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Bahnhof Gotha

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Gotha
Datei:Thuringia Gotha asv2020-07 img01 Gotha Bahnhof.jpg
Daten
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 6
Abkürzung UGO
IBNR 8010136
Preisklasse 3
Eröffnung 1847
Profil auf bahnhof.de Gotha
Architektonische Daten
Baustil Klassizismus
Lage
Stadt/Gemeinde Gotha
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Thüringen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 56′ 22″ N, 10° 42′ 46″ OKoordinaten: 50° 56′ 22″ N, 10° 42′ 46″ O
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Höhe (SO) 307,44 m
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Gotha
Bahnhöfe in Thüringen

Der Bahnhof Gotha ist der wichtigste Bahnhof der thüringischen Stadt Gotha. Er ist Halt von ICs sowie zweistündlich von ICEs auf der Thüringer Bahn. Weitere anliegende Strecke ist die Bahnstrecke Gotha–Leinefelde nach Norden.

Geschichte

Eines der ersten und bedeutendsten Projekte der 1844 gegründeten Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft war der Bau Bahnstrecke Halle–Bebra. Von der damals preußischen Stadt Halle ausgehend erreichte sie 1847 die Stadt Gotha und nahm am 1. April dort ihren Betrieb auf. Gotha war zu der Zeit Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Gotha, das damals etwa 15.000 Einwohner hatte. 1870 wurde die zweite Eisenbahnstrecke durch Gotha errichtet. Sie führt über Mühlhausen nach Leinefelde, und dort weiter nach Göttingen.

Die dritte und letzte Strecke am Gothaer Bahnhof war die Ohratalbahn, die 1876 bis nach Ohrdruf und 1892 bis Gräfenroda führte. Dort wurde die Bahnstrecke nach Würzburg erreicht.

Im Jahr 1894 erhielt Gotha eine Straßenbahn. Der Bahnhof wurde der Knotenpunkt mehrerer Linien. 1929 wurde mit der Thüringerwaldbahn eine Überlandstraßenbahn vom Bahnhof Gotha durch die Innenstadt in die Orte Tabarz, Waltershausen und Friedrichroda errichtet.

Am 6. Februar 1945 zerstörten Bomben bei einem der Luftangriffe auf Gotha die Gaststätte sowie den gesamten Westflügel und einen Teil des Hauptflügels des Empfangsgebäudes. Der östliche Teil des Hauptgebäudes von 1848 mit seinen Anbauten und der vereinfachte Eingangsbereich von 1907 blieben erhalten.<ref>Matthias Wenzel: Zeitsprünge Gotha, ISBN 978-3-95400-055-5, Sutton-Verlag, S. 14/15</ref> Dieser Zustand blieb, bis auf wenige Reparaturen, bis 2026 unverändert.

2007 wurde der Bahnhofsvorplatz komplett umgestaltet und die Haltestelle der Thüringerwaldbahn dorthin verlegt. Am 16. Dezember 2010 erwarb ein Investor die Fläche samt dem 1945 zum Teil zerstörten Gebäude, investierte aber nichts. Am 16. März 2021 kaufte die Stadt Gotha das Empfangsgebäude samt Gelände.<ref name=":0">Zukunft des Bahnhofs Gotha gesichert. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. April 2021; abgerufen am 29. April 2021.</ref>

Am 10. Dezember 2011 wurde der planmäßige Personenverkehr auf der Ohratalbahn eingestellt.

Bahnhofsgebäude

Datei:Gotha-bahnhof-bahnsteig-1900.jpg
Empfangsgebäude mit den Bahnsteigen (um 1900)
Datei:Bahnhof Gotha 01.jpg
Erhaltener Teil des Empfangsgebäudes von 1848 (Gleisseite)

Das Bahnhofsgebäude wurde im Jahr 1848 im damals verbreiteten Rundbogenstil erbaut. Es ist damit das älteste erhaltene Bahnhofsgebäude Thüringens und gehört zu den ältesten Deutschlands überhaupt.

Ca. 1870 wurde das Gebäude symmetrisch nach Westen und Osten durch etwas zurückspringende zweieinhalb Geschoss hohe Anbauten, die sich dann als eineinhalbgeschossige weitere Anbauten fortsetzten, mit 10 Fensterachsen in der Länge ungefähr verdoppelt. An den Enden wurden Abschlüsse durch kleine Apsiden mit fünf-Achtel-Schluss errichtet. Diese ersten Erweiterungen erfolgte noch ganz in der spätklassizistischen Formensprache des Ursprungsbaus unter strenger Einhaltung der Symmetrie.

1907 erfolgten weitere Umbauten und Erweiterungen: Durch den Mittelbau, der bislang auf der Stadtseite nur durch zwei Türen in den Seitenflügeln erschlossen war, wurde ein breiter Gang geführt, der eine großzügigen Eingangshalle im Stil des Historismus und Jugendstil erhielt. Den Seitenflügeln wurden rechts und links großzügige Arkaden vorgelagert. Dadurch wurde ein größeres Raumangebot geschaffen. Es kam der im Westflügel untergebrachten „Bahnhofswirtschaft“, die sich vorher in einem Gebäude auf dem Bahnhofsvorplatz befand, zugute.

Am 6. Februar 1945 zerstörten Bomben die Gaststätte sowie den gesamten Westflügel und einen Teil des Hauptflügels. Der östliche Teil des Hauptgebäudes von 1848 mit seinen Anbauten und der vereinfachte Eingangsbereich von 1907 blieben erhalten. Dieser Zustand blieb, bis auf wenige Reparaturen, bis heute unverändert.

2007 wurde der Bahnhofsvorplatz komplett umgestaltet und die Haltestelle der Thüringerwaldbahn dorthin verlegt. Der Aachener Bildhauer Ulf Hegewald schuf hierzu die 4,20 m hohen, „Fünf Stelen für Gotha“.

Ab Mai 2026 beginnt voraussichtlich die Sanierung des Empfangsgebäudes. Es soll dann neben dem Stadtarchiv noch ein Café, eine Gaststätte, einen Kiosk sowie einen Fahrradladen beherbergen. Die geplanten Kosten liegen laut Thüringer Infrastrukturministerium bei über 20 Millionen Euro. Das Bauvorhaben soll bis Ende 2029 abgeschlossen sein.<ref>dpa: Sanierung: Millionenförderung für Bahnhof Gotha. In: Die Zeit. 17. April 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 28. April 2026]).</ref><ref>mdr.de: Maroder Bahnhof in Gotha: Was jetzt geplant ist | MDR.DE. Abgerufen am 28. April 2026.</ref>

Bahnsteige

Für alle Bahnsteige gibt es einen barrierefreien Zugang durch einen Aufzug, dazu sind sie über eine Treppe zu erreichen. Der Bahnsteig 1a wird von der RB 53 nach Bad Langensalza genutzt. Der Bahnsteig 1 wird für den Regionalverkehr in Form des RE 1 nach Göttingen bzw. Gera/Glauchau genutzt. Der Bahnsteig 2 wird überwiegend vom Fernverkehr in Richtung Frankfurt und vom Regionalverkehr nach Eisenach genutzt. Der Bahnsteig 3 wird vom Fernverkehr in Richtung Leipzig/Dresden und vom Regionalverkehr in Richtung Erfurt/Leipzig bedient. Die Bahnsteige 4 und 5 wurden bis zuletzt noch von der Ohratalbahn genutzt, es halten am Bahnsteig 5 die IC der Mitte-Deutschland-Verbindung von und nach Gera zum Lokwechsel. Das Gleis 4 wird gelegentlich für außerplanmäßige Überholungen durch die RB20 genutzt.

Datei:Gleisplan Bahnhof Gotha.svg
Gleisplan des Bahnhofs Gotha
Gleis Länge in m<ref name="Bahnsteiginformationen">Gotha. DB Station&Service, abgerufen am 10. Juli 2021.</ref> Höhe in cm<ref name="Bahnsteiginformationen" />
1 200 38
1a 120 38
2 320 55
3 320 55
4 122 38
5 122 38

Hängebrücke

Datei:Gotha, Bahnhof mit Vorplatz, um 1860.png
Empfangsgebäude und Hängebrücke, 1870er Jahre

Am 1. Oktober 1873 wurde eine Hängebrücke feierlich eingeweiht, die westlich des Bahnhofsgebäudes als Fußgängerbrücke das Stadtzentrum Gothas mit den südlich der Bahnstrecke liegenden Teilen der Stadt verband. Die Brücke überstand den schweren Luftangriff auf den Bahnhof Anfang 1945 nahezu unbeschadet. 1959 wurde sie dennoch abgetragen und durch eine Holzbrücke ersetzt. Diese hatte Bestand bis der Fußgängertunnel von der Schalterhalle hin zur Südstraße fertig gestellt wurde.<ref>Heiko Stasjulevics: Wie die Bahnhofsbrücke von Gotha kam und verschwand, Thüringer Allgemeine/Gothaer Allgemeine vom 1. Mai 2015</ref>

Personenverkehr

Fernverkehr

Der Bahnhof Gotha ist Systemhalt im deutschen Schienenpersonenfernverkehr.

Regionalverkehr

Im Regionalverkehr von Thüringen ist Gotha ein Knotenpunkt.

Im Fahrplanjahr 2018/2019 führte wie auch 2022 die Regionalbahn-Linie 20 Eisenach–Leipzig durch Gotha, welche in beide Richtungen stündlich verkehrt und Gotha mit den Nachbarknoten Eisenach und Erfurt verbindet. Darüber hinaus wird Gotha alle zwei Stunden von der langlaufenden Regionalexpress-Linie 1 bedient, welche von Göttingen kommend Gotha an die Städte Leinefelde, Mühlhausen und Bad Langensalza anbindet. In Ostrichtung verkehrt diese Linie, die in Gotha die Fahrtrichtung wechselt, weiter über Erfurt, Weimar, Jena-Göschwitz und Gera nach Glauchau (Sachs). Darüber hinaus gibt es noch die Regionalbahnlinie 53 von Gotha nach Bad Langensalza, welche zusammen mit dem Regionalexpress 1 einen annähernden Stundentakt zwischen diesen beiden Mittelzentren bildet. Bis 2013 wurde diese Linie von der Erfurter Bahn gefahren, seit Dezember 2013 von der DB Regio Südost. Zwischen Eisenach und Erfurt verkehren Montag bis Freitag in der Hauptverkehrszeit zusätzlich einzelne Verstärkerzüge.

Linie Fahrtverlauf Takt (min) Betreiber
ICE 15 Eisenach Hbf – Gotha – Erfurt Hbf – Halle (Saale) Hbf – Berlin Hbf – GreifswaldStralsund HbfOstseebad Binz Einzelner Zug DB Fernverkehr AG
ICE 50 DresdenLeipzigErfurtGothaEisenachFuldaFrankfurt (Main) HbfFrankfurt am Main Flughafen FernbahnhofMainzWiesbaden 120
IC 51 (Düsseldorf/Köln –) Kassel – Eisenach Hbf – Gotha – Erfurt Hbf – WeimarJena West – Jena-Göschwitz – Gera Hbf Drei Zugpaare (bis 20. September 2026)
RE 1 GöttingenLeinefeldeGothaErfurt – Jena-Göschwitz – GeraGößnitzGlauchau (Sachs) 120 DB Regio Südost
RE 16 Eisenach Hbf – Gotha – Erfurt Hbf – WeimarApoldaNaumburg (Saale)WeißenfelsMerseburgHalle (Saale) Einzelne Züge Abellio Rail Mitteldeutschland
RB 20 Eisenach HbfGothaNeudietendorf – Erfurt Hbf – WeimarApoldaGroßheringenNaumburg (Saale) Hbf 60
RB 53 Gotha – Gotha Ost – BuflebenBallstädtEckardtslebenBad Langensalza 120 DB Regio Südost
Stand: Jahresfahrplan 2026; Quelle der Fahrplandaten: www.bahn.de<ref>Buchung. Abgerufen am 13. Dezember 2025.</ref>

Literatur

  • Matthias Wenzel: Alt-Gotha in Farbe. Sutton Verlag, Erfurt 2013, ISBN 978-3-95400-229-0.
  • Matthias Wenzel: Mohren, Riese und Prophet Alt-Gothaer Gastlichkeit. Sutton Verlag, Erfurt 2010, ISBN 978-3-86680-696-2.
  • Walter Günter: Gotha. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 45. Ergänzungsausgabe). GeraNova Zeitschriftenverlag, München 2003, ISSN 0949-2127 (1 Bl., 6 S.).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein