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Sixt SE

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Sixt SE

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Sixt Logo 2023.svg
Rechtsform Societas Europaea
ISIN DE0007231326 (Stämme), DE0007231334 (Vorzüge)
Gründung 1912
Sitz Pullach im Isartal, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung
  • Alexander Sixt und Konstantin Sixt, Co-Vorsitzende des Vorstands
Mitarbeiterzahl 8923 (2024)<ref name="gb2024">Geschäftsbericht 2024. (PDF) In: sixt.com. Abgerufen am 7. April 2025.</ref>
Umsatz 4,0 Mrd. Euro (2024)<ref name="gb2024" />
Branche Mobilität
Website https://sixt.de
Stand: 31. Dezember 2024
Datei:2025 SixtHQ 003 web.jpg
Hauptsitz des Konzerns in Pullach bei München
Datei:Hannover flughafen tower 01.jpg
Der alte Tower in Hannover mit Sixt-Werbung
Datei:12-03-01-50mm-berlin-33.jpg
Filiale am Breitscheidplatz Berlin (Europacenter)

Die Sixt SE mit Sitz in Pullach im Isartal ist ein internationaler börsennotierter, familiengeführter Konzern, der in Autovermietung, Carsharing und Fahrdienstvermittlung tätig ist.

Geschichte

Im Jahr 1912 gründete Martin Sixt mit einem Fuhrpark von drei Automobilen die Martin Sixt Autofahrten.<ref name=":0">Roots & Wings 100 Years of Sixt 1912–2012. (PDF; 8,56 MB) In: Wolfgangtimpe.com. Regine Sixt, 2013, abgerufen am 29. August 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es war nach eigenen Angaben die erste Autovermietung Bayerns.<ref name=":1">Joachim Hofer: Die Mietwagen-Pioniere. In: Handelsblatt Online. 30. Januar 2017, abgerufen am 4. September 2019.</ref> Zielgruppe der Luxusfahrzeug-Vermietung mit einem Deutz Landaulet de Luxe und zwei Daimler-Fahrzeugen waren vermögende ausländische Kunden. Im Februar 1919 kaufte Martin Sixt ein Gebäude in der Seitzstraße 11 in München, das auch heute noch eine Sixt-Filiale beherbergt.<ref name=":0" /> Während des Ersten Weltkrieges wurde die aus sieben Fahrzeugen bestehende Flotte konfisziert<ref>Dominic Multerer: Marken müssen bewusst Regeln brechen, um anders zu sein. Gabal Verlag, 2013, ISBN 978-3-86936-512-1, S. 89.</ref> und inklusive der Fahrer dem Deutschen Heer unterstellt.<ref name=":0" /> Martin Sixt baute das Unternehmen nach Kriegsende wieder auf und übertrug es 1927 an seinen Neffen Hans Sixt.<ref name=":1" /> Aufgrund der Schwierigkeit, Ersatzteile für ausländische Fahrzeuge zu beschaffen, setzte Sixt ab 1929 nur noch Mercedes-Fahrzeuge ein.<ref name=":0" /> Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 wurde die Fahrzeugflotte von der Wehrmacht erneut requiriert.<ref name=":0" />

Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg

1948 eröffnete das Unternehmen in München ein Taxigeschäft mit den ersten Funktaxis Europas. 1951 wurde die Autovermietung Auto Sixt gegründet.<ref name=":1" /> Im April 1966 eröffneten die ersten Filialen am Flughafen Frankfurt Main und München-Riem. Ab 1967 bot Sixt als erstes deutsches Unternehmen Leasing-Fahrzeuge an.<ref name=":2">Mira Heilemann: Die Vereinheitlichung der rechtlichen Rahmenbedingungen über vergleichende Werbung in Europa und ihre Auswirkungen auf deutsche Unternehmen. Diplom.de, 1997, ISBN 3-8324-0093-1, S. 49.</ref> 1969 übernahm Erich Sixt die Führung des Unternehmens mit 200 Fahrzeugen.<ref name=":3">Dietmar H. Lamparter: Erich gibt Gas. In: Zeit Online. 16. Dezember 1998, abgerufen am 4. September 2019.</ref> Im selben Jahr nahm er auch Lkws in das Angebot mit auf.<ref name=":2" /> 1976 trat Regine Sixt ins Unternehmen ein und schloss Verträge mit allen großen Fluggesellschaften und Hotelketten ab.<ref name=":1" /> Im folgenden Jahr gründete das Unternehmen an allen großen deutschen Flughäfen Filialen.<ref name=":0" /> Ab 1977 war Sixt zudem Lizenznehmer der amerikanischen Autovermietung Budget.<ref name=":4">Michael Kutschker, Stefan Schmid: Internationales Management. De Gruyter Oldenbourg, München 2012, ISBN 978-3-486-71924-6, S. 874.</ref> 1982 firmierte Auto Sixt in Sixt Autovermietung GmbH um.<ref name=":0" /> 1986 wurde das Unternehmen unter dem Namen Sixt AG in eine deutsche Aktiengesellschaft umgewandelt und an der Börse gehandelt.<ref name=":1" /> 1988 wurde als Tochterunternehmen die Sixt Leasing gegründet. 1989 eröffnete das Unternehmen in der Schweiz erstmals eine Tochtergesellschaft außerhalb Deutschlands.<ref name=":0" /> Der Umsatz stieg von 19 Millionen D-Mark im Jahr 1981 auf 149 Millionen D-Mark im Jahr 1988.<ref name=":1" />

Internationale Expansion seit 1990

Ab 1991 begann die Expansion mit Franchisenehmern verstärkt international.<ref name=":1" /> 1993 lagerte das Unternehmen das operative Geschäft von der AG in ein weiteres Tochterunternehmen, die Sixt GmbH & Co Autovermietung KG, aus. Die Sixt AG fungierte danach als Holding des Konzerns.<ref name=":0" /> 1993 übernahm Sixt den Konkurrenten Autoverleih Buchbinder, führte die Marke eine Zeit lang integriert weiter und stellte sie schließlich ein. Sixt sicherte sich die Namensrechte an Buchbinder nicht. Buchbinder wurde danach neu gegründet und etablierte sich erneut am Markt.<ref>Buchbinder: Sixt vergisst sich die Namensrechte an Buchbinder zu sichern 1993</ref> Seit 2017 gehört Buchbinder zu Europcar.<ref>Europcar darf Konkurrent Buchbinder übernehmen. In: Spiegel Online. 27. Juli 2017, abgerufen am 28. Juli 2017.</ref> In den 1990er Jahren stieg Sixt zum größten deutschen Autovermieter auf. 1997 öffnete es 150 Filialen in Frankreich und weitere Filialen an Flughäfen in Großbritannien. 1998 folgten unter anderem mit Tunesien, Marokko und Neuseeland erstmals außereuropäische Länder.<ref name=":0" /> Mit rund 1500 Mitarbeitern<ref name=":3" /> und über 1000 Filialen in Europa<ref name=":0" /> erzielte das Unternehmen 1998 einen Umsatz von rund 4,6 Milliarden D-Mark.<ref>Wachstum hält an. In: Manager Magazin. 20. April 1999, abgerufen am 4. September 2019.</ref> Aufgrund der internationalen Expansion und einem folgenden Rechtsstreit beendeten Sixt und Budget ihre Kooperation im Jahr 1999.<ref name=":4" /> Ebenfalls im Jahr 1999 schlossen Sixt und der amerikanische Anbieter Dollar Rent A Car eine Kooperation. 2000 fokussierte Sixt alle seine Internet-Aktivitäten in dem neugegründeten Tochterunternehmen e-Sixt, das unter anderem eine Internet-Plattform zum Mieten, Kaufen und Leasen von Fahrzeugen anbot.<ref>Bianca Dechtjarew: e-Sixt: Autos online. Heise online, 3. März 2000, abgerufen am 4. September 2019.</ref>

In den Jahren 2001 bis 2003 expandierte Sixt in den Nahen Osten sowie in verschiedene Länder Afrikas.<ref name=":0" /> Das Unternehmen gründete 2003 unter der Marke Sixti einen Low-Budget-Service, der später in DriveNow aufging.<ref>Werbung und Wirklichkeit. In: AutoBild. 24. Juni 2003, abgerufen am 29. August 2019.</ref><ref>"DriveNow": BMW steigt mit Sixt ins Carsharing ein. In: Autohaus. 21. März 2011, abgerufen am 29. August 2019.</ref> Im selben Jahr musste sich die Aktiengesellschaft eines Angriffs des Hedge-Fonds-Managers Florian Homm erwehren, der auf einen sinkenden Aktienkurs spekulierte. Der Angriff endete für Homm mit einer Geldstrafe wegen Kursmanipulation.<ref>„Florian Homm – Ein Enfant terrible wird zahm“, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. Juli 2006</ref> Ebenfalls 2006 versuchte Sixt, den Konkurrenten Europcar zu übernehmen, dessen Eigentümer Volkswagen ihn zum Kauf anbot. Neben kartellrechtlichen Bedenken (Sixt hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 23 Prozent Marktanteil, Europcar 22 Prozent) gab es auch Widerstand seitens des Europcar-Betriebsrats, der einen Personalabbau nach der Fusion befürchtete.<ref>„Sixt bei Europcar in der Endrunde“, Manager Magazin vom 1. Dezember 2006, abgerufen am 12. Dezember 2013.</ref> Volkswagen entschied sich schließlich für das Angebot des französischen Finanzinvestors Eurazeo.<ref>„VW verkauft Autovermieter Europcar nach Frankreich“, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 9. März 2006, abgerufen am 12. Dezember 2013</ref>

Ab 2007 gründete Sixt über seine Tochtergesellschaft sixt e-ventures verschiedene Online-Plattformen und -dienste. Dazu zählten unter anderem die Auto-Community Carmondo<ref>Sixt e-ventures bringt Auto-Community online. W&V, 16. August 2007, abgerufen am 28. August 2019.</ref>, die Aktien-Community Stockflock (später MyStocks)<ref name=":5">Alexander Hüsing: Offline! Finanzcommunity MyStocks lebt nicht mehr. deutsche startups, 18. Mai 2011, abgerufen am 29. August 2019.</ref>, das Blitzer-Warnsystem Radalert<ref>Tom Hillenbrand: Sixt startet mobiles Blitzer-Warnsystem. In: Spiegel Online. 28. Januar 2009, abgerufen am 4. September 2019.</ref>, der Weineinlagerungsservice Winebase<ref>Alexander Hüsing: sixt lagert mit winebase Weine ein. deutsche starups, 4. Dezember 2009, abgerufen am 28. August 2019.</ref> sowie Autohaus24<ref name=":6">Springer hält 50 Prozent an autohaus24.de. In: Meedia. 20. Juni 2012, abgerufen am 4. September 2019.</ref>. Die Dienste Stockflock<ref name=":5" />, Radalert<ref>RadAlert. Sixt, abgerufen am 4. September 2019.</ref> und Winebase<ref>Ausverkauf. (PDF; 7,59 MB) In: Internet World Business. 11. Oktober 2010, S. 7, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. März 2015; abgerufen am 4. September 2019.</ref> wurden später eingestellt. Im Jahr 2009 kaufte Auto Bild 19,9 Prozent der Anteile an Autohaus24 und Carmondo. Im Zuge dieser Kooperation wurde Autohaus24.de um redaktionelle Inhalte von Auto Bild erweitert und Carmondo in Autobild.de integriert.<ref>Ralph-Bernhard Pfister: Autobild.de kauft sich bei Sixt ein. In: W&V. 17. September 2009, abgerufen am 4. September 2019.</ref> Im selben Jahr übernahm Alexander Sixt die Leitung der Konzernentwicklung des Unternehmens.<ref>Markus Fasse: Erich Sixt kann’s nicht lassen. In: Handelsblatt Online. 2. September 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. August 2022; abgerufen am 28. August 2019.</ref>

Entwicklung seit 2010

2010 bot Sixt erstmals Elektroautos an.<ref name=":1" /> 2011 eröffnete das Unternehmen in Florida seine erste Filiale in den USA.<ref>Markus Fasse: „Wir gehen jetzt nach Hawaii“ – Erich Sixt auf Expansionskurs. In: Handelsblatt Online. 16. August 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Juli 2022; abgerufen am 4. September 2019.</ref><ref>Geschichte. Sixt, abgerufen am 4. September 2019.</ref> Am 9. Juni 2011 gründeten Sixt und BMW den Carsharing-Anbieter DriveNow als Joint Venture.<ref>BMW und Sixt erhalten Freigabe für Car-Sharing-Projekt. In: Horizont Online. 27. Mai 2011, abgerufen am 28. August 2019.</ref> 2012 zog Auto Bild die bereits 2009 vereinbarte Option seine Anteile an Autohaus24 auf 50 Prozent zu erhöhen.<ref name=":6" /><ref>Autobild.de steigt bei Sixt-Neuwagenportal ein. In: new business. 18. September 2009, abgerufen am 4. September 2019.</ref> Anfang 2013 gründete das Unternehmen den Chauffeur-Dienst myDriver.<ref>Jürgen Stüber: Start-ups für Limousinen-Service ärgern Taxifahrer. In: Welt Online. 16. April 2013, abgerufen am 29. August 2019.</ref> Im August 2013 wurde die Sixt AG in die Rechtsform einer Europäischen Gesellschaft (Societas Europaea) umgewandelt und heißt seitdem Sixt SE.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Sixt SE HRB 206738 Neueintragung im Handelsregister.] In: www.unternehmen24.info. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Im Rahmen der Umwandlung wurde im Jahr 2013 ein europäischer Betriebsrat („Sixt Europa-Mitarbeiterforum“) gegründet.<ref>Sixt Aktiengesellschaft: Bekanntmachung -16-. Sixt, 8. Mai 2013, S. 10.8 b, abgerufen am 4. September 2019.</ref> Im Mai 2015 brachte die Sixt SE ihre Tochtergesellschaft Sixt Leasing an die Frankfurter Wertpapierbörse.<ref>Börsengang Sixt Leasing startet solide an der Börse. In: Manager Magazin. 7. Mai 2015, abgerufen am 4. September 2025.</ref> Nach dem Börsengang lag der Eigentumsanteil der Sixt SE bei 41,9 %, der Streubesitzanteil bei 58,1 %.<ref>„Nachgehakt bei Erich Sixt“. In: €uro am Sonntag vom 23. Mai 2015 (Ausgabe 21/15), S. 15</ref> 2020 verkaufte Sixt ihren verbliebenen Anteil von knapp 42 % an die „Hyundai Capital Bank Europe“.<ref name="vk-2020">Sixt verkauft Leasing-Tochter an Hyundai-Bank. In: Handelsblatt Online. 21. Februar 2020, abgerufen am 16. Juni 2021: „Der Konzern verkauft seine Anteile von knapp 42 Prozent für bis zu 163,4 Millionen Euro.“</ref>

Im Jahr 2016 wurden die Dienste myDriver und DriveNow auch außerhalb Deutschlands aktiv.<ref>Ingrid Lommer: Kampf um die Straße: Wie Uber und Co die Mobilität revolutionieren. In: Internet World Business. 18. April 2016, abgerufen am 4. September 2019.</ref> Im Mai 2016 übernahm Sixt alle Anteile an Autohaus24.de von Auto Bild.<ref>Sixt-Tochter übernimmt autohaus24. In: Handelsblatt Online. 4. Mai 2016, abgerufen am 4. September 2019.</ref> Anfang 2018 veräußerte Sixt seinen 50-Prozent-Anteil an DriveNow für 209 Millionen Euro an BMW.<ref>Matthias J. Kapfer: Carsharing: Sixt ist raus – Weg frei für Fusion von DriveNow und car2go. In: Der Aktionär. 1. Februar 2018, abgerufen am 4. September 2019.</ref> Im September 2018 kündigte das Unternehmen an, rund 100 Millionen Euro in den Ausbau seiner Mobilitätsservices zu investieren.<ref>Sixt verkauft DriveNow-Anteil an BMW. In: Manager Magazin Online. 29. Januar 2018, abgerufen am 4. September 2019.</ref> Im Februar 2019 startete das Unternehmen unter der Marke SIXT share einen neuen Carsharing-Dienst, der neben bestimmten Geschäftsgebieten deutschlandweit die Sixt-Filialen als Abgabestationen nutzt. Gleichzeitig führte Sixt eine neue App ein, die die Angebote Autovermietung, Carsharing sowie Fahrdienste in einer Applikation verband.<ref>dpa-afx: Sixt verschmilzt Autovermietung und Carsharing. In: Manager Magazin Online. 1. März 2019, abgerufen am 4. September 2019.</ref>

Im September 2021 kündigten Mobileye und Sixt an, ab dem Jahr 2022 einen Taxidienst mit selbstfahrenden Fahrzeugen anbieten zu wollen. Gestartet würde der Probelauf im Großraum München. Der Dienst sei unter anderem über die App von Sixt buchbar.<ref>Mobileye und Sixt bringen Robotaxis 2022 nach Deutschland. In: Handelsblatt Online. 7. September 2021, abgerufen am 20. September 2021.</ref> Ende 2021 expandierte das Unternehmen über eine Partnerschaft mit dem australischen Automobilclub National Roads & Motorists’ Association nach Australien. 160 Stationen und insgesamt 16.000 Fahrzeuge fahren somit unter der Marke Sixt im Franchiseverfahren.<ref>Dieter Sürig: Aus Blau wird Orange. In: Süddeutsche Zeitung. 2. Dezember 2021, abgerufen am 6. Dezember 2021.</ref> Im Frühjahr 2022 folgten mit Vancouver und Toronto erste Stationen in Kanada.<ref>Autovermieter Sixt expandiert nach Kanada. In: Handelsblatt. 7. Mai 2022, abgerufen am 22. September 2025.</ref>

Die Sixt-Aktie stieg im März 2022 vom Börsenindex SDAX in den MDAX auf.<ref>Änderungen im März 2022 in der DAX-Familie. In: www.wallstreet-online.de. 10. März 2022, abgerufen am 21. November 2022.</ref> Im Oktober 2022 wurde angekündigt, dass Sixt und der chinesische Autobauer BYD eine langfristige Partnerschaft vereinbart haben. Sixt will bis 2028 mehr als 100.000 Autos von BYD kaufen.<ref>tagesschau.de: Autovermieter Sixt will Zehntausende E-Autos in China kaufen. Abgerufen am 4. Oktober 2022.</ref>

Im September 2023 erwarb Sixt im Rahmen einer Finanzierungsrunde einen einstelligen Prozentanteil am deutschen Chauffeurdienst Blacklane.<ref>Markus Fasse: Sixt beteiligt sich an Blacklane. In: Handelsblatt. 26. September 2023, abgerufen am 22. September 2025.</ref> Anfang 2024 kündigte Sixt an, in den darauf folgenden drei Jahren insgesamt bis zu 250.000 Fahrzeuge von Stellantis für den Ausbau seiner Vermietflotte in Europa und Nordamerika zu erwerben.<ref>Sixt kauft bei Stellantis bis zu 250.000 Autos. In: Manager Magazin. 17. Januar 2024, abgerufen am 22. September 2025.</ref> Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete das Unternehmen erstmals einen Umsatz von über 4 Milliarden Euro.<ref>Sixt profitiert von Touristenscharen. In: Süddeutsche Zeitung. 27. Februar 2025, abgerufen am 22. September 2025.</ref>

Expansion in den USA

Seine erste Filiale in den USA eröffnete Sixt im Jahr 2011 in Florida.<ref>Markus Fasse: „Wir gehen jetzt nach Hawaii“ – Erich Sixt auf Expansionskurs. In: Handelsblatt Online. 16. August 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Juli 2022; abgerufen am 4. September 2019.</ref><ref>Geschichte. Sixt, abgerufen am 4. September 2019.</ref> Bereits im Jahr 2018 war die USA mit 55 Stationen der zweitwichtigste Markt für Sixt.<ref>„Der Unterschied: Wir verbrennen nicht eine Milliarde Dollar“. In: Wirtschaftswoche. 15. November 2018, abgerufen am 23. September 2025.</ref> In seiner Expansion setzte das Unternehmen verstärkt auf Stationen an bedeutenden Flughäfen, wo es im selben Jahr bereits rund zwei Dutzend Filialen betrieb.<ref>Markus Fasse: Sixt macht sich bereit für den Generationswechsel. In: Handelsblatt. 21. August 2018, abgerufen am 23. September 2025.</ref> Bis zum Jahr 2023 wuchs der Jahresumsatz von Sixt in den USA auf über 1 Milliarde Euro, eine Verdopplung gegenüber dem Jahr 2019. Damit überholte die USA Deutschland als den bis dato größte Absatzmarkt des Unternehmens.<ref>Simon Hage, Martin Hesse: »Ich habe noch nie ein Auto gekauft«. In: Der Spiegel. 3. Dezember 2023, abgerufen am 23. September 2025.</ref> Das Wachstum begleitete Sixt ab Ende 2022 auch mit einer Werbekampagne unter dem Slogan „Rent THE car“ in den USA (u. a. in TV und auf dem Times Square).<ref>SIXT Lights Up Times Square with New Location, Ad Display. In: AutoRental News. 1. Oktober 2024, abgerufen am 23. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Tim Theobald: Sixt erobert den Times Square mit erster Markenkampagne in den USA. In: Horizont. 13. Januar 2023, abgerufen am 23. September 2025.</ref> Im Oktober 2023 kamen Partnerschaften mit den beiden NBA-Teams Chicago Bulls und Los Angeles Lakers hinzu.<ref>Christoph Seyerlein: Sixt sponsert NBA-Klubs Los Angeles Lakers und Chicago Bulls. In: Manager Magazin. 6. Oktober 2023, abgerufen am 23. September 2025.</ref> Ende 2024 eröffnete Sixt am John Wayne Airport seine 50. Station an einem US-Flughafen.<ref>Cüneyt Yilmaz: Sixt eröffnet 50. Flughafen-Station in den USA. In: fvw. 3. Dezember 2024, abgerufen am 23. September 2025.</ref>

Unternehmen

Das Unternehmen ist mit mehr als 8700 Mitarbeitern in über 100 Ländern präsent. Inklusive der Fahrzeuge der Franchisenehmer und weiterer Kooperationspartner hatte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 308.300 Fahrzeuge im Bestand.<ref name="gb2023">Geschäftsbericht 2023. (PDF) In: sixt.com. Abgerufen am 2. April 2024.</ref>

Geschäftsfelder

Der Sixt-Konzern umfasst die Autovermietung, Carsharing, Fahrdienstleistungen sowie ein Auto-Abo.

SIXT rent

In Deutschland unterhält das Unternehmen rund 500 Verleihstationen. Weltweit sind es mehr als 2000 Autovermietungs-Filialen. Außerhalb Europas und den USA ist Sixt durch Franchise- und Kooperationspartner vertreten.<ref>Geschäftsbericht 2020. (pdf) In: sixt.com. Abgerufen am 12. Juli 2021.</ref> Das Angebot gliedert sich dabei in die Vermietung von Wagen und Lkws sowie die dazugehörigen Service-Angebote oder Möglichkeiten zur Einwegmiete.

SIXT share

Datei:SIXT Shared Car in Munich.jpg
Ein Auto von SIXT Share in München, 2019

Beim Carsharing-Angebot von Sixt können Kunden in den Städten Berlin, Hamburg und München, in den Niederlanden sowie an ausgewählten Stationen in verschiedenen Städten Autos minuten- oder tageweise mieten.<ref>Sixt Share Standorte. Sixt, abgerufen am 19. Mai 2023.</ref> Seit Juni 2023 können Kunden über die Sixt App auch Autos des Kooperationspartners Miles buchen.<ref>Carsharing: Miles-Autos ab sofort auch über Sixt-App buchbar. In: Autoflotte.de. 19. Juni 2023, abgerufen am 12. Oktober 2023.</ref>

In den Geschäftsgebieten können Kunden das an der Straße geparkte Auto per App öffnen und nutzen. Neben dem erneuten Abstellen des Autos im Geschäftsgebiet nach Nutzung, kann das Auto auch an einer der Sixt-Stationen außerhalb des jeweiligen Geschäftsgebietes im Anmietland abgegeben werden.<ref>Moritz Diethelm: 20€-Gutschein für die neue Sixt-Taxi- und Ride-Sharing-App. In: Efahrer.com. 19. Juni 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. April 2019; abgerufen am 4. September 2019.</ref> Auch eine Anmietung von E-Scootern über das Partnerunternehmen Tier ist in vielen Städten möglich.<ref>Mietwagen TIER e-Roller | SIXT share FAQs – Sixt Autovermietung. Abgerufen am 1. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

SIXT ride

Gemeinsam mit Partnern bietet Sixt über seine App Kunden in 550 Städten<ref name=":8" /> (Stand 2022) die Möglichkeit Taxis, Limousinen mit Chauffeur oder andere Fahrdienste zu nutzen. Dazu kooperiert das Unternehmen in Deutschland mit dem Taxigewerbe. In den USA zählt etwa der Vermittlungsdienst Lyft oder Blacklane<ref>Markus Fasse: Sixt beteiligt sich an Blacklane. In: Handelsblatt Online. 26. September 2023, abgerufen am 8. Juli 2024.</ref>, in Lateinamerika, Portugal und Spanien Cabify zu den Partnern.<ref>Michael Schröder: Die Zukuft beginnt jetzt: Darum hat Sixt gute Chancen gegen Avis, BMW, Daimler, Uber und Co. In: Der Aktionär. 8. März 2019, abgerufen am 4. September 2019.</ref>

SIXT+

Beim Auto-Abonnement Sixt+ erhält man einen Neuwagen gegen Bezahlung einer monatlichen Rate, die übliche Nebenkosten eines eigenen Autos bereits beinhaltet. Das Auto kann online gebucht werden und das Abonnement ist nach einer Mindestlaufzeit von 30 Tagen monatlich kündbar.<ref>Frank Jacobs: Sixt launches flexible car subscription SIXT+. In: Fleet Europe. 18. Juni 2020, abgerufen am 14. Juli 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es fällt zudem eine Einmalgebühr an, deren Höhe von der gebuchten Fahrzeugklasse abhängig ist. Sie entspricht häufig jedoch in etwa einer Monatsrate.<ref>SIXT+ - Das Auto-Abo. In: Sixt.de. Abgerufen am 14. Juli 2021.</ref> Das Angebot ist in Deutschland und 11 weiteren Ländern verfügbar (Stand 2022).<ref name=":8">Der Geschäftsbericht 2022. (PDF; 5,8 MB) In: about.sixt.com. Sixt, 28. März 2023, S. 42, abgerufen am 12. Oktober 2023.</ref>

Unternehmensleitung

2015 verlängerte der Aufsichtsrat den Vorstandsvertrag von Erich Sixt bis zum Jahr 2020. Zugleich wurden Alexander Sixt und Konstantin Sixt zu zusätzlichen Vorstandsmitgliedern bestellt.<ref>Sixt SE: Aufsichtsrat bestellt Alexander und Konstantin Sixt zu neuen Vorstandsmitgliedern, Sixt-Pressemitteilung, 2. Februar 2015</ref> Seit Februar 2015<ref>https://www.automobilwoche.de/agenturmeldungen/sohne-von-erich-sixt-ziehen-vorstand-ein</ref> wurde Sixt somit von fünf (vorher drei) Vorstandsmitgliedern geführt. Zum Termin der Hauptversammlung am 16. Juni 2021 schied Erich Sixt aus dem Vorstand aus, dessen Vorsitz seither von Alexander Sixt und Konstantin Sixt gemeinsam gebildet wird.<ref>dpa: Autovermieter: Erich Sixt übergibt Steuer an seine Söhne. In: autohaus.de. Springer Fachmedien München, 2. März 2021, abgerufen am 16. Juni 2021.</ref> Erich Sixt wurde in den Aufsichtsrat gewählt.<ref>Mangelnde Corporate Governance. Investoren mokieren sich über Generationswechsel bei Sixt. In: Manager-Magazin. 16. Juni 2021, abgerufen am 16. Juni 2021.</ref> Seit 1. Juni 2024 besteht der Vorstand der Sixt SE aus:<ref>Investor Relations. Sixt, abgerufen am 8. Juli 2024.</ref>

  • Alexander Sixt (Co-Vorstandsvorsitzender, Organisation, Strategie, Tech/IT und Produktentwicklung)
  • Konstantin Sixt (Co-Vorstandsvorsitzender, Vertrieb, Marketing, International Franchise Development)
  • Franz Weinberger (Finanzen und Controlling)
  • Nico Gabriel (Operations)
  • Vinzenz Pflanz (Globaler Vertrieb)

Kennzahlen

<ref>Fact Sheet. (PDF; 111 KB) In: Sixt. 27. August 2018, abgerufen am 4. September 2019.</ref> 2024<ref name="gb2024" /> 2023 2022 2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015 2014
Konzernumsatz (Mio. Euro) 4.002 3.621 3.066 2.282 1.532 3.306 2.930 2.603 2.413 2.179 1.796
Konzernüberschuss (Mio. Euro) 335 464 550 442 2 247 439 204 157 128 110
Mitarbeiter
(im Jahresdurchschnitt)
8.923 8.735 7.509 6.399 6.921 8.748 7.540 6.685 6.212 5.120 4.308

Auszeichnungen

Das Unternehmen ist bekannt für seine Werbe-Installationen an Flughäfen. Der Preis für die beste Flughafenwerbung 2013 ging an Sixt.<ref>Sixt macht beste Flughafenwerbung des Jahres 2013 horizont.net, abgerufen am 17. Juni 2015</ref>

2015 wurde die Familie Sixt von der Fachzeitschrift Werben & Verkaufen mit dem Deutschen Medienpreis 2015 als „Medienpersönlichkeit des Jahres“ ausgezeichnet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.wuv.de Familie Sixt erhält die Auszeichnung Media-Persönlichkeit des Jahres (Memento vom 4. Mai 2015 im Internet Archive)</ref>

2017<ref>Andreas Schulte: Vorfahrt für den Kunden. In: Handelsblatt Online. 28. April 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. April 2017; abgerufen am 4. September 2019.</ref> und 2018<ref>Miriam Binner: Vorsprung durch Kundennähe – Das sind die besten Dienstleister 2018. In: Handelsblatt Online. 26. April 2018, abgerufen am 4. September 2019.</ref> belegte Sixt den ersten Platz beim Wettbewerb Top Service Deutschland in der Kategorie B2C. Der Preis wird von der Wirtschaftszeitung Handelsblatt gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen ServiceRating sowie der Universität Mannheim vergeben. Sixt wurde 2018 zudem für seine Dienstleistungen in verschiedenen Ländern, unter anderem für Deutschland, Österreich und die Schweiz, als beste Autovermietung im Rahmen der World Travel Awards ausgezeichnet.<ref>Das sind die deutschen Gewinner. In: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung. 10. Juli 2018, abgerufen am 4. September 2019.</ref><ref>Aberäumt: Sixt erhält die World Travel Awards in 14 Kategorien. Sixt, abgerufen am 4. September 2019.</ref> Gemeinsam mit seiner Werbeagentur, Jung von Matt, erhielt Sixt den Best-of-Show-Award in der Kategorie Evergreen der GWA Effie Awards 2018.<ref>Bärbel Unckrich: Grand Prix für Jung von Matt und Sixt / So geht es 2019 mit dem Effie weiter. In: Horizont Online. 8. November 2018, abgerufen am 4. September 2019.</ref> Im Jahr 2025 wurde das Unternehmen von der US-amerikanischen Tageszeitung USA Today als beste Autovermietung in den USA ausgezeichnet.<ref>Cruise comfortably with the 10 best rental car companies in the US. In: USA Today. 14. Mai 2025, abgerufen am 25. September 2025.</ref>

Werbekampagnen

Sixt setzte früh auf markante Werbesprüche. Während der Hyperinflation nach dem 1. Weltkrieg warb Sixt mit dem Spruch „20 Billionen Mark pro Tag – Dieses Mercedes-Automobil können Sie schlichtweg als geschenkt betrachten“. Ab Mitte der 1980er Jahre<ref name=":3" /> wurden die Werbekampagnen unter Beteiligung von Jean-Remy von Matt Teil der Markenidentität des Unternehmens und zunehmend provokanter.<ref>Nicholas Adjouri: Alles, was Sie über Marken wissen müssen: Leitfaden für das erfolgreiche Management von Marken. Gabler-Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-409-12592-2, S. 64.</ref><ref>Hauke Goos, Thomas Hüetlin: Erich Sixt im Gespräch: "Geld muss man verachten". Der Spiegel, 27. Juni 2016, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> Die Expansion innerhalb Deutschlands unterstützte Sixt mit der ersten großen Kampagne „Mieten Sie einen Mercedes zum Preis eines Golfs. Buchen Sie First Class, zahlen Sie Economy.“<ref>Bernd Ziesemer: Pioniere der deutschen Wirtschaft: Was wir von den großen Unternehmerpersönlichkeiten lernen können. Campus-Verlag, Frankfurt 2006, ISBN 978-3-593-38121-3, S. 131.</ref><ref>Peter Brors, Christoph Hardt: Erich Sixt: „Unternehmer sind Abenteurer“. In: Handelsblatt Online. 6. Dezember 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. März 2016; abgerufen am 16. Januar 2020.</ref>

Kontrovers wurde Anfang der 1990er Jahre die Kampagne mit dem Slogan „Neid und Missgunst für 99 Mark“ unter dem Bild eines Porsche diskutiert. Der Deutsche Werberat bewertete den Spruch als Appell an niedere Instinkte und sprach sich für die Beendigung der Kampagne aus. Obwohl die Kampagne nach einmaligem Erscheinen nicht fortgeführt wurde, zählt sie zu den bekanntesten des Unternehmens.<ref>Klaus Schmeh: David gegen Goliath: 33 überraschende Unternehmenserfolge. Redline Verlag, München 2004, ISBN 978-3-86881-441-5 (Nachdruck 2012).</ref>

Nachdem 1999 Oskar Lafontaine als Bundesfinanzminister und SPD-Vorsitzender zurückgetreten war, warb Sixt mit Porträts der Kabinettsmitglieder unter der Regierung Schröder und strich dabei das von Lafontaine durch. Das Bild wurde begleitet mit dem Spruch: „Sixt verleast auch Autos für Mitarbeiter in der Probezeit.“ Daraufhin verklagte Oskar Lafontaine das Unternehmen, der seine Persönlichkeitsrechte verletzt sah. Der Konzern wurde 2004 vom Oberlandesgericht Hamburg zur Zahlung von 100.000 Euro Schadenersatz an Lafontaine verurteilt. Das Urteil wurde 2006 vom Bundesgerichtshof aufgehoben und die Klage des Politikers abgewiesen.<ref>Lafontaine verliert Prozess gegen Sixt. In: Spiegel Online. 27. Oktober 2006, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref>

2001 warb das Unternehmen mit einem Motiv von Angela Merkel für ein Cabrio. Links zu sehen war sie mit normalem, herabhängendem Haar und rechts mit wilder, hochstehender Frisur. Dies wurde begleitet mit den Sprüchen: „Lust auf eine neue Frisur?“ „Mieten Sie sich ein Cabrio“.<ref>Die Top 10 Kampagnen des Autovermieters. In: Horizont Online. 20. Oktober 2014, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> Laut der Fachzeitschrift Horizont gehört die Kampagne zu den „meistbesprochenen Anzeigen Deutschlands“.<ref>Mehrdad Amirkhizi: 25 Jahre Jung von Matt: Die besten Arbeiten aus einem Vierteljahrhundert. Horizont, 1. Juli 2016, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> Die Zeitung Die Welt bezeichnete die Kampagne als bekannteste des Unternehmens.<ref>Die bekanntesten Werbekampagnen von Sixt. In: Welt Online. Abgerufen am 16. Januar 2020.</ref>

Im Jahr 2007 wurde Sixt für eine getarnte Werbekampagne mit dem Titel „Geh zur Armee“ scharf kritisiert.<ref>Michael Kuntz: "Zeige dem Feind seine Grenzen". Süddeutsche Zeitung, 10. Mai 2010, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> Zum Bildmotiv eines offenen Jeeps mit Soldaten wurde der Slogan „Erlebe, was Kameradschaft bedeutet, zeige dem Feind seine Grenzen und fahre noch günstiger Cabrio als bei Sixt“ präsentiert. So sollte mit Nachwuchsproblemen und Ausrüstungsmängeln bei der Bundeswehr gespielt werden. Außerdem wurde ohne deutliche Kennzeichnung von Sixt als Urheber auf eine von der Werbeagentur Jung von Matt eingerichtete Website gehzurarmee.de verwiesen. Unmittelbar nach Start der Werbung wurden in Afghanistan drei Bundeswehrsoldaten durch einen Selbstmordanschlag getötet. Nach öffentlicher Kritik zogen Unternehmen und Werbeagentur die Werbekampagne zurück.<ref>Sixt zieht Bundeswehr-Kampagne zurück. In: W&V. 22. Mai 2007, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref>

Ebenfalls im Jahr 2007 setzte Sixt den Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer in den Mittelpunkt und bedankte sich bei deren damaligem Vorsitzenden: „Danke, Manfred Schell!“. Laut der Zeitung Die Welt war Sixt rundum den Bahnstreik an Bahnhöfen zu „100 Prozent ausgelastet“.<ref>GDL-Chef Schell, neuer Star der Werbebranche. Die Welt, 15. November 2007, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> Nach dem Bekanntwerden der Steuerhinterziehung von Klaus Zumwinkel im Jahr 2008 tauchte Werbung für Kleintransporter mit der Überschrift „Für alle, die jetzt noch schnell Akten wegzuschaffen haben“ auf.<ref>Jenni Roth: Humor mit Sixt. Die Welt, 3. August 2009, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref>

Anlässlich des Diebstahls der Dienstlimousine der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt während ihres Urlaubs in Spanien erschien am 27. Juli 2009 eine Werbung mit einem Bild der Ministerin und dem Text „Mit dem Dienstwagen in Urlaub? Es gibt Sixt doch auch in Alicante! Ab € 29,- pro Tag inklusive Diebstahlversicherung“.<ref>Dienstwagen-Affäre: Jetzt macht Sixt Werbung mit Ulla Schmidt. Abendzeitung, 27. Juli 2009, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> Das Bundesgesundheitsministerium äußerte sich laut Presseberichten nicht zu der Anzeige.<ref>Ulla Schmidt wird zur Werbefigur für Sixt. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 29. Juli 2009, abgerufen am 24. Januar 2020.</ref>

2010 griff Sixt den Größenunterschied zwischen Carla Bruni und ihrem Ehemann, dem damaligen französischen Präsidenten, Nicolas Sarkozy auf: „Machen Sie es wie Madame Bruni. Nehmen Sie sich einen kleinen Franzosen. Zum Beispiel den Citroën C3 Picasso!“.<ref>Sixt verulkt „den kleinen“ Sarkozy. In: Bild Online. 3. Mai 2010, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> 2011 kritisierte das Unternehmen die Euro-Politik der damaligen Bundesregierung<ref name=":7">Thomas Tuma: „Da hapert's an allem“. Der Spiegel, 26. September 2011, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> und griff in seiner Werbung die Hilfen für Griechenland auf: „Liebe Griechen, Sixt akzeptiert wieder Drachmen! (Das BMW 1er Cabrio ab 26.900,- Drachmen/Tag)“.<ref>Sixt veralbert Griechen. In: Horizon Online. 29. Juni 2011, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> In einem Interview des Spiegels bereute Erich Sixt die Kampagne später und kündigte an, sich nicht mehr in dem Maße in „die große Politik“ einzumischen. Laut dem Interview schlug dem Unternehmen durch die Kampagne der „blanke Hass“ entgegen.<ref name=":7" />

Nach der Freilassung von Gustl Mollath im Jahr 2013 verwendete Sixt für eine Kampagne ein Porträt Mollaths mit dem Slogan „‚Wenn hier jemand verrückt ist, dann der Sixt mit seinen Preisen.‘ – Gustl Mollath –“.<ref>Gustl Mollath, der total „verrückte“ Werbestar, Die Welt, 12. August 2013.</ref> Dafür wurde Sixt von diversen Seiten kritisiert. Später entschuldigte sich der Vorstandsvorsitzende Erich Sixt in einem persönlichen Brief bei Mollath. Das kritisierte Werbemotiv werde zudem nicht mehr weiterverbreitet.<ref>Ingo Rentz: Umstrittene Sixt-Anzeige: Vorstandsvorsitzender Erich Sixt entschuldigt sich bei Gustl Mollath. Horizont – Zeitung für Marketing, Werbung und Medien, 13. August 2013.</ref>

Als die FDP bei der Bundestagswahl 2013 nicht in den Bundestag einzog, griff Sixt dies in einer Anzeige mit dem Spruch unter einem Mercedes Cabrio auf: „Mehr Sitze als die FDP.“<ref>Häme vom Autovermieter: Sixt veräppelt die FDP. In: Focus Online. 25. September 2013, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> Laut der Fachzeitschrift Horizont hatte die Anzeige das Potenzial, um im Internet zu einem viralen Hit zu werden.<ref>Marco Saal: Wie Sixt die Liberalen veralbert. Horizont, 25. September 2013, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref>

GDL-Chef Weselsky wurde von Sixt aufgrund des Bahnstreiks im November 2014 zum Mitarbeiter des Monats gekürt. Im Mai 2015 wiederholte Sixt nach einem erneuten Streikaufruf der GDL die Werbung mit Weselsky in ähnlicher Form und gratulierte ihm dabei zur erfolgreichen Titelverteidigung als „Mitarbeiter des Monats“.<ref>Die aufsehenerregendsten Kampagnen des Autovermieters. WirtschaftsWoche, 10. April 2019, abgerufen am 24. Februar 2020.</ref> Weselsky klagte gegen die Nutzung seines Bildes. Das Oberlandesgericht Dresden wies die Klage des Gewerkschaftsführers 2018 ab.<ref>Autovermieter durfte GDL-Chef in Werbung abbilden. Legal Tribune Online, 21. August 2018, abgerufen am 24. Februar 2020.</ref>

2017 erntete das Unternehmen Kritik für eine Werbung, die in ähnlicher Form bereits 2001 genutzt wurde. Ein Werbe-Video zeigte in Bikinis bekleidete Frauen am Strand und eine Stimme kommentierte „Schlimm, wenn sich junge Menschen im Urlaub wegen eines teuren Mietwagens nichts zum Anziehen leisten können. Sixt sagt: ‚Pfui!‘ Mehr Anstand durch günstige Mietwagen.“<ref>Jonas Lotz: Vor allem eine Szene in der neuen Sixt-Werbung empört viele Internetnutzer. In: Business Insider. 7. September 2017, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref>

2018 waren unter anderem der ehemalige Verfassungsschutz-Präsident, Hans-Georg Maaßen, und CDU-Politiker Friedrich Merz Teil der Sixt-Werbung. Nach dem Wechsel von Maaßen ins Bundesinnenministerium warb der Autoverleiher mit einem Bild Maaßens begleitet von dem Spruch: „Auch bei Sixt: Beförderung auf Knopfdruck.“<ref>"Beförderung auf Knopfdruck": So spottet Sixt über den Maaßen-Deal. In: Stern Online. 20. September 2018, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> Merz war Teil einer Werbung, nachdem er sich trotz seines Millionengehalts zur Mittelschicht zählte. Links war Merz zu sehen mit dem Spruch „Mit 1.000.000 €/Jahr noch Mittelklasse.“, rechts sah man einen Audi mit dem Spruch „Mit 99 €/Tag schon Oberklasse“.<ref>Tobias Bosse: Autovermieter Sixt verspottet Friedrich Merz mit neuer Werbung. Schleswig-Holsteinische Zeitung, 26. November 2018, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref>

Anfang 2020 berichteten Medien über das Aufgreifen des Rückzugs von Annegret Kramp-Karrenbauer vom Parteivorsitz der CDU in einer Sixt-Werbung. In der Anzeige ist ein Bild von Annegret Kramp-Karrenbauer mit einem Sixt Carsharing-Fahrzeug zu sehen. Darunter steht geschrieben "Man muss ja nicht gleich gehen".<ref>"Man muss ja nicht gleich gehen": Die besten Sixt-Werbungen der letzten Jahre. Abendzeitung, 11. Februar 2020, abgerufen am 21. Februar 2020.</ref> Laut der Fachzeitschrift Horizont sind für Sixt politische Krisen „willkommene Anlässe, um eines seiner berüchtigten Social-Media-Motive abzusetzen“.<ref>Ingo Rentz: Sixt nimmt Annegret Kramp-Karrenbauer aufs Korn. Horizont, 11. Februar 2020, abgerufen am 21. Februar 2020.</ref> Wenige Tage später adaptierte Sixt die Werbung und ersetzte das Bild von Annegret Kramp-Karrenbauer durch eines von Jürgen Klinsmann, nachdem dieser als Trainer von Hertha BSC zurückgetreten war.<ref>Alessa Kästner: Sixt nutzt Klinsi-Rücktritt als neue Steilvorlage. W&V, 12. Februar 2020, abgerufen am 21. Februar 2020.</ref>

Anfang 2024 griff Sixt die Insolvenz der Elbtower Immobilien GmbH auf und produzierte ein Video, das ein riesiges Werbeplakat mit einem BMW und dem Spruch „Damit Ihnen nicht das Geld ausgeht.“ auf dem Rohbau des Elbtower zeigen sollte. Sixt bestätigte gegenüber der Bild-Zeitung, dass dies mittels 3D-Computergrafik erzeugt worden sei.<ref>Tobias Manzke: Sixt macht sich über Elbtower-Desaster lustig. In: Bild. 24. Januar 2024, abgerufen am 24. September 2025.</ref> Mitte 2025 berichteten Medien über einen Sixt-Werbespot mit Cora Schumacher, in dem sie ihren Ex-Mann Ralf Schumacher unter dem Slogan wir-haben-dein-Auto.de parodiert.<ref>Martina Fritsche, Jacqueline Vetten: Cora Schumacher schießt mit Werbespot gegen Ralf – DAS sagt er im RTL-Interview zu ihrer Attacke. In: RTL. 28. Juli 2025, abgerufen am 24. September 2025.</ref><ref>Cora Schumacher nimmt Ex Ralf auf den Arm. In: n-tv. 24. Juli 2025, abgerufen am 24. September 2025.</ref><ref>Tanja May, Markus Brachat: Ralf Schumacher reagiert auf Cora-Video. In: Bild. 27. Juli 2025, abgerufen am 24. September 2025.</ref>

Flughafenwerbung

Für seine Werbung an Flughäfen hat Sixt zahlreiche Preise erhalten.<ref>Frauke Schobelt: Dackel-Orakel und Fake-Hybrid: So cool wirbt Sixt am Flughafen. In: W&V. 1. März 2017, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> 2004 begrüßte eine Giraffen-Installation mit dem Spruch „Haben Sie auch so einen Hals auf teure Autos?“ Besucher am Flughafen Düsseldorf.<ref>Was macht die Giraffe im Flughafen? Rheinische Post, 5. Juli 2004, abgerufen am 16. März 2020.</ref> 2011 wurden am Düsseldorfer Flughafen Fluggastbrücken mit einem Pinocchio-Motiv gezeigt. Dabei nutzte das Unternehmen die ausfahrenden Brücken zur Verlängerung der Nase des Pinocchio begleitet mit „Es gibt günstigere Autovermieter als Sixt“.<ref>Susanne Herrmann: Sixt holt den Airport Media Award. W&V, 20. September 2011, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> Im Jahr 2014 kroch eine überdimensionale Schnecke mit dem Hinweis „Achtung Schleichwerbung. Sixt ist günstig!“ durch den Flughafen.<ref>Fabian Müller: Wie der Autovermieter legale Schleichwerbung am Flughafen betreibt. Horizont, 29. September 2014, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> 2018 „schrumpfte“ Sixt am Flughafen München vorbeigehende Passanten durch eine spezielle Spiegelinstallation, die die Passanten kleiner erscheinen ließen. Dies wurde begleitet mit dem Spruch „Kleiner sind nur unsere Mietpreise.“<ref>Petra Schwegler: Sixt schrumpft Fluggäste. W&V, 12. Juli 2018, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref>

Kritik

Verurteilung durch den Bundesgerichtshof

1999 verurteilte der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil Sixt wegen unzulässiger Preisbindung ihrer Franchisenehmer zu Schadenersatz. Sixt hatte den selbstständigen Franchisepartnern die Preise faktisch vorgeschrieben, indem sie in das deutschlandweite Reservierungssystem eingebunden wurden und bei abweichender Preisgestaltung den Mietauftrag zurückgeben mussten.<ref>Hamburger Abendblatt - Hamburg: Franchise: Preisvorgaben nicht erlaubt. (Online [abgerufen am 1. September 2018]).</ref> Dies ist eine nach dem deutschen Kartellrecht unzulässige Preisbindung der zweiten Hand, die der BGH untersagte.<ref>https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=02.02.1999&Aktenzeichen=KZR%2011/97</ref>

Paradise Papers

Im November 2017 wird Sixt in den Veröffentlichungen der Paradise Papers aufgelistet.<ref>Sueddeutsche.de: Da sixt, was ois geht. Abgerufen am 10. September 2019.</ref>

Verhinderung eines Betriebsrates

Als 2021 in Düsseldorf ein Betriebsrat gegründet werden sollte, kam es zu fristlosen Kündigungen oder es wurden Aufhebungsverträge mit einer Abfindung von 10.000 Euro angeboten. Das Angebot wurde später zurückgezogen und da es eine „massive Störung des Betriebsfriedens zu eigennützigen, rechtswidrigen Zwecken“ gegeben hätte, ein Schadenersatz von 1.506 EUR gefordert. Wegen der Behinderung der Betriebsratsgründung will Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim einen Strafantrag gegen Sixt stellen.<ref>Andreas Wyputta: Sixt verhindert Betriebsrat: Schluss mit lustig. In: taz.de. 25. November 2021, abgerufen am 7. März 2024.</ref>

Ähnliche Vorwürfe wurden 2024 in einem anderen Fall erneut geäußert.<ref>Dieter Sürig: Sixt bleibt ohne Mitbestimmung. 7. Februar 2024, abgerufen am 25. Februar 2025.</ref>

Weblinks

Commons: Sixt – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

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