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Seulbitz (Bayreuth)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Seulbitz
Kreisfreie Stadt Bayreuth
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(534)&title=Seulbitz 49° 56′ N, 11° 39′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(534) 49° 56′ 29″ N, 11° 38′ 31″ O
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Höhe: 403 (383–481) m ü. NHN
Einwohner: 534 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987" />
Eingemeindung: 1. Juli 1976
Postleitzahl: 95448
Vorwahl: 0921
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Seulbitz ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Bayreuth in Oberfranken.<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Seulbitz hat eine Fläche von 5,221 km². Sie ist in 818 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 6383 m² haben.<ref>Gemarkung Seulbitz (092435). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 8. Januar 2025.</ref> In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Ortsteile Grunauermühle und Juchhöh.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 8. Januar 2025.</ref>

Geographie

Durch die ehemals selbständige Gemeinde und den alten Dorfkern am Westhang des Pensen verläuft die Kreisstraße BTs 6/BT 6, die über Eremitenhof nach Sankt Johannis (2 km westlich) bzw. über Lankendorf nach Weidenberg zur Staatsstraße 2463 führt (5,5 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verbindet mit Neunkirchen am Main (2,2 km südlich).<ref>Topographische Karte 1:25.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 19. Oktober 2023 (Die gemessenen Entfernungsangaben entsprechen gemessener Luftlinie).</ref>

Name

Der Name gilt, wie die übrigen auf -itz endenden Namen im Bayreuther Raum, als slawischen Ursprungs (→ Bavaria Slavica).<ref>Karl Müssel: Bayreuth in acht Jahrhunderten. 1. Auflage. Gondrom, Bindlach 1993, ISBN 3-8112-0809-8, S. 12.</ref>

Geschichte

Seulbitz musste den Zehnt nach Würzburg entrichten und existierte daher nachweislich bereits vor der Gründung des Bistums Bamberg im Jahr 1007. 1035 wurde der Ort als salisches Königsgut „Silevvize“ in einer Urkunde Kaiser Konrads II. anlässlich einer Schenkung an einen Bamberger namens Luitpold mit allen Liegenschaften beschrieben. Die umfangreiche Aufzählung von Gebäuden, Mühlen und Fischereianlagen deutet auf eine schon länger bestehende stattliche Siedlung hin. 1137 erwarb Bischof Otto von Bamberg das ehemalige Königsgut von Luitpold von Zirkendorf und schenkte es dem Bamberger Kloster St. Getreu.<ref>Karl Müssel, op. cit., S. 13</ref>

Der Ort im Radenzgau befand sich an einer bedeutenden Steigung der mittelalterlichen Handelsstraße nach Weidenberg, die von Laineck kommend über die Hochfläche des Pensen verlief. Die spätere Entwicklung war weitgehend bäuerlich geprägt. Reste der alten Bebauung sind nicht mehr feststellbar, nur noch Flurnamen deuten auf die einstige Bedeutung hin.

Datei:Lohengrin-Therme.JPG
Eingangsbereich der
Lohengrin Therme

Zu der Realgemeinde Seulbitz gehörte Grunauermühle. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Seulbitz 20 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Hofkastenamt Bayreuth. Grundherren waren das Hofkastenamt Bayreuth (3 Höfe, 8 Halbhöfe, 2 Söldengüter, 2 Tropfhäuser, 2 Häuser davon eines mit Zapfenschenke), die Pfarrei Bindlach (1 Halbhof) und die Gemeinde Seulbitz (1 Gemeindeschmiede, 1 Gemeindehirtenhaus).<ref name="Winkler" details="S. 389.">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3769696964 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde Seulbitz bayerisch. Infolge des Gemeindeedikts wurde Seulbitz dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Sankt Johannis zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Seulbitz, zu der Grunauermühle gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). Etwas später wurde auf dem Gemeindegebiet Juchhöh gegründet. Ab 1862 gehörte Seulbitz zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).<ref name="Winkler" details="S. 484." /> Die Gemeinde hatte eine Fläche von 5,230 km².<ref name="OV 1961" />

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Seulbitz am 1. Juli 1976 nach Bayreuth eingemeindet.<ref name="Gemeindeverzeichnis1970bis1982"></ref> Diese Maßnahme war nicht unumstritten und von den Seulbitzern mehrheitlich nicht gewollt.<ref>Als Laineck sich teuer verkaufte in: Nordbayerischer Kurier vom 10. Januar 2022, S. 8.</ref> Vor die Wahl gestellt, nach Bayreuth eingemeindet zu werden oder eine Einheitsgemeinde mit Weidenberg zu bilden, entschieden sich indes am 25. August 1975 234 von 251 wahlberechtigten Bürgern für Bayreuth.<ref>Vor 50 Jahren. Klares Ja für Bayreuth in: Nordbayerischer Kurier vom 25. August 2025, S. 10.</ref>

Heute besteht Seulbitz aus einem alten bäuerlichen Teil und mehreren modernen Siedlungen. Im Jahr 1999 wurde der Heilquellenkurbetrieb Lohengrin Therme am westlichen Ortsrand eröffnet. Nahe der Lohengrin Therme soll ab September 2023 eine Reha-Klinik der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern entstehen.<ref>Rehaklinik: Baustart im September in: Nordbayerischer Kurier vom 13. Juni 2023, S. 11.</ref>

Baudenkmäler

  • Seulbitzer Straße 45: Wohnhaus

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Einwohnerentwicklung

Gemeinde Seulbitz

Jahr 1822 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 178 226 220 223 235 239 249 242 256 245 230 223 216 203 206 200 183 179 169 260 225 224 195 232
Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> 22 28 29 30 30 35 34 40
Quelle <ref name="Winkler" details="S. 484." /> <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 139, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV" /> <ref name="HGV" /> <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 847, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>

Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 130 (Digitalisat). </ref>

<ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1019, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 965 (Digitalisat).</ref> <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> <ref name="HGV" /> <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1010 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV" /> <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> <ref name="HGV" /> <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1033 (Digitalisat).

</ref>

<ref name="HGV" /> <ref name="HGV" /> <ref name="HGV" /> <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 895 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV" /> <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 659 (Digitalisat).</ref> <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 151 (Digitalisat).</ref>

Ort Seulbitz

Jahr 001819 001822 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 157 173 198 225 227 192 173 210 150 181 534<templatestyles src="FN/styles.css" /> *
Häuser<ref name="Häuser" /> 21 27 26 32 32 32 145<templatestyles src="FN/styles.css" /> *
Quelle <ref>Vorlage:Ober-Mainkreis 1820 Im Original 57.</ref> <ref name="Winkler" details="S. 484." /> <ref name="OV 1861" /> <ref name="OV 1875" /> <ref name="OV 1885" /> <ref name="OV 1900" /> <ref name="OV 1925" /> <ref name="OV 1950" /> <ref name="OV 1961" /> <ref name="OV 1970" /> <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 287 (Digitalisat).</ref>
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* 
inklusive Juchhöh

Religion

Seulbitz ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannis gepfarrt.<ref name="Winkler" details="S. 389." /><ref name="OV 1961" />

Persönlichkeiten

Seulbitz war Wohnort des 2023 verstorbenen Skilangläufers Walter Demel, der von 1996 bis 2008 Mitglied des Stadtrates Bayreuth war.

Literatur

Weblinks

Commons: Seulbitz (Bayreuth) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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