Zum Inhalt springen

Cyclohexylamin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 24. Januar 2026 um 02:11 Uhr durch imported>ChemoBot (Entferne Parameter „Suchfunktion“ aus {{Infobox Chemikalie}} und bereinige Leerzeilen).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Strukturformel
Struktur von Cyclohexylamin
Allgemeines
Name Cyclohexylamin
Andere Namen
  • Aminocyclohexan
  • Hexahydroanilin
  • CHA
Summenformel C6H13N
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit aminartigem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 203-629-0
ECHA-InfoCard 100.003.300
PubChem 7965
ChemSpider 7677
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 99,17 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,86 g·cm−3 <ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

−18 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

134 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck
  • 13 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS" />
  • 20 hPa (30 °C)<ref name="GESTIS" />
  • 60 hPa (50 °C)<ref name="GESTIS" />
pKS-Wert

10.64 (für Ammonium-Kation bestimmt)<ref>H. K. Hall Jr.: Correlation of the Base Strengths of Amines in J. Am. Chem. Soc. 79 (1957) 5441–5444, doi:10.1021/ja01577a030.</ref>

Löslichkeit
  • löslich in Wasser<ref name="GESTIS" /> und Trichlormethan<ref name=Roempp />
  • mischbar mit Ethanol und Diethylether<ref name=Roempp />
Brechungsindex

1,4625 (15 °C)<ref name="CRC90_3_128">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-128.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.003.300">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 226​‐​301​‐​311​‐​314​‐​361fd
P: 202​‐​210​‐​280​‐​303+361+353​‐​304+340+310​‐​305+351+338<ref name="GESTIS" />
MAK

DFG/Schweiz: 2 ml·m−3 bzw. 8,2 mg·m−3<ref name="GESTIS" /><ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 108-91-8 bzw. Cyclohexylamin)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Cyclohexylamin (auch Aminocyclohexan) ist der Name einer chemischen Verbindung, ein vom Cyclohexan abgeleitetes, primäres Amin. Es handelt sich um eine farblose bis gelbliche, nach Fisch riechende, gesundheitsschädliche Flüssigkeit. Cyclohexylamin ist brennbar und bildet mit Luft explosive Gemische. Bereits das Einatmen von Cyclohexylamin ist gefährlich. Es wird auch über die Haut schnell aufgenommen und schädigt diese dabei.

Darstellung und Gewinnung

Cyclohexylamin wird großtechnisch durch Hydrierung von Anilin erzeugt. Es kann auch aus Cyclohexanol und Ammoniak oder durch gleichzeitige Hydrierung und Aminierung von Phenol mit Wasserstoff und Ammoniak hergestellt werden.<ref>Patentanmeldung DE1468018A1: Verfahren zur Herstellung von Cyclohexylamin. Angemeldet am 14. Februar 1964, veröffentlicht am 23. Januar 1969, Anmelder: Halcon International Inc, Erfinder: Robert S. Barker.</ref><ref>Patent DE1276032B: Verfahren zur Herstellung von Cyclohexylamin. Angemeldet am 1. April 1965, veröffentlicht am 29. August 1968, Anmelder: Abbott Lab, Erfinder: Frederik Hendrik van Munster.</ref><ref>Patent US3551487A: Process for preparing cyclohexylamine. Angemeldet am 6. Juni 1968, veröffentlicht am 29. Dezember 1970, Anmelder: Witco Chemical Corp, Erfinder: Bernard R. Bluestein et al.</ref><ref>Patent EP0324983B1: Ruthenium-Trägerkatalysator, seine Herstellung und sein Einsatz bei der Herstellung von gegebenenfalls substituiertem Cyclohexylamin und gegebenenfalls substituiertem Dicyclohexylamin. Angemeldet am 29. Dezember 1988, veröffentlicht am 14. November 1990, Anmelder: Bayer AG, Erfinder: Otto Immel et al.</ref>

Eigenschaften

Cyclohexylamin bildet leicht entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Die Verbindung hat einen Flammpunkt von 27 °C.<ref name="GESTIS"/><ref name=Roempp /> Der Explosionsbereich liegt zwischen 1,14 Vol.‑% (47 g/m3) als unterer Explosionsgrenze (UEG) und 9,4 Vol.‑% (387 g/m3 als oberer Explosionsgrenze (OEG).<ref name="GESTIS"/> Es wurde ein unterer Explosionspunkt von 23 °C bestimmt.<ref name="GESTIS"/> Die Zündtemperatur beträgt 275 °C.<ref name="GESTIS"/> Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T3.

Verwendung

Cyclohexylamin wird als Zwischenprodukt bei der Synthese verschiedener Herbizide, Antioxidantien, Vulkanisations-Beschleuniger, Arzneistoffen, Korrosionsschutzmittel und Süßstoffen (Cyclamat) verwendet.<ref name=Roempp>Eintrag zu Hexan-1-amin. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Biologische Bedeutung

Cyclohexylamin ist ein mögliches Abbauprodukt von Cyclohexylsulfamin, dem Süßstoff Cyclamat. In klinischen Studien<ref>N.E. Buss et al.: The metabolism of cyclamate to cyclohexylamine and its cardiovascular consequences in human volunteers. Toxicol Appl Pharmacol. 115/2 1992. S. 199–210. PMID 1379387</ref><ref>A.G. Renwick et al.: The metabolism of cyclamate to cyclohexylamine in humans during long-term administration. Toxicol Appl Pharmacol. 196/3 2004. S. 367–80. PMID 15094307</ref> wurde von etwa 5 Prozent der untersuchten Personen verzehrtes Cyclamat teilweise in Cyclohexylamin abgebaut, wobei die Menge des produzierten Cyclohexylamin sehr unterschiedlich war und sich auch im Untersuchungszeitraum stark veränderte.

Risikobewertung

Cyclohexylamin wurde 2014 von der EU gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Hierbei werden die Auswirkungen des Stoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. Folgemaßnahmen eingeleitet. Ursächlich für die Aufnahme von Cyclohexylamin waren die Besorgnisse bezüglich Umweltexposition und hoher (aggregierter) Tonnage sowie der vermuteten Gefahren durch fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften. Die Neubewertung fand ab 2016 statt und wurde von Belgien durchgeführt. Anschließend wurde ein Abschlussbericht veröffentlicht.<ref>Europäische Chemikalienagentur (ECHA): Substance Evaluation Conclusion and Evaluation Report.</ref><ref>Community Rolling Action Plan (CoRAP) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA): Vorlage:Linktext-CheckVorlage:Abrufdatum </ref>

Einzelnachweise

<references />