Zum Inhalt springen

Bariumhydroxid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 23. Januar 2026 um 20:50 Uhr durch imported>ChemoBot (Entferne Parameter „Suchfunktion“ aus {{Infobox Chemikalie}} und bereinige Leerzeilen).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Kristallstruktur
Kristallstruktur von monoklinem Bariumhydroxid
Kristallstruktur von monoklinem β-Bariumhydroxid
Vorlage:Farbe Ba2+ 0 Vorlage:Farbe OH
Allgemeines
Name Bariumhydroxid
Andere Namen
  • Ätzbaryt
  • Barytwasser (wässr. Lösung)
Verhältnisformel Ba(OH)2
Kurzbeschreibung

farbloser geruchloser Feststoff<ref name="GESTIS"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 241-234-5
ECHA-InfoCard 100.037.470
PubChem 6093286
ChemSpider 26408
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse
  • 171,34 g·mol−1
  • 315,46 g·mol−1 (Octahydrat)
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS"/>

Dichte
Schmelzpunkt
  • 408 °C (wasserfrei)<ref name="GESTIS"/>
  • 78 °C (Octahydrat)<ref name="GESTIS"/>
Siedepunkt

Zersetzung bei >600 °C zu Bariumoxid und Wasser<ref name="GESTIS"/>

Löslichkeit

wenig in Wasser (72 g·l−1, Octahydrat)<ref name="GESTIS"/>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302+332​‐​314
P: 260​‐​280​‐​301+312+330​‐​303+361+353​‐​304+340+312​‐​305+351+338+310<ref name="GESTIS" />
MAK

0,5 mg·m−3 <ref name="GESTIS"/>

Toxikologische Daten

308 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS"/>

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−944,7 kJ/mol<ref name="CRC90_5_6">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-6.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Bariumhydroxid, Formel: Ba(OH)2, ist das Hydroxid des Erdalkalimetalls Barium. Es ist in wässriger Lösung eine starke Base.

Gewinnung und Darstellung

Ausgehend vom Schwerspat (Bariumsulfat) BaSO4 wird Bariumhydroxid aus Bariumoxid oder Bariumsulfid gewonnen: Bariumoxid reagiert mit Wasser zum Bariumhydroxid:

<math>\mathrm{BaO + H_2O \longrightarrow Ba(OH)_2}</math>,
<math>\mathrm{Ba(OH)_2 + 8 \ H_2O \longrightarrow Ba(OH)_2 \cdot 8 \ H_2O}</math>.

Bariumsulfid reagiert mit Wasser zu Bariumhydroxid und Schwefelwasserstoff:

<math>\mathrm{BaS + 2 \ H_2O \longrightarrow Ba(OH)_2 + H_2S}</math>.

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Bariumhydroxid ist eine feste, aus farblosen Kristallen bestehende Substanz. Es ist polymorph.<ref>A. Friedrich, M. Kunz, R. Miletich: High-pressure behavior of Ba(OH)2: Phase transitions and bulk modulus. In: Physical Review, 66, 2002, S. 214103-1–214103-8, doi:10.1103/PhysRevB.66.214103.</ref> Die α-Phase ist eine Hochtemperaturform; sie kann durch Abschrecken metastabil bei Raumtemperatur erhalten werden. Sie kristallisiert orthorhombisch, Raumgruppe Pnma (Raumgruppen-Nr. 62)Vorlage:Raumgruppe/62, mit den Gitterparametern a = 11,01 Å, b = 16,50 Å und c = 7,095 Å. Die bei Zimmertemperatur stabile β-Form ist monoklin, Raumgruppe P21/n (Nr. 14, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/14.2, mit den Gitterparametern a = 9,409 Å, b = 7,916 Å, c = 6,775 Å und β = 95,81°. Bariumhydroxid bildet drei Hydrate, ein Monohydrat, ein Trihydrat und ein Octahydrat. Die Löslichkeit in Wasser ist stark temperaturabhängig, bei 20 °C lösen sich 56 g/l Wasser, bei 80 °C 947 g/l Wasser. Die wässrige Lösung, auch Barytwasser genannt, reagiert stark alkalisch, da Bariumhydroxid fast vollständig in Ionen dissoziiert. Eine gesättigte Lösung hat einen pH-Wert von 14.

Chemische Eigenschaften

Bariumhydroxid bildet in wässriger Lösung mit Kohlenstoffdioxid oder anderen carbonathaltigen Salzen einen schwer löslichen Niederschlag aus Bariumcarbonat:

<math>\mathrm{Ba(OH)_2 + CO_2 \longrightarrow BaCO_3 \downarrow + H_2O}</math>

Es kann so zum qualitativen Nachweis von Carbonationen herangezogen werden.

Verwendung

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Berylliumhydroxid | Magnesiumhydroxid | Calciumhydroxid | Strontiumhydroxid | Bariumhydroxid | Radiumhydroxid Vorlage:Klappleiste/Ende