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Bariumcarbonat

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Bariumcarbonat ist das Carbonat des Erdalkalimetalls Barium. Es besitzt die Formel BaCO3 und kommt in der Natur als Mineral Witherit vor.

Es wird als Bestandteil von Rattengift sowie als Komponente von Zement und Backsteinen verwendet.

Eigenschaften

Datei:Uhličitan barnatý.JPG
Bariumcarbonat

Das farblose Salz Bariumcarbonat zersetzt sich bei atmosphärischem Druck bei Temperaturen ab 1300 °C zu Bariumoxid und Kohlenstoffdioxid:<ref name="roempp" />

<math>\mathrm{BaCO_{3(s)} \longrightarrow BaO_{(s)} + CO_{2(g)}}</math>

Es kristallisiert orthorhombisch, Vorlage:Raumgruppe mit den Gitterparametern a = 5,313 Å, b = 8,896 Å und c =6,428 Å.<ref>J.P.R. de Villiers: Crystal structures of aragonite, strontianite, and witherite. In: American Mineralogist, 56, 1971, S. 758–766.</ref> Es sind auch Hochtemperaturformen mit den Raumgruppen Vorlage:Raumgruppe und Vorlage:Raumgruppe bekannt.<ref>K.O. Strømme: On the Crystal Structures of the High-temperature Forms of Strontium and Barium Carbonate and Structurally Related Compounds. In: Acta Chemica Scandinavica, 29, 1975, S. 105–110, doi:10.3891/acta.chem.scand.29a-0105.</ref>

Herstellung

Bariumcarbonat wird industriell durch die Reaktion von Bariumsulfid mit Kohlenstoffdioxid oder auch Natriumcarbonat bei 40–90 °C hergestellt:<ref>Vorlage:Literatur</ref>

<chem>BaS + H2O + CO2 -> H2S + BaCO3</chem>

Es kann auch durch Einleiten von Kohlenstoffdioxid in eine Aufschlämmung aus Bariumhydroxid in Wasser dargestellt werden:<ref> Vorlage:Patent </ref>

<chem>Ba(OH)2 + CO2 -> BaCO3 + H2O </chem>

Verwendung

Bariumcarbonat wird beispielsweise als Rohstoff für die Herstellung von Wirtschaftsglas und optischem Glas benutzt. Zudem ist es das Endprodukt beim Nachweis von Kohlenstoffdioxid mit Barytwasser. Dieser Nachweis ist nur möglich, weil Bariumcarbonat in Wasser schwer löslich ist. In geringen Mengen wird es in der Fahrzeugindustrie für Speicherkatalysatoren eingesetzt.

Sicherheitshinweise

Bariumcarbonat ist gesundheitsschädlich.<ref>William Morton: Poisoning by barium carbonate, The Lancet, 1945,2:738–739 (doi:10.1016/S0140-6736(45)91071-3).</ref> Es wirkt reizend auf Schleimhäute, führt zu Funktionsstörungen im zentralen und peripheren Nervensystem, Muskellähmung, gastrointestinalen Beschwerden sowie Herz-Kreislauf- und Lungenfunktionsstörungen.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Erdalkalimetallcarbonate

Vorlage:Normdaten