreis Borken) |
Gemeinde Rosendahl (Kreis Coesfeld) | |
| Gemeinde Südlohn (Kreis Borken) |
Datei:Windrose klein.svg | Stadt Coesfeld (Kreis Coesfeld) |
| Stadt Velen (Kreis Borken) |
Gemeinde Reken (Kreis Borken) |
Geschichte
Frühgeschichte und Mittelalter
Frühgeschichtlich liegt Gescher an der Stammesgrenze zwischen Brukterern und Chamaven. Die Grenze lag in den Feuchtgebieten im Westen von Gescher (Estern). Entlang dieser Grenzen finden sich auch die Fluchtburgen versunkene Borg, Rauschenburg und Hengelborg. Der Name Gescher leitet sich ab von Gasgare, später dann Gaschari, einem Oberhof des Stiftes Borghorst. Nach dem Bau einer Kirche durch das Stift um das Jahr 1000 und der Einrichtung der dazugehörenden Pfarrei entwickelte sich allmählich eine dörfliche Siedlung. Gescher wurde im Feuchtgebiet der Siepen gegründet, wobei diese Siepen nicht trockengelegt oder umgeleitet, sondern überbaut wurden. Noch heute finden sich entsprechende Namen wie Waterstegge oder Armlandstraße (ein ehemaliger Knüppeldamm über die Siepe). Es zogen sich Siepen von der Katharinenstraße (Waterstegge) und auch von der Inselstraße in Richtung Wenings Feuchtgebiete. Weitere Siepen aus den südlichen und östlichen Gebieten wurden in der Gräfte gesammelt und von dort unter der Armlandstraße weitergeleitet. Diese verläuft heute noch an der linken Seite der Pankratius-Kirche. Diese Siepen existieren noch immer, teils verrohrt oder als weitläufiges Feuchtgebiet.
Neuzeit
1570 brannte die Siedlung fast vollständig nieder. Der Wiederaufbau sowie Plünderungen und Einquartierungen während der Niederländischen Befreiungskriege und des Dreißigjährigen Krieges behinderten die Entwicklung der Siedlung.
Infolge der französischen Revolutionskriege wurde im Jahr 1803 das Hochstift Münster, zu dessen Amt Ahaus Gescher gehört hatte, auf dem Reichsdeputationshauptschluss aufgelöst. Das Kirchspiel gelangte unter die Herrschaft des Fürsten zu Salm. Von 1811 bis 1813 war Gescher Teil Frankreichs und ab 1816 als Teil des Kreises Coesfeld preußisch.
Noch um 1850 sind in Gescher keine großen Industriebetriebe mit sozialer oder wirtschaftlicher Bedeutung beheimatet und so befand es sich noch in der vorindustriellen Entwicklung mit entsprechender Gesellschaftsstruktur. Es ist davon auszugehen, dass in diese Zeit auch Abwanderungen in das nahgelegene und sich in dieser Zeit entwickelnde Ruhrgebiet durch Gescheraner Männer mit ihren Familien stattfanden, um dort als Arbeiter oder Bergleute zu leben. Auch Auswanderungen in die USA, Kanada und Brasilien sind beurkundet.<ref>Wimold et al.: Heimatbuch Gescher. Hrsg.: Heimatverein Gescher. Band 2. P.Neumann, Velen 1978.</ref>
Das 1390 erstmals urkundlich erwähnte Haus Hall wurde 1855 durch den Münsteraner Bischof Johann Georg Müller in eine Stiftung umgewandelt, als „Erziehungsanstalt für verwahrloste Knaben katholischer Konfession“. Der Auftrag wurde 1929 erweitert um die Betreuung von Menschen mit Behinderung. Der Kirche gehörte Haus Hall seit 1837. Gegen den Widerstand des kirchlichen Trägers fielen mindestens 27 Jugendliche aus Haus Hall den T4-Mordaktionen der Nationalsozialisten zum Opfer.<ref>Bernhard Frings: Zu melden sind sämtliche Patienten...- NS-'Euthanasie' und Heil- und Pflegeanstalten im Bistum Münster, 1994 bei Aschendorff Münster, ISBN 978-3-402-03269-5.</ref>
Aus der in Heimarbeit zu leistenden Verarbeitung von Flachs zu Leinen erwuchs während des 19. Jahrhunderts die technisierte Textilindustrie, die für das Wirtschaftsleben bis Mitte des 20. Jahrhunderts prägend werden sollte. Hier ist besonders die Gründung der ersten mechanischen Weberei in Gescher, der Textilfabrik Huesker&Co., von 1861 zu nennen. 1861/62 kam es ebenfalls zum Anschluss Geschers an das Straßennetz des Westmünsterlandes. 1875 erfolgt die Errichtung eines Postamts und 1881 einer Gemeindesparkasse in Gescher. Die Versorgung der Gescheraner Bürger mit elektrischem Strom wurde bereits 1899 durch die Firma Huesker sichergestellt. 1903 begannen erste Bahnbauarbeiten, 1904 wurde die Eisenbahnteilstrecke Coesfeld–Gescher–Borken in Betrieb genommen. Das 1906 gegründete Torfwerk im Süden der Bauerschaft Tungerloh-Pröbsting stellte die Keimzelle des heutigen Ortsteils Hochmoor dar.
Vermutlich seit dem Ende des 17. Jahrhunderts lebten Juden in Gescher.<ref>Henry Rothschild: Die jüdische Gemeinde in Gescher im 20. Jahrhundert. In: Unsere Heimat. Jahrbuch des Kreises Borken, Jg. 1985, S. 108–110, hier S. 108.</ref> Obwohl in das gesellschaftliche Leben vollständig integriert (in den Nachbarschaften, bei der Feuerwehr, beim Militär und in Kriegervereinen) wurden nach fünfeinhalb Jahren zunehmender Ausgrenzung, Schikane und Bedrohung die jüdischen Familien Geschers Opfer von Ausschreitungen und Gewalt: Die Wohnungen und Geschäfte sowie die Betstube in der Armlandstr. 1a wurden bei den Novemberpogromen 1938 verwüstet und teilweise in Brand gesteckt.<ref>Elfi Pracht-Jörns: Gescher. In: dies.: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Band 4: Regierungsbezirk Münster (= Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen, Band 1.2). J.P. Bachem, Köln 2002, ISBN 3-7616-1397-0, S. 88–90 und 152–153, hier S. 89.</ref> Alle männlichen Mitglieder der Familien Stein, Marx und Falkenstein kamen für ein bis drei Wochen im örtlichen Gefängnis in so genannte Schutzhaft.<ref name="lange" /> Im Dezember 1941 wurden alle jüdischen Bewohner Geschers, 20 Personen jeglichen Alters, darunter die zweijährige Eleonore Stein (* 1. April 1939, ✡ Dezember 1941), ins lettische Riga transportiert, um dort ermordet zu werden.<ref>Martin Wissen: Ent-deckte Zeichen. Die Juden in Gescher, o. J., Hrsg.: Heimatverein Gesche.r Band 6.</ref><ref>Fred Hertz: Vierhundersechsundvierzig Jahre und zehn Tage. achterland verlags compagnie, Gesamterstellung: Franz Gescher, Vreden, 2002, ISBN 3-933377-71-4.</ref> Der 1867 eröffnete jüdische Friedhof existiert trotz zweimaliger Verwüstung.<ref name="lange">Hendrik M. Lange: Erinnerungen: Juden in Gescher. Impulse zur Beschäftigung mit lokalen Erinnerungsorten, als Memento gespeichert am 19. Mai 2020.</ref>
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges war die bischöfliche Stiftung Haus Hall Kriegslazarett. Die Bausubstanz in Gescher blieb von Kriegsschäden weitgehend verschont. Am 30. März 1945 (Karfreitag) übergab Bürgermeister Niemann die Gemeinde Gescher an die herannahenden englischen Alliierten. Es kam vereinzelt zu kurzen Feuergefechten mit abrückenden deutschen Soldaten. Mr. Ball übernahm als Vertreter der britischen Besatzung die Hoheit über die Stadt.
Im Ortsteil Hochmoor fanden nach 1945 viele Vertriebene, besonders aus dem katholischen Schlesien Zuflucht im stark erweiterten Ortsteil Hochmoor, der noch bis 1961 kirchlich von St. Andreas in Velen betreut wurde.<ref>Heimatverein Hochmoor: Heimatverein Velen zu Gast in Hochmoor, als Memento heruntergeladen am 19. Mai 2020.</ref>
1980 eröffnete das Glockenmuseum als eines der wichtigsten Aushängeschilder der Stadt; es wurde 2010 umfassend renoviert und erweitert.
Seit dem 8. Juli 2013 trägt Gescher den offiziellen Namenszusatz Glockenstadt.
Eingemeindungen
Am 1. Juli 1969 wurden in der ersten Phase der Kommunalen Neugliederung die Gemeinden Büren, Estern, Gescher, Harwick, Tungerloh-Capellen und Tungerloh-Pröbsting unter Auflösung des Amtes Gescher zur Stadt Gescher zusammengeschlossen.<ref>Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 96.</ref> Am 1. Januar 1975 kam diese im Zuge des zweiten Neugliederungsprogramms vom Kreis Coesfeld zum Kreis Borken.
Einwohnerentwicklung
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1834 | 3.784 |
| 1846 | 3.807 |
| 1849 | 3.790 |
| 1855 | 3.876 |
| 1858 | 3.806 |
| 1864 | 4.002 |
| 1871 | 3.912 |
| 1885 | 3.962 |
| 1890 | 4.048 |
| 1900 | 4.206 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1905 | 4.486 |
| 1914 | 5.219 |
| 1926 | 5.943 |
| 1939 | 7.223 |
| 1950 | 10.177 |
| 1961 | 10.795 |
| 1981 | 14.397 |
| 1990 | 15.092 |
| 1995 | 16.154 |
| 2000 | 16.851 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 2005 | 17.146 |
| 2010 | 17.164 |
| 2011 | 16.869 |
| 2012 | 16.889 |
| 2013 | 16.887 |
| 2014 | 16.857 |
| 2015 | 17.118 |
| 2018 | 17.205 |
| 2021 | 17.186 |
| 2022 | 17.361 |
Laut Zensus 2011 wohnten zum Stichtag 9. Mai insgesamt 16.869 Menschen in Gescher.
Religion
Kirchen
- evangelisch
- Gnadenkirche, evang. Kirchengemeinde Gescher
- katholisch
- St. Mariä Himmelfahrt, die Kirche ist seit dem Jahr 2011 geschlossen und wurde bis auf eine Kapelle im Turm zu einer Seniorenwohnanlage umgebaut.
- St. Pankratius, kath. Kirchengemeinde
- St. Stephanus, kath. Kirchengemeinde (Hochmoor)
- St. Antonius, kath. Autobahnkapelle mit mittelalterlichem Hagioskop
-
Gescher, St. Pankratius
-
Autobahnkapelle St. Antonius
-
Innenansicht von St. Antonius
-
Relief in St. Antonius
Konfessionsstatistik
Gemäß der Volkszählung 2011 waren 11,6 % der Einwohner evangelisch, 76,7 % römisch-katholisch und 11,7 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Ende 2018 hatte Gescher 17.205 Einwohner darunter 11.163 (64,9 %) katholische Einwohner.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Statistik 2018 ( des Vorlage:IconExternal vom 22. September 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 18. August 2020.</ref>
Politik
Die Kommunalwahlen seit 2004 führten zu den folgenden Ergebnissen:
| 2004 | 2009 | 2014 | 2020<ref>Kommunalwahlen 2020 in der Stadt Gescher - Übersicht. Abgerufen am 29. September 2020.</ref> | 2025<ref>Kommunalwahlen 2025 in der Stadt Gescher - Übersicht. Abgerufen am 23. September 2025.</ref> | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Partei | Stimmanteil | Sitze | Stimmanteil | Sitze | Stimmanteil | Sitze | Stimmanteil | Sitze | Stimmanteil | Sitze |
| CDU | 40,1 % | 13 | 46,5 % | 16 | 41,7 % | 14 | 34,8 % | 13 | 38,2 % | 13 |
| SPD | 27,9 % | 9 | 20,5 % | 7 | 24,2 % | 8 | 19,3 % | 7 | 16,2 % | 6 |
| UWG | 16,2 % | 5 | 13,0 % | 4 | 14,6 % | 5 | 19,7 % | 8 | 24,9 % | 8 |
| GRÜNE | 8,1 % | 2 | 11,4 % | 4 | 13,1 % | 5 | 17,6 % | 7 | 15,6 % | 5 |
| FDP | 7,7 % | 3 | 8,6 % | 3 | 6,3 % | 2 | 8,5 % | 3 | 5,2 % | 2 |
| Die Linke | – | – | 1,4 % | 0 | 1,8 % | 0 | – | – | – | – |
Bürgermeister und Stadtdirektoren
|
|
Mit der Auflösung des Amtes Gescher 1969 und dem Zusammenschluss der umliegenden Gemeinden zur Stadt Gescher erlosch das Amt des Amtsbürgermeisters.
Aufgrund der geänderten Gemeindeordnung von 1994 entfiel 1999 die Doppelspitze – Stadtdirektor und ehrenamtlicher Bürgermeister. Seitdem gibt es nur noch den hauptamtlichen Bürgermeister. Er wird direkt gewählt. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt.
Wappen und Flagge
-
Wappen
-
Geschers Wappen von 1937 bis 1969
-
Flagge
Der Stadt ist mit Urkunde der Bezirksregierung Münster vom 20. Januar 1971 das Recht zur Führung eines Wappens und einer Flagge verliehen worden.
Wappen
Blasonierung: „Das Wappen der Stadt Gescher stellt auf grünem Schild zwei voneinander abgekehrte silberne (weiße) Jagdhörner dar.“
Das Wappen geht auf alte Jagdrechte, verliehen durch den Bischof von Münster, zurück. Auch die seit 1421 in Gescher ansässige einflussreiche Familie von der Beeke führte die Jagdhörner im Wappen.<ref>Hauptsatzung der Stadt Gescher, § 2. (PDF) Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 4. Februar 2013. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Flagge
Beschreibung der Flagge: „Die Flagge ist in drei Bahnen im Verhältnis 1 : 3 : 1 von Grün auf Weiß zu Grün längsgestreift (gemeint ist quergestreift) und zeigt in der weißen Bahn das Stadtwappen im Schild.“<ref>Wappen und Flagge der Stadt Gescher. (PDF; 664 kB) Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 4. Februar 2013. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Glockenstadt
Der seit 1790 angesiedelten Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock verdankt Gescher den Ruf als „Glockenstadt“. 1980 wurde das Westfälische Glockenmuseum eröffnet. Eine der wohl berühmtesten und größten Glocken aus Gescher ist die Weltjugendtagsglocke „Johannes Paul II“ im Geläut der Kölner Basilika von St. Aposteln.
Brauchtum
Äppelken poop Äppelken (Äpfelchen, kleine Äpfelchen)
Bei diesem alten Heischebrauch, der jedes Jahr am Tag des Erzengels Michael (29. September) stattfindet, ziehen die Kinder von Haus zu Haus und singen ein altes niederdeutsches Lied, worauf hin sie von den Bewohnern des Hauses Süßigkeiten bekommen. Bei diesem alten Brauch wurden den Kindern ursprünglich die Äpfel geschenkt, die als Fallobst oder ihrer geringen Größe wegen nicht brauchbar waren.
Karneval
Der jährliche Karnevalsumzug in Gescher mit dem Ruf Gescher Helau! findet traditionell zwei Wochen vor Rosenmontag statt. Begründet ist diese alte Tradition im vierzigstündigen Gebet, das im 19. Jahrhundert vielerorts im Münsterland auf den Rosenmontag gelegt wurde, um gegen das Karnevalstreiben vor Beginn der vierzigtägigen Fastenzeit am Aschermittwoch vorzugehen. Die volksfrommen Gescheraner jedoch umgingen durch die Vorverlegung der Fastnacht diese Einschränkung. Auch wenn das vierzigstündige Gebet heute nicht mehr am Rosenmontag stattfindet, hat sich diese Tradition in Gescher über die Jahrzehnte erhalten. Um an die über 200-jährige Karnevals-Gebräuche seit der Franzosenzeit 1810 zu erinnern,<ref>Stadtgemeinschaft der Karnevalisten Gescher e. V.: „Events: Brauchtum verbindet“ – 2018, Gescheraner Brauchtum in Schlagwörtern</ref> stifteten Gescheraner Karnevalisten die Bronzeplastik „Die Wurstaufholer“ des Künstlers Bernd Heinemann aus Netphen-Salchendorf.<ref>Borkener Heimatverein e. V.: Borkener Brauchtum im Jahreslauf – ein Überblick, Brauchtums-Begriffe erklärt</ref> Die Skulptur zeigt zwei Träger mit Gaffel und Schneese<ref>Freie Universität Berlin, Institut für Niederlandistik: Westmünsterländische Dialekte Plattdeutsch in der Grenzregion, Wortbedeutung Schneese: gerader Stock, an dem Würste u. Schinken im Rauchfang hingen (ca. 1 m lange Stange für 10-15 Würste; lag quer auf den Rundhölzern im Rauchfang)</ref> zum Aufhängen der Wurstenden. Gegossen wurde die Bronzeplastik von der Glockengießerei Gescher. Auch in Gescher wurde anfangs der Karneval ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ‚Fleisch wegnehmen‘) vor Beginn der Fastenzeit von der Kanzel stark bekämpft, weil seit dem Mittelalter sich in derben Fastnachtsspielen inklusive Verkleidung deutlich säkularer Spott an der Kirche, verstärkt und inspiriert durch die kirchenfeindliche Franzosenherrschaft, manifestierte.<ref>Internetpublikation katholisch.de: Buntes Treiben sorgte auch für Kritik. Verachtung und Verbindung: Die Kirche und der Karneval</ref>
Schützenfest
In Gescher gibt es mehrere Schützenvereine, welche in regelmäßigen Abständen (meist jährlich) feiern:
- St. Ludgerus Schützengilde Harwick 1654 e. V.
- Allgemeine Bürgerschützen Gescher 1605 – St. Pankratius Schützengilde e. V.
- Bürgerschützenverein Hochmoor 1966 e. V.
- St. Johannes Schützengilde Estern 1617 e. V.
- St. Hubertus Schützengilde Büren 1654 e. V.
- St. Antonius Schützenbruderschaft Tgl.-Capellen 1662 e. V.
- St. Antonius Schützengilde Tungerloh Pröbsting e. V. seit 1903
Museen
In der Stadt Gescher befinden sich mehrere Museen:
- Westfälisches Glockenmuseum Gescher
- Museumshof „Auf dem Braem“
- Torfmuseum
- Westfälisches-Niederländisches Imkereimuseum
Baudenkmale
Darüber hinaus haben sich in Gescher eine ganze Reihe sehenswerter denkmalgeschützter Bauwerke erhalten.
Bildung
Schulen
- Gesamtschule Gescher
- Von-Galen-Schule
- Grundschulverbund Pankratius-Schule und Schule auf dem Hochmoor
- Brüder-Grimm-Schule, Förderschule des Kreises Borken mit dem Förderschwerpunkt Sprache
- Haus Hall, Priv. Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
Kindergärten
- Ev. Kindergarten Garten Gethsemane
- Kindergarten Kleine Welt
- Kindergarten Bunte Welt
- Kindergarten St. Ludgerus
- Kindergarten St. Pankratius
- Kindergarten St. Maria Goretti
- Kindergarten St. Marien
- Kindergarten St. Stephanus
- Kindergarten St. Antonius Haus Hall
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Straßenverkehr
Gescher liegt, mit einer eigenen Abfahrt, an der A 31 und an der B 525.
Schienenverkehr
An das Schienennetz ist Gescher heute nicht mehr angeschlossen. Bis 1985 lag der Bahnhof Gescher an der Bahnstrecke Empel-Rees–Münster (Baumbergebahn), welche hier demontiert wurde – die heutige SPNV-Linie RB 63 befährt hingegen lediglich den Abschnitt Coesfeld–Münster.
Busverkehr
| Linie | Verlauf | Takt | Betreiber
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Radverkehr
Gescher ist an zahlreiche offizielle und ausgeschilderte regionale Radwanderwege angeschlossen, u. a. an die 100-Schlösser-Route, die Flamingoroute, die Berkelroute, die Aaroute und die Agri-Cultura-Route.<ref>Münsterland e. V.: Radfahren in Gescher | Münsterland e. V. Tourismus. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. April 2017; abgerufen am 9. Juni 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Ansässige Unternehmen
Die bischöfliche Stiftung Haus Hall ist Wohnort und Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderung und größter Arbeitgeber in Gescher. Des Weiteren befindet sich in Gescher die Zentrale der Huesker Synthetic GmbH, eines Herstellers von Geokunststoffen, Agrar- und Industrietextilien. In Gescher-Hochmoor befindet sich der Unternehmenssitz des Maschinenbauunternehmens Ruthmann. Eine der ältesten Glockengießereien Deutschlands, Petit & Gebr. Edelbrock, ist ebenfalls in Gescher beheimatet.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- August Wessing (1880–1945), katholischer Geistlicher und NS-Opfer im KZ Dachau
- Fabianus Schroer (1898–1944), Steyler Missionar und Märtyrer
- Heinrich Hörnemann (1906–1977), Politiker (CDU)
- Norbert Roters (1911–1976), NSDAP-Kreisleiter in Wittgenstein
- Winfried Pielow (1924–2018), Literaturwissenschaftler, Schriftsteller und Hörspielautor
- Josef Schulte (1929–2014), Theologe
- Claus Werning (* 1938), Internist, Hochschulprofessor und Chefarzt
- Peter Schmidt (* 1944), Schriftsteller
- Kurt Kohn (* 1944), Linguist
- Willi Wiemold (* 1948), Heimatforscher und ehemaliger Stadtarchivar von Gescher, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande (verliehen 2014)<ref>AG Westmuensterland Genealogie – Willi Wiemold mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 4. Februar 2014, abgerufen am 4. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Petra Hermes (* 1956), Generalstaatsanwältin
- Eva-Maria Horstick (* 1958), Fotokünstlerin
- Mark Braun (1962–2008), deutscher Architekt
- Franz-Josef Höing (* 1965), Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg
- Birgit Dieker (* 1969), Künstlerin
Ehrenbürger
Bisher einziger Ehrenbürger der Stadt Gescher ist Anton Huesker, ehemaliger Textilfabrikant, der wegen seiner besonderen sozialen Leistungen am 25. Juni 1936 zum Ehrenbürger ernannt wurde. Auch der westfälische Textilverband erwähnt in seinen Schriften die herausragenden Leistungen von Anton Huesker.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit nicht-numerischen formatnum-Argumenten
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Koordinaten-Parameterfehler
- Gescher
- Gemeinde in Nordrhein-Westfalen
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2025-05
- Wikipedia:Weblink offline
- Ort im Kreis Borken
- Ort im Münsterland
- Stadt in Nordrhein-Westfalen